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Niemand hat das deutschsprachige Theater der vergangenen sechzig Jahre so intensiv begleitet wie Karlheinz Braun. Von der Frankfurter "neuen bühne" mit ihren Uraufführungen von Günter Grass bis Nelly Sachs ging er 1959 in den Suhrkamp Verlag, wo er den Theaterverlag aufbaute: von Max Frisch, Peter Weiss und Martin Walser bis zu Martin Sperr und Peter Handke. Braun gehörte zu dem legendären Lektorat, das 1968 den Suhrkamp Verlag nach dem "Aufstand der Lektoren" verließ und den Verlag der Autoren gründete, der in den nächsten Jahrzehnten zur wichtigsten Adresse deutscher Theater- & Filmautoren…mehr

Produktbeschreibung
Niemand hat das deutschsprachige Theater der vergangenen sechzig Jahre so intensiv begleitet wie Karlheinz Braun. Von der Frankfurter "neuen bühne" mit ihren Uraufführungen von Günter Grass bis Nelly Sachs ging er 1959 in den Suhrkamp Verlag, wo er den Theaterverlag aufbaute: von Max Frisch, Peter Weiss und Martin Walser bis zu Martin Sperr und Peter Handke. Braun gehörte zu dem legendären Lektorat, das 1968 den Suhrkamp Verlag nach dem "Aufstand der Lektoren" verließ und den Verlag der Autoren gründete, der in den nächsten Jahrzehnten zur wichtigsten Adresse deutscher Theater- & Filmautoren werden sollte. "Herzstücke" erzählt diese Geschichte und damit die von über hundert Autoren wie Botho Strauß, Dea Loher, Heiner Müller, Rainer Werner Fassbinder, Thea Dorn, Wim Wenders & F. K. Waechter. Der Blick zurück eines leidenschaftlichen Theatermenschen auf ein Leben mit Autoren, ihre Erfolge und Niederlagen, und damit auch eine große Kulturgeschichte des deutschen Theaters und Films aus erster Hand.
  • Produktdetails
  • Verlag: Schöffling
  • Seitenzahl: 675
  • Erscheinungstermin: 5. Februar 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 246mm x 169mm x 47mm
  • Gewicht: 1151g
  • ISBN-13: 9783895612541
  • ISBN-10: 3895612545
  • Artikelnr.: 54579125
Autorenporträt
Braun, Karlheinz
Karlheinz Braun, geboren 1932 in Frankfurt am Main, studierte Philologie und Philosophie an der Goethe-Universität mit einer Promotion über Romantheorie. Vom Studententheater 1959 zum Leiter des Suhrkamp Theaterverlags, 1969 Mitgründer und über drei Jahrzehnte einer der beiden 'Delegierten' des Verlags der Autoren mit einem Intermezzo im Direktorium des Schauspiel Frankfurt.
Rezensionen
Besprechung von 08.02.2019
Immer Avantgardist
Karlheinz Brauns "Herzstücke"

Seine Leidenschaft für das Theater hat er sich stets erhalten. Obwohl Frankfurt nach dem großen Aufbruch der sechziger Jahre und den vielen Experimenten der siebziger begann, mit der Moderne zu fremdeln, an deren Entstehung die Stadt doch so großen Anteil hatte, verlor er nie den Glauben daran, dass sich die dramatische Kunst hier weiterentwickeln wird. Und ihre subversive Kraft entfaltet. Wenn es sein musste, auch an den Städtischen Bühnen, denen er doch einst attestiert hatte, in Konventionen befangen zu sein, während es die Studententheater seien, die ästhetisch und inhaltlich nach neuen Wegen suchten. Oder von den Neuerern gekaperte Institutionen wie das Theater am Turm, wo sich schon vor 1968 die Avantgarde tummelte.

Claus Peymann inszenierte dort 1966 Peter Handkes "Publikumsbeschimpfung", womit auf der Bühne ankündigt wurde, was sich zwei Jahre später auf der Straße Bahn brach: Protest gegen eine verkrustete Gesellschaft, eine erstarrte Kultur. Karlheinz Braun war dabei, mit Peter Iden hatte er das Theaterfestival "experimenta" gegründet, dessen erste Ausgabe mit dem Handke-Sprechstück für einen veritablen Skandal sorgte. Die Theater verstanden sich als Orte der Kritik und wollten das politische Bewusstsein schärfen: Das Schweigen über den Nationalsozialismus wurde zuerst auf den Bühnen gebrochen.

Soeben sind bei Schöffling die 672 Seiten umfassenden "Herzstücke" erschienen, die Erinnerungen oder eine Autobiographie zu nennen dem Werk nicht gerecht würde. Es handelt sich vielmehr um ein großes Kulturgemälde der alten Bundesrepublik mit Schwerpunkt Frankfurt, wo Braun die jüngere Kulturgeschichte nicht nur aufmerksam verfolgt, sondern als einer ihrer wesentlichen Akteure entscheidend mitgeprägt hat. Der Band enthält zahlreiche persönliche Geschichten und Anekdoten, erzählt von Begegnungen mit mehr als 100 Autoren, verliert dabei aber nie das große gesellschaftliche Ganze aus dem Blick.

Braun, 1932 in Frankfurt geboren, war 1959 zum Suhrkamp-Verlag gekommen, wo er die Theatersparte aufbaute. Nach dem legendären Aufstand der Lektoren gegen den übermächtigen Verleger Siegfried Unseld gründete Braun 1969 den Verlag der Autoren, den alsbald fast alle namhaften deutschsprachigen Theater- und Filmautoren zu ihrer geistig-emotionalen Heimat erkoren. Das Mitbestimmungsmodell war maßgeblich für das Selbstverständnis des Hauses, und im Unterschied zu den Theatern, wo es scheiterte, funktioniert es beim Verlag der Autoren im Prinzip bis heute.

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