Mordspuren - Benecke, Mark

Mark Benecke 

Mordspuren

Neue spektakuläre Kriminalfälle - erzählt vom bekanntesten Kriminalbiologen der Welt

Broschiertes Buch
 
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Mordspuren

Seine Assistenten sind Maden, Larven und Insekten. Mit ihrer Hilfe kann Mark Benecke Todesumstände von Verbrechensopfern exakt nachweisen. Bis zum Täter ist es dann oft nur noch ein kleiner Schritt. In diesem Buch präsentiert er eine spektakuläre Sammlung von Mordfällen, bei denen die Öffentlichkeit den Atem anhielt. Er rekonstruiert Kapitalverbrechen, trägt Fakten, Indizien und frühere Bewertungen zusammen und bringt mit neuen Informationen Licht in die vertrackten Fälle. Die realen Verbrechen sind so fesselnd und minutiös nacherzählt - eine Mischung aus Information und Unterhaltung, die spannender ist als jeder Krimi!

Das Warten hat sich gelohnt: Der bekannteste Kriminalbiologe der Welt präsentiert eine neue Sammlung mit Mordfällen, die die Öffentlichkeit in Atem hielten. Sein Spezialgebiet ist die Kriminalistik unter besonderer Berücksichtigung von Maden, Würmern und Insekten, die Entscheidendes über Todeszeitpunkt, Tatort oder Täteridentität verraten können. Wenn man die entsprechenden Hinweise deuten kann! Dies ist aber kein wissenschaftliches Buch. Mark Benecke rollt Kapitalverbrechen neu auf, trägt Fakten, Indizien, Aussagen, frühere Bewertungen zusammen und öffnet dem Leser die Augen für die oft vertrackten Fälle. Dabei liefert er dank seiner genauen Recherchen viele neue Informationen. Fesselnd und minutiös werden wahre Begebenheiten nacherzählt und ausgebreitet. Oft genug gibt es überraschende, manchmal tragikomische Wendungen - spannender als jede Fiktion!


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 494 S. m. 60 Abb.
  • Seitenzahl: 496
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Bd.60618
  • Best.Nr. des Verlages: 60618
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 127mm x 30mm
  • Gewicht: 418g
  • ISBN-13: 9783404606184
  • ISBN-10: 3404606183
  • Best.Nr.: 25524040
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Der Kriminalbiologe Mark Benecke gilt als Meister seines Fachs. Doch so wichtig der Herr der Maden und Fliegen auch für die Aufklärung kniffliger Todesfälle sein mag - als Autor ist er überflüssig. Jeder Kay-Scarpetta-Roman, jede Folge "Bones" bringt einem mehr gerichtsmedizinische Einblicke als "Mordspuren". Denn "neue spektakuläre Kriminalfälle" sind im Sinne Beneckes wohl einfach Fälle, über die er persönlich noch nicht berichtet hat - und die dementsprechend durchaus auch mehr als hundert Jahre zurückliegen können. Zudem ist Beneckes Schreibstil ein langatmiges und wenig reflektiertes Nachplappern der Akten. Was an biologischer Information in diesem Werk steckt, ist viel zu wenig, als dass es rechtfertigt, sich durch fast 500 Seiten krude Fallsammlung zu quälen. Auch wenn die ein oder andere Info interessant ist, zum Beispiel die Erklärung zu den bei exhumierten Leichen gefundenen "Vampirzeichen". (kab)

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Jean-Michel Berg betrachtet Mark Benecke Buch über "spektakuläre Kriminalfälle" eher kritisch. Die Art und Weise, in der der bekannte Kriminalbiologe über Serienmorde, Vampirismus und Kannibalismus erzählt, hält er für "hemdsärmlig" und zugleich "etwas langatmig". Einige Fälle haben ihn aber doch interessiert, etwa der des japanischen Kannibalen Issei Sagawa oder des Kindermörders Jürgen Bartschs, dessen Briefe in dem Band abgedruckt sind. Psychologisch scheint ihm das Buch ziemlich dürftig. Auch bei Themen wie den freien Willen oder die Person überhaupt konstatiert Berg ein bescheidenes Niveau. Und der Frage nach den Ursachen dieser Verbrechen geht Benecke seines Erachtens nicht nach, um wirklich zu verstehen, sondern um eine "tumbe Erklärungssehnsucht" zu befriedigen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.10.2007

Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt
Warum nur? Warum? Der Kriminalbiologe Mark Benecke, als „Herr der Maden” bekannt geworden, erzählt in seinem neuen Buch hemdsärmelig von den schwarzen Seelen der Kannibalen, Vampire und Serienmörder
Deutsche Denker wagen sich bisweilen nah an den Abgrund. Dort, in den Tiefen der menschlichen Seele, wähnen sie den Treibstoff für die Höhenflüge der Moral. „In der ganzen Geschichte des Menschen ist kein Kapitel unterrichtender für Herz und Geist, als die Annalen seiner Verirrungen” schrieb Friedrich Schiller zu der Sammlung von Kriminalfällen des Franzosen Francis Gayot de Pitaval. Sogenannte Pitavals waren im 18. Jahrhundert unter Juristen und Laien beliebt, bis der Informationsgehalt unter dem Druck des Unterhaltungswertes zusammensackte. Unterhaltung und Information gingen fortan getrennte Wege.
Mark Benecke knüpft mit „Mordspuren” an jene Tradition an. Der deutsche Kriminalbiologe wurde vor einigen Jahren als „Herr der Maden” bekannt: er bestimmt Todeszeitpunkte anhand von Insektenmaden. Dass in der Forensik auch eine gewisse Komik stecke, versucht er zudem in seinen verschiedenen …

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Mark Benecke, Jg. 1970 ist Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie. Er studierte Biologie, Zoologie und Psychologie an der Universität zu Köln und absolvierte diverse polizeitechnische Ausbildungen im Bereich der Gerichtsmedizin in den USA, darunter an der FBI-Academy. Benecke wird als Sachverständiger herangezogen, um biologische Spuren bei vermuteten Gewaltverbrechen mit Todesfolgen auszuwerten. Er ist Ausbilder an deutschen Polizeischulen sowie Gastdozent in den USA, Vietnam, Kolumbien und auf den Philippinen. Bekannt ist er durch seine zahlreichen Fernsehauftritte, u.a. als Berater bei Medical Detectives und Galileo Mystery.

Leseprobe zu "Mordspuren" von Mark Benecke

4. DIE EWIGE SUCHE NACH DEM PERFEKTEN VERBRECHEN (S. 281-282)

Eine der häufigsten Fragen an jeden Kriminalbiologen ist neben »Ist das nicht ekelig?« (jein) und »Kann ich ein Praktikum machen?« (ebenfalls jein) die Frage nach dem perfekten Mord. Es hat offenbar eine große Faszination, die Polizei und alle Experten auszutricksen und unbemerkt eine Person umzubringen. Was genau daran spannend sein soll, entzieht sich meiner Vorstellungskraft – denn will man beispielsweise seinen Chef loswerden, so genügt ja ein Jobwechsel.

Hasst man seine Ehefrau, sollte man sie vielleicht einfach verlassen. Und würde man am liebsten eine Person umbringen, die in der Vergangenheit Böses getan hat, dann hilft vielleicht die Einsicht, dass das Geschehene durch einen Rachemord auch nicht rückgängig gemacht wird. Wenn es aber trotzdem unbedingt sein muss, sollte man einen bezahlten Auftragskiller anheuern. Denn was passiert, wenn man sich nach zu vielen Krimis (oder getrieben von Gier, Neid und Dummheit) für schlauer als die Ermittler hält, zeigt folgender Fall, von dem Kriminalrat Josef Wilfling, Leiter der Todesermittler im Polizeipräsidium München, berichtet. Ein fast perfekter Mord: Tod auf dem Inka-Pfad »Ich hörte, dass jemand den Reißverschluss des Zeltes öffnete. Durch dieses Geräusch wachte ich auf. Ich drehte mich langsam um.

Ich hörte einen Schuss. Wir schliefen mit unseren Köpfen Richtung Zeltöffnung. Ich schaute zurück und sah einen Mann mit einer Waffe in der Zeltöffnung, und nachdem ich den Schuss gehört hatte, hörte ich auch, wie ein anderer Mann schrie. Ich habe nicht verstanden, was er sagte, aber der Ton in der Stimme war so, als ob er meinte: ›Was ist passiert?‹ Der Mann, der die Waffe hielt, rief etwas zurück. Auch das habe ich nicht verstanden.

Es hörte sich an wie: ›Es ist okay, nichts ist passiert!‹ Er richtete dann die Waffe auf mich und sagte ›Money‹ in gebrochenem Englisch. Ich drehte mich um, nahm aus meiner Jeans, die neben mir lag, meine Brieftasche. Ich gab sie ihm, dann zeigte er auf Ursula und sagte wieder: ›Money.‹ Ich sagte zu ihm auf Englisch: ›Wir gehören zusammen‹ und zeigte dabei auf meinen Ehering.

Er schaute mich noch eine Sekunde lang an und ging dann fort.« Mit diesen Worten schilderte der damals sechsundzwanzigjährige Ilan Tesler bei seiner Zeugenvernehmung vor der Mordkommission München, was sich in jener Nacht zum 7. Januar 1997 auf dem weltberühmten Inka-Pfad an der in dreitausendsiebenhundert Meter Höhe gelegenen Ruine Runcuracay in Peru ereignet haben soll. Das war am 22. Januar 1997. Auf den Tag genau fünf Jahre später sprach das Schwurgericht beim Landgericht München I das Urteil: »Der Angeklagte Ilan Tesler wird wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Die Schuld des Angeklagten wiegt besonders schwer. Der Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens.«

Kundenbewertungen zu "Mordspuren" von "Mark Benecke"

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Bewertung von Robert_Franke aus Frankfurt (Oder) am 29.05.2010 ***** ausgezeichnet
Der Autor versteht es durch seine detailierte Darstellung ausgesuchter Kriminalfälle, die er teilweise selbst bearbeitet hat, beim Leser einen bleibenden, wenngleich auch schockierenden Eindruck zu hinterlassen. Das Buch besticht durch seine verständliche und klare Sprache und baut die Spannung an den richtigen Stellen auf. Der Aufbau der Fälle enspricht dem kriminaltechnischen Denken des Autors und ist daher ein warer Genuss für alle, die die schnörkellose Analyse und logische Zusammensetzung von Indizien lieben. Allerdings nimmt der Autor auch Bezug auf die psychologische Seite der Täter und versucht zu klären, warum die Täter zu dem geworden sind, was sie geworden sind.
Lohnenswert ist auch ein Besuch einer Live-Veranstaltung des Autors Dr. Mark Benecke, in der kriminalistische Tatsachen näher unter die Lupe genommen werden. Dabei kann man nicht nur hautnah den geschilderten Fall mitverfolgen, sondern auch den Autor, den "Meister der Kriminalbiologie" (und seine eventuell mitgebrachten Haustiere - Schaben aus Madagaskar) direkt kennenlernen.
Die Lektüre des Buches ist ein Fest für jeden Fan der Kriminalistik.

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