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WAS PASSIERT WIRKLICH, WENN ETWAS GESCHIEHT?
Was ist ein Ereignis? In seinem neuen Buch erkundet der international gefeierte Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Zizek diese alte Frage, indem er Unterscheidungen trifft: Zunächst betrachtet er das Ereignis als Rahmung, als Sündenfall und als Aufklärung. Dann unterscheidet Zizek drei Ereignisse in der Philosophie: die Wahrheit, das Selbst, das Universale. Und schließlich spricht er über drei Ereignisse in der Psychoanalyse: das Reale, das Symbolische, das Imaginäre. Von Platon über den Buddhismus bis Shakespeare, Wagner, Chesterton, Hegel und…mehr

Produktbeschreibung
WAS PASSIERT WIRKLICH, WENN ETWAS GESCHIEHT?

Was ist ein Ereignis? In seinem neuen Buch erkundet der international gefeierte Philosoph und Kulturkritiker Slavoj Zizek diese alte Frage, indem er Unterscheidungen trifft: Zunächst betrachtet er das Ereignis als Rahmung, als Sündenfall und als Aufklärung. Dann unterscheidet Zizek drei Ereignisse in der Philosophie: die Wahrheit, das Selbst, das Universale. Und schließlich spricht er über drei Ereignisse in der Psychoanalyse: das Reale, das Symbolische, das Imaginäre. Von Platon über den Buddhismus bis Shakespeare, Wagner, Chesterton, Hegel und natürlich Lacan legt Zizek das Wesen des Ereignisses frei, um schließlich die zentralen Umrisse einer Antwort auf die alles entscheidende Frage zu skizzieren: Was ist ein politisches Ereignis? Ein provokanter und unterhaltsamer Trip in die Philosophie, ein echter Zizek.
  • Produktdetails
  • S. Fischer Wissenschaft Bd.29
  • Verlag: S. Fischer
  • Seitenzahl: 206
  • 2014
  • Ausstattung/Bilder: 2014. 208 S. 210 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 134mm x 23mm
  • Gewicht: 320g
  • ISBN-13: 9783100022240
  • ISBN-10: 3100022246
  • Artikelnr.: 41021769
Autorenporträt
Slavoj Zizek, geb. am 21. März 1949 in Ljubljana, Slowenien, wuchs auch dort auf. Er studierte Philosophie und Soziologie an der Universität in Ljubljana und Psychoanalyse an der Universität Paris VIII. Seit den achtziger Jahren hat er zahlreiche Gastprofessuren im Ausland inne, unter anderem an der Tulane University, New Orleans (1993), der Cardozo Law School, New York (1994), der Columbia University, New York (1995), in Princeton (1996) und an der New School for Social Research, New York (1997). Von 2000-02 leitete er eine Forschungsgruppe am kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Er war jahrelanger Herausgeber der Zeitschrift der slowenischen Lacan-Schule 'Wo Es war' und setzte sich unter anderem mit der Philosophie des Deutschen Idealismus, mit Hegel und mit Karl Marx auseinander, sowie mit zeitgenössischen Denkansätzen aus dem Bereich des Poststrukturalismus, der Medientheorie, des Feminismus und der Cultural Studies. Seine erste englischsprachige Buchveröffentlichung 'The Sublime Object of Ideology' erschien 1989. Zizek bemühte sich zunächst um eine lacanianische Lesart der Philosophie, der Populärkultur und in den letzten Jahren zunehmend der Politischen Theorie.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Für Rezensent Arno Frank ist der prominente und nicht zuletzt dank Online-Videoportalen zu Popularität gelangte Slavoj Zizek ein Philosoph geradezu antiker Prägart: Eine Person im Spannungsverhältnis zwischen Öffentlichkeit und akademischem Elfenbeinturm, doch von beiden Seiten argwöhnisch beäugt. Wendet man sich Zizek jenseits seiner Entertainerqualitäten, also seinen Schriften zu, wird die Sache allerdings schon schwieriger, räumt der Kritiker ein, der sich deshalb über diesen schmalen Band des Slowenen sehr freut: Dieser kann nämlich ohne weiteres als Einstiegshilfe ins Zizek'sche Denken zu Rate gezogen werden und bietet also "Zizek in einer Nussschale", so Frank. Dass der Philosoph die Ausgangsfrage des Titels nicht einfach stringent zu beantworten versucht, sondern als Aufhänger für zahlreiche Umwege nutzt, um eine ganze Vielfalt von Themen und Problemfeldern anzusprechen, hält Frank für eine große Stärke des Buchs, führt es ihn doch auf diese Weise tief hinein in die allgemeine philosophische Kampfarena.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 10.11.2014
Schöpfungstickets
Slavoj Žižek bringt Ereignisse auf den Begriff
Das erste Ereignis, von dem in diesem Buch erzählt wird, ist ein Mord. Zufällig beobachtet von Elspeth McGillicuddy in einem Abteil des Zugs, der an ihr vorbeifährt, als sie auf dem Weg nach London ist, zu ihrer Freundin Jane Marple, es ist der „16 Uhr 50 ab Paddington“, im gleichnamigen Roman von Agatha Christie.
  Ja, dies ist ein Buch für die Bahn, für Pendler, so hat es der Verlag angekündigt, bei dem es im Original erschienen ist, Penguin Books in London, und es ist auf die täglichen Fahrten zur und von der Arbeit hin konzipiert, bis in die Länge der einzelnen Abschnitte hinein. „Philosophy in Transit“ heißt die neue Serie, in der es im Original erschien, „Event“ heißt es da, mit einer Prägnanz, die dem eher betulichen deutschen „Was ist ein Ereignis?“ abgeht.
  Der Paddington-Mord ist „ein Ereignis in seiner reinsten Form: etwas Schockierendes, aus den Fugen Geratenes, etwas, das plötzlich zu geschehen scheint und den herkömmlichen Lauf der Dinge unterbricht; etwas, das anscheinend von nirgendwo kommt, ohne erkennbare Gründe, eine Erscheinung ohne feste Gestalt als Basis“. Weitere Ereignisse folgen in rascher Folge, geschichtliche, kosmologische, die Liebe, das Christentum als Ereignisreligion par excellence, basierend auf dem Ereignis von Tod und Auferstehung Christi.
  Die monotone Gleichförmigkeit einer Zugfahrt bricht Slavoj Žižek auf durch das sanfte Geruckel seiner Paradoxa – er nimmt die vorgestellten Denk- und Wissenschaftssysteme beim Wort und zwingt sie zu einer Konsequenz, die ihnen selbst nicht unbedingt bewusst zu sein scheinen – von Hegel und Lacan und von Chesterton hat er gelernt, wie man Kontroversen und Kehrtwendungen selbst in hermetischen Philosophien aufspürt. Vor allem die Zuverlässigkeit der Ursache-Folge-Konstellation wird in Frage gestellt. Bewegung und Handeln, Ereignis und Entscheidung, die Schaffung aus einem Nichts werden als Kreditsystem beschrieben. Man hat eine Erbschaft gemacht, hat aber kein Geld für das Flugticket (!), um sie abzuholen. Aber man kann auf das noch nicht vorhandene Vermögen borgen und das sofort wieder zurückzahlen, so funktioniert auch die Entstehung von Energie und Bewegung in der Quantenmechanik – „als ob die subatomaren Teilchen die Spielchen der Wall Street mit Termingeschäften spielen“.   
  An den Punkten, wo das Denken am objektivsten, am unmenschlichsten wird – die absolute Erleuchtung im Buddhismus, die Naturalisierung des Menschen in den Neurowissenschaften – holt Žižek das Subjekt zurück. Beide Diskurse scheitern am selben Punkt – „dass die Dimension von Subjektivität (im Sinne eines freien autonomen Handlungsvermögens) irreduzibel ist: Wir können sie nicht loswerden; sie geistert in jedem Versuch, sie zu überwinden, weiter herum.“ Immer wieder auf seiner Tour erweist Slavoj Žižek sich als Moralist. Und die Moral ist ihm ebenso paradox und potenziell wie die Liebe: „Wenn man sich verliebt, dann verändert man die Vergangenheit . . .“
FRITZ GÖTTLER
Slavoj Žižek: Was ist ein Ereignis? Aus dem Englischen von Karen Genschow. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2014. 207 Seiten, 16,99 Euro. E-Book 14,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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er nimmt die vorgestellten Denk- und Wissenschaftssysteme beim Wort und zwingt sie zu einer Konsequenz, die ihnen selbst nicht unbedingt bewusst zu sein scheinen