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Attila und Orsolya können voneinander nicht lassen. Sie lieben und sie hassen sich. Und trennen sich schon vor der Hochzeit und dann wieder in der Hochzeitsnacht, um schließlich ihr Leben lang getrennt vereint zu sein. Dieser Roman, der 1963 in Ungarn das erste Mal erschien und nach seiner kürzlichen Wiederentdeckung für Furore sorgte, erzählt auf so amüsante wie dramatische Weise von einer Amour fou, einer Liebe, die durch die Verhältnisse ruiniert wird. Mädchen aus gutem Hause verliebt sich in armen Poeten - und umgekehrt. Aber das ist ganz und gar keine alltagstaugliche Liebe. Wenn er sie…mehr

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Produktbeschreibung
Attila und Orsolya können voneinander nicht lassen. Sie lieben und sie hassen sich. Und trennen sich schon vor der Hochzeit und dann wieder in der Hochzeitsnacht, um schließlich ihr Leben lang getrennt vereint zu sein. Dieser Roman, der 1963 in Ungarn das erste Mal erschien und nach seiner kürzlichen Wiederentdeckung für Furore sorgte, erzählt auf so amüsante wie dramatische Weise von einer Amour fou, einer Liebe, die durch die Verhältnisse ruiniert wird. Mädchen aus gutem Hause verliebt sich in armen Poeten - und umgekehrt. Aber das ist ganz und gar keine alltagstaugliche Liebe. Wenn er sie nicht gerade küsst und herzt, quält und demütigt Attila seine Orsolya, diese wiederum rächt sich mit subtilen Bosheiten auf das fürchterlichste. Dass Orsolya im sozialistischen Regime wider Erwarten Fuß fassen kann, während Attila trotz Staatsschreiberei kein Bein auf den Boden bekommt, macht die Sache für den so ehrgeizigen wie überreizten jungen Mann nicht einfacher ... Eine obsessive Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der untergehenden bürgerlichen Welt, meisterhaft erzählt.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, CY, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, IRL, I, L, M, NL, P, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Rowohlt Verlag GmbH
  • Erscheinungstermin: 15.02.2010
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783644101715
  • Artikelnr.: 37449478
Autorenporträt
Szilárd Rubin, geb. 1927 in Budapest, gest. im April 2010, veröffentlichte bereits seit den fünfziger Jahren Romane. Würdigung als Schriftsteller von Weltrang erfuhr der geistreiche Melancholiker aber erst in den letzten Jahren seines Lebens. So wurde die Kurze Geschichte von der ewigen Liebe , ursprünglich 1963 erschienen, erst 2004 in Ungarn wiederentdeckt. Als der Roman 2009 in deutscher Sprache herauskam, löste er Begeisterung aus: Ihm gebührt, schrieb die FAZ, ein Platz unter den aufregendsten Liebesromanen des 20. Jahrhunderts, auf Augenhöhe mit Scott Fitzgeralds Großem Gatsby .
Rezensionen
Besprechung von 12.03.2009
Der Himmel über ausgebluteten Herzen

Der ungarische Autor Szilárd Rubin ist zu Unrecht vergessen. Seine Geschichte zählt zu den aufregendsten Liebesromanen des letzten Jahrhunderts.

Von Ingeborg Harms

Man reibt sich die Augen über diesem Buch und kann es kaum fassen: ein Kleinod von einem Roman, erschütternd schön und mühelos vollkommen, das fast fünfzig Jahre lang jeder Aufmerksamkeit entging. Zwar wurde die "Kurze Geschichte von der ewigen Liebe" 1963 schon einmal in der ungarischen Heimat des Autors verlegt, doch sie schlug keine Wellen. Vermutlich erwartete die Literaturkritik damals eine andere Art von sozialem Bewusstsein, als Szilárd Rubin es zu bieten hatte. Der glasklare Ton dieser ideologiefreien Prosa war dem politischen Geist des Poststalinismus offenbar einfach zu fremd. Dabei gebührt der "Kurzen Geschichte" ein Platz unter den aufregendsten Liebesromanen des zwanzigsten Jahrhunderts auf Augenhöhe mit Henri Alain-Fourniers "Großem Meaulnes" und Scott Fitzgeralds "Großem Gatsby".

Auch bei Rubins Ich-Erzähler Attila dreht sich alles um den Rausch der ersten Liebe und gesellschaftliche Umstände, die ihren Verrat fast unvermeidlich machen. Zugleich handelt der Roman von der vergeudeten Jugend einer Generation, die vor und noch im Zweiten Weltkrieg voller Illusionen aufwuchs und sich nach seinem Ende radikal umorientieren musste. Wer nicht aus dem Land floh oder im Gefängnis landete, arrangierte sich mit den neuen Machtverhältnissen: "Scharf wie ein Schatten zur Mittagszeit stand mir Hédis Schicksal vor Augen - und das aller anderen Jungen und Mädchen aus dem Kleinbürgertum, die nach dem leeren Nimbus einer untergegangenen Klasse gierten." Wie Attilas Geliebte Orsolya geht Hédi eine Vernunftehe ein, die ihr einen Mann beschert, dessen brutale Biederkeit ihr fast den Verstand raubt. Attila versucht der Freundin zu imponieren, indem er im Kulturleben Karriere macht, dabei aber sein Talent durch linientreue Gedichte ruiniert. Bei der ihm an bitteren Erfahrungen überlegenen Deutsch-Ungarin Orsolya erntet er Verachtung. "Abgemagert und kellerbleich" kehrte das Flüchtlingskind "aus dem erloschenen Dresden nach Ungarn" zurück, wo das Apothekenhaus ihrer Familie von den neuen Herren längst konfisziert worden ist. Die Ernüchterung der Protagonisten ändert nichts am Zauber eines Romans, dessen Reize sich auch den ländlichen Szenerien verdanken. Rubins Welt ist direkt und plastisch, voller Gerüche und Atmosphären. Die Erfrierungen an Orsolyas Füßen, "Andenken an unzählige Fußmärsche während des Krieges - kribbeln in der Wärme" eines Zugabteils, es duftet nach Quitten, und der an den Schuhen hereingetragene Schnee verdampft auf dem Boden.

Alles ist durchdrungen von gelebter Zeit.

Selbst der am Nachthemd des Mädchens funkelnde Perlmuttknopf ist Relikt einer Epoche, in der sich die Romanästhetik noch nicht von den gleichmäßig erleuchteten Oberflächen digitaler Bilder inspirieren ließ. Alles bei Rubin ist taktil und von gelebter Zeit durchdrungen, ein Koffer ist ein Pappkoffer, ein Zwicker aus Draht, Orsolyas Badeanzug ausgebleicht und ein Anzug schon glänzend, weil aus der Soutane des Vaters geändert. Wenn Attilas Anzug ausnahmsweise neu ist, dann wurde er gegen "zwei fette Gänse" geschneidert. Es herrscht Naturalienwirtschaft, die Trommel in der Ecke einer Pension hat "ein Kostgänger zur Tilgung seiner Mietschuld hinterlassen". Von ihrem Erlös wird die Vermieterin ihrem verstorbenen Mann einen Grabstein setzen. Um den Grabstein der Mutter vergolden zu lassen, war Attilas Vater "seinerzeit sogar zu hungern bereit". Der Sohn ist weniger romantisch, er bevorzugt den Augenblicksgenuss um jeden Preis: "Angespannt wie ein Patient vor der Darmspiegelung lag sie auf dem Rücken und sah mir starren Blicks beim Ausziehen zu." Orsolya gibt sich ihm nur noch mit dem Zynismus einer Hure hin, und doch hofft Attila bei jedem Treffen auf den Neubeginn der Liebe. Stattdessen heiratet sie ihn aus Berechnung, und schon die Hochzeitsnacht endet so bitter, dass die Trennung zur Erlösung wird. Ein großes Buch ist die "Kurze Geschichte", weil ihr Erzähler sich zur Weisheit des Vaters durchringt und seiner traurig endenden Liebe mit goldener Schrift einen Grabstein setzt. Dem literarischen Gedächtnis vertraut der Roman nicht nur die reiche äußere Textur einer versunkenen Welt an, auch über das Seelenleben der Figuren werden wir detailliert informiert. Rubin besitzt ein feines Sensorium für das Aufflackern der Scham, für die Lähmungs- und Ekelgefühle der Melancholie, aber auch für das elastische Vermögen des Lebens, triumphierend jeder Schwermut zu entkommen: "Dieses Lachen brauchte nicht erst einen Witz, es brach aus uns heraus, so elementar und unaufhaltsam wie eine sprudelnde Quelle."

Eine Läuterungserzählung, rein wie ein Reagenzglas.

Weil er diese Quelle wiederentdeckt, übersteht Attila seine Liebesbesessenheit: "Mein Leben hing davon ab, ob es mir gelingen würde, wenigstens einen Punkt in meiner Vergangenheit zu finden, an dem ich mich festhalten konnte, an dem sich, wenn auch noch so winzig, Leben verbarg, das mit Orsolya nichts zu tun hatte." Wie bei Proust, dem die Form viel verdankt, liegt dieser Umschlagpunkt in den ersten Lebensjahren des Helden, in einer Zeit, die von sexueller Tunnelsicht frei und deshalb unschuldig ist. "Ich liebte diese Momente, wenn über unseren ausgebluteten Herzen nur noch der Himmel unserer Kindheit sich wölbte." Von ihr her eröffnet sich dem Roman das weite Panorama eines interesselosen Wohlgefallens an der sinnlichen Fülle der Dinge. Die urromantische Figur des Taugenichts schwirrt Attila im Kopf herum, als er, mit dem Schicksal versöhnt, eine Donaudampferfahrt unternimmt: "Es war Mittag, an den Zedernsäulen im leeren Speisesaal tanzte das Licht, die Tische waren frisch und sauber gedeckt wie Altäre am Osterfest." An diesem verwunschenen Ort auf den Wellen der Zeit beginnt die Geisterbeschwörung des Ich-Erzählers, seine chemische Verwandlung in gestochen scharfe Literatur. "Vom Baden fühlte sich meine Haut kühl und frisch an", heißt es auf der ersten Seite, "mein ganzer Körper war rein wie ein Reagenzglas." Rubins Roman ist eine Läuterungserzählung. Indem Attila auf Orsolyas Besitz verzichten lernt, besteht er die Feuerprobe der Liebe und erhält die Gabe, eine Welt auferstehen zu lassen, die im Krieg in Flammen aufging.

Szilárd Rubin: "Kurze Geschichte von der ewigen Liebe". Roman. Aus dem Ungarischen von Andrea Ikker. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2009. 192 S., geb., 17,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 19.08.2009
Ein Herz schlägt für nichts
Szilárd Rubin und die „Kurze Geschichte von der ewigen Liebe”
Ein Mann erwartet seine Geliebte. Es ist ein regnerischer Novembertag, doch im Kachelofen brennt das Feuer. Er hat aufgeräumt, Kuchen gekauft, die Tischdecke gerichtet. Er hat bis über den Beischlaf hinausgedacht, warmes Wasser einlaufen lassen und eine Badekapsel mit Tannennadelduft an den Beckenrand gelegt. Sogar ein rohes Ei hat er aufgeschlagen und ausgeschlürft. Dann hört er den Bus, der die Geliebte zu ihm bringen soll, wie er anhält und wieder davonfährt. Doch niemand kommt. Die Minuten vergehen, schließlich läuft der Mann hinaus – und sieht seine Geliebte. Sie lungert auf der Straße herum, streicht mit der Hand über die Gitterstäbe, bricht einen Zweig ab. Alles schmerzt ihn nun, die Bummelei, die Gleichgültig, die Rohheit. Zum Kuchen lässt sie sich allerdings nicht zweimal bitten.
Szilárd Rubins Roman „Die kurze Geschichte von der ewigen Liebe” ist voller solcher Szenen: Ein Mensch begeistert sich für einen anderen, richtet sich ein Gefühl her, baut eine Spannung auf – und verfehlt, was er wollte, weil die Antwort, wie er sie sich gewünscht, ja mit gutem Grund erwartet hätte, anders ausfällt. Nicht sehr viel anders, doch anders genug, um das Gefühl aus seiner Bahn zu bringen und als etwas absurd Verfehltes, als etwas Albernes, ohne Größe und Pathos verenden zu lassen. Und dieses Verfehlen wiederholt sich, ein ganzes Leben lang, oder genauer: zwei Leben lang, ohne dass man sagen könnte, warum das Entscheidende immer wieder verfehlt wird: Attila und Orsolya sind erwachsene, kluge Menschen, die einander vertrauen und ehrliche Begeisterung füreinander entwickeln könnten (und manchmal auch: entwickeln), nie würden sie dem romantischen Irrglauben der Liebe verfallen. Und doch: selbst wenn das Herz ganz heftig schlägt – es schlägt für nichts, und weil sein Besitzer (oder seine Besitzerin) das wissen, liegt die nächste Bosheit immer schon nahe.
Hatte Attila nicht voller Aufregung auf seine Geliebte gewartet? Hatte er nicht in heißer Ungeduld seine Stirn an das kalte Musselinglas der Eingangstür gedrückt? Jetzt hat sie ihren Kuchen vertilgt, er sitzt neben ihr und zieht ihr den Rock bis zum Schoß hoch. Gehorsam spreizt sie die Schenkel. „Aber der vertraute Anblick ihres wehrlosen Fleisches zeitigte eine unerwartete Wirkung: Für einen Augenblick hatte ich das Gefühl, vor mir säße meine Mutter.” Verfehlt, völlig verfehlt. „Die Einsamkeit, die ich empfand, war nicht mehr menschlich, sie war die eines ins All geschossenen Tiers.” Und der Leser wundert sich darüber, wie so viel Existentialismus in den frühen sechziger Jahren ins sozialistische Ungarn hat geraten können, zur selben Zeit, als sich Jean-Paul Sartre fragte, ob der Mensch nicht vielleicht doch auf dem Mond lebte – nach Ungarn in einer Variante gelangt, die ungleich klüger erscheint als die angeblich notwendige „Unaufrichtigkeit” der französischen Existentialisten. Vielmehr wissen hier alle Beteiligten, von sich selbst, vom jeweils anderen, mehr als genug, so dass es sowohl für die Liebe wie für die Kälte, für die Leidenschaft wie für den Opportunismus reicht.
Das Ausland nahm das Buch – der Autor, im Jahr 1927 geboren, lebt übrigens noch –, als es 1963 zuerst erschien, nicht wahr. Dass es jetzt auf Deutsch erscheint, geht auf eine Wiederveröffentlichung zurück, die in Ungarn großes Aufsehen verursacht haben muss. Aus verständlichen Gründen, wenn es nun so wäre, denn hier tritt einem eine sozialistische Republik in Gestalt von Protagonisten entgegen, mit denen man nicht gerechnet hätte: weltläufig, lebenserfahren, diskret. Und immer ist in Attila, dem Halbjuden, der Dichter werden will und zum poetischen Lohnschreiber wird, und in Orsolya, der deutschstämmigen Apothekerstochter, ihren Freunden, Bekannten und Verwandten, soviel Zeit und Geschichte, soviel Gesellschaft und Gegenwart vorhanden, dass man selbst über eine Passage wie diese nicht stolpert: Attila schaut in einen Spiegel, und das Gesicht, das ihm entgegenblickt, ist ihm vollkommen fremd. „Das angespannte und blasse Gesicht, das ich dort erblickte, war das Antlitz eines verspäteten Julien Sorel, dessen Begeisterung statt Napoleon Metternich galt und der seine Leiter in der Revolution an die bröckelnde Mauer eines vornehmen Hauses zu lehnen versuchte.”
Julien Sorel – das ist der Held in Stendhals „Rot und Schwarz”, ein Überläufer des Gefühls, ein Opportunist aus Verlegenheit. Aber Orsolya ist nicht Attilas Madame de Renal, und am Ende aller Verfehlungen steht nicht ein Bekenntnis zur verlorenen Liebe. Am Schluss steht der Erzähler auf dem Deck eines Schiffes, raucht eine Zigarette und ruft seinen Namen in die Nacht, das erste Mal als formellen Aufruf, das zweite Mal, als wäre er ein Freund, das dritte Mal als den Namen des Geliebten, das vierte Mal als Klage eines Vaters über den verlorenen Sohn. Niemand antwortet. An dieser Stelle ist der Leser dann so soweit, dass er Szilárd Rubin selbst diese schlichte Allegorie abnimmt. THOMAS STEINFELD
SZILARD RUBIN: Kurze Geschichte von der ewigen Liebe. Roman. Aus dem Ungarischen von Andrea Ikker. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2009. 222 Seiten, 17,90 Euro.
Die Einsamkeit war nicht mehr menschlich, sie war die eines ins All geschossenen Tiers
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ingeborg Harms kann es nicht fassen: Dieses Kleinod von einem Roman hat die Welt noch nicht gelesen! Mühelos vollkommen erscheint ihr das bei seiner Erstveröffentlichung 1963 wegen seiner Ideologiefreiheit kaum beachtete Buch um die Befreiung eines jungen, liebenden Menschen vom Besitzdenken und das Geschenk des "interesselosen Wohlgefallens an der sinnlichen Fülle der Dinge". Harms gefällt der glasklare Ton, den Szilard Rubin anstimmt, und die versunkene Welt, die der Text beschwört: ländliche Szenerien im Ungarn der Nachkriegszeit. Die Art, wie Rubin vorgeht, seine Konzentration auf Taktiles und "gelebte Zeit" und die sensorisch feine Beobachtung des Seelenlebens seiner Figuren, von Scham und Melancholie, machen das Buch für Harms zu einem der aufregendsten Liebesromane des 20. Jahrhunderts.

© Perlentaucher Medien GmbH