 | Besprechung |
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Bandgeschichten gehen so: Jungs treffen sich, Jungs spielen erfolgslos in abgewrackten Jugendzentren, Jungs haben einen kleinen Hit, Jungs streiten sich um Mädchen oder um Geld, Jungs trennen sich. Bei Guiliano, Stefano, Alberto und Alex reicht es nicht mal soweit: Sie spielen fünf Kapitel lang in einer leeren Garage, dann begehen sie einen dilettantischen Diebstahl und müssen aus ihrem Proberaum raus, fertig, fast. Der italienische Zeichner Gipi hat mit "5 Songs" extremes Understatement in Comicform gegossen. Einmal wird kurz Handlung angetäuscht, es taucht ein Plattenfirmenvertreter auf, aber, ach, er hat keinen Plattenvertrag dabei, sondern nur ein Jobangebot in der Verwaltung. Leidenschaft geht anders, Punkrock auch. Bevor man sich in Idealen verhakt, lässt man lieber einen wirren Nazi ans Schlagzeug (der sich dann auch noch als netter Typ entpuppt), es gibt keinen anderen in diesem trostlosen Norditalien, das bei Gipi verwaschen und neblig wirkt. Uno, due, tre, hinter dem Hof bellen die Hunde, am grauen Himmel kreisen Modellflugzeuge. (fis)
 | Besprechung von 09.10.2007 |
Lärm und Verausgabung
Gipi zeichnet Rock’n Roll: „5 Songs”, sein neues Comicalbum, ist so
geradlinig wie raffiniert
Sein erstes Album ist 2003 erschienen. Seitdem sind fünf weitere
hinzugekommen, die von der Kritik gerühmt und auf den großen
Comicfestivals mit zahlreichen Preisen bedacht wurden. Eine
Blitzkarriere? Nicht unbedingt. Gianni Pacinotti, der unter dem
Kürzel Gipi publiziert, wurde 1963 in Pisa geboren. Zunächst war er
als Zeichner in einer Werbeagentur tätig, machte sich dann mit
satirischen Comic strips einen Namen. Der große Durchbruch kam aber
erst, als er begann, Geschichten zu erzählen. Seitdem ist er mit
einem Schlag in die Riege der gegenwärtig interessantesten
europäischen Comic-Künstler aufgestiegen.
Die Arbeiten von Gipi sind nicht autobiographisch. Ohne die
Erfahrungen, die er in seiner Jugend gesammelt hat, wären sie
gleichwohl undenkbar. Mehrere Jahre verbrachte der Sohn aus
gutbürgerlichem Hause in einer Bande, die sich kleinkrimineller
Aktivitäten rühmen konnte. Das Echo dieser Jahre findet sich in
„Nachtgedanken”, der Sammlung düsterer Kurzgeschichten, mit denen
Gipi debütierte, ebenso wie in dem …