Genozid - Barth, Boris

Boris Barth 

Genozid

Völkermord im 20. Jahrhundert. Geschichte, Theorien, Kontroversen

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Genozid

Genozid gilt als das 'Verbrechen aller Verbrechen'. Boris Barth stellt in diesem Buch kritisch dar, was unter Völkermord zu verstehen ist und was ihn von Massakern, 'ethnischen Säuberungen', Verfolgung politischer Gegner und anderen Formen staatlicher Massengewalt unterscheidet. Diese Fragen werden an konkreten historischen Fällen von Völkermord veranschaulicht: an der Ermordung der europäischen Juden im Nationalsozialismus, am Völkermord an den Armeniern und an den Vorgängen in Ruanda 1994. Auch werden Fälle untersucht, in denen Genozidverdacht besteht: der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Herero, die stalinistischen Verbrechen und das Regime der Roten Khmer. Abschließend werden Frühwarnsignale erörtert, durch die Völkermord möglicherweise bereits im Ansatz erkannt und verhindert werden kann.

Das Verbrechen aller Verbrechen

Genozid gilt als das "Verbrechen aller Verbrechen". Boris Barth stellt in diesem Buch kritisch dar, was unter Völkermord zu verstehen ist und was ihn von Massakern, "ethnischen Säuberungen", Verfolgung politischer Gegner und anderen Formen staatlicher Massengewalt unterscheidet. Diese Fragen werden an konkreten historischen Fällen von Völkermord veranschaulicht: an der Ermordung der europäischen Juden im Nationalsozialismus, am Völkermord an den Armeniern und an den Vorgängen in Ruanda 1994. Auch werden Fälle untersucht, in denen Genozidverdacht besteht: der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Herero, die stalinistischen Verbrechen und das Regime der Roten Khmer. Abschließend werden Frühwarnsignale erörtert, durch die Völkermord möglicherweise bereits im Ansatz erkannt und verhindert werden kann.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 271 S.
  • Seitenzahl: 271
  • Beck'sche Reihe Bd.1672
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 20mm
  • Gewicht: 264g
  • ISBN-13: 9783406528651
  • ISBN-10: 3406528651
  • Best.Nr.: 20746899

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Enttäuscht zeigt sich Jürgen Zimmerer von Boris Barths Einführung in die Geschichte des Genozids. Zwar zollt er dem Unternehmen des Autors Respekt, da die Genozidforschung in Deutschland bisher recht stiefmütterlich behandelt werde. Für Zimmerer spiegelt das Scheitern von Barths Arbeit aber auch die Probleme der Disziplin. So nennt er ein strukturelles Problem, dass es in Deutschland kaum Wissenschaftlicher gibt, die Genozide selbst erforscht haben. Die meisten Wissenschaftlicher schrieben aus "großer Überflughöhe", wobei Differenzierungen zu kurz kommen. Auch bei Barth sieht er dieses Problem. Außerdem hält er dem Autor vor, "zu konventionell" und "zu unreflektiert" zu argumentieren. Dass Barth eine Reihe von Massenmorden als "Fälle von Genozidverdacht" bezeichne, nimmt ihm Zimmerer übel und wirft ihm Unkenntnis der aktuellen Literatur, vor allem angelsächsischer Provenienz, vor sowie "eurozentrische Überheblichkeit". Lücken kreidet er dem Autor auch beim Thema Nationalsozialismus an. Schließlich scheint ihm Barths Sprachgebrauch oft unsensibel, etwa wenn von "Ausrottungen" und "Rassenmischungen" die Rede ist.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.05.2006

Opfer der Hasspropaganda
Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert des Völkermords
Keine Frage, es ist verdienstvoll, wenn der Konstanzer Historiker Boris Barth ein Buch über Völkermord, das „Verbrechen aller Verbrechen”, verfasst. Die Analyse der Ursachen und Mechanismen, denen Millionen Armenier, Juden und Tutsi zum Opfer fielen, ist unerlässlich, um in Zukunft bereits erste Anzeichen für einen bevorstehenden Genozid zu erkennen. Die noch junge vergleichende Genozidforschung will nämlich ein politisches Frühwarnsystem entwickeln, damit die internationale Gemeinschaft rechtzeitig eingreifen kann.
Der Völkermord in Ruanda machte deutlich, dass „so etwas” auch nach dem Holocaust mitten im CNN-Zeitalter passieren kann. 1994 massakrierten aufgestachelte Hutu-Milizen drei Monate lang nach vorbereiteten Listen Menschen mit Tutsi-Stempel im Ausweis. Brave Familienväter und Frauen metzelten ihre Nachbarn nieder. Zwar hatte die Uno nach dem Völkermord an den europäischen Juden 1948 die Genozidkonvention verabschiedet, nach der die internationale Gemeinschaft intervenieren darf, wenn die Machthaber eines Landes „eine nationale, ethnische, rassische oder …

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Boris Barth lehrt als apl. Professor für Geschichte an der Universität Konstanz.

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