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"So bezaubernd war Insektenkunde noch nie." Nature
Die Insekten verschwinden. Dabei hängt der Fortbestand des Planeten von ihnen ab. Sie bestäuben nicht nur unsere Pflanzen und sorgen für fruchtbare Böden - mit ihrer Hilfe wird auch Krebs und Welthunger der Kampf angesagt. Mit seinem fulminanten Ritt durch den Kosmos der Insekten hat der Wissenschaftsjournalist David MacNeal den Sechsbeinern ein faszinierendes Denkmal gesetzt.…mehr

Produktbeschreibung
"So bezaubernd war Insektenkunde noch nie." Nature

Die Insekten verschwinden. Dabei hängt der Fortbestand des Planeten von ihnen ab. Sie bestäuben nicht nur unsere Pflanzen und sorgen für fruchtbare Böden - mit ihrer Hilfe wird auch Krebs und Welthunger der Kampf angesagt. Mit seinem fulminanten Ritt durch den Kosmos der Insekten hat der Wissenschaftsjournalist David MacNeal den Sechsbeinern ein faszinierendes Denkmal gesetzt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Aufbau-Verlag
  • Originaltitel: Bugged. The Insects Who Rule the World and the People Obsessed With Them
  • Artikelnr. des Verlages: 641/13738
  • Seitenzahl: 363
  • Erscheinungstermin: 20. Mai 2020
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 142mm x 35mm
  • Gewicht: 564g
  • ISBN-13: 9783351037383
  • ISBN-10: 3351037384
  • Artikelnr.: 58268093
Autorenporträt
MacNeal, David
David MacNeal ist Wissenschaftsjournalist. Seine Artikel erscheinen u.a. in Wired, Arts Technica und VICE. Er lebt in Denver.

Frings, Matthias
Matthias Frings, 1953 in Aachen geboren, war Journalist und Fernsehmoderator und lebt als Schriftsteller in Berlin. Er studierte Anglistik, Germanistik und Linguistik. In den 80er Jahren veröffentlichte er mehrere erfolgreiche Sachbücher, darunter "Liebesdinge. Bemerkungen zur Sexualität des Mannes." Ab 1986 arbeitete er als Radiomoderator beim SFB. Von 1993 an war er Redaktionsleiter und Fernsehproduzent. Bekannt wurde er als Moderator der Sendung "Liebe Sünde".
Rezensionen
"Flott geschriebene Reise zu den 'wahren Herrschern'." Peter Pisa Kurier (A) 20200615

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Dieses Buch bedient die aktuelle Neugier auf Insekten sehr gut, verspricht Rezensent Jürgen Tautz. Ihm zufolge nähert sich der Autor dem großen Feld über eine Auswahl von zehn interessanten Themen, darunter die Einsatzmöglichkeiten von Insekten in der Kriminologie, das vielfältige Sexleben der Sechsbeiner und die Welt der Ameisen. Zwar fand der Kritiker das Buch gut recherchiert, ab und an hat er aber doch gemerkt, dass David McNeal nicht vom Fach ist. Als unterhaltsame, nicht allzu tiefschürfende Information über Insekten kann er es aber sehr wohl empfehlen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 22.08.2020

Sechsbeinige Helfer im Mordfall

Sie stellen mehr als die Hälfte aller Tierarten: David MacNeal erzählt von Insekten und ihrer Bedeutung für den Menschen.

Populäre Bücher über die unterschiedlichsten Tiergruppen erleben seit Jahren große Erfolge. Wenn man diejenigen Organismen identifizieren sollte, denen das meiste Interesse entgegengebracht wird, sind es die Insekten. Nun ist ein weiteres Buch über sie erschienen, geschrieben von dem amerikanischen Wissenschaftsjournalisten David MacNeal.

Der Titel der Originalausgabe von 2017 ist zu Recht weiter gefasst: "Bugged. The Insects Who Rule the World and the People Obsessed With Them". Es geht um Insekten und insbesondere um deren vielfältige Einflüsse auf uns Menschen; und es geht um Menschen, die sich enthusiastisch mit Insekten befassen und befasst haben.

Um ein Buch über die artenreichste Tiergruppe unserer Erde auf weniger als vierhundert Seiten zu begrenzen, muss dem Zwang zur Auswahl nachgegeben werden. In zehn Kapiteln, die dem Autor im thematischen Zusammenhang als besonders "sexy" erschienen sind, kommen unter anderem diese Aspekte zur Sprache: das Bienensterben (darf nicht fehlen), Wanzen und Flöhe (sind auf dem Vormarsch), das Sexleben der Insekten (ist so vielfältig wie die Tiergruppe selbst), Insekten als Rohstofflieferanten für medizinische Zwecke und als Nahrungsmittel (lässt für die Zukunft Großes erwarten), Insekten als Helfer bei der Aufklärung von Verbrechen (ein neues Fachgebiet innerhalb der Insektenkunde) oder die Welt der Ameisen (ist nicht weniger faszinierend als das Leben der Honigbienen).

MacNeal hat gründlich recherchiert, wenn ihm auch hin und wieder Irrtümer unterlaufen, welche bei jemandem, der kein Insektenkundler ist, erwartbar sind. So wird wohl eher nur dem Fachmann und gebildeten Laien auffallen, an welchen Stellen auch Nichtinsekten als Mitglieder dieser Gruppe durchgehen.

Der Leser erfährt, wie wichtig Insekten für die Aufklärung von Verbrechen sein können, und wird dabei in die "Unterwelt" der Insektenkunde entführt, konkret: auf ein mehrere Hektar großes Gelände in Texas, auf dem eingezäunt und gut bewacht die Insektenlebewelt auf dort abgelegten oder vergrabenen menschlichen Leichen erforscht wird. Die zeitliche Abfolge der aufgefundenen Insekten hilft dabei, den Todeszeitpunkt von Mordopfern recht genau zu bestimmen, auch wenn andere Methoden versagen.

Es wird nicht jedermanns Sache sein, sich im Detail darüber aufklären zu lassen, welche Insekten man auf welche Art und Weise für den menschlichen Speiseplan zubereitet und welche Empfindungen Käfer im Munde auslösen können. Es ist aber auch von Angenehmerem zu lesen. So bei der Vorstellung des Seidenspinners, dessen Raupen den Kokon für ihre Verpuppung aus einem nahezu einen Kilometer langen Seidenfaden aufwickeln.

MacNeal breitet um die Fakten über die vorgestellten Insekten ausgiebig Geschichten und Geschichte aus. Festgemacht an bedeutenden historischen Ereignissen, wie etwa verlorenen Kriegen unter Alexander dem Großen oder Napoleon, bei denen durch Insekten übertragene Krankheitserreger entscheidende Wirkung entfalteten.

Bemerkenswert ist ein durchgehend flapsig-ironischer Unterton, der nach der Lektüre den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt. So werden Zitate aus den Werken des bedeutenden Ameisenkundlers und Begründers der Soziobiologie, Edward O. Wilson, jeweils eingeführt mit "aus dem Evangelium E.O.", und man bleibt ratlos, ob so besonderer Respekt ausgedrückt werden soll - oder gerade nicht. Der Stil wirkt an vielen Stellen mehr um Unterhaltung bemüht, als es nötig gewesen wäre. Denn schreibt man über Insekten, hat man es ohnehin leicht, die Leser zu interessieren, schließlich gibt es viel Überraschendes von ihnen zu berichten.

Insgesamt ist das Buch informativ. Es lässt an keiner Stelle den Verdacht aufkommen, es würde sich allzu ernsthaft in die Insektenkunde vertiefen, und ist wohl gerade deshalb für eine Leserschaft geeignet, die auch einmal über andere Insekten als die Bienen Interessantes erfahren möchte.

JÜRGEN TAUTZ

David MacNeal: "Planet der Insekten". Zu Besuch bei den wahren Herrschern der Erde.

Aus dem Englischen von Matthias Frings. Aufbau Verlag, Berlin 2020. 363 S., geb., 24,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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