Wilbur Wants to Kill Himself - Sives,Jamie/Henderson,Shirley
Statt 12,49**
9,99
versandkostenfrei*

Alle Preise in Euro, inkl. MwSt.
**Früherer Preis
Versandfertig in 6-10 Tagen
5 °P sammeln

    DVD

Sterben. Genau dieses hat sich der höchst attraktive und höchst selbstmordgefährdete Wilbur zum Ziel gesetzt. Wegen Entmutigung der Mitglieder seiner Therapiegruppe wurde er aus eben dieser verbannt - und noch dazu wegen seines nachlässigen Umgangs mit dem Gasherd aus seiner Wohnung verwiesen.
Also zieht der egozentrische Womanizer zu seinem Bruder Harbour in die Second-Hand-Buchhandlung, die sie von ihrem Vater geerbt haben.
Harbours Lebensaufgabe wiederum ist es, dem Bruder Freude in jeglicher Form zu verschaffen. Doch diese will erst mit dem schicksalhaften Erscheinen der schüchternen
…mehr

Produktbeschreibung
Sterben. Genau dieses hat sich der höchst attraktive und höchst selbstmordgefährdete Wilbur zum Ziel gesetzt. Wegen Entmutigung der Mitglieder seiner Therapiegruppe wurde er aus eben dieser verbannt - und noch dazu wegen seines nachlässigen Umgangs mit dem Gasherd aus seiner Wohnung verwiesen.

Also zieht der egozentrische Womanizer zu seinem Bruder Harbour in die Second-Hand-Buchhandlung, die sie von ihrem Vater geerbt haben.

Harbours Lebensaufgabe wiederum ist es, dem Bruder Freude in jeglicher Form zu verschaffen. Doch diese will erst mit dem schicksalhaften Erscheinen der schüchternen Alice eintreten.

Die allein erziehende Mutter der höchst praktisch veranlagten achtjährigen Mary ist Reinigungsfrau in Wilburs Stammkrankenhaus und rettet Wilbur das Leben, als dieser an einem Strick von der Decke des Buchladens baumelt.

Und obwohl es eigentlich Ziel war, eine Freundin für Wilbur zu finden, ist es Harbour, der sich in Alice verliebt. Schnell werden alle vier Charaktere einschließlich Mary unzertrennlich - und unerwartet glücklich. Bis sich das Schicksal nochmals wendet und beschließt, dass nicht Wilburs, sondern Harbours Tage gezählt sind.

Nach dem weltweiten Kritiker- und Publikumserfolg "Italienisch für Anfänger" inszenierte Regisseurin und Autorin Lone Scherfig eine einfühlsame Tragikomödie in englischer Sprache erneut mit einem beeindruckenden Gespür für Humor und Tragik. Auch hier finden die Themen Tod und Leben, Glück und Unglück eine hinreißende Balance, die das Hauptdarstellertrio Jamie Sives, Adrian Rawlins und Shirley Henderson auf äußerst sensible Weise umzusetzen weiß.

Die traurige Geschichte des für dänische Verhältnisse gewohnt skurrilen Charakterquartetts ist wunderschön geschrieben und mit leichter, komischer Hand inszeniert, die zugleich die schmerzhaften Selbstmordversuche des Protagonisten mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit und viel Gefühl für die richtige Balance in einen glaubwürdigen Rahmen und den Mittelpunkt stellt.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Entfallene Szenen, Audiokommentar, Outtakes, Featurette
  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 DVD
  • Hersteller: ARTHAUS
  • Gesamtlaufzeit: 105 Min.
  • Erscheinungstermin: 12. Oktober 2007
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:2, 35/16:9
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • EAN: 4006680042749
  • Artikelnr.: 23045998
Rezensionen
Besprechung von 18.09.2003
Der Tod und das Märchen
Bruderliebe: Lone Scherfigs traurig-tröstliche Filmkomödie "Wilbur wants to kill himself"

Daß schwarzer Humor allein den Briten zusteht, diese landläufige Ansicht taugt als Dogma nur bedingt. Auch Dänen können es - wenn sie es können. Schon in ihrem tragikomischen Dogma-Film "Italienisch für Anfänger" ließ die dänische Regisseurin Lone Scherfig den Blick auf die Mühseligen und Beladenen dieser Welt nie vom Tränenflor des Mitleids trüben. Aber erhaben über Glück und Unglück ihrer Figuren gab sie sich deshalb nicht. Mochten die Käuze, die Lone Scherfig paradieren ließ, sich auch noch so seltsam gebärden - dem denunziatorischen Gelächter preisgegeben wurden sie in keinem Fall.

Genau dieses feine Gespür für die notwendige Balance zwischen Distanz und Nähe, Schmerz und wie von ungefähr befreiendem Lachen zeichnet auch Lone Scherfigs Film "Wilbur wants to kill himself" aus, eine dänisch-schottische Produktion von 2002, deren Titel im Grunde schon die ganze Geschichte umfaßt. Wilbur, ein etwas abgerissen wirkender junger Mann, der gleichwohl eine fast magische Anziehungskraft auf das schöne Geschlecht ausübt, wobei sich nie richtig feststellen läßt, ob es mehr erotisches Begehren oder mütterliches Verlangen ist, was die Frauen zu ihm hinzieht - dieser Wilbur also gibt sich fest davon überzeugt, daß er es nicht verdient hat, am Leben zu sein. Sein älterer Bruder Harbour hingegen sieht genau darin seine Lebensaufgabe, den Bruder fortdauernd am Selbstmord zu hindern und ihm unabweisbare Gründe dafür zu liefern, daß es sich auch für Wilbur zu leben lohnt.

Für ihr Drehbuch hat sich die Regisseurin der Mitarbeit von Anders Thomas Jensen versichert, der schon mit seiner Vorlage für Susanne Biers Film "Open Hearts" beweisen konnte, wie psychologisch sorgsam er Figuren in ihren ungeahnten Abgründen auszuloten versteht. So ist, obwohl das Geschehen um Wilbur die letzten Dinge Leben, Tod und Liebe verhandelt, eine Tragikomödie entstanden, die überhaupt nicht dröhnend daherkommt, niemals auftrumpft und ein Lachen provoziert, das nicht dazu angetan ist, im Hals steckenzubleiben.

Ob Wilbur, mit grimmig-abweisendem Charme gespielt von Jamie Sives, den Gashahn aufdreht, sich einen Strick um den Hals windet, die Pulsadern öffnet oder in ein Wasser geht, das nicht tief genug ist - immer kommt ihm das Schicksal, das meist den Namen seines nimmermüden Bruders Harbour (Adrian Rawlins) trägt, in die Quere. Daß Wilbur von seinem Vermieter die Tür gewiesen bekommt, weil er zu fahrlässig mit dem Gas umzugehen pflegt, ist Harbour gerade recht. So kann er den Bruder ohne dessen Widerwort zu sich in die Wohnung über seinem Secondhand-Buchladen in einem wenig anheimelnden Viertel Glasgows holen, einem Geschäft, das er vom kürzlich verstorbenen Vater geerbt hat und ohne Aussicht auf Gewinn betreibt.

Auch Alice, eine vom Leben gleichfalls gebeutelte junge unverheiratete Frau und deren kleine Tochter Mary ziehen bei Harbour ein, dessen Fürsorglichkeit keine Grenzen kennt und nur Gefahr läuft, fälschlich für Liebe gehalten zu werden, vor allem von ihm selbst. Diese Alice, hinreißend verhuscht und anschmiegsam zugleich, verkörpert von Shirley Henderson, bringt einen so eigenen Ton in die Geschichte - ein bißchen Schwermut und ein wenig Resignation, eine verzagte Portion Selbstbehauptungswillen und ein gut Teil Stehvermögen -, daß man einen solch eigentümlichen Schwebezustand kaum in Worte fassen kann. Schon wie sie an Harbour gerät, ist ganz wunderbar ersonnen: Alice arbeitet als Putzfrau im Hospital, sammelt die von den Patienten zurückgelassenen Bücher ein und verscherbelt sie im Laden "North Books".

Harbour wird Alice heiraten - und Wilbur, der bisher alle Avancen weiblicherseits brüsk abwies, wird die ihn verstörende Erfahrung machen, daß man sich zu einer Frau auch hingezogen fühlen kann. Und dann dreht sich unversehens die Konstellation, dann wird Harbour mit der Diagnose konfrontiert, lebensbedrohlich an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt zu sein, und Wilbur wird wider Willen und erleichtert zugleich in die Rolle dessen gedrängt, der Leben bewahren muß, statt es zu zerstören.

Seit langem hat es keinen Film im Kino gegeben, der so unaufwendig und wahrhaftig von der grenzenlosen Verletzlichkeit des Menschen erzählt - und von dessen Vermögen, sich gleichwohl für Momente das Glück zu bewahren. "Hast du ein riesiges weißes Licht gesehen?" fragt Harbour, damals noch gesund, irgendwann seinen Bruder, nachdem er ihn wieder einmal dem Tod abspenstig machen konnte. "Da ist nichts", antwortet Wilbur, "nur Schwärze und völliges Schweigen." Und wie beiläufig hängt er den entscheidenden Satz an, der von der Kunst Lone Scherfigs kündet, allfällige Rührung gewitzt zu meiden: "Es ist ein bißchen so, wie in Wales zu sein."

HANS-DIETER SEIDEL

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
Wie schon in seinem Sensationserfolg "Italienisch für Anfänger" kombiniert Regisseurin und Co-Autorin Lone Scherfig in seiner schwarzen Komödie große Glücksmomente und tiefe Trauer zu einem rundum gelungenen Ganzen. Neuentdeckung Jamie Sives erspielte sich als charmanter Selbstmordkandidat europaweite Aufmerksamkeit, während ihm Routinier Adrian Rawlins ("Breaking the Waves") als Optimist unverdrossen zur Seite steht. Hohe Akzeptanz-Chancen also für die ungewöhnliche, entdeckenswerte "Harold and Maude"-Variante.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag