Beethoven - Caeyers, Jan

Jan Caeyers 

Beethoven

Der einsame Revolutionär. Eine Biographie

Übersetzung: Ecke, Andreas
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Beethoven

Die Kompositionen Ludwig van Beethovens gehören zum unvergänglichen Erbe der Musikgeschichte. Doch wer war der Schöpfer dieser Musik, der uns mit unsterblichen Werken wie dem Fidelio, der Missa solemnis, seinen Klaviersonaten, seinen Streichquartetten und der Neunten Sinfonie beschenkt hat? Jan Caeyers entwirft in dieser großen Biographie ein faszinierend lebendiges Portrait des Künstlers.

Der Autor stellt uns Beethoven als eine Ausnahmeerscheinung der Musikwelt vor, ohne musikhistorisches oder gar musiktechnisches Wissen vorauszusetzen. Er erhellt in dieser meisterhaft erzählten Biographie den menschlichen wie den künstlerischen Werdegang seines Protagonisten, indem er die Entstehungsgeschichte seiner Werke mit Beethovens persönlicher Entwicklung - die zwischen Generosität und Kleinlichkeit, zwischen Enthusiasmus und Verzweiflung oszilliert - verwebt. Dabei erschließen sich zugleich die Arbeitsbedingungen, die wirtschaftlichen Nöte sowie das musikalische und gesellschaftliche Leben in der Provinz und in der Metropole Wien an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Auch beschreibt Caeyers die Zwänge dieser Epoche, denen sich selbst ein Genie wie Beethoven nicht entziehen konnte und die es verhindert haben, dass er die einzige große Liebe seines Lebens zu der'unsterblichen Geliebten' hat leben können.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 832 S m. 47 Abb.
  • Seitenzahl: 832
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 139mm x 51mm
  • Gewicht: 1115g
  • ISBN-13: 9783406631283
  • ISBN-10: 3406631282
  • Best.Nr.: 34157632
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2012

Der Lebenslaufbursche Ludwigs des Großen

Die Beethoven-Biographie von Jan Caeyers lässt nichts aus, erklärt viel und hält sich raus: Vermessung eines epochalen Klangraums, gebaut von einem Ungewöhnlichen.

Von Gerhard Stadelmaier

Man stelle sich vor: Der berühmte Theaterkritiker hat genug vom Theater. Und will nur noch Musik: "Spielt künftig das Beste, was wir haben. Spielt, was an unsren stolzesten Stolz erinnert. Und wenn ihr keine Stücke wißt, so nehmt euch fünfzig Musiker. Und sprecht kein Wort. Und spielt an jedem Abend Beethoven. Beethoven. Beethoven." Fordert Alfred Kerr am 22. September 1914 im Berliner "Tag". Der Erste Weltkrieg war erst ein paar Wochen alt.

Abgesehen davon, dass Kerr dann doch bei seinem dramatischen Leisten blieb - dass einer martialischen Schicksalslage nur noch mit gewaltigen Tönen, nicht mehr mit windigen Dialogen beizukommen sei, lag auf der Zeitgeisthand: Wir kennen keine Parteien mehr, wir kennen nur noch Beethoven! Schon Bismarck soll bekannt haben, immer wenn er die "Appassionata", Beethovens Klaviersonate f-Moll (op. 57), höre, werde er zu einem "tapfereren Menschen". Obwohl (oder weil?) die …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Jan Caeyers' Beethoven-Biografie wurde bisher sehr unterschiedlich aufgenommen, Wolfram Goertz stellt sich mit seiner besprechung auf die Seite der Enthusiasten. Als Musikwissenschaftler und Dirigent wisse Caeyers, worüber er schreibt, versichert der Rezensent, der sich dank "knapper und treffender" Werkbeschreibungen von aufwändigen Partituranalysen verschont sah. Denn viel interessanter erscheint Goertz das "Psychogramm eines verwirrenden Künstlers", das Caeyers zeichnet, eines Musikers, der um sein Genie durchaus weiß, aber auch immer wieder um seine Anerkennung kämpfen muss. Mitunter musste er die Karten für seine Konzerte auch selbst verkaufen und bei den zuständigen Respektabilitäten antichambrieren. Dem Rezensenten verschafft Caeyers damit ein sehr rundes Bild eines "mühsamen, labilen, aufreibenden, mitunter krawalligen Lebens". Und fürs Protokoll: Als Beethovens berühmte unbekannte "unsterbliche Geliebte", notiert Goertz, identifiziert Caeyers Josephine Brunsvik.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.03.2012

Die Eroica und der Marketing-Mix
Aus der Kammerdienerperspektive erzählt: Die neue Beethoven-Biographie des flämischen Autors Jan Caeyers
Biographen sind in der Regel keine Theoretiker. Es gilt so viele Dokumente zu wälzen, sich in so viele Sachgebiete einzuarbeiten, dass eine leitende Fragestellung eigentlich nur stören kann. Fleiß und Neugier sind die Tugenden, die das Metier verlangt. Jan Caeyers hat für seine Beethoven-Biographie keine eigenen Archivfunde vorzuweisen, und Passagen wie die zur Geschichte Bonns und der Rolle der Habsburger in ihr lesen sich wie reine Fleißarbeit. Bei Themen jedoch wie der Geschichte des Klavierbaus oder der Frage, wer die Unsterbliche Geliebte war, teilt sich dem Leser auch die Neugier des Autors mit, sodass er gerne belehrt wird.
Andererseits möchte man doch irgendeine neue Perspektive auf den Gegenstand vermittelt bekommen, irgendeinen Grund hören, warum er die ausführliche Beschäftigung lohnt. Man überliest es leicht im Vorwort, und auch später wird es nicht als These formuliert, aber es gibt diese Perspektive. Ihn habe der schwindelerregende Ruhm beeindruckt, den Beethoven innerhalb weniger Jahrzehnte …

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Jan Caeyers war für viele Jahre der künstlerische Leiter der Beethoven Academie und hat mit diesem Orchester regelmäßig Konzerte in deSingel in Antwerpen, in Löwen, Brüssel und im Rahmen des Flandernfestivals gegeben. Zudem konzertierte er im Concertgebouw in Amsterdam, im Musikverein und Konzerthaus in Wien, im Mozarteum Salzburg, in der Cité de la Musique in Paris und im Teatro Real in Madrid. Als Gastdirigent arbeitet er unter anderem mit den Bamberger Symphonikern, dem Rundfunkorchester Berlin und den Stuttgarter Philharmonikern. Jan Caeyers ist Professor an der Universität Löwen und seit 2010 Leiter des Orchesters Le Concert Olympique.

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