Zeitgeschichte wird gemacht - Kolpatzik, Andrea
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"Wo waren Sie, als die Mauer fiel?" Dieser Aufruf des Internet-Zeitgeschichteportals Einestages von Spiegel Online zeigt exemplarisch, dass erstens Zeitzeugen die Geschichtsschreibung der Gegenwart dominieren und zweitens die Mediengesellschaft des 21. Jahrhunderts auf die "suggestive Kraft der Zeitzeugenschilderung" setzt. An Beispielen von FAZ, Spiegel Online und ZDF geht die vorliegende Studie dem von Zeitzeugen beherrschten Modus der Geschichtsschreibung empirisch nach. Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: - Wie konstruieren geschichtskulturelle Leitmedien im Zeitalter von Web 2.0…mehr

Produktbeschreibung
"Wo waren Sie, als die Mauer fiel?" Dieser Aufruf des Internet-Zeitgeschichteportals Einestages von Spiegel Online zeigt exemplarisch, dass erstens Zeitzeugen die Geschichtsschreibung der Gegenwart dominieren und zweitens die Mediengesellschaft des 21. Jahrhunderts auf die "suggestive Kraft der Zeitzeugenschilderung" setzt. An Beispielen von FAZ, Spiegel Online und ZDF geht die vorliegende Studie dem von Zeitzeugen beherrschten Modus der Geschichtsschreibung empirisch nach.
Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:
- Wie konstruieren geschichtskulturelle Leitmedien im Zeitalter von Web 2.0 breit anschlussfähigen Sinn?
- Welche "Geschichtsbilder" werden von geschichtskulturellen Leitmedien im Web 2.0 aus welchem Grund konstruiert?
- Wer schreibt in der Mediengesellschaft des 21. Jahrhunderts "Geschichte", wenn im Web 2.0 nun auch die Nutzer neben geschichtskulturellen Medieninstitutionen und Professionen aktiv an massenmedialen Sinnbildungsprozessen partizipieren dürfen?
Die Analyse konzentriert sich jedoch nicht nur auf Medieninhalte, sondern bietet auch Einblicke in deren medienspezifische Produktions- und Aneignungsprozesse.
  • Produktdetails
  • Wochenschau Wissenschaft
  • Verlag: Wochenschau-Verlag
  • Artikelnr. des Verlages: 40427
  • Seitenzahl: 493
  • Erscheinungstermin: 16. November 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 138mm x 26mm
  • Gewicht: 592g
  • ISBN-13: 9783734404276
  • ISBN-10: 3734404274
  • Artikelnr.: 47018292
Autorenporträt
Andrea Kolpatzik, Dr. phil., forschte, lehrte und promovierte am Institut für Didaktik der Geschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie ist als Studienrätin im Schuldienst tätig und hat in den Jahren 2015 und 2016 Lehraufträge in der Geschichtsdidaktik wahrgenommen.
Inhaltsangabe
Vorwort Einleitung: Forschungslage, Fragestellung, Fallbeispiele 1. Geschichtsdidaktik und Geschichtsdarstellungen im Web 2.0: Normative Analysezugänge und Beurteilungsmaßstäbe 2. Analysezugänge aus interdisziplinärer Perspektive: Diskussion epistemologischer Potenziale und Grenzen 2.1 Geschichtsdidaktik: Narrativität und 'Geschichte' 2.2 Kulturwissenschaft: Identität und 'Geschichte' 2.3 Geschichtswissenschaft: Mediengesellschaft und 'Geschichte' 2.4 Visual History: Visualität und 'Geschichte' 2.5 Kommunikationswissenschaft: Massenmedien und 'Geschichte' 2.6 Soziologie: 'Geschichte' als sozio-kulturelles Diskursprodukt 2.7 Synopse: Zum epistemologischen Potenzial eines interdisziplinären Analysezugangs 3. Theoretische Rahmung 3.1 Forschungskonzept Geschichtskultur: Heuristische Potenziale und Leerstellen 3.1.1 Makroebene: Geschichtskultur als soziales System - eine systemtheoretische Modellierung 3.1.2 Mesoebene: Geschichtskulturelle Sinnbildung als narrativer Konstruktionsprozess 3.1.3 Mikroebene: 'Disziplinäre Matrix' - Strukturanalytische Heuristik zur Mikroanalyse von Interessen, Perspektiven, Darstellungen und Funktionen geschichtskultureller Konstruktion von 'Geschichte' im Web 2.0 4. Methodendesign 4.1 Framing als integratives und mehrdimensionales Untersuchungskonzept 4.1.1 Untersuchungsebene I: Binnenperspektive geschichtskultureller Medieninstitutionen und Professionen 4.1.2 Untersuchungsebene II: Kategoriale Struktur- und Inhaltsanalyse geschichtskultureller Online-Medienangebote 4.1.3 Untersuchungsebene III: Online-Diskursanalyse geschichtskultureller Anschlusskommunikation 4.2 Datenkorpus der Untersuchung 4.3 Methodendiskussion 5. Medienökonomischer und geschichtspolitischer Kontext: 'Freiheit' und 'Einheit' als geschichtskulturelles Programm 6. Fallbeispiel I 6.1 Anklage, Aufklärung, Aufarbeitung: NS-Vergangenheit als Streitgeschichte 6.1.1 Exkurs: Von der Fach- zur Mediendebatte - Kontroversen über NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik seit 1949 6.1.2 Frankfurter Allgemeine Zeitung: Zeitgeschichte als Streitgeschichte 2.0 - Produktionskontext einer virtuellen geschichtskulturellen Kontroverse 6.1.3 Historikerstreit und Generationenkonflikt reloaded? Status und Funktion der mitdiskutierenden Zeitgenossen 6.2 Inszenierung von Zeitgeschichte als Streitgeschichte 2.0: Geschichtskulturell imprägnierte Begriffe, Deutungen und Vergleiche 6.2.1 Geschichtskulturelle Chiffre als Diskursrahmen: Das Beispiel 'Holocaust' 6.2.2 "Alles authentisch?": Personalisierung und Fiktionalisierung des 'Holocaust' als geschichtskulturelles Diskursfeld 6.2.3 "Hitlers Opfer, Stalins Opfer": Opfer- und Vergangenheitskonkurrenzen als geschichtskulturelles Diskursfeld 6.3 Zwischenfazit: Zeitgeschichte als Streitgeschichte 2.0 - Universalisierung, Personalisierung und Moralisierung von NS-Vergangenheit 7. Fallbeispiel II 7.1 ZDF-Redaktion Zeitgeschichte: Produktionskontext von 'Unsere Geschichte' 7.1.1 Vom Fernsehen ins Internet: DDR-'Geschichte' als geschichtskulturelles Event 7.1.2 Gedenktag-Agenda-Setting: 'Friedliche Revolution' und 'Deutsche Einheit' als geschichtskulturelles Programm 7.1.3 Zwischen exklusiver Quelle und exklusivem Erlebnis: Status und Funktion von Zeitzeugenerinnerungen 7.2 Erinnern oder Vergessen? Vergegenwärtigung von DDR-Vergangenheit als Nationalgeschichte 7.2.1 "Friedliche Revolution" 1989/90: Wegmarken der "Deutschen Einheit" 7.2.2 Von der 'Friedlichen Revolution' zur 'Deutschen Einheit': Ereignisgeschichtliche Konstruktion einer nationalen Erfolgsgeschichte von 'Freiheit' und 'Einheit' 7.2.3 Erinnern oder Vergessen? Leitlinien eines Revolutions- und Diktaturnarrativ 7.3 Formen der Darstellung: "Alles Authentisch?" DDR-Geschichte als Erfahrungs- und Mediengeschichte 7.3.1 Einheit trotz Vielfalt: Vielstimmigkeit als zentrale Personalisierungsstrategie 7.3.2 Opfer, Helden und Bystander: Dichotomie als zentrale Dramatisierungsstrategie 7.3.3 Konservierun