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In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg standen alle europäischen Staaten vor der Herausforderung, ihre politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse von Grund auf neu zu ordnen. Hans-Christof Kraus beschreibt präzise und anschaulich das Ringen der Politiker jener Zeit um ein geordnetes Miteinander vor dem Hintergrund eines gerade zu Ende gegangenen Krieges, der fast neun Millionen Todesopfer gefordert hatte. Die Bände der Reihe Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert vermitteln verständlich, kompakt und anschaulich den neuesten Stand der historischen Forschung. Mit vielen Abbildungen und Literaturempfehlungen.…mehr

Produktbeschreibung
In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg standen alle europäischen Staaten vor der Herausforderung, ihre politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse von Grund auf neu zu ordnen. Hans-Christof Kraus beschreibt präzise und anschaulich das Ringen der Politiker jener Zeit um ein geordnetes Miteinander vor dem Hintergrund eines gerade zu Ende gegangenen Krieges, der fast neun Millionen Todesopfer gefordert hatte. Die Bände der Reihe Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert vermitteln verständlich, kompakt und anschaulich den neuesten Stand der historischen Forschung. Mit vielen Abbildungen und Literaturempfehlungen.
  • Produktdetails
  • Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert Bd.4
  • Verlag: Be.Bra Verlag
  • Seitenzahl: 200
  • Erscheinungstermin: 13. Mai 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 141mm x 25mm
  • Gewicht: 395g
  • ISBN-13: 9783898094047
  • ISBN-10: 3898094049
  • Artikelnr.: 25458762
Autorenporträt
Hans-Christof Kraus studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie in Göttingen. Seit August 2008 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau. Hans-Christof Kraus ist u. a. Mitglied in der Historischen Kommission zu Berlin, der Preußischen Historischen Kommission, der Vereinigung für Verfassungsgeschichte sowie der International Commission for the History of Representative and Parliamentary Institutions.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ganz glücklich scheint Gottfried Niedhart nicht zu sein mit dieser Gesamtdarstellung zur Weimarer Außenpolitik von Hans-Christof Kraus. Den Fokus auf die Defizite des Friedensschlusses von Versailles zu legen, findet der Rezensent zwar legitim. Versailles als stärkste Ursache für den Nationalsozialismus darzustellen, wie es der Autor unternimmt, findet Niedhart allerdings kaum überzeugend. Ebensowenig scheint ihm Kraus der Rolle Stresemanns gerecht zu werden, dem er eine republikanische Außenpolitik nicht zubilligt, wie Niedhart schreibt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 14.10.2013

Aufgerechnet und abgerechnet
Der Versailler Vertrag und deutsche Außenpolitik in der Zwischenkriegszeit

Der Szenenwechsel konnte radikaler nicht sein. Im Frühjahr 1918 diktierte das Deutsche Reich dem revolutionären Russland den Frieden von Brest-Litowsk und setzte zur letzten großen Offensive im Westen an, um den Krieg doch noch mit einem Siegfrieden beenden zu können. Binnen Jahresfrist war die Ernüchterung grenzenlos, als man selbst Dokumente unterschreiben musste, die als Diktat empfunden wurden und in der Tat keinen Verhandlungsfrieden mit den Westmächten darstellten. Das Augenmerk dieser neuesten Gesamtdarstellung zur Weimarer Außenpolitik liegt eher auf den nicht zu leugnenden Defiziten des Friedensschlusses als auf den Spuren von Verwüstung und Tod, die der Krieg in Frankreich oder Belgien hinterlassen hatte; eher auf dem Gefühl der "Schmach", eine "bittere Niederlage" erlitten zu haben als auf dem deutschen Machtpotential, das auch die Sozialdemokraten als Träger der Revolution und die bürgerlichen Parteien erhalten wissen wollten, das aber in Frankreich als Bedrohung wahrgenommen wurde und Clemenceau zu der jegliche Friedensperspektive verschüttenden Äußerung verleitete: "Die Stunde der Abrechnung ist da."

Was folgte, war der Versuch der deutschen Politik, "aus dem langen Schatten von Versailles herauszutreten". Unterfüttert war dies von einer weitverbreiteten "Verzweiflung", die aus dem auch von der SPD so genannten "Gewaltfrieden" resultierte. Sie "musste bei vielen, wenn auch nicht allen Deutschen" zu "Überreaktionen" führen, "endlich auch zu politischer Radikalisierung". Zweifellos hat Hitler den Kampf gegen Versailles innenpolitisch zu nutzen verstanden. Zugleich aber mit dem Zeitgenossen und Historiker Friedrich Meinecke (1862-1954) zu vermuten, Versailles sei als "die stärkste Ursache des Nationalsozialismus" anzusehen, wird doch kaum der Komplexität des Wahlerfolgs der NSDAP gerecht. In der Gesamtbewertung des Versailler Vertrags kommt Kraus einerseits zu einem nüchternen Urteil und verweist auf seinen "Kompromisscharakter". An anderer Stelle aber sieht er es als "sicher" an, dass damit "der Weg hin zum Zweiten Weltkrieg wenigstens mit ermöglicht wurde".

Welche Möglichkeiten eines nachholenden Friedens tatsächlich bestanden, kommt bei der Behandlung der Ära Stresemann zur Sprache. Vor dem Hintergrund der sich 1923/24 wandelnden Konstellation gelang es, Ansätze für eine Friedensordnung zu schaffen, die auf der Rückkehr Deutschlands auf die Bühne der internationalen Politik und auf seiner Integration in das Großmächtesystem beruhte. Die Transformation des Versailler Systems hin zu einer von Siegern und Besiegten gleichermaßen anerkannten Ordnung glich, wie sich herausstellen sollte, sowohl innen- als auch außenpolitisch einem Bohren allzu dicker Bretter. Gerade auf dem Gebiet, von dem sich Außenminister Gustav Stresemann Impulse für internationale Verflechtung versprach, auf dem Gebiet der von Kraus zwar erwähnten, aber kaum behandelten internationalen Wirtschaftsbeziehungen, zerriss mit der Weltwirtschaftskrise das zuvor unter Einschluss nicht zuletzt der Vereinigten Staaten von Amerika geknüpfte Netz der Kooperation. Zu diesem Zeitpunkt endete mit Stresemanns Tod "eine Ära der deutschen Außenpolitik". Gleichwohl will ihr Kraus - ohne es überzeugend begründen zu können - die in der Forschung gern gebrauchte Bezeichnung "republikanische Außenpolitik" nicht zubilligen. Damit wird er der Sonderstellung Stresemanns, der im Unterschied zu seinen Nachfolgern sowohl die "Verständigung mit anderen Nationen" als auch die "Konsolidierung der Republik" anstrebte, nicht gerecht.

GOTTFRIED NIEDHART

Hans-Christof Kraus: Versailles und die Folgen. Die Außenpolitik zwischen Revisionismus und Verständigung 1919-1933. be.bra verlag, Berlin 2013. 197 S., 19,90 [Euro].

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