Die feinen Unterschiede - Bourdieu, Pierre

Pierre Bourdieu 

Die feinen Unterschiede

Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft

Übersetzung: Russer, Achim; Schwibs, Bernd
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Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Nachdr.
  • Ausstattung/Bilder: Nachdr. 2008. 910 S.
  • Seitenzahl: 912
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.658
  • Best.Nr. des Verlages: 28258
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 111mm x 33mm
  • Gewicht: 523g
  • ISBN-13: 9783518282588
  • ISBN-10: 3518282581
  • Best.Nr.: 03118331
»Sein Buch ist nicht nur die Beschreibung eines Phänomens, es ist das Phänomen selbst. Warum zitiert Bourdieu Platon, wenn es um Statistik, Leibniz, wenn es um den Kleinbürger, Kant, wenn es um Geburtenkontrolle, den heiligen Thomas, wenn es um die Gastronomie geht? Nicht, weil die entsprechenden Problembereiche es verlangen, Bourdieu erfüllt mit einemAugenzwinkern die Erwartungen seines Publikums und ironisiert sie zugleich. Die leitmotivartige Erinnerung an die Recherche und an die Pastiches et mélanges verrät nicht einfach, daß Bourdieu Proust mag: zwanglos stellen diese Zitate die Kontinuität her zwischen einem Romancier, der uns die endgültige Soziologie des Faubourg Saint-Germain gegeben hat und einem Soziologen, der von den Unterschieden zwischen intellektuellen rive gauche- und bürgerlichem rive droite-Geschmack so unterhaltsam zu berichten weiß, als handele es sich um einen Roman.«

.
Pierre Bourdieu (eigentlich Pierre-Félix Bourdieu; 1. August 1930 in Denguin, Pyrénées-Atlantiques; 23. Januar 2002 in Paris) war einer der bekanntesten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Er studierte Philosophie in Paris an der École Normale Supérieure und arbeitete als Lehrer. Seit 1981 hatte Bourdieu einen Lehrstuhl am Collège de France. Im Jahre 1993 wurde er mit der "Médaille d'or du Centre National de la Recherche Scientifique" (CNRS) ausgezeichnet. Pierre Bourdieus soziologische Forschungen, zumeist im Alltagsleben verwurzelt, waren vorwiegend empirisch orientiert. Er war bekannt als politisch interessierter und aktiver Intellektueller, der sich gegen die herrschende Elite und den Neoliberalismus wandte.

Inhaltsangabe

Vorwort zur deutschen Ausgabe
Einleitung 17
ERSTER TEIL:
GESELLSCHAFTLICHE KRITIK
DES GESCHMACKSURTEILS
Titel 39
- Die Wirkung des Titels 47
- Die ästhetische Einstellung 57
- Reiner und »barbarischer« Geschmack 60
- »Populäre Ästhetik« 64
- Ästhetische Distanzierung 68
- Eine anti-kantianische »Ästhetik« 81
- Ethik, Ästhetik und Ästhetizismus 85
- Neutralisierung und das Universum der Möglichkeiten 94
- Die Distanz zur Notwendigkeit 100
- Der ästhetische Sinn als Sinn für die Distinktion 104
Legitimitätsnachweis 115
- Stil und Erwerbsstil 120
- Der »Gelehrte« und der »Mann von Welt« 125
- Erfahrung und Wissen 134
- Die angestammte Welt 136
- Geerbtes und erworbenes Kapital 143
- Die zwei Märkte 150
- Faktoren und Kräfte 461
ZWEITER TEIL:
DIE ÖKONOMIE DER PRAXISFORMEN
Klassenlage und soziale Konditionierungen 174
- Variablen und Variablensysteme 176
- Die konstruierte Klasse 182
- Soziale Klasse und Laufbahnklasse 187
- Kapital und Markt 193
Die Umstellungsstrategien 210
- Einstufung, Abstufung, Umstufung 221
- Umstellungsstrategien und morphologische
Veränderungen 227
- Zeit um zu begreifen 237
- Eine geprellte Generation 241
- Der Kampf gegen die Deklassierung 248
- Die Wandlungsprozesse im Bildungssystem 255
- Die Konkurrenzkämpfe und die Verschiebung der
Struktur 261
Die Homologie der Räume 286
- Form und Substanz 288
- Drei Arten des Sich-Unterscheidens 298
- Ungezwungen oder unverfroren? 311
- Das Sichtbare und das Unsichtbare 322
Das Zusammenspiel von Güterproduktion und
Geschmacksproduktion 362
- Die Wirkung der Homologien 367
- Wahlverwandtschaften 373
DRITTER TEIL:
KLASSENGESCHMACK UND LEBENSSTIL
Aneignungsweisen von Kunst 416
Die Varianten des herrschenden Geschmacks 442
Der zeitliche Einschnitt 462
Temporelle und spirituelle Größen 497
Kennen und Anerkennen 503
Der Autodidakt und die Schule 513
Die Linie und der Hang 519
Die Varianten des kleinbürgerlichen Geschmacks 531
Das absteigende Kleinbürgertum 541
Das exekutive Kleinbürgertum 549
Das neue Kleinbürgertum 561
Von der Pflicht zur Pflicht zum Genuß 573
Der Geschmack am Notwendigen und das Konformitäts-
Prinzip 587
Herrschaftseffekte 601
Zensus und Zensur 624
Statuskompetenz und Statusinkompetenz 632
Das Recht auf Meinungsäußerung 642
Die persönliche Meinung 648
Produktionsweisen von Meinung 654
Sinnverlust und Sinnentstellung 669
Moralische und politische Ordnung 678
Klassenhabitus und politische Meinung 686
Meinungsangebot und Meinungsnachfrage 690
Der politische Raum 707
Der spezifische Laufbahneffekt 707
Politische Sprache 719
Inkorporierte soziale Strukturen 729
Begriffsloses Erkennen 734
Vom Interesse diktierte Zuschreibungen 741
Der Kampf der Klassifikationssysteme 748
Realität der Vorstellung und Vorstellung der Realität 752
Nachschrift: Elemente einer »Vulgärkritik« der »reinen«
Kritiken 756
Der Ekel vor dem »Leichten« 757
»Reflexions- Geschmack« und »Sinnen- Geschmack« 761
Das verleugnete gesellschaftliche Verhältnis 768
Parerga und Paralipomena 773
Die Lust am Lesen 779
Anhang I: Einige Überlegungen zur Methode 784
Der Fragebogen 800
Beobachtungsplan 809
Anhang II: Zusätzliche Quellen 811
Anhang III: Die statistischen Daten. Die Erhebung 821
Anhang IV. Ein Gesellschaftsspiel 842
Glossar 864

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