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Johannes Schönbach, Geistesmensch und Bonsai-Casanova, trinkt sich durch eine von Alkoholikern, Spaßvögeln und Bonzen bevölkerte Kloake namens DDR. Er versucht zu vergessen, daß die Ostberliner Spitzenschönheit Katja Kommerell anscheinend nur mit SED-Mitgliedern - jedenfalls nicht mit ihm - ins Bett steigt. Als man den Philologie-Studenten wegen unliebsamer Äußerungen zu einer Hilfsarbeiterexistenz in einem Schnapslager verdammt, schwindet ihm der Daseinssinn vollends. Nach dem Novemberwunder 1989 betritt Schönbach ein von Selbstdarstellern, Gesinnungshuren und Endverbrauchern bevölkertes…mehr

Produktbeschreibung
Johannes Schönbach, Geistesmensch und Bonsai-Casanova, trinkt sich durch eine von Alkoholikern, Spaßvögeln und Bonzen bevölkerte Kloake namens DDR. Er versucht zu vergessen, daß die Ostberliner Spitzenschönheit Katja Kommerell anscheinend nur mit SED-Mitgliedern - jedenfalls nicht mit ihm - ins Bett steigt. Als man den Philologie-Studenten wegen unliebsamer Äußerungen zu einer Hilfsarbeiterexistenz in einem Schnapslager verdammt, schwindet ihm der Daseinssinn vollends. Nach dem Novemberwunder 1989 betritt Schönbach ein von Selbstdarstellern, Gesinnungshuren und Endverbrauchern bevölkertes Casino namens Bundesrepublik, vertauscht seine Ost-Berliner Klause mit einem Münchner Penthouse und bringt es auf skurrile Weise zu einem Vermögen. Doch damit enden die Wunder im Leben des notorischen Katja-Kommerell-Wiederfinders noch lange nicht ...
  • Produktdetails
  • Verlag: Manuscriptum
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 542
  • Erscheinungstermin: 25. November 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 120mm x 38mm
  • Gewicht: 495g
  • ISBN-13: 9783944872261
  • ISBN-10: 3944872266
  • Artikelnr.: 44078406
Autorenporträt
Klonovsky, Michael
Michael Klonovsky, Jahrgang 1962, Romanautor, Essayist und Journalist, lebt in München. Er wuchs in Ost-Berlin auf und brachte die DDR mit diversen Hilfsarbeiterjobs hinter sich, etwa als Gabelstaplerfahrer in einem Schnapslager oder Korrekturleser in einer Blockparteizeitung. Er behauptete aber schon Anfang 1985 auf einer Party, in Wirklichkeit Schriftsteller zu sein. Seit 1992 arbeitet er in verschiedenen Funktionen beim Magazin Focus. Er ist verheiratet mit der israelischen Pianistin Elena Gurevich. Jüngste Buchveröffentlichung: Bitte nach Ihnen. Reaktionäres vom Tage. Acta diurna 2012-2014, Waltrop und Leipzig 2015.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensentin Silja Ukena kann sich für Michael Klonovskys "Ost-Klamotte" überhaupt nicht begeistern. Ihrer Meinung nach hat der Autor viel Potential verschenkt, denn mit seinem "großen Detailwissens" über die Zustände in der DDR kurz vor ihrem Niedergang hätte Klonovsky eine "schöne Chronik über Alltag und Zumutungen" in dem maroden Staat schreiben können. Statt dessen habe er seinem "Drang zum Slapstick" freien Lauf gelassen. So erspart der Autor seinem Helden keinen Faux-Pas und keine "obligatorischen Peinlichkeit" bei seinen Anpassungsversuchen an den Kapitalismus. Kein bisschen witzig findet das Ukena. 

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 10.06.2006
Noch so eine Art Zonen-Gabi
Wege einer Schnapsleiche zwischen Eierlikör und Nordhäuser Doppelkorn: Michael Klonovskys „Land der Wunder”
Michael Klonovskys „Land der Wunder” ist eine Ost-Klamotte. Es erzählt die Geschichte des 1962 in Berlin (Ost) geborenen Johannes Schönbach und seiner mit dem Mauerfall einsetzenden Verwestlichung. Marode Zustände und absurder politischer Fanatismus prägen die erste Hälfte dieses Heldenlebens, das Kapitel Irrungen und Wirrungen steht für die Wendezeit, gefolgt von den Lockgesängen des Kapitalismus und unverhofft erlangtem Reichtum.
Klonovskys Version beginnt ganz unten. In ein Schnapslager hat es den als „staatsfeindliches Subjekt” von der Universität exmatrikulierten Philologiestudenten Schönbach verschlagen. „Waren des täglichen Bedarfs/Zentrallager Spirituosen” nennt sich seine neue Wirkungsstätte, und da hier wie sonst auch in der offiziellen DDR-Diktion alles ganz wörtlich zu nehmen ist, herrscht unter den Angestellten enormer Bedarf an Eierlikör und Nordhäuser Doppelkorn. Auch Schönbach entkommt einer Karriere als Schnapsleiche nur knapp mit Hilfe einer linientreuen Ex-Angebeteten. Sein Weg führt nun aufwärts, in das Korrektorat einer großen Ostberliner Tageszeitung. Dort übersieht er auf der Titelseite Druckfehler wie „Dialecktik”, ruft dafür aber direkt im Büro des Ersten Sekretärs der SED-Bezirksleitung an, um diesen darauf hinzuweisen, dass sein Marx-Zitat eigentlich von Engels stamme. Bevor es zu weiteren Komplikationen kommen kann, fällt glücklicherweise die Mauer. Aus dem Korrektor wird ein politischer Redakteur, ein preisgekrönter irgendwann, der wundersame Aufstieg endet schließlich millionenschwer in einem Münchner Penthouse. Um Ruhm und Reichtum letztlich als fragwürdige westliche Glücksverheißungen zu entlarven, geht der Roman dann noch ein bisschen weiter, das meiste aber ist gelaufen.
Daraus hätte nun eine schöne Chronik über Alltag und Zumutungen der späten DDR werden können, vor allem des großen Detailwissens wegen, über das Michael Klonovsky verfügt. Sein Drang zum Slapstick bereitet dieser Hoffnung jedoch ein rasches Ende. Ein schlecht sitzendes Bild folgt dem nächsten („Bäuerle hielt einen Popel zwischen Daumen und Zeigefinger, in dessen Betrachtung er ungefähr so vertieft war wie Hamlet im letzten Akt in die der Totenschädel”). Natürlich muss Schönbach den Parcours der obligatorischen Peinlichkeiten absolvieren und beispielsweise beim Öffnen seiner ersten Cola-Dose scheitern. Sicher, das Ganze soll die Beschreibung eines „Narrenfestes” sein, ist aber nur so witzig wie der Kölner Karneval am Mittwochmorgen. SILJA UKENA
MICHAEL KLONOVSKY: Land der Wunder. Roman. Verlag Kein & Aber. Zürich 2005. 542 Seiten, 22,80 Euro.
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