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- 2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 22.05.2012





ausgezeichnet- Ausgelöst durch den Brief seiner früheren Arbeitskollegin Queenie Hennessy startet der Rentner Harold Fry auf eine unwahrscheinliche Pilgerreise quer über den britischen Kontinent. Zunächst wollte er nur einen Brief in den nächsten Briefkasten werfen, doch dann läuft er daran vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter...
Queenie ist an Krebs erkrankt und Harold hat es sich in den Kopf gesetzt, dass er mit seiner Reise und dem festen Glauben ihre Krankheit aufhalten kann. Letztendlich liegen 87 Tage und 1000 Kilometer zwischen dem Aufbruch in Südengland und der schottischen Grenze, an der Queenies Hospiz liegt.
Harold Fry bricht aus seinem alten Leben aus, dass in einen alltäglichen Trott und Gewohnheiten verfallen ist, seine Frau und er haben sich seit Jahren nichts mehr zu sagen, über der Entwicklung ihres Sohnes und seinen Hang zum Trinken und seiner Perspektivlosigkeit haben sie sich entzweit. Allein die Entwicklung, die Harolds Leben genommen hat, die tägliche Routine und die Eintönigkeit, die sich darin eingenistet hat, zwingen einen dazu, seine Reise Schritt für Schritt zu verfolgen, aus Angst, selbst eines Tages wie er zu enden oder aus Angst, etwas Wichtiges im Leben zu verpassen, falsche Entscheidungen zu treffen, Gelegenheiten ungenutzt verstreichen zu lassen.
Seine Reise beginnt gemächlich, häufig zweifelt Harold an seinem Entschluss und braucht den Zuspruch zufälliger Weggefährten, um an seinem Plan festzuhalten. Er wirft viel alten Ballast aus seinem Leben ab auf seiner Reise zu Queenie, hält aber auch an alten Gewohnheiten fest, möglicherweise, um sich selbst nicht zu verlieren, so sattelt er bis zum Schluss nicht auf Wanderschuhe um, sondern behält seine Segelschuhe, bis diese kaum noch zusammenhalten.
Die Menschen, die Harold auf seiner Reise trifft, gewinnen nicht immer die Sympathie des Lesers, trotzdem ist jeder einzelne von ihnen ein wichtiges und unverzichtbares Mosaiksteinchen auf Harolds Weg, sie spiegeln zum Teil Facetten aus seinem aktuellen Leben und seiner Vergangenheit wieder und zwingen ihn dazu vergangenes Revue passieren zu lassen und zu überdenken. Rachel Joyce stellt so viele Charaktere nur in Momentaufnahmen vor, und trotzdem berührt sie damit stärker das Herz des Lesers, als es manche Autoren mit einem ganzen Buch vermögen.
Je weiter man an Harolds Seite durch England pilgert, desto klarer wird einem, dass Harold nicht nur zu etwas hin, sondern auch vor etwas wegläuft. Im Laufe seiner Wanderschaft werden seine Frau Maureen und sein Sohn David stärker in die Geschichte involviert und es wird immer deutlicher, dass die Freundschaft zu Queenie nicht der einzige Grund ist, weshalb Harold Kilometer um Kilometer zurücklegt.
"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" enthält unheimlich viele bemerkenswerte Textstellen und kleine Lebensweisheiten, dass man ständig beim Lesen innehalten möchte, um sich Wort für Wort zu verinnerlichen. Neben dem leichtfüßigen Schreibstil hat mir bei der Umsetzung besonders die Überschriftenauswahl der Kapitel gefallen. Rachel Joyce setzt sie immer mit einem Protagonisten aus dem Buch in Verbindung.
Fazit:
"Die unwahrscheinliche Reise des Harold Fry" ist eine tiefgründige Geschichte über Liebe, Freundschaft und Vergebung: über wirklich wichtige Dinge im Leben, die man so häufig über Nebensächlichkeiten aus den Augen verliert. Obwohl die Füße auf 1000km schwer werden und manche Themen voller Schwermut sind, gelingt es Rachel Joyce die Geschichte leichtfüßig zu erzählen und nicht nur dem namensgebenden Protagonisten ein Lächeln für die schönen Dinge im Leben auf die Lippen zu zaubern.
Rachel Joyce hat mit ihrem Debütroman eine Geschichte geschaffen, die auf viele Arten berührt, sie bringt einem zum Lachen, Weinen und Nachdenken und hallt noch lange in Gedanken nach.
Bewertung vom 14.05.2012





ausgezeichnet- Jana lebt fürs Schwimmen und schwimmt, um zu leben! Neben ihrem zeitintensiven Hobby, dem sie ein Stipendium auf einem renommierten Sportinternat zu verdanken hat, hat das Leben nur wenig für sie zu bieten. Sie lebt von Woche zu Woche, immer mit den Gedanken an das nächste Schwimmtraining im Kopf. Obwohl der Trainer Herr Drexler sie hart heran nimmt und sie bei ihren Klassenkameraden auf Grund ihrer Herkunft keine Anerkennung erfährt, ist der geliebte Sport doch alles was für sie zählt.
Akzeptanz, Anerkennung und Freundschaft erfährt Jana nur bei ihrer Klassenkameradin Melanie, doch die wird eines frühen Morgens im Winter tot in der Schwimmhalle entdeckt, nachdem Jana zuvor stundenlang vergebens auf die gewartet hat, weil sie sie in Machenschaften einweihen wollte, die an dem angesehenen Sportinternat hinter verdeckter Hand laufen…
Die Geschichte von Jana beginnt mit einem großen Paukenschlag drei Wochen bevor die eigentliche Handlung in chronologischer Reihenfolge erzählt wird: mit Melanies plötzlichem Tod und dem Auffinden ihrer Leiche in der Schwimmhalle des Sportgymnasiums.
Ab diesem Zeitpunkt nimmt Jutta Wilke ihre Leser mit auf eine emotionale Reise, die trotz des hohen Spannungsniveaus gleich zu Beginn, den Bogen bis zum Ende hin nicht nur auf diesem Stand halten kann, sondern durch interessante Charaktere und glaubwürdige Figuren die Dramatik noch weiter anheizt.
Neben der laufenden Handlung mit der Ich-Erzählerin Jana, gibt es unter anderem kurze Zwischenspiele, bei denen der Leser die Gedankengänge eines männlichen Protagonisten mitverfolgen kann, der scheinbar mehr weiß als die Icherzählerin und die Leser. Diese eingeschobenen Episoden wirken sehr düster und rätselhaft.
Obwohl der Kriminalfall detailliert und sorgfältig konzipiert ist, geht die spannungsgeladene Storyline nicht zu Lasten der Charaktere. Jutta Wilkes Figuren wirken echt und lebensnah. Sie sind glaubwürdig und vielschichtig, hier gibt es nicht nur gut und böse, schwarz und weiß. Auf Grund der Hintergründe und Lebensgeschichten der Protagonisten fühlt man auch mit den vermeintlichen "Bösen" mit, oder zeigt durchaus auch mal Unverständnis für die "Guten". So will man sich willkürlich auf die Seite Janas schlagen, wenn in der kleinen Wohnung die Gefühle zwischen ihr und ihrer Mutter hochkochen, denn man weiß um Janas Schwierigkeiten in der Schule, aber bei genauerem Hinsehen entdeckt man, dass hinter dem Klammern ihrer Mutter kein Egoismus, sondern Angst vorm Verlassenwerden und Despressionen stecken. Jutta Wilke spricht neben Depression mit Erfolgsdruck und Mobbing weitere Probleme unserer Gesellschaft an.
Im Laufe der Geschichte entwickelt sich zwischen Jana und Mika, Melanies Bruder, eine aufkeimende Liebesgeschichte, diese ist jedoch sehr schön in den Rest der Handlung eingearbeitet, entwickelt sich natürlich und kommt sicherlich sehr gut beim Zielpublikum an. Zudem machen zwei verschiedengeschlechtliche Hauptfiguren in der Kinder- und Jugendliteratur ein Buch auch immer gleichermaßen bei weiblichen wie männlichen Lesern interessant. Auf Grund des hervorragend konzipierten Kriminalfalls - bei dem allerhöchstens versierte Krimileser bereits ein Licht vor dem Ende des Tunnels entdecken können! - empfehle ich das Buch aber auch einem älteren Publikum, denn Jutta Wilke hat hier eine Geschichte vorgelegt, die nach den ersten Seiten einen dermaßen hohen Suchtfaktor erzeugt, dass man sie nicht eher weglegen kann, bevor man auf der letzten Seite angelangt ist, auf der Jutta Wilke übrigens noch einen letzten Überraschungseffekt bringt!
"Wie ein Flügelschlag" ist in genau derselben Zeit inhaliert, wie ebenjener andauernd! Doch der Titel beschreibt nicht nur Jutta Wilkes Vermögen spannende Plots zu erzählen, sondern schlägt zudem sehr gekonnt eine Brücke zum Inhalt der Geschichte.
Bewertung vom 11.05.2012





ausgezeichnet- Früher war Opa Helfrich ein Puppendoktor und hat in seiner Werkstatt alte und defekte Spielzeuge und Puppen repariert und verarztet. Als Helfrich aus Altersgründen sein Geschäft aufgeben muss, bleiben eine Puppe, ein Bär und ein Blechroboter im Regal für fertige Reparaturen zurück und weil sie so traurig und verlassen wirken, nimmt Helfrich sie zu sich in sein kleines Häuschen.
'Warum die übriggebliebenen Sachen plötzlich zum Leben erwachten? Und weshalb sie begannen, Gottlieb Helfrich Opa Helfrich zu nennen? - Zweifelsohne war es ein Zauber, ein ganz besonderer Zauber. Es war der Zauber von Helfrichs großer Liebe, der die Herzen seiner Schützlinge zum Schlagen brachte.'
Puppendoktor Gottlieb Helfrich und seine Mitbewohner bekommen eines Tages seltsamen Familienzuwachs: aus dem Fluss, aus dem Opa Helfrich sonst Blechbüchsen, verrostete Wecker oder Regenschirmskelette zieht, fischt er ein zotteliges Wesen mit Eselsohren. Das Zottelding entpuppt sich als Schlampiner von der Insel Tohuwabohu, der genau dieses jetzt in den ruhigen Alltag von Opa Helfrich und seiner Spielzeugbande bringt...
"Schluri Schlampowski und die Spielzeugbande" ist ein entzückend illustriertes und witziges Kinderbuch, dass sich durch seinen angenehmen Großdruck sehr gut zum Vorlesen eignet, aber auch kleinen Leseanfängern mit seinen zahlreichen Illustrationen und kurzen Kapiteln keine Schwierigkeiten bereiten sollte. Die Illustrationen von Antje Drescher untermalen die Geschichte von Brigitte Endres vortrefflich, auf den meist seitenfüllenden Bildern gibt es für die kleinen Leser viel zu entdecken und die Protagonisten sind auf den Punkt getroffen. Antje Drescher schafft es mit wenigen Strichen den Figuren eine klare Mimik zu verleihen, die sofort erkennen lässt, wie sich die Protagonisten in der jeweiligen Szene fühlen. Einige Bilder sind wirklich zum Quietschen komisch, beispielsweise wenn der brummige Bär skeptische Seitenblicke auf Schluri abschießt oder Schluri mit einem Höllenfurz einen Feind außer Gefecht setzt und dabei den typischen Gesichtsausdruck hat, den man eben hat, wenn man "unter Druck" steht.
Kinder können aus der Geschichte von Schluri und seinen Freunden mitnehmen, dass man nicht auf Grund von Äußerlichkeiten urteilen soll und dass man in einer Gemeinschaft Rücksicht aufeinander nehmen muss, weil ein Zusammenleben in Frieden und Freundschaft sonst nicht möglich ist. Obwohl Schluri das beschauliche Leben von Opa Helfrich manchmal gehörig auf den Kopf stellt und dabei so einiges zu Bruch geht, kann man dem kleinen Schlawiner nicht lange böse sein, denn wie Kinder muss auch Schluri Schlampowski erst lernen, warum man bestimmte Sachen nicht machen darf.
Die Geschichte ist für das empfohlene Alter besonders deshalb schön zu lesen oder zuzuhören, weil das Abenteuer durch erzählende Kapitelüberschriften und sprechende Namen besonders anschaulich und greifbar wird. Unter sprechenden Namen versteht man Personen oder Orte, die durch ihre äußere Benennung charakterisiert werden. So ist Schluri nicht nur ein "Schlamper", auch die Spielzeugfreunde drücken mit ihrem Namen ein besonderes Charakteristikum ihrer Person aus: die Puppe heißt Grete Petete, der Bär Brumm Gnatzig und der Roboter Roberto Blech. Darüber hinaus spielt Brigitte Endres mit der Sprache, indem sie Wortspiele benutzt (sauber und Saubär) oder Schluri in bester Pumucklmanier reimen lässt. Gerade wegen diesen Feinheiten und Besonderheiten gibt es auch bei mehrmaligem Lesen oder Vorlesen immer wieder neue Facetten in der Geschichte zu entdecken.
"Schluri Schlampowski und die Spielzeugbande" ist eine Geschichte, die sowohl durch den Text als auch die Illustrationen sehr viel Spaß macht und am Ende Hoffnung auf weitere Abenteuer von Schluri und seinen Freunden gibt, denn Schluri hat bestimmt noch viel mehr Tohuwabohu auf Lager als er in dieser Geschichte verbreitet hat.
Bewertung vom 03.05.2012





ausgezeichnet- "Dark Canopy" ist der erste Teil einer dystopischen Dilogie (Zweiteiler) und lebt vorrangig von der Liebesgeschichte zwischen den Hauptfiguren Joy und Neél und der Gefühlswelt der Protagonisten, das interessante - aber neben der Gefühlsebene etwas blasse - dystopische Szenario der Geschichte ist beinahe nebensächlich.
Zu Beginn der Geschichte spielt Jennifer Benkau mit der Wahrnehmung des Lesers und bedient Klischees und Vorurteile, so dass die spätere Entwicklung bezüglich der Liebesgeschichte für den Leser überraschend und unerwartet kommt. Nach der anfänglichen Schilderung der Situation der Zukunft nach dem dritten Weltkrieg gliedert sich die Bevölkerung klar in die "guten" und unterdrückten Menschen und die "bösen" herrschenden Percents. Durch ihre besonders ausgeprägten Instinkte und die genetischen Veränderungen ihrer Haut, über die sie Witterung aufnehmen (diese genetisch veränderte Haut hat mich an das Jacobson-Organ bei Katzen erinnert, über das sie Gerüche schmecken können), wirken die Percents wie ein Kollektiv oder ein Tierrudel. Man erliegt dem Irrglauben, dass sie nur durch ihre Instinkte geleitet werden und keine menschlichen Gefühle wie Liebe oder Freundschaft empfinden können. Im späteren Verlauf der Geschichte wird man als Leser jedoch nicht nur einmal, sowohl von Seiten der Percents als auch von Seiten der Menschen, in der Charakterentwicklung der Protagonisten überrascht.
"Dark Canopy" ist auf jeden Fall eine Dystopie für ältere Jugendliche und (junge) Erwachsene, da die Schilderungen in dem Dilogie-Auftakt teils von Brutalität und auch Sexualität geprägt sind.
Jennifer Benkau hat einen einnehmenden und sehr emotionalen Schreibstil, der beim Lesen die verschiedensten Gefühle beim Leser hervorruft, die Geschichte ist natürlich meist traurig und brutal, aber es blitzen auch sehr schöne und manchmal humorvolle Momente durch. Die Charaktere gehen wirklich in die Tiefe und dadurch fiebert man bis zur letzten - von einem ultrafiesen Cliffhanger gekrönten - Seite mit Joy und Neél mit, auch wenn neben den beiden die Umgebung und vor allem der Rest der Welt und die damit verbundene gesellschaftliche Entwicklung nach dem dritten Weltkrieg etwas zu kurz kommt. Ich hoffe, die offenen Fragen bezüglich des sehr interessanten dystopischen Szenarios werden im Folgeband gänzlich geklärt werden, dem ich nach dem offenen Ende wirklich sehr ungeduldig entgegenfiebere.
Der Aufbau des Buches ist so wunderbar poetisch wie die unmöglich scheinende Liebesgeschichte zwischen Joy und Neél: Jennifer Benkau hat mit viel Liebe und Bedacht Kapitelüberschriften gewählt, die den Inhalt des jeweiligen Kapitels unterstreichen und zum Nachdenken anregen. Einzig die Covergestaltung gefiel mir zunächst überhaupt nicht - nach dem Lesen muss ich zwar zugeben, dass sie kaum treffender zum Inhalt hätte gewählt sein können, aber sie erinnerte mich so stark an die teilweise abschreckenden Fotocover diverser Lizenzausgaben aus den 80er-Jahren, dass ich auf Grund dessen beinahe nicht zu diesem Buch gegriffen hätte.
Fazit:
Wer nach einer Dystopie sucht, die die gesellschaftliche Entwicklung der Zukunft durch die Gefühlswelt zweier Liebenden vermittelt, sollte hier unbedingt zugreifen, denn das Schicksal von Joy und Neél, die von Natur aus eigentlich Feinde sein sollten, geht wirklich zu Herzen! Darüber lässt sich die eine oder andere ungeklärte Frage über die dystopische Welt, in der sie leben (bis zum Folgeband) verschmerzen.
Bewertung vom 24.04.2012





sehr gut- "Das Gesetz der Krieger" ist der erste Band der begleitenden Reihe "Die Welt der Clans", in der Warrior Cats Fans - und solche, die es noch werden wollen - fünfzehn Gesetze der Clans inklusive ihrer Entstehungsgeschichte näher kennenlernen.
Eine doppelseitige Übersicht, die den Kurzgeschichten vorangestellt ist, bietet einen schnellen Überblick über den Inhalt des Buches. Wer zum ersten mal mit den Warrior Cats in Kontakt kommt, findet in diesem Buch neben den Gesetzen auch eine Erklärung, worin die Clans ihren Ursprung haben, aber auch für Warrior Cats Fans der ersten Stunde ist diese kurze Einführung interessant zu lesen.
Die Katze Blattpfote, Heilerschülerin des DonnerClans, präsentiert dem Leser die Gesetze. So sind die fünfzehn Gesetze in eine Vorstellung und in ein abschließendes Wort von Blattpfote eingebettet, was eine besondere Atmosphäre schafft und den Leser stärker berührt und involviert, als wenn die Gesetze anonym und neutral aufgeführt wären und gleichzeitig verleiht dieser dramaturgische Kniff den einzelnen Episoden einen Rahmen und setzt sie in Verbindung zueinander, so dass sich die Geschichten flüssiger am Stück lesen lassen, als es normalerweise bei Kurzgeschichten der Fall ist.
Jedes Gesetz wird folgendermaßen präsentiert:
Julie Sodré hat stimmungsvolle Szenen geschaffen, die jedes Gesetz visualisieren. Anschließend wird das Gesetz aufgeführt mit einer kurzen Einführung von Blattpfote, die dem Leser sodann an Hand von einer bis drei kurzen Geschichten erläutert, wann und warum das Gesetz entstanden ist.
Die Kurzgeschichten lassen sich auch ohne Vorwissen aus den Geschehnissen der beiden ersten Staffeln der Warrior Cats lesen, allerdings entfaltet sich der Lesespaß erst mit Vorkenntnissen optimal, da in den kurzen Episoden bisweilen bekannte Charaktere auftauchen.
Wie in den fortlaufenden Geschichten der Warrior Cats, gibt Erin Hunter ihren Lesern auch hier Ratschläge mit auf den Weg, die immer passend in die Geschehnisse eingebettet sind ohne mit erhobenem Zeigefinger belehrend wirken zu wollen. Aus den Gesetzen der Clans kann man die Lehre ziehen, dass Regeln keine Schikane sein sollen, sondern zum Schutz und zum Wohl einer Gemeinschaft dienen. Trotzdem sollen Regeln nicht einfach hingenommen, sondern in jedem Fall hinterfragt werden.
Fazit:
Für Fans der Warrior Cats auf jeden Fall ein Muss und eine bereichernde Ergänzung der Reihe, die viele Hintergrundinformationen zu der Entstehung der Clan-Gesetze liefert und für interessierte Neulinge bietet dieses Buch reihenunabhängige Kurzgeschichten, die ideal sind, um in die Welt der Warrior Cats hineinzuschnuppern. Daneben punktet dieser Ableger der Reihe mit einer stimmigen Gestaltung und atmosphärischen Bildern aus der Feder Julie Sodrés. Im Anhang ist darüber hinaus eine komplette Übersicht über alle bisher erschienenen Bände abgedruckt.
Reihen-Info 1.Staffel:
In die Wildnis
Feuer und Eis
Geheimnis des Waldes
Vor dem Sturm
Gefährliche Spuren
Stunde der Finsternis
Special Adventure:
Feuersterns Mission
Reihen-Info 2. Staffel:
Mitternacht
Mondschein
Morgenröte
Sternenglanz
Dämmerung
Sonnenuntergang
Die Welt der Clans:
Das Gesetz der Krieger
Bewertung vom 09.04.2012





gut- In seinem Debüt greift Hawken auf reale Hintergründe zurück. In Juárez werden seit 1993 über 400 Frauen vermisst oder wurden vergewaltigt und tot aufgefunden. Vor diesem realen Geschehnissen erzählt Hawken aber nicht die Geschichte der betroffenen Frauen, sondern die Geschichte der Männer, denen ihre Freundinnen, Frauen oder Töchter durch diese Gräueltaten genommen wurden.
Das Geschehen spielt sich in der Boxerszene und im Drogenmilieu Mexikos ab, die durch den abgehalfterten Boxer Kelly repräsentiert werden. Kelly stammt aus den USA und verdient sich sein Geld in Mexiko durch fragwürdige Boxkämpfe und durch Drogenverkäufe für Estéban, Dealer und Bruder seiner mexikanischen Freundin Paloma. Mit den toten Frauen von Juárez wird jeder in der kleinen Stadt konfrontiert, gehört es doch zum täglichen Erscheinungsbild der Gemeinde, dass unzählige Flugblätter und Anzeigen auf Strommasten Gerechtigkeit für die vermissten Frauen fordern und nach Vergeltung schreien!
Als Paloma verschwindet, wird Kelly nicht als leidender Angehöriger involviert, der einen Verlust zu verkraften hat. Man hängt ihm als Weißen die Misshandlung und den Mord an seiner mexikanischen Freundin an, seinen wiederholten Unschuldsbeteuerungen schenkt keiner Gehör, er wird misshandelt und krankenhausreif geprügelt, denn an der eigentlichen Wahrheit ist in Wirklichkeit niemand interessiert. Auch dieser Fall scheint den Falschen und damit Unschuldigen angehängt zu werden, wie die ganzen Fälle zuvor, bis ein mexikanischer Polizist, Bekannter Kellys und in der Vergangenheit selbst Angehöriger eines der Opfer, versucht Licht in das Dunkel zu bringen.
Sam Hawkens Erstlingswerk ist in die vier Abschnitte "Bolillo" (der Gringo / der Weiße), "Sospechoso" (der Verdächtige), Padre (der Vater) und Justicia (die Gerechtigkeit) unterteilt. Obwohl einige spanische Wörter im Zusammenhang der Geschichte selbsterklärend sind, hätte ich mir an manchen Stellen - auch bei den Benennungen der vier Abschnitte - eine deutsche Übersetzung gewünscht, denn durch wechselnde Perspektiven ist die Geschichte ab und an verwirrend genug, so dass mich das unbekannte spanische Vokabular nur noch mehr aus dem Lesefluss gerissen hat. Gerade bei der Titulierung der Buchteile finde ich die Übersetzung sehr wichtig, da sie den Verlauf und die Perspektiven der Geschichte beschreibt, und im Gegensatz zu Padre oder Justicia ist es nahezu unmöglich direkt auf die Bedeutung von "Bolillo" zu kommen, da dies anscheinend ein umgangssprachlicher Ausdruck ist, auf den ich nur durch Recherche gestoßen bin.
So sehr ich Episodenromane liebe, muss ich der Geschichte von Hawken in dieser Hinsicht leider einen Minuspunkt erteilen. Durch den Wechsel der Hauptprotagonisten leidet der Erzählfluss und ich fühlte mich beim Lesen manchmal so, als hätte ich genau wie der drogenabhängige Boxer Kelly einen Filmriss erlitten und wichtige Details der Geschichte verpasst. Unter anderem ist es auch diesem Umstand zuzuschreiben, dass mir kein näherer Zugang zu den Charakteren möglich war. Schreiben kann Hawken auf jeden Fall, dass beweist er besonders in den ersten beiden Teilen des Romans, in denen er durch anschauliche und greifbare Beschreibungen richtiggehend Bilder der Umgebung vor Augen erscheinen lässt. Ich konnte den Strommast mit den Zetteln, die von den vermissten Frauen erzählen, beinahe anfassen, die Atmosphäre bei den Boxkämpfen spüren, sowie die Hitze Mexikos fühlen, nur mit seinen Charakteren gelingt ihm dieser hautnahe Zugang zu seinen Lesern nicht und damit verschenkt er notwendiges Potential, das "Die toten Frauen von Juárez" zu einem ganz großen Debüt und Pageturner hätte machen können!
Hawken beweist mit seinem Debüt, dass in ihm ein großer Erzähler steckt und er verknüpft realistische Hintergründe und fiktive Inhalte gekonnt. Leider enthält sein Erstling Perspektivwechsel mit zu kantigen Übergängen und Stolpersteine in der Dramaturgie, so dass sich leider kein durchgängiger Spannungsbogen aufbauen kann.
- 2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 05.04.2012





ausgezeichnet- Palles Papa ist Reparateur. Er repariert alles, was repariert werden muss, manchmal repariert er auch zu Hause. Eines Tages bringt er einen Kabeljau mit nach Hause, der nicht mehr richtig funktioniert. Wenn er nach links schwimmen will, schwimmt er nach rechts. Und wenn er geradeaus schwimmen will, schwimmt er rückwärts. Für Palles Papa ist es keine große Herausforderung diese Fehlfunktion zu beseitigen. Er befestigt den Kabeljau auf der Werkbank, sägt die verkehrt herum sitzenden Flossen ab, und bringt sie mit Hilfe von Klebeband an den richtigen Stellen an.
Da sowohl repariert werden als auch reparieren sehr anstrengend ist, muss Fjodor sich erstmal erholen und Palles Papa sich ausruhen. So fällt es Palle zu auf Fjodor aufzupassen, und das stellt sich als gar nicht so einfach heraus...
Wie gut, dass ich kein Norweger bin! In Norwegen gibt es die Geschichten um Kabeljau Fjodor und seinem Freund Palle zwar schon länger, aber dafür haben wir etwas bekommen, worauf die Norweger verzichten müssen: eine geniale Vertonung inklusive peppigen und schrägen Musikstücken, die richtigen Ohrfischcharakter haben und die ohnehin schon fantasievolle und ausgefallene Geschichte mit skurrilen Charakteren noch reizvoller und lustiger gestalten. Auch die eigenwilligen und fröhlich-bunten Illustrationen von Annlaug Auestad , die augenscheinlich mit einem besonders beschwingten Pinselstrich ausgeführt wurden, unterstreichen den besonderen Charme und Witz dieser ungewöhnlichen Geschichte.
Pål H. Christiansens Einfälle kann man an manchen Stellen schon als schwarzhumorig bezeichnen, so erinnerte mich die Reparaturaktion an Fjodor durchs Palles Papa direkt an Frankensteins Labor und einige Textpassagen treiben einem beim Lesen schier die Tränen in die Augen vor Lachen.
Neben der humorvollen Geschichte vermittelt Pal H. Christiansen im Auftakt der Fjodor-Reihe aber auch eine Botschaft an die Kinder in Palles Alter: manchmal ist es gar nicht so einfach, auf jemanden kleineren aufzupassen, der ab und zu nicht hören will, alles haben möchte was er sieht und dann noch Radau macht, wenn es nicht nach seinem Willen geht.
Aber auch die Eltern werden mit viel Witz und Hintersinn auf ihre Erziehungsfehler aufmerksam gemacht. Erst wird dem maulenden "Kind" nachgegeben und bald wieder drauf losgeschimpft...
Till Demtrøder liest die Geschichte locker und mit viel Pfiff und schafft es jedem Charakter eine persönliche Note zu geben. So spricht er Palles Papa mit einem Dialekt, der einem alten Seebären gut zu Gesicht stehen würde, und Fjodors ewige Heulerei mit voller Inbrunst, dass ich mich dabei schon wieder vor Lachen auf dem Boden kringeln könnte. Wobei einem der arme Kabeljau doch Leid tun sollte, dessen Onkel in der einen Woche von Halvor Hai gefressen wurde und in der nächsten von Viktor Wal, aber wer kann sich schon alle Details genau merken bei dem ganzen Kummer, die ein Fisch allein auf seiner Rückenflosse auszutragen hat!
"Fjodor flippt aus" ist eine Geschichte, an der sowohl Kinder als auch deren Eltern viel Spaß haben und bei der man sich von Zeit zu Zeit an die eigene Nase fassen muss, wenn einem mit Fjodors oder Palles Verhalten ein Spiegel vorgehalten wird. Am besten liest oder hört man die Geschichte gemeinsam und dann vielleicht nochmal und nochmal... oder den einen oder anderen Ohrfisch äääh -wurm von der CD, damit die Wartezeit nicht allzu lange wird bis Fjodors zweites Abenteuer "Fjodor im freien Fall" erscheint. Und ganz musikalische Familien können die Gutelaunemusik von Felix Janosa nicht nur mitsingen, sondern dank der im Buch enthaltenen Noten sogar nachspielen!
Die Altersempfehlung für die Geschichte liegt bei 5 Jahren, an der Musik haben aber auch schon kleinere Zuhörer großen Spaß.
- 4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 04.04.2012





sehr gut- Im Jahr 2125 hat sich Europa in eine Welt der kompletten Überwachung verwandelt. In diesem perfekt gesteuerten System - New Europe, genannt NuYu - wächst Kyria behütet in der Gesellschaftsschicht der Electi auf. Kyria wächst zwar wohlbehütet, doch wie ein Vogel in einem goldenen Käfig auf, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie wie ihr verstorbener Vater eine Gendefekte ist und nur eine sehr begrenzte Lebenserwartung hat.
Lange Zeit findet sie sich mit ihrem unausweichlichen Los ab, bis ihre Krankheit durch einen unglücklichen Unfall ausbricht und sie im Krankenhaus auf einen rebellischen jungen Mann aus den Reihen der Subcults trifft, der ihr vor Augen hält, dass das Leben zu wertvoll ist, um es hinter Mauern und unter ständiger Überwachung zu verbringen. Als Reb einen Weg findet aus NuYu zu verschwinden, geht Kyria mit und kehrt ihrer alten Weg den Rücken. Lange kann Kyria ihre neuerrungene Freiheit nicht genießen, denn sie kommt einer großen Intrige auf die Spur: die Regierung von New Europe entwickelt furchtbare Seuchen und verbreitet die Erreger außerhalb NuYus. Wer oder was steckt hinter diesem groß aufgezogenen Komplott?
Kritik:
Der erste Teil der Trilogie "Bis ans Ende der Welt" ist in die beiden Teile "Die Flucht der Rebellen" und "Der lange Weg" aufgeteilt. Zu Beginn findet man ein Dramatis Personae, das sich gerade zu Beginn der Geschichte als äußerst hilfreich erweist, da der Leser direkt in die Handlung hineingeworfen wird und ohne große Erklärungen mit dem speziellen Vokabular zurecht kommen muss. Zudem wirkt der Umgang zwischen den Electi, die man als erstes kennenlernt, steif und höfisch, so dass man einige Kapitel braucht, um mit der Geschichte und ihrem Personal warm zu werden. So richtig in Gang kommt die Handlung erst mit dem Erscheinen Rebs, dem Rebellen aus den Reihen der Subcults, der seinem Namen von Anfang an alle Ehre macht.
Bei den Electi herrschen die Frauen, die Männer verrichten die Arbeit. Die Electi bilden die herrschende Gesellschaftsschicht NuYus, die Civitas sind die normale Gesellschaftsschicht und die Subcults sind Ausgestoßene, die ohne Id - und damit ohne Überwachung leben - allerdings auch ohne Wohnsitz, und ohne Anteil am sozialen Leben. Die Hauptstadt NuYus heißt La Capitale und war früher unter dem Namen Frankfurt am Main bekannt. Schacht hat in der Struktur NuYus Gesellschaftskritik verpackt, die auch vom jüngeren Lesepublikum sehr gut nachvollzogen werden kann.
Nachdem die Geschichte ins Rollen kommt und das steife Umfeld der Electi verlässt, entwickelt sich die Story um Kyria und Reb zu einem spannenden und gewitzten Pageturner, der von der Chemie zwischen der "Prinzessin" und dem Rebellen lebt. Im Laufe der Handlung entwickelt sich zwischen den beiden Protagonisten ganz nach dem Motto "was sich liebt, das neckt sich" eine zarte Liebesgeschichte. Daneben sorgen aber auch ein stetig steigender Spannungsbogen und einige Überraschungsmomente bei der Entwicklung der Nebenfiguren dafür, dass man die Geschichte spätestens im zweiten Teil kaum noch aus der Hand legen kann.
Die Liebesgeschichte ist ebenso wie die actionreichen Parts auf das jüngere Publikum ausgelegt, so dass hier der Auftakt einer dystopischen Trilogie vorliegt, die man guten Gewissens seinen Kindern in die Hand geben kann. Nachdem sich der zunächst geradlinige Aufbau zu einer schwer durchschaubaren Intrige entwickelt, bekommt die Story aber auch für ältere Leser einen größeren Reiz.
"Bis ans Ende der Welt" punktet nicht nur mit Handlungsschauplätzen, die im Bereich der Dystopie noch unverbraucht sind und mit denen sich das jüngere Lesepublikum gut identifizieren kann, sondern vor allem mit dem bezaubernd-witzigen und ungleichen Paar Kyria und Reb, deren frecher - und später auch romantischer - Schlagabtausch auch die älteren Leser zum Schmunzeln bringt.
Das Ende gipfelt in einem Cliffhanger, der dafür sorgt, dass man die Fortsetzung der Geschichte von der Prinzessin und dem Rebellen kaum erwarten kann!
- 4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 03.04.2012





sehr gut- Mit der Idee, eine Gesellschaftsstruktur bestehend aus fünf Fraktionen aufzubauen, hat Veronica Roth ein dystopisches Szenario geschaffen, von dem man so noch nicht gelesen hat. Auch wenn es zunächst befremdlich auf einen wirkt, dass eine Gesellschaft beziehungsweise eine Gesellschaftsgruppe auf einer einzelnen Eigenschaft funktionieren soll, funktioniert diese Struktur in Beatrices Welt doch für einige Jahrzehnte. Als Leser wird man zu einem Zeitpunkt in ihre Welt katapultiert, als es unterschwellig zwischen den Fraktionen brodelt und der Typ der "Unbestimmten" ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass es Menschen gibt, die mehrere Grundprinzipien für eine gesunde und friedliche Gesellschaft in sich vereinen, und damit das aufgezwungene System aus der jüngeren Vergangenheit in Frage stellen. Durch Beatrices Wahl sich den furchtlosen Ferox anzuschließen, nimmt die Handlung eine gefährliche und auch gewalttätige Entwicklung. Ich muss ehrlich gestehen, dass Veronica Roth eine dermaßen spannende Dystopie gestrickt hat, dass ich wirklich nicht in der Lage war dieses Buch zwischendurch aus der Hand zu legen, anderseits war ich schockiert davon, wie viel Gewalt ein Buch enthält, das vom Verlag ab 14 Jahren empfohlen wird. Ich war außerdem schockiert von einer Gesellschaftsstruktur, die Gewalt nicht nur duldet, sondern sogar befürwortet, um dadurch Konkurrenz auszuschalten und sich an die Spitze einer Gruppe zu setzen, und ich war schockiert von mir selbst, welche Faszination Brutalität und Gewalt auf einen ausüben können, dass man gleichermaßen abgestoßen und doch begierig auf den weiteren Fortgang einer Geschichte weiterlesen muss. Auf Grund dieser Entwicklung war ich mir zeitweilig im Unklaren darüber, ob die Geschichte mich überzeugen kann. Glücklicherweise vertreten Beatrice und der Junge Four, von dem sie im Lager der Ferox trainiert wird, jedoch eine innere Überzeugung, die gegen einseitige Bestimmung und das alteingesessene System der fünf Fraktionen rebelliert. Wenn ich das Verhalten der Ich-Erzählerin Beatrice verurteilt hätte, hätte ich das Buch wegen der geballt auftretenden Brutalität trotz aller Spannung möglicherweise abgebrochen. Ich würde das Buch deshalb frühestens ab 16 Jahren empfehlen oder Eltern anraten das Buch anzulesen, bevor sie es an ihre Kinder weiterreichen.
Die Hauptakteure Beatrice und Four ziehen die Sympathien trotz, oder gerade wegen, ihrer Fehler und Selbstzweifel auf sich, ihre immer enger werdende Freundschaft und aufkeimende Liebe unterscheidet sich wohltuend zu anderen Büchern dieses Genres und ist frei von Klischees und Kitsch. Einige Nebencharaktere sind sehr einseitig gezeichnet, verdeutlichen damit jedoch den Irrsinn der Fraktionengesellschaft und einer eindeutigen Bestimmung nur noch mehr. Man kann sich ausmalen, dass die reine Existenz der Unbestimmten irgendwann das Ende der Fraktionen einläuten wird.
Im Gegensatz zu den plastisch gezeichneten Figuren mangelte es mir bei den Beschreibungen der Schauplätze zeitweise an Tiefe, hier haben mir stellenweise die Bilder vor Augen gefehlt.
Veronica Roth bietet im ersten Band ihrer Trilogie einen rasanten, aber auch wieder äußerst gewalttätigen Showdown, der in einem relativ offenen Ende gipfelt, so dass man der Fortsetzung "Insurgent", die im Original im Mai 2012 erscheint, ungeduldig entgegenfiebert.
Obwohl der Opener der dystopischen Trilogie aus Veronica Roths Feder ein Pageturner ohnegleichen ist, kann ich ihn dennoch nur eingeschränkt empfehlen, da er für eine als Jugendbuch deklarierte Dystopie häufig zu brutal und gewalttätig ist und man als Leser lange Zeit darüber im Unklaren bleibt, ob diese Szenen wirklich von Nöten und Mittel zum Zweck sind die Handlung in eine gewisse Richtung zu treiben, oder nur "schmückendes", aber für ein Jugendbuch wirklich verzichtbares Beiwerk.
- 4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
Bewertung vom 01.04.2012





ausgezeichnet- "Mir kocht die Blut!" ist eine Liebeserklärung an alle Querulanten dieser Welt, vorgetragen in verteilten Rollen von Roger Willemsen und Anke Engelke.
'Der Querulant ist lexikalisch ein "Mensch mit übermäßig stark ausgeprägtem Rechtsempfinden. Gegen tatsächliche oder vermeintlich öffentlich-rechtliche, politische, religiöse u.a. Ungerechtigkeiten setzt er sich starrsinnig und selbstaufopfernd ein, wobei Anlass und Verhalten in keinem vernünftigen Verhältnis stehen. Querulanten werden z.T. den Psychopathen zugerechnet. Häufig finden sich beim Querulanten eine mitunter weit zurückliegende tatsächlich erlittene Ungerechtigkeit."'
In acht Tracks verteilt auf zwei CDs widmen sich Roger Willemsen und Anke Engelke der Geschichte der Querulanz von Xerxes bis zu Michael Kohlhaas, von Klassikern bis hin zur Moderne, in kurzen Statements und längeren Episoden. Dabei wechseln sich Gespräche mit Diskussionen und Sketchen ab.
Die beiden CDs sind sehr kurzweilig zu hören und das nicht nur wegen der Kürze und Vielfalt der Beiträge über Querulanten, Krittler, Mäkler, Quengler und Stänkerer, sondern vor allem wegen der kongenialen Interpretation der beiden Sprecher Willemsen und Engelke. In einem irrwitzigen und schnellen Schlagabtausch werfen sich die beiden in einem dermaßen rasanten Tempo die Stichworte zu, so dass man beim Zuhören aus dem Staunen und Lachen kaum noch herauskommt.
Das mehrseitige Booklet der Doppel-CD enthält eine kurze Vita der beiden Sprecher, einen Überblick über die enthaltenen Tracks der beiden CDs und ein Statement zur Querulanz von Roger Willemsen. Da jeder Track Geschichten über mehrere Querulanten enthält, da die Episoden zuweilen wirklich sehr kurz sind, fällt das Wiederfinden einzelner Szenen teilweise schwer, aber da die Gesamtlänge der Lesung weniger als zwei Stunden beträgt ist dieser klitzekleine Mangel zu verschmerzen.
Die Anschaffung lohnt allein wegen des Klassikers "Das Seifenproblem": Ein Schriftwechsel, der zwischen den Mitarbeitern eines Londoner Hotels und einem seiner Gäste hin- und herging, und der von Willemsen und Engelke so genial interpretiert wird, dass man sich vor Lachen nicht mehr halten kann!
Jetzt weiß ich: Man kann sich wirklich über ALLES aufregen, aber viel mehr Spaß macht es, wenn man andere sich aufregen lässt und Roger Willemsen und Anke Engelke dabei zuhört, wie sie darüber diskutieren und debattieren.
Lieblingslisten
- Bücher mit Rezepten Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Märchen - neu interpretiert Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Sachen zum Lachen - Kinder Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Meine liebsten Kinder- und Jugendbücher Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Sachen zum Lachen - Belletristik Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
- Bilderbücher Durchschnittliche Kundenbewertungsehr gut
































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