8,90 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Broschiertes Buch

1 Kundenbewertung

Vom flüchtigen Glück der Liebe
"In meinem ganzen Leben habe ich von Frauen nur den Nachmittag bekommen, und wie oft hat sich auch der noch zerschlagen." Eingehüllt in den dekadenten Hauch des untergehenden Kaiserreiches, betrachtet Mihály die Welt und sich selbst kontemplativ und abgeklärt. Sein Metier ist die Verführung, die verheiratete 5Fleurs, eine namenlose grande dame, begehrt er nur halbherzig, die Liebe der unschuldigen jungen Schauspielschülerin Iboly erduldet er nur. Mihálys Reflexionen über die Liebe, die Frauen und das Leben sind betörend, klug und berührend.
Mit Sándor Márai
…mehr

Produktbeschreibung
Vom flüchtigen Glück der Liebe

"In meinem ganzen Leben habe ich von Frauen nur den Nachmittag bekommen, und wie oft hat sich auch der noch zerschlagen." Eingehüllt in den dekadenten Hauch des untergehenden Kaiserreiches, betrachtet Mihály die Welt und sich selbst kontemplativ und abgeklärt. Sein Metier ist die Verführung, die verheiratete 5Fleurs, eine namenlose grande dame, begehrt er nur halbherzig, die Liebe der unschuldigen jungen Schauspielschülerin Iboly erduldet er nur. Mihálys Reflexionen über die Liebe, die Frauen und das Leben sind betörend, klug und berührend.

Mit Sándor Márai und Antal Szerb gehört Erno Szép zu den Mitbegründern der ungarischen Moderne.

"Manchmal scheint die Zeit stillzustehen in diesem grandiosen Roman, der im Porträt der Hauptfigur noch einmal das Flair der Monarchie beschwört." Susanne Kunckel in der 'Welt am Sonntag'
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.13942
  • Verlag: Dtv
  • Seitenzahl: 298
  • Erscheinungstermin: 1. Januar 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 126mm x 20mm
  • Gewicht: 248g
  • ISBN-13: 9783423139427
  • ISBN-10: 3423139420
  • Artikelnr.: 29741653
Autorenporträt
Ernö Szép wurde 1884 in Huszt geboren, einer kleinen Stadt am Oberlauf der Theiss, an der nordöstlichen Grenze des historischen Österreich-Ungarn (heute zur Ukraine gehörig). Er wuchs als Sohn eines Dorfschullehrers in bescheidenen Verhältnissen auf. Noch als Schüler kam er nach Budapest, wo er sich mit Nachhilfestunden und Gelegenheitsgedichten bei verschiedenen Zeitungen sein Brot verdiente. Sein erstes Gedichtbändchen erschien, als er achtzehn war. Seit ihrer Gründung arbeitete er für die Zeitschrift ›Nyugat‹ (Der Westen), dem wichtigsten Organ der modernen ungarischen Literatur. Mit seinen Gedicht- und Erzählbänden, Beiträgen und Glossen in Zeitungen und Zeitschriften, Theaterstücken, Chansons und Kabaretttexten gehörte er bald zu den Prominenten des literarischen Lebens der Hauptstadt. Nicht zuletzt auf Grund seiner sechs Romane gilt Szép als einer der Mitbegründer der ungarischen Moderne. Nach dem Sturz der Räterepublik verließ Szép 1919 das Land und verbrachte die Jahre 1920/21 in Wien, wo er auch verschiedene Erzählbände publizierte. 1944 wurde er als Jude zunächst in einem der »geschützten« Budapester Sternhäuser interniert und zur Zwangsarbeit verpflichtet. Wie viele andere jüdische Prominente erhielt er auf Initiative von Raoul Wallenberg einen sogenannten schwedischen Schutzpass und überlebte so in einem der sogenannten Sternhäuser den Krieg. Nach 1945 konnte er nur noch wenig publizieren, in der »neuen Zeit« fand er sich nicht mehr zurecht. Aufgrund seines bürgerlichen Hintergrunds wurde er 1949 aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Verarmt, krank und nahezu vergessen starb er 1953 in Budapest. Sein Werk erlebt derzeit in Ungarn eine Renaissance.
Rezensionen
"Ein Roman aus dem Leben eines Großstadt-Singles, wie er aktueller kaum sein könnte."
SonntagsZeitung 11.01.2009

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 05.04.2009

Literatur Fängt ein Roman so an: "Vielleicht sollte ich einen Roman schreiben", dann hat er schon mal schlechte Karten. Wen interessieren die Nöte des Schriftstellers beim Schreiben? "Die Liebe am Nachmittag" von Erno Szép (dtv, jetzt auch als Hörbuch) hat aber überhaupt nichts Selbstreferentielles, ebenso wenig wie "Fiasko" von Imre Kertész, für den Szép ein Idol und Vorbild war. Auch passt der neckische deutsche Titel nicht. Im Original heißt das Buch von 1935 "Ádámcsutka". Ein gewisser Mihály, Theaterschriftsteller und Feuilletonist, bemerkt im schönen Vorkriegsbudapest an sich und anderen sichere Vorzeichen des Verfalls: Wie bei den hageren Endvierzigern die Adamsäpfel wachsen, wie bei den eher Runden die Korsettkontur durchschlägt, gefärbte Haare, kaschierte Falten, eine Überdosis Rasierwasser, Diät, Brille, Sport, Goldkrone und dann diese immer jünger werdenden Freundinnen. "Das Gemeinste ist, dass Herren und auch Damen einem sagen: Prächtig schaust du aus oder Wie gut Sie doch aussehen. Dem jungen Menschen sagt keiner, dass er gut aussieht. Junge, sagt man, miserabel schaust du aus, Freund! Bist wohl ein Nachtschwärmer, die Lumperei und all die Weibergeschichten, du Lüstling! Auch ich gewöhne mir an, zu den fetten, angeschimmelten Visagen zu sagen: Gut sieht er aus, der gnädige Herr." Mihály lebt noch in einer Welt, in der junge Mädchen "Backfisch" genannt werden dürfen und auf Kaffeehaustischen ihr "Retikül" abstellen. Diese Welt ist dem Untergang geweiht, und sie weiß es. Eigentlich also eine Tragödie, aber leicht und frech geschrieben. Eine auf ironischer Spitze getanzte Ballade, ein Gutenachtlied auf Alt-Kakanien in 43 Strophen. Nach "Ádámcsutka" schrieb Szép dann nur noch seinen Bericht aus dem Arbeitslager "Drei Wochen in 1944", den gibt es zurzeit immerhin auf Englisch: "The Smell of Humans". Jetzt warten wir also auf die deutsche Übersetzung. Im schwedischen Exil sprach Szép von sich selbst nur noch in der Vergangenheit.

eeb

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Der Held dieses Romans, Mihaly, ist ein Mann ohne Liebe, aber mit Liebschaften. Er ist Dichter und Publizist und neigt nicht dazu, seine Leistungen als Feuilletonist oder Dramatiker zu überschätzen. Wie er überhaupt eher Realismus bevorzugt, auch im Romantischen. Was hier geschildert wird, so die Rezensentin Andrea Diener, ist das von den Nazis für immer vernichtete Ungarn der Zwischenkriegszeit. Auch der Autor Ernö Szep, der als Jude um Haaresbreite überlebte, war so eine dem Vergessen geweihte Figur. Und wie bei den Werken von Sandor Marai, mit denen Diener diesen "leisen, melancholischen Roman" jedenfalls dem Typus nach in eine Reihe stellt, lohne die Wiederentdeckung nach Jahrzehnten durchaus.

© Perlentaucher Medien GmbH
Schauspieler Dieter Wien entführt seine Zuhörer in das romantische Budapest einer vergangenen Epoche, wo einem jederzeit die Liebe begegnen kann. Quelle: hörbuch-aktuell.com