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Party im Blitz
Die englischen Jahre. Mit e. Nachw. v. Jeremy Adler
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: HANSER
- 2003
- Ausstattung/Bilder: 2003. 246 S. m. Fotos.
- Seitenzahl: 246
- Deutsch
- Abmessung: 21 cm
- Gewicht: 405g
- ISBN-13: 9783446203501
- ISBN-10: 3446203508
- Best.Nr.: 11797631
Produktbeschreibung zu "Party im Blitz"
Beschreibung
11.10.2003
Ende der Maskerade
In "Party im Blitz" zeigt sich Elias Canetti von
unbekannter Seite
Dies ist ein Buch, das beim zweiten Lesen immens gewinnt. Dann hat
sich das Erstaunen gelegt über den bisweilen harschen Ton, den
Elias Canetti anschlägt, über die teilweise mißratene Komposition,
über die Redundanzen. Und man beginnt, die Intensität der
Beschreibungen zu würdigen, Canettis Wagemut beim Metapherngebrauch
und vor allem sein Auge für Menschen. Alle seine Erinnerungs- und
Aphorismenbücher könnten den Titel des dritten Bands seiner
Autobiographie tragen, die vor mehr als zwanzig Jahren erschienen
ist: "Das Augenspiel". Das gilt auch für seine nun
publizierten Erinnerungen aus England.
Es war bekannt, daß Canetti sein Memoirenprojekt fortsetzen wollte:
Fünf Bücher sollten es insgesamt werden, jedes nach einem der fünf
Sinne benannt. Die 1977 mit "Die gerettete Zunge"
begonnene Trilogie hatte den Autor einem breiten Publikum bekannt
gemacht und selbst jene Leser gewonnen, denen sein Roman "Die
Blendung" zu gnadenlos und das soziologische Meisterwerk
"Masse und Macht" entweder zu voraussetzungsreich (für
die Literaturliebhaber) oder zu …
13.08.2003
Die irgendwie falsche Freundschaft
Von der Lust des Angriffs und der Last der Verachtung: Elias Canettis Nachlasswerk „Party im Blitz”
Welche Geister liebt man so sehr, dass man es nicht wagt, alles von ihnen zu lesen?
Elias Canetti
Bei Elias Canetti herrscht immer Krieg: Um die Liebe, also ums Geld geht es in der „Hochzeit”; in der „Blendung” will die Haushälterin Therese ihrem Untermieter, dem weltfremden Sinologen Peter Kien, an den Leib, an die Bibliothek, also ans Leben; in der großen Mythenerzählung „Masse und Macht” bekämpfen sich die Massen, kämpfen Mächtige und Ohnmächtige um die Oberhand, kämpft Canetti gegen Sigmund Freud; in den autobiografischen Büchern wird mit der Mutter gerungen, mit Karl Kraus, noch erbitterter mit Freud und doch auch mit dem Vater, der starb, als Canetti sieben Jahre alt war, bei der morgendlichen Lektüre der Zeitung, die Nachricht von einem neuen Krieg brachte.
Wie viele Kriege hat Canetti Zeit seines Lebens (1905 bis 1994) mitgemacht? „Es begann für mich mit dem Balkankrieg (1912) und ist achtzig Jahre später (1992) in den Balkankrieg zurückgemündet”, heißt es in den …
12.08.2003
Kurz vor seinem Tod im Jahr 1994 hatte sich Elias Canetti daran
gesetzt, seiner autobiografischen Trilogie "Fackel im
Ohr", "Die gerettete Zunge" und "Das
Augenspiel" einen vierten Band hinzuzufügen. Dieser sollte,
erläutert Cristina Nord, Canettis Zeit in England beschreiben,
wohin er 1938 emigriert war, doch das Buch blieb fragmentarisch. Es
knüpft insofern nicht an die Trilogie an, meint Nord, als die
Person des Autors außen vor bleibe. Nord sieht "Party im
Blitz" eher in der Tradition der "Hampstead
Intellectuals", da Canetti hierin vor allem ein Bild seiner
Londoner Freunde und des englischen Gesellschaftslebens zeichnet,
das er als ausgesprochen distanziert und gefühlskalt beschreibt:
von "Vertrocknungen" und einem "Leben als gesteuerte
Mumie" sei die Rede, zitiert Nord. Je mehr Canetti sich
ereifere, desto mehr relativiere er auch, bemerkt Nord. Den ersten
Satz des Buches "Ich bin in Verwirrung über England"
sieht sie deswegen bestätigt. Auch Canettis teils böswilligen
Beschreibungen seiner Freunde und insbesondere seiner Geliebten
Iris Murdoch empfindet die Rezensentin als zwiespältige
Angelegenheit, denn die böswillige Beschädigung anderer Personen
falle letztlich wie eine Peinlichkeit auf den Autor zurück, findet
Nord.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
"An Glanz der Formulierungen, an Knappheit und Konzentration
steht dieser letzte Band den vorangehenden ... nicht
nach."
Andreas Isenschmid, Neue Züricher Zeitung, 3.8.03
Rezensionen und Kritik
"An Glanz der Formulierungen, an Knappheit und Konzentration
steht dieser letzte Band den vorangehenden ... nicht
nach."
Andreas Isenschmid, Neue Züricher Zeitung, 3.8.03
Autorenporträt zu "Elias Canetti"
Elias Canetti, geb. 1905 in Rustschuk/Bulgarien geboren. 1911 zog seine Familie nach England und 1913, nach dem Tod des Vaters, nach Wien. Hier studierte Canetti bis 1929 Naturwissenschaften und promovierte in Philosophie. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahre 1994 als freier Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen bedacht. 1981 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Zu seinen herausragenden Werken zählen neben dem Roman 'Die Blendung', seine Autobiographie sowie seine gesammelten Aufzeichnungen aus den Jahren 1942 bis 1993.
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