The American West and the Nazi East - Kakel, Carroll P.

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By employing new 'optics' and a comparative approach, this book helps us recognize the unexpected and unsettling connections between America's 'western' empire and Nazi Germany's 'eastern' empire, linking histories previously thought of as totally unrelated and leading readers towards a deep revisioning of the 'American West' and the 'Nazi East'.
The American West and the Nazi East is a unique exploration of the conceptual and historical relations between the Early American and Nazi-German national projects of territorial expansion, racial cleansing, and settler colonization in their
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Produktbeschreibung
By employing new 'optics' and a comparative approach, this book helps us recognize the unexpected and unsettling connections between America's 'western' empire and Nazi Germany's 'eastern' empire, linking histories previously thought of as totally unrelated and leading readers towards a deep revisioning of the 'American West' and the 'Nazi East'.
The American West and the Nazi East is a unique exploration of the conceptual and historical relations between the Early American and Nazi-German national projects of territorial expansion, racial cleansing, and settler colonization in their respective 'western' and 'eastern' empires, along with their associated campaigns of extreme political violence against 'native' indigenous peoples. Kakel locates the Early American national project in 'the West' as a central part of the histories of imperialism, colonialism, and genocide, and offers a unique window on to the colonial origins, content, and context of the Nazi national project in 'the East', including the Holocaust. By asking new questions of supposedly familiar historical events and periods, this book brings to light the unexpected and unsettling connections between the 'American West' and the 'Nazi East', and links histories previously thought of as totally unrelated.
  • Produktdetails
  • Verlag: Springer Palgrave Macmillan
  • 2011
  • Seitenzahl: 310
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 2011. xi, 310 S. w. 10 b&w ill., 2 maps. 216 mm
  • Englisch
  • Abmessung: 216mm x 138mm x 19mm
  • Gewicht: 412g
  • ISBN-13: 9781137352736
  • ISBN-10: 1137352736
  • Best.Nr.: 37749358
Autorenporträt
Carroll P. Kakel III
Inhaltsangabe
Maps and Illustrations Preface Introduction PART I: CONTINENTAL IMPERIALISM Empire: National Projects of 'Space' and 'Race' Racial 'Othering': 'Manufacturing Difference' PART II: SETTLER COLONIALISM Conquest and Expansion: 'Obtaining' New 'Living Space' Colonization: 'Peopling' the Empire 'Out-Group' Policy: 'Eliminating' the 'Natives' PART III: FRONTIER GENOCIDE War and Genocide: 'Cleansing' the Lebensraum Conclusion Notes Bibliography Index
Rezensionen
Besprechung von 23.12.2014
Ausrottung als Kriegsziel
Beeinflusste die amerikanische Westexpansion das deutsche Lebensraumkonzept?

Von Amerika lernen heißt siegen lernen? Hitler zumindest sah es so. Man müsse, so erklärte er 1942, die im Osten Europas "unterworfenen Völker auf einem möglichst niedrigen Kulturniveau" halten, so wie dies "bei den Negern und Indianern" in Nordamerika praktiziert werde. Die Partisanenbekämpfung in der Sowjetunion, davon war er überzeugt, ähnele dabei den dortigen "Indianerkämpfen". Doch lässt sich, wie Hitler dies postulierte, der deutsche Massenmord in Mittelosteuropa während des Zweiten Weltkrieges überhaupt mit der weitgehenden Ausrottung der indigenen Bevölkerung in Nordamerika vergleichen? Erst einmal regt sich eine gewisse Skepsis. Andererseits erinnern sogar Begrifflichkeiten wie das geplante "Judenreservat" im vom Reich besetzten Polen oder Bilder von deutschen Siedlerkolonnen, die in Planwagen gen Osten ziehen, an die Geschichte der Vereinigten Staaten.

Auch andere amerikanische Entwicklungen könnten einen sensibel angelegten Vergleich mit dem "deutschen Osten" rechtfertigen. Man denke etwa an die systematische Vertreibung der Indianer aus ihren angestammten Siedlungsgebieten, die Rolle von amerikanischen Rangern und Bürgerwehren bei der Ermordung von ganzen Stämmen, an die planmäßige Zerstörung von Feldern oder Nahrungsmitteldepots sowie die Verbreitung von Alkoholismus oder Seuchen, um die Widerstandskraft der indigenen Bevölkerung zu schwächen. In einem Bericht des US-Kongresses vom 26. Januar 1867 wurden deshalb auch die "Ausrottungskriege" als Grund für den rapiden Bevölkerungsrückgang der Indianer genannt. Diese Kriege, so das Resümee, hätten sich insgesamt zu einem "unterschiedslosen Abschlachten von Männern, Frauen und Kindern" entwickelt. Dabei wurden zugleich rassistische Stereotype deutlich, da es sich bei den Indianerkriegen, so der Kongress, um einen "unkontrollierbaren Konflikt zwischen einer höherwertigen und einer minderen Rasse" handele.

Carroll P. Kakel III sieht deutliche Gemeinsamkeiten zwischen der Kolonisierung des amerikanischen Westens bis zum Ende des 19. Jahrhunderts und den deutschen Siedlungsabsichten in Mittelosteuropa während des Zweiten Weltkrieges. Für ihn finden sich vielfache Parallelen in Hinblick auf die territoriale Expansion, aber auch die "rassische Säuberung" der eroberten Gebiete durch Vertreibung und Ermordung der indigenen Bevölkerung. Um seine Hypothese zu belegen, untersucht er die ideologischen Grundlagen der amerikanischen Westexpansion und des deutschen Lebensraumkonzepts. Daneben analysiert er den "Siedlerkolonialismus" und fragt, in welcher Weise sich Deutsche und Amerikaner Territorien aneigneten beziehungsweise wie diese Gebiete anschließend besiedelt werden sollten. Seine Erwägungen rundet Kakel damit ab, dass er den Umgang mit der indigenen Bevölkerung - also Vertreibung und Massenmord - vergleicht. Insgesamt kommt er zum Schluss, dass es weitgehende Parallelen der Entwicklung gebe. Ja, Kakel geht sogar so weit zu behaupten, dass NS-Deutschland "in erheblichem Maße vom nordamerikanischen Präzedenzfall und Modell beeinflusst wurde". Die Entwicklung in Mittelosteuropa stellt seiner Ansicht nach "den logischen Höhepunkt der vorangegangenen angloamerikanischen kontinentalen imperialistischen Ideologie dar".

Dies ist mutig formuliert, äußerst mutig. Doch sollte der Historiker weniger auf Wagemut als auf eine umfassende Quellenbasis setzen. Wie sieht es damit aus? Diese ist weit weniger beeindruckend als seine Thesenfreudigkeit. Kakel hat sich nicht die Mühe gemacht, Originaldokumente einzusehen, sondern wertet englischsprachige Werke zu seinem Themenbereich aus. Damit nimmt er sich die Möglichkeit, den wahren Trumpf eines fundierten historischen Vergleichs auszuspielen, nämlich vermittels Quellen neue, bisher unbekannte Vergleichsebenen zu erschließen. So aber verbleibt er in den bekannten Diskursen, die er auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin untersucht. Das Ergebnis sind mehr oder minder geistreiche Impressionen, mit denen fehlende Empirie ausgeglichen wird.

Vergleiche sind aber letztlich nur sinnvoll, wenn einzelne Sachverhalte systematisch im Detail untersucht werden, um damit Antworten auf die grundlegenden Forschungsfragen zu geben. Problematisch ist bereits die Grundannahme des Werkes, die Vergleichbarkeit der Siedlungsbewegung in den Vereinigten Staaten und Deutschland. Für Nordamerika ergibt dies in jeder Hinsicht einen Sinn, doch kann während des Zweiten Weltkrieges von einer analogen freiwilligen Kolonisierung von deutscher Seite kaum die Rede sein. Abgesehen von den Umsiedlungen der Volksdeutschen, vor allem aus der Sowjetunion, hatten die Landwirte aus dem Reich kaum Interesse daran, als Wehrbauern in den Osten zu gehen. Auch im Falle eines siegreichen Krieges wäre die Besiedlung der riesigen Territorien mangels Bevölkerung kaum möglich gewesen. Deutsche Planungen waren insgesamt vor allem ideologisch motiviert und kaum mit der Realität in Einklang zu bringen. Anders in Amerika, wo der massive Siedlungsdruck ein ausschlaggebender Faktor für die Vertreibung und Ermordung der indigenen Bevölkerung war.

Insgesamt ist Kakel gezwungen, den Genozid an den Indianern zu einem "racial cleansing" umzudeuten, um eine Vergleichbarkeit mit dem "deutschen Osten" herstellen zu können. Doch kann man, wie vom Autor vorgenommen, keinesfalls bereits im 18. Jahrhundert vom Beginn eines "rassischen Antagonismus" zwischen weißen Siedlern und Indigenen in Nordamerika sprechen. Hierbei handelte es sich eher um religiöse, ethnische oder kulturelle Differenzen, die aber letztlich für viele Betroffenen tödlich endeten. So legt man das Werk mit einem gewissen Bedauern zur Seite, da viele interessante Ansätze vorhanden gewesen wären, die durchaus einer tiefgehenden Forschung bedurft hätten. Fruchtbar wäre beispielsweise ein Vergleich der Techniken, wie Räume von ihrer angestammten Bevölkerung "gesäubert" wurden. Welche Planungen wurden angestellt, welche Radikalisierungsprozesse zeigten sich? Ebenso hätte man genau untersuchen können, wie Massenmorde stattfanden, weshalb dieser zum Beispiel auch auf Frauen und Kinder ausgedehnt wurde. Doch die Weite des amerikanischen Westens und des europäischen Ostens harrt weiter einer systematischen Analyse.

MICHAEL MAYER

Carroll P. Kakel, III: The American West and the Nazi East. A Comparative and Interpretive Perspective. Palgrave Macmillan Ltd., Hampshire 2013. 299 S., 71,79 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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'Challenging and provocative, this well-researched and clearly written account utilizes the cutting-edge approaches of comparative genocide studies to identify what Kakel rightly calls 'disquieting underlying patterns of empirical similarity' in the genocidal policies and practices that flowed from colonial ambitions in the American West and the Nazi East. Kakel's judicious and insightful analysis can withstand the controversies that are likely to swirl around this important book.' - John K. Roth, Founding Director of the Center for the Study of the Holocaust, Genocide, and Human Rights at Claremont McKenna College, California, USA 'Although historians have recognized that the Euro-American colonization of North America inspired the Nazi war for "living space," Carroll Kakel's study is the first sustained and detailed comparison of the American West and the Nazi East. These episodes of territorial expansionism, which combined settler colonialism with the expulsion and killing of indigenous people, occurred at different times and they evinced important differences arising from their specific contexts. Nevertheless, their similarities, among them the obsession with "space" as vital to national survival and the desire to expel or eliminate racial "undesirables" which Kakel demonstrates with rich detail and telling side-by-side comparisons, show conclusively that empire and race lay at the foundations of the American Republic, and that American expansionism became the most important imperialist model for the National Socialists.' - Shelley Baranowski, Distinguished Professor of History at the University of Akron, USA 'Shocking as it may be to juxtapose American westward expansion and Nazi eastward expansion, Kakel employs a thorough knowledge of the two histories as well as of Holocaust and genocide studies to present a very unusual comparative history. It is startling, well-researched, and provocative. It deserves a fair-minded and broad readership.' - Walter Nugent, author of Habits of Empire: A History of American Expansion…mehr