Benutzername: La novelera
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Bewertungen

Insgesamt 47 Bewertungen
Bewertung vom 16.07.2017
Das Panama-Erbe
Aernecke, Susanne

Das Panama-Erbe


gut

Panama - ein Land, über das man nicht besonders viel liest- gehört es doch zu den unbekannteren Lateinamerikas. Umso spannender, wenn es in einem Roman vorkommt. Der Titel weckte Interesse bei mir, da ich das Land auch selbst kenne.

Die Harvard-Studentin Sina Saratoga soll einmal das größte Bankenimperium Lateinamerikas von ihrem Großvater erben. Dem steht zunächst nichts im Wege, ist sie doch eine hochintelligente und erfolgreiche junge Frau. Doch als sie von ihrem Verlobten Felipe einen Stoffesel geschenkt bekommt, werden verloren geglaubte Erinnerungen an ihre Kindheit geweckt und Sina bricht aus ihrem geordneten Leben aus, um sich auf die Suche nach ihren Wurzeln zu machen. Diese Suche wird weitreichender als gedacht. Sie stößt auf Amakuna, einen Heilpilz des Kuna-Volkes, der indigenen Bevölkerung Panamas. Plötzlich dreht sich ihr Leben um 180 Grad. Was hat ihre eigene Geschichte mit Amakuna zu tun?

Auf einer zweiten Zeitebene lernt der Leser den jungen Arzt Tamanca kennen, der zur Zeit der Konquistadoren lebt und ebenfalls mit dem Pilz in Berührung kommt. Sowohl Sina als auch Tamanca müssen den Pilz schützen, damit er nicht in die falschen Hände gerät. Dabei kommt es durch Amakuna selbst zu einer Verbindung der beiden durch die Zeit und die Geschichte scheint sich zu wiederholen.

Die Leseprobe war sehr viel versprechend und es schien eine spannende Geschichte zu werden, besonders des Schauplatzes wegen. Die Darstellung der Kuna finde ich sehr gelungen. In keinem anderen Land habe ich die indigene Bevölkerung so zurückhaltend, ja sogar abweisend gegenüber Weißen erlebt wie in Kuna-Yala - meiner Meinung nach zurecht!
Im Ansatz fand ich die Idee um Amakuna interessant. Was wäre das für eine Welt, in der alle Krankheiten geheilt werden könnten? Die Protagonisten Sina und Tamanca fand ich sympathisch, wobei mir die beiden in gewisser Weise auch fremd geblieben sind, richtig in sie hineindenken konnte ich mich nicht.
Leider empfand ich das Buch später beim Lesen dann auch als sehr langatmig und viele Teile konstruiert und vorhersehbar. Das hat mir das Lesen sehr erschwert und leider habe ich dann die Lust verloren, es zog sich.

Fazit: Ein Roman mit einem interessanten Ansatz und Schauplatz, der sich später jedoch sehr in die Länge zieht. Deshalb nur drei Sterne von mir!

Bewertung vom 20.06.2017
Demnächst in Tokio
Seewald, Katharina

Demnächst in Tokio


ausgezeichnet

"Demnächst in Tokio" von der Autorin Katharina Seewald nimmt den Leser mit in die Jahre des Naziregimes. Die 18-jährige Elisabeth wird ungefragt von ihrem extrem dominanten Vater mit dem viel älteren Ernst Wilhelm verheiratet, einerseits zum geschäftlichen Vorteil des Vaters, andererseits benötigt Ernst Wilhelm aus politischen Gründen dringend eine Frau. Für Elisabeth bricht zunächst eine Welt zusammen. Und dann erfährt sie zu allem Überfluss noch, dass ihr gemeinsamer Weg sie nach Tokio führen wird, da Ernst Wilhelm dort einen Posten im diplomatischen Dienst übernehmen soll.
Ihr Leben wird ganz plötzlich umgekrempelt und während in der Welt die Nazis und der Krieg toben, lebt Elisabeth in Tokio wie in einem schützenden Kokon. Ihre Ehe mit Ernst Wilhelm ist unspektakulär, aber nicht unangenehm, bleibt jedoch ohne körperliche Nähe. Und dann taucht da noch Alexander, ein alter Freund von Ernst Wilhelm, auf, der eine große Rolle für ihr Leben spielen wird. Doch wer ist der geheimnisvolle Mann wirklich?
Ein wunderbares Buch! Anhand des Einzelschicksals von Elisabeth erfährt der Leser sehr viel über die Politik der damaligen Zeit und das Naziregime wird aus einem ganz anderen Blickwinkel deutlich. Was in den Nachrichten zu den im Ausland lebenden Deutschen dringt, scheint längst nicht das zu sein, was wirklich passiert ist. Außerdem wird Elisabeths Weg spannend und voller Mitgefühl erzählt, man kann sich gut in sie hineinversetzen und liebt und leidet mit ihr mit.
„Demnächst in Tokio“ ist ein äußerst empfehlenswertes Buch, bei dem man viel über die Geschichte Deutschlands und die damaligen Beziehungen Japans lernt, sich aber gleichzeitig mit der persönlichen Geschichte einer jungen Frau konfrontiert sieht. Spannend – und hält so manche Überraschung für den Leser bereit.

Bewertung vom 25.03.2017
In jedem Augenblick unseres Lebens
Malmquist, Tom

In jedem Augenblick unseres Lebens


gut

Tom und Karin stehen kurz davor, Eltern ihres ersten Kindes zu werden, als Karin schwer erkrankt. Das Kind wird per Kaiserschnitt gerettet und Tom hetzt von der Intensiv-zur Neonatologie und zurück, bangend um seine beiden Liebsten. Karin überlebt die akute Leukämie nicht und Tom ist allein mit einem neugeborenen Frühchen. Im Buch berichtet er von den Geschehnissen im Krankenhaus, wie es danach für ihn mit der Kleinen zu Hause weitergeht und in Rückblenden immer wieder von seinem gemeinsamen Leben mit Karin.

Es ist eine zutiefst traurige Geschichte, die Tom Malmquist da erzählt. Da freut man sich auf den wohl schönsten Moment seines Lebens – die Geburt des ersten Kindes – und dann wird alles anders und man verliert sogar den Partner. Unbegreiflich!

Tom selbst scheint sich wie in einer andauernden Ohnmacht zu befinden. Er erledigt seine Aufgaben, kümmert sich mit Hilfe seiner und Karins Mutter um die Kleine, doch zeigt über weite Strecken im Buch seine wahren Gefühle nicht, er wirkt wie innerlich abgestorben. Erst im letzten Teil, in dem er viel über seine gemeinsame Zeit mit Karin erzählt, scheinen die Gefühle schier aus ihm herauszubrodeln.

Es ist kein Buch, das man nebenbei oder zur Entspannung abends auf der Couch lesen kann, dafür ist das Thema viel zu ernst. Beim Durchdenken hat sich mir immer wieder die Kehle zugeschnürt und es hat mich sehr traurig gemacht. Mit Tom und auch der kleinen mutterlosen Livia leidet man mit.

Besonders der Mittelteil hat sich für mich jedoch leider sehr in die Länge gezogen. Durch die ständigen Rückblicke, die für mich ungeordnet schienen, geht irgendwie der rote Faden verloren und was ich wirklich ungünstig fand, ist das Schreiben der wörtlichen Rede ohne Anführungszeichen. Oft muss man überlegen, wer jetzt hier eigentlich spricht oder ob es sich überhaupt noch um einen Redebeitrag handelt. Das erschwert das Lesen in meinen Augen enorm. Den letzten Teil wiederum fand ich wieder etwas stärker, weil man das Gefühl hat, dass in Tom plötzlich Leben kommt, man Emotionen erkennen kann. Dieser Teil ist voller Leidenschaft und Schmerz, den der Leser regelrecht fühlen kann. Spannend, wie es ein Autor schaffen kann, so etwas mit Worten zu vollbringen.

Insgesamt gesehen ein Buch über ein nervenaufreibendes Thema, das in seiner Umsetzung für mich zum Teil gut gelungen ist, aber besonders durch den Schreibstil nicht durchgehend überzeugt.

Bewertung vom 07.03.2017
Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
Pásztor, Susann

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster


ausgezeichnet

Fred Wiener, alleinerziehender Vater des 13-jährigen Phil, hat sich kürzlich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter ausbilden lassen. Nun bekommt der stets korrekte Mann seine erste Begleitung: die 60-jährige Karla, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Für Fred wird dies zu einer großen Herausforderung, die ihm so einiges abverlangt. Er ist fest entschlossen, Karla noch etwas Gutes zu tun und schießt dabei manchmal über's Ziel hinaus.
Susann Pásztor erzählt auf einfühlsame Weise von den letzten Wochen der sterbenskranken Frau und den Menschen, die sie auf diesem Weg begleiten. Außer Fred ist da noch sein Sohn, die Kellnerin Rona und Karlas Hausmitbewohner Klaffki. Alle sind bemüht, an die verschlossene Frau heranzukommen und ihr noch etwas Gutes zu tun und jeder setzt sich mit ihr auf andere Art und Weise auseinander. Karlas bevorstehender Tod ist unvermeidlich, was ihre Mitmenschen letztendlich akzeptieren müssen.
Auf wunderbare Weise gelingt es der Autorin zu zeigen, was diese Situation mit den Menschen um Karla herum macht und wie sie sich im Angesicht von deren Sterben weiterentwickeln.
Gefühlvoll und doch nicht pathetisch, zu Herzen gehend und authentisch, das ist dieses Buch. Es lässt den Leser wieder einmal den Hut vor ehrenamtlicher Tätigkeit ziehen, wobei die Begleitung von Sterbenden wohl mit am härtesten ist. Es ist eine Geschichte, die einem wirklich ans Herz geht, bei der man die Protagonisten lieben lernt und die einfach wunderschön ist, inhaltlich wie sprachlich.

Bewertung vom 04.02.2017
Esst euer Eis auf, sonst gibt's keine Pommes
Zimmermann, Katja

Esst euer Eis auf, sonst gibt's keine Pommes


ausgezeichnet

Katja Zimmermann berichtet in ihrem Buch mit seinem äußerst originellen Titel von ihrem Alltag als alleinerziehende Mutter eines Zwillingspärchens. Zu diesem Status ist sie unfreiwillig gekommen, wurde sie doch vom biologischen Vater der Kinder verlassen, als die beiden noch gar nicht da waren.
In einzelnen Episoden berichtet sie davon, wie sie es geschafft hat, diesen Job zu wuppen ohne vor die Hunde zu gehen. Der Satz "Erlaubt ist, was funktioniert, Hauptsache den Kindern/der Mutter geht es gut", der auf der Rückseite zu finden ist, blieb mir sehr im Gedächtnis und ich denke oft daran, wenn ich mich um's eigene Kind kümmere. Recht hat sie damit! Bewundernswert, was die Frau da geschafft hat!
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Die einzelnen Episoden sind mal zum Lachen, mal zum Staunen oder Schmunzeln. Die Autorin berichtet von witzigen Begebenheiten, aber auch ernsthaften Themen, mit denen sich eine Alleinerziehende konfrontiert sieht, vor allem wenn der Vater nicht vor Ort ist. Oft habe ich gedacht: "Die Arme, habe ich ein Glück, dass ich nicht in ihrer Situation bin." Und trotzdem wird an diesen Stellen nicht gejammert! Es kommt nicht das Gefühl auf, dass die Autorin Mitleid heischen will, sondern eher, dass sie anderen Mut machen und zeigen möchte, dass es irgendwie funktioniert. (Manchmal eben auch unkonventionell, siehe Titel.) Außerdem wird schnell deutlich, dass Katja Zimmermann ihre Kinder über alles liebt, aber eben auch das Leben. Und deshalb schafft sie diesen Spagat, holt sich Hilfe, wo sie sie braucht und ist nicht nur Mutter, sondern auch Frau.
Ein Buch, dass viele Wahrheiten über das Leben mit Kindern enthält, das aufmuntern kann, wenn man manchmal als Mutter fast verzweifeln will und sich einfach wunderbar lesen und dabei oft schmunzeln lässt. Hat mir sehr gut gefallen!

Bewertung vom 02.01.2017
Im Wald / Oliver von Bodenstein Bd.8
Neuhaus, Nele

Im Wald / Oliver von Bodenstein Bd.8


ausgezeichnet

Es ist der nunmehr achte Fall für das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander (vormals Kirchhoff, was sich am Ende des vorhergehenden Bandes änderte). In einem Wald im Main Taunus Kreis geht ein Wohnwagen in Flammen auf, es gibt eine Leiche. Nach und nach wird während der Ermittlung klar, dass Oliver sich inmitten einem Netz von alten Bekannten und Freunden befindet. Außerdem hat der Fall offensichtlich mit einem für ihn sehr persönlichen Ereignis zu tun, das schon viele Jahre zurückliegt. Keine Mordermittlung ging ihm so nah wie diese hier, die letzte, bevor er sein Sabbatjahr antreten wird. Nicht ganz nebenbei muss deshalb seine Nachfolge als Leiter des K11 geklärt werden.

Nele Neuhaus ist es in meinen Augen mal wieder gelungen, einen hochspannenden Krimi zu schreiben, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht. Kennt man die vorhergehenden Bücher, freut man sich neben der Mordermittlung auch auf das Wiedersehen mit den sympathischen Ermittlern und ist gespannt, was in deren Leben so nebenbei passiert.
Doch auch der Fall an sich ist wieder einmal komplex, enthält viele Handlungsstränge, wie gewohnt, und doch fällt es nicht schwer, den Überblick über die vielen Personen zu behalten. Gelangweilt ist man beim Lesen des Krimis auf gar keinen Fall, von Seite zu Seite wird es spannender und das Ende erscheint mir nicht vorhersehbar, ich fiebere jedes Mal mit und bin dann überrascht, wenn aufgelöst wird, wer der Mörder ist. Die Verbindung mit der Vergangenheit macht den Fall komplexer, weitreichender und ist in meinen Augen wieder einmal richtig gut gelungen.

Ich vergebe voll verdiente fünf Sterne und freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall!

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.01.2017
Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen / Lennart Malmkvist Bd.1
Simon, Lars

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen / Lennart Malmkvist Bd.1


sehr gut

Dieses Buch ist der Beginn einer neuen Trilogie von Lars Simon, Autor von "Elchscheiße", "Kaimankacke" und Rentierköttel" (ebenfalls wärmstens zu empfehlen, wenn man was zu lachen haben möchte!). Wieder einmal spielt die Handlung in Schweden, genauer gesagt in Göteborg. Lennart Malmkvist ist ein junger, smarter und durchaus erfolgreicher Unternehmensberater. Er ist ungebunden und führt das Leben eines unabhängigen, modernen jungen Mannes. Er ist zufrieden mit seinem Leben. Was dann passiert, passt eigentlich so gar nicht zu seiner Sorte Mensch. Aber zu welcher Sorte sollten diese Ereignisse schon passen? Der Besitzer des Geschäftes für Zaubereibedarf, der seinen Laden im gleichen Haus hat, verschwindet unter mysteriösen Umständen und hinterlässt ausgerechnet dem verdutzen Lennart seinen Laden - und den wunderlichen Mops Bölthorn, der auch noch zu sprechen anfängt. Lennarts Leben gerät völlig aus den Fugen...was soll er mit diesem Erbe nur anfangen?

Eine witzige Geschichte hat sich Lars Simon da mal wieder ausgedacht, mit interessanten sowie skurrilen und zum Teil überzogenen Charakteren, die trotzdem auf ihre eigene Art und Weise liebenswert sind. Alles, was hier passiert, scheint doch nicht recht zusammenzupassen und wirkt durch diese Zusammenstellung recht amüsant. Zuweilen fragt man sich, ob es Magie nicht doch gibt und damit auch sprechende Hunde. Es gelingt Lars Simon, den Leser über die Realität hinaus denken zu lassen und in die Welt der Magie abzutauchen.
Das Buch liest man locker nebenbei weg, es ist eine schöne (Abend)lektüre nach einem anstrengenden Tag, die einen in eine andere Welt entführt. An vielen Stellen kann man schmunzeln oder schüttelt den Kopf über witzige Einfälle, die der Geschichte ihren Pfiff verleihen.
Man darf gespannt sein auf Teil zwei, den man unbedingt lesen muss, wenn man wissen will, wie die Geschichte weiter geht. Band 1 allein zu lesen reicht nicht, da das Ende offen bleibt. Das wird aus der Buchbeschreibung leider nicht deutlich, deshalb ein Stern Abzug.

Bewertung vom 27.09.2016
Nach einer wahren Geschichte
Vigan, Delphine de

Nach einer wahren Geschichte


gut

Eine Geschichte über den Diebstahl der eigenen Identität - sprachlich schön, aber zum Teil recht langatmig.

Die Autorin Delphine de Vigan hat vor Kurzem ihren neuesten Roman veröffentlicht und wird von ihren Lesern gefeiert. Auf einer Party, bei der sie spontan Gast ist, lernt sie die geheimnisvolle Ghostwriterin L. kennen. In kürzester Zeit bekommt L. einen der wichtigsten Plätze in Delphines Leben. Besonders, als es bei Delphine zu einer Schreibblockade kommt, die ihr ganzes Leben beeinflusst, nicht nur ihr schriftstellerisches Wirken, eilt ihr L. zu Hilfe und drängt sie andererseits immer wieder, die Realität als Vorlage für ihr nächstes Werk zu nutzen, wovon Delphine eigentlich abkommen wollte. L. kümmert sich immer mehr um Delphines Belange, schreibt e-mails in ihrem Namen, etc. Dabei stellt sie es so geschickt an, dass keine von Delphines Bezugspersonen wie ihr Freund Francois oder ihre Kinder sie jemals zu Gesicht bekommt. Langsam aber sicher raubt sie ihr die Identität. Als Delphine es merkt, ist es fast schon zu spät...

An und für sich klingt die Geschichte spannend, zieht sich dann aber in der Umsetzung zum Teil wie Kaugummi. Alles dreht sich immer wieder um das gleiche Thema - Fiktion oder Wahrheit, was sich dann auf der Metaebene in der Beziehung der beiden widerspiegelt, denn der Leser weiß am Ende nicht genau, ob er da von Realität oder Fiktion gelesen hat...
Leider passiert aber gerade im Mittelteil sehr, sehr wenig, es gibt keinen roten Faden, keine Leitlinie, nur einzelne Stückchen die zusammengesetzt scheinen und sich immer wieder um sich selbst drehen. Etwas besser wird es im letzten Teil, als endlich etwas passiert und zumindest eine gewissen Spannung aufkommt.
Sprachlich ist das Buch nett zu lesen, allerdings war es mir an vielen Stellen einfach zu ereignisarm, deshalb "nur" 3 Sterne.

Bewertung vom 27.09.2016
Noah will nach Hause
Guskin, Sharon

Noah will nach Hause


sehr gut

Janie zieht ihren Sohn Noah, vier Jahre alt, alleine groß. Entstanden ist er aus einem Urlaubsflirt am Strand. Noah ist ein außergewöhnliches Kind. Er hat Anfälle in der Nacht und sagt ständig, dass er zu seiner Mama möchte. Außerdem weiß er Dinge, die ein Vierjähriger unmöglich wissen kann. Hinzu kommt eine enorme Phobie vor Wasser. Was hat das alles zu bedeuten? Janie weiß sich bald nicht mehr zu helfen und stößt bei einer ihrer Recherchen auf Studien über Kinder, in denen Seelen Verstorbener wiedergeboren werden. Gemeinsam mit einem Wisenschaftler verfolgen Sie Noahs Spuren.

Die Autorin greift ein spannendes Thema auf und verpackt es in eine schön zu lesende Geschichte. Der Roman lässt sich flüssig lesen und spricht zunächst mit seinem schön gestalteten, durchbrochenen Cover an. Noah ist in meinen Augen für sein Alter ganz schön weit, was vielleicht mit seiner Geschichte zu tun haben mag, man merkt eben ganz deutlich, dass er kein "normales" Kind ist, seine Ausdrucksweise ist doch ziemlich hoch gestochen.
Spannend sind die Fälle von Kindern hauptsächlich aus dem asiatischen Raum, die mit eingeflochten werden. Insgesamt ein interessantes Thema, erzählt an einer kleinen Familie, die es so geben könnte. Und man fragt sich, ob es solche Fälle wirklich gibt/gegeben hat.

Bewertung vom 10.09.2016
Die Wahrheit
Raabe, Melanie

Die Wahrheit


ausgezeichnet

Nach dem hochgelobten und äußert erfolgreichen ersten Buch "Die Falle" der Autorin folgt nun mit "Die Wahrheit" das zweite aufregende Werk der gebürtigen Jenaerin Melanie Raabe.

Es ist ein Alptraum. Sarahs Mann Philipp, wohlhabender Geschäftsmann, verschwand vor sieben Jahren spurlos auf einer dienstlichen Südamerikareise. Seitdem hat sie nie wieder etwas von ihm gehört, weigert sich aber entschlossen, ihren Ehemann für tot erklären zu lassen. Sie zieht ihren Sohn, der bei Philipps Abreise gerade mal ein Jahr alt war, alleine groß und versucht, ins Leben zurückzufinden.
Sarah ist wie elektrisiert, als sie ein Anruf des Auswärtigen Amtes erreicht...Philipp wurde gefunden und kommt nach Hause. Doch nach der Euphorie der Schock - es ist nicht Philipp, der aus dem Flugzeug steigt! Wer ist der Mann, der alles über sie zu wissen scheint und wie ein Fremder in ihr Leben dringt? Es folgen Stunden und Tage der Angst und Ohnmacht für Sarah...

Genau diese Gefühle beim Leser zu wecken, gelingt der Autorin ganz fantastisch! Ein packendes Buch, das man am liebsten nicht mehr aus der Hand legen will! Man gruselt sich einerseits vor dem Unbekannten und ist doch gespannt, wie es weitergeht und wie die ganze Sache aufgelöst wird, sprich, wer der Mann ist, wo Philipp ist, ob er überhaupt noch lebt und was das Ganze eigentlich zu bedeuten hat. Sarah kann einem schrecklich leid tun, doch sie kämpft immer weiter, wird als äußerst starke Frau dargestellt, die weiß, was sie will und für ihre Rechte einsteht. Genial gezeichnet, wie diese Figur am Rande des Wahnsinns steht und sogar um ihr Leben fürchten muss, sich aber trotzdem nicht unterkirgen lässt. Der Leser darf auf die Auflösung gespannt sein.
5 Sterne für packende Spannung pur!