Der Fall Ibrahim - Boralioglu, Gaye
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Ibrahim ist spurlos verschwunden. Eine Journalistin und ein Pressefotograf begeben sich auf die Suche nach dem jungen Mann - sie verfolgen seinen Weg vom Heimatdorf über Antalya und Izmir bis nach Istanbul. 24 Verwandte, Bekannte und Freunde Ibrahims werden von der Journalistin befragt und vom Fotografen abgelichtet: von der abergläubischen Mutter und dem vom Militärdienst ausgebrannten Bruder über die schlaflose Geliebte und den wahnsinnigen Haschischverkäufer bis hin zum skrupellosen Chef und dem geschwätzigen Badediener. Jeder kommt zu Wort und bietet einen ganz eigenen Blick auf den jungen…mehr

Produktbeschreibung
Ibrahim ist spurlos verschwunden. Eine Journalistin und ein Pressefotograf begeben sich auf die Suche nach dem jungen Mann - sie verfolgen seinen Weg vom Heimatdorf über Antalya und Izmir bis nach Istanbul. 24 Verwandte, Bekannte und Freunde Ibrahims werden von der Journalistin befragt und vom Fotografen abgelichtet: von der abergläubischen Mutter und dem vom Militärdienst ausgebrannten Bruder über die schlaflose Geliebte und den wahnsinnigen Haschischverkäufer bis hin zum skrupellosen Chef und dem geschwätzigen Badediener. Jeder kommt zu Wort und bietet einen ganz eigenen Blick auf den jungen Mann. Stück für Stück setzt sich so ein facettenreiches Bild von Ibrahim zusammen - voll von Widersprüchen und gefärbt von den Emotionen der Erzählenden. Unschuldslamm und giftige Schlange zugleich, abhängig vom Befragten mit grünen oder schwarzen Augen gesegnet, gleichermaßen schmächtig, klein und schwach wie kräftig, groß und stattlich - Lüge und Wahrheit, richtig und falsch vermengen sich in den Schilderungen von Ibrahims Mitmenschen und überlagern einander.
Die Wahrheit - wenn es sie überhaupt gibt - bleibt verborgen: Die Recherche der Journalistin führt ins Nichts, ihre Ergebnisse werden nicht veröffentlicht. Was bleibt, ist ein 24 Reportagen und Fotografien umfassendes Dossier mit der Aufschrift "Der Fall Ibrahim", das zwar keinen Aufschluss über den Vermissten gibt, dafür aber ganz nebenbei eine von paternalistischen Ideologien, Gewalt und Missbrauch geprägte Gesellschaft porträtiert.
  • Produktdetails
  • Verlag: Binooki
  • Originaltitel: Meçhul
  • Seitenzahl: 247
  • Erscheinungstermin: Mai 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 139mm x 26mm
  • Gewicht: 376g
  • ISBN-13: 9783943562613
  • ISBN-10: 3943562611
  • Artikelnr.: 47788295
Autorenporträt
Boralioglu, Gaye
Gaye Boralioglu, 1963 in Istanbul geboren, studierte Philosophie und arbeitete lange Zeit als Journalistin, Werbetexterin und Drehbuchautorin. Unter dem Titel »Hepsi Hikâye« erschien 2001 ihr erster Erzählband gefolgt von ihrem Romandebüt »Meçhul« (2004). Für ihren 2009 veröffentlichten Roman »Aksak Ritim« wurde sie mit dem Literaturpreis Notre Dame de Sion ausgezeichnet, 2013 erschien das Werk unter dem Titel »Der hinkende Rhythmus« im binooki Verlag auf Deutsch. Für den Band »Mübarek Kadinlar« erhielt sie 2015 den Yunus Nadi Preis für Kurzgeschichten, der Band erschien auf Deutsch unter dem Titel »Die Frauen von Istanbul« (Größenwahn Verlag, 2015).
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 15.07.2017

In den türkischen
Teehäusern
Es gibt diese türkischen Goldgräbergeschichten: Da geht einer nach Istanbul, macht sein Glück und wird reich. Und es gibt die anderen, die den Geruch der Provinz nie loswerden, die in den Teehäusern immer die falschen Leute kennenlernen. So einer ist Ibrahim, könnte man denken. Nur wer ist dieser Ibrahim wirklich? Die Autorin Gaye Boralioğlu, geboren 1963 in Istanbul, nimmt ihre Leser mit auf eine Spurensuche, an Orte, fernab von Orientkitsch und politischer Korrektheit. Sie porträtiert mit leichter Hand eine Gesellschaft, in der Menschen schwere Traumata erleiden, in der Gewalt und frauenverachtende Männlichkeit alltäglich sind. Aber Ibrahim ist anders, nur er ist verschwunden, und der Roman rekonstruiert sein Leben in Fotografien und Reportagen einer Journalistin mit Menschen, die ihn kannten, liebten, hassten.
Dem auf türkische Literatur spezialisierten Verlag binooki sind immer wieder Entdeckungen wie dieses Buch zu verdanken, die zeigen, wie reichhaltig und gar nicht unpolitisch das literarische Leben am Bosporus noch ist.
CHRISTIANE SCHLÖTZER
Gaye Boralioğlu:
Der Fall Ibrahim.
Roman. Mit Fotos von
Manuel Çıtak. Aus dem
Türkischen von
Wolfgang Riemann. binooki Verlag,
Berlin 2017.
248 Seiten, 19,80 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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In den türkischen
Teehäusern

Es gibt diese türkischen Goldgräbergeschichten: Da geht einer nach Istanbul, macht sein Glück und wird reich. Und es gibt die anderen, die den Geruch der Provinz nie loswerden, die in den Teehäusern immer die falschen Leute kennenlernen. So einer ist Ibrahim, könnte man denken. Nur wer ist dieser Ibrahim wirklich? Die Autorin Gaye Boralioğlu, geboren 1963 in Istanbul, nimmt ihre Leser mit auf eine Spurensuche, an Orte, fernab von Orientkitsch und politischer Korrektheit. Sie porträtiert mit leichter Hand eine Gesellschaft, in der Menschen schwere Traumata erleiden, in der Gewalt und frauenverachtende Männlichkeit alltäglich sind. Aber Ibrahim ist anders, nur er ist verschwunden, und der Roman rekonstruiert sein Leben in Fotografien und Reportagen einer Journalistin mit Menschen, die ihn kannten, liebten, hassten.

Dem auf türkische Literatur spezialisierten Verlag binooki sind immer wieder Entdeckungen wie dieses Buch zu verdanken, die zeigen, wie reichhaltig und gar nicht unpolitisch das literarische Leben am Bosporus noch ist.

CHRISTIANE SCHLÖTZER

Gaye Boralioğlu:
Der Fall Ibrahim.
Roman. Mit Fotos von
Manuel Çıtak. Aus dem
Türkischen von
Wolfgang Riemann. binooki Verlag,
Berlin 2017.
248 Seiten, 19,80 Euro.

DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de

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