Alle Wege sind offen - Schwarzenbach, Annemarie

Annemarie Schwarzenbach 

Alle Wege sind offen

Die Reise nach Afghanistan 1939/1940. Ausgewählte Texte

Mit e. Essay v. Roger Perret
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Alle Wege sind offen

Im Juni 1939 fuhren Annemarie Schwarzenbach und Ella Maillart mit dem Auto nach Afghanistan - über diese abenteuerliche Fahrt präsentiert dieser Band eine Auswahl von Schwarzenbachs Artikeln: Feuilletons, Reportagen, Erzählungen und lässt die Leserinnen und Leser an der äusseren und inneren Reise der Autorin teilnehmen.

Annemarie Schwarzenbach erfährt hin und wieder das Glück des Unterwegsseins und die berauschend-bedrohliche Welt der Landschaft Asiens. Als Zeitzeugin protokolliert sie hellwach die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, während sie als Schriftstellerin die Abgründe des Ich erkundet im Spannungsfeld zwischen der oft atemberaubenden Fremde und dem Schatten des in Europa ausgebrochenen 2. Weltkriegs.
Mitunter entstehen unvergessliche (Landschafts-)Bilder im elegisch-lyrischen Stil einer Autorin und Reisenden, die "alles gesehen, alles am eigenen Leib erfahren hat".


Produktinformation

  • Verlag: Lenos
  • 2011
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 169 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 169
  • Lenos Pocket Nr.149
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 116mm x 20mm
  • Gewicht: 163g
  • ISBN-13: 9783857877490
  • ISBN-10: 3857877499
  • Best.Nr.: 32653343
"Der hochbegabten Autorin verdanken wir diese lebensvollen Aufzeichnungen aus einem längst versunkenen Orient." (FAZ)

"Der hochbegabten und frühverstorbenen Autorin verdanken wir diese lebensvollen Aufzeichnungen aus einem längst versunkenen Orient." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.04.2001

Wo Deutschland ganz fern ist
Annemarie Schwarzenbachs Flucht nach Afghanistan

"Zu Tische die liebe und schöne A. M. Schwarzenbach", heißt es im Februar 1936 im unverkennbaren Ton seiner Tagebücher. Wer andere Einträge über Tischgäste im Hause Mann kennt, weiß dieses Lob zu würdigen. Thomas Mann hatte ein Faible für die junge, knabenhafte Frau, und das nicht bloß, weil Annemarie Schwarzenbach mit Klaus und Erika befreundet war. Andere Notizen verraten, daß er auch um ihre persönlichen Probleme wußte. "Lieb und morphinistisch", heißt es einmal lapidar.

Annemarie Schwarzenbach, Tochter aus einer Züricher Industriellenfamilie, stand damals in ihren Zwanzigern. Sie war promovierte Historikerin und arbeitete als freie Autorin und Journalistin. Eines Beitrags in Klaus Manns "Sammlung" wegen konnte sie Deutschland nicht mehr betreten. Zwischen 1936 und 1938 schrieb sie intensiv an ihren Reisereportagen und geriet in einen Kreislauf von nervöser Erschöpfung und Drogenabhängigkeit. Häufig mußte sie Kliniken zu Entziehungskuren aufsuchen, allein viermal zwischen März 1938 und Februar 1939. Die Enttäuschung über die politische …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Eine Doppelperspektive prägt diese Reportagen aus Afghanistan, schreibt Roman Bucheli, der `manchmal hoffnungsfrohe, häufig aber bange Blick nach außen und in die aufgewühlten Zonen des Innenlebens`. Das Abenteuer, das als ernsthafte Erkundung gemeint war, hat als Reise zweier Schweizerinnen (mit ihr fuhr die Genferin Ella Maillart) 1939 begonnen; schon in Kabul trennen sie sich und Schwarzenbach reist alleine weiter, `eingeholt` von ihrer Drogensucht, so Bucheli. Die Berichte, von denen die meisten zu Lebzeiten der Autorin schon erschienen, erzählen wenig von den Menschen und Zuständen, denen sie am Hindukusch begegnet ist, alles wird zur `Spiegelung der eigenen Seelenlandschaft`, findet der Rezensent. Bucheli zieht eine Parallele zur Tonlage der Erzählung `Tod in Persien` bzw. `Das glückliche Tal` (eine überarbeitete Version) von Schwarzenbach. Tatsächlich, so meint er, hat sich die Autorin von ihren vergangenen Reisen und Erlebnisweisen nicht mehr freimachen können: die Reportagen sind beschwert mit der steigenden `Unruhe` einer nach `Erlösung oder Erfüllung` suchenden Schriftstellerin.

© Perlentaucher Medien GmbH
Annemarie Schwarzenbach wurde 1908 in Zürich geboren. Studium der Geschichte in Zürich und Paris. Ab 1930 enge Freundschaft mit Erika und Klaus Mann. 1931 Promotion. 1931 bis 1933 als freie Schriftstellerin zeitweise in Berlin. 1933 bis 1934 Vorderasienreise. 1935 kurze Ehe mit dem französischen Diplomaten Claude Clarac in Persien. 1936 bis 1938 (Foto-) Reportagen im Zusammenhang mit Reisen nach USA, Danzig, Moskau, Wien, Prag. 1939 Reise mit Ella Maillart nach Afghanistan. 1940 Aufenthalt in den USA. 1941 bis 1942 in Belgisch-Kongo. Die Journalistin, Schriftstellerin und Fotoreporterin starb am 15.11.1942 in Sils.

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