Das A-Team - Der Film (Extended Edition, + Digital Copy)
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Laufzeit: Extended Cut: 128 Min. Kinoversion: 114 Min.
In den Achtzigern Kult im Fernsehen, in diesem Jahr ein Hit fürs Kino: Joe Carnahans Verfilmung der Serie über ein Team von Spezialisten auf unentwegter Sondermission setzt auf Wumms durch Explosionen und wird der Fangemeinde gefallen.
Joe Carnahan wagt in seinem dritten Kinofilm die Quadratur des Kreises. Im sicheren Schutz der Möglichkeiten, die eine Adaption der kultisch verehrten Fernsehserie von Stephen J. Cannell (97 Folgen, 1983 - 1987) naturgemäß mit sich bringt, versucht er, die grotesk übersteigerte Slapstick-Action aus dem…mehr

Produktbeschreibung
Laufzeit:
Extended Cut: 128 Min.
Kinoversion: 114 Min.
In den Achtzigern Kult im Fernsehen, in diesem Jahr ein Hit fürs Kino: Joe Carnahans Verfilmung der Serie über ein Team von Spezialisten auf unentwegter Sondermission setzt auf Wumms durch Explosionen und wird der Fangemeinde gefallen.

Joe Carnahan wagt in seinem dritten Kinofilm die Quadratur des Kreises. Im sicheren Schutz der Möglichkeiten, die eine Adaption der kultisch verehrten Fernsehserie von Stephen J. Cannell (97 Folgen, 1983 - 1987) naturgemäß mit sich bringt, versucht er, die grotesk übersteigerte Slapstick-Action aus dem Cartoon-Universum seines Vorgängers "Smokin' Aces" zu isolieren und in ein realistisches, bisweilen regelrecht grimmiges Szenario zu verpflanzen, wie es seinem lange geplanten, aber nie realisierten "Mission: Impossible"-Film gut zu Gesicht gestanden hätte. Nur bedingt ist sein Bestreben in der Summe von Erfolg gekrönt, zu disparat sind die verschiedenen Ansätze, als dass sie ein zufriedenstellendes Ganzes ergeben könnten. Vor allem hängen die Titelhelden in Carnahans hektischem Konstrukt zu sehr in der Luft, als dass man mit ihrem Abenteuer vollumfänglich mitfiebern könnte. So viel Mühe man sich gegeben hat, die vier Hauptfiguren so zu besetzen, dass sie den ikonischen Helden von damals nicht nur als Typen, sondern auch äußerlich fast bis aufs Haar gleichen, so wenig lässt sich Look & Feel der Serie entdecken: Wo damals Lakonie herrschte, wird hier derber Humor serviert. Was einst entspannt und locker wirkte, musste einer aufgeregten Betriebsamkeit weichen, die den gut aufgelegten Stars wenig Raum gibt, ihrer ausgeprägten Spielfreude freien Lauf zu lassen. Dabei ist Liam Neeson ein optimaler John "Hannibal" Smith, der nichts mehr liebt, als wenn ein Plan funktioniert; Bradley Cooper hat sichtbar Spaß, die Möglichkeiten des Templeton "Faceman" Peck als unwiderstehlicher ewiger Charmeur auszureizen; Sharlto Copley aus "District 9" empfiehlt sich in der Rolle des "Howling Mad" Murdock als Hollywoods neuer Harry Dean Stanton; und Quinton "Rampage" Jackson macht als von Flugangst geplagter B.A. Baracus, ein Haudrauf mit bis zum entscheidenden Moment ausgeprägter Haudraufhemmung, keine schlechtere Figur als sein Vorgänger Mr. T. Schon der Vorspann ist ein bisschen bemüht, die Wege der vier ehemaligen Ranger erstmals kreuzen zu lassen, und dient letztlich nur dazu, das Actionpublikum gleich zu Beginn mit dem nötigen Quäntchen Krachbumm in die richtige Stimmung zu bringen, bevor die eigentliche Handlung ein paar Jahre später einsetzt, als das mittlerweile verschworene Quartett in Bagdad auf eine Mission geschickt wird, Druckplatten für amerikanisches Falschgeld aufzutun.

Ein klassischer McGuffin, der einfach nur eine Abfolge von Täuschungsmanövern, Verrat und Betrügereien in Gang setzt, die das A- Team unter anderem nach Frankfurt führt und die Allianzen zu einem undurchschaubaren CIA-Agenten (Patrick Wilson) und einer Verflossenen Facemans (Jessica Biel) auf den Prüfstand stellt, bis am Hafen von Los Angeles das letzte Feuerwerk abgebrannt wird. Eine Handlung im klassischen Sinne lässt sich nur mit Mühe entdecken, eher ein Handlungskonstrukt, das als loser roter Faden Hannibals komplizierte Pläne und laute Action-Setpieces miteinander verbindet. Was nicht heißt, dass das laute Spektakel keinen Spaß machen würde: Es ist nur eben genau das - und nicht mehr: ein lautes Spektakel. Das perfekt verpackt ist, speziell in Ländern, wo "Das A-Team dringenden Kultstatus genießt. Und Deutschland gehört unbedingt dazu. ts.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Audiokommentar, Trailer, Bildmontage
  • Produktdetails
  • EAN: 4010232051165
  • Best.Nr.: 31719096
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 2
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 10. Dezember 2010
  • Hersteller: Fox
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch
  • Untertitel: Deutsch, Türkisch, Hebräisch, Bulgarisch, Isländisch, Englisch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:2, 35/16:9
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • Gesamtlaufzeit: 129 Min.
Rezensionen
Von 1983 bis 1987 schrieb das "A-Team" in 97 Episoden Fernsehgeschichte. Unter der Regie von Actionspezialist Joe Carnahan ("Smokin' Aces") meldet sich der gewiefte Söldnertrupp erstmals zum Dienst auf der großen Leinwand, in einem mit Stunts, Tricks und coolen Sprüchen gespickten Abenteuer, das mit allen denkbaren mitteln aufgemotzt wurde. Mit der kongenialen Besetzung von u. a. Liam Neeson und "Hangover"-Star Bradley Cooper in den ikonischen Rollen (sowie Jessica Biel) kann man nichts falsch machen. Überflieger auf Video!
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Besprechung von 07.10.2015
Wer kann dem eigenen Blick entgehen?
"Notfilm": Ein Film über einen Film, der "Film" heißt und von Beckett stammt

Auf unserem Bild sieht es aus, als hätten sich die beiden etwas zu sagen gehabt. Aber alle verfügbaren Quellen behaupten, das sei ganz und gar nicht der Fall gewesen. Buster Keaton und Samuel Beckett wären einander bei den Dreharbeiten zu ihrem gemeinsamen Film "Film" vielmehr weitläufig aus dem Weg gegangen. Beckett, der das Drehbuch geschrieben hatte, hätte lieber mit Chaplin gearbeitet, der nicht zur Verfügung stand, oder mit Jack MAcGowran, der ebenfalls nicht konnte, sein Regisseur Alan Schneider hätte Zero Mostel vorgezogen. Buster Keaton war die dritte Wahl! Kein Wunder, dass er zu spät für die Teambesprechung anreiste und noch beim Filmfestival in Venedig, wo "Film" 1965 zur Welturaufführung kam und begeistert aufgenommen wurde, recht einsilbig bemerkte, er habe keine Ahnung, worum es in diesem Werk gehe. Wie der General in seinem Film "Der General" habe er sich gefühlt, der eine Armee führt, aber nicht weiß, wohin.

Dabei war der General bei "Film" ganz sicher Samuel Beckett. Er war der Einladung Barney Rossets, des Gründers der Grove Press, gefolgt, der einige seiner Autoren, darunter eben Beckett (und Pinter und Ionesco, Duras und Robbe-Grillet) um Drehbücher bat, von denen damals allerdings nur das von Beckett tatsächlich verfilmt wurde. Ionescos "Hard-Boiled Egg" brauchte für seine Verfilmung bis 2005.

Die Idee, die "Film" zugrunde liegt, ist grandios: einen Mann vor den Blicken fliehen zu lassen, die seine Gestalt erfassen. Auch und vor allem vor dem Kameraauge. Dieses heißt im Drehbuch "E" (für "eye"), während der Mann, den Keaton spielt, "O" heißt (wie "object"). Wir sehen dann auf einer Länge von etwa 22 Minuten einen Mann in langem Mantel und dem typischen flachen Keaton-Hut von hinten, der erst eine Mauer entlanghastet, einem Paar ausweicht, weiterstolpert, in ein Haus und schließlich in seine Wohnung eintritt, immer auf der Flucht davor, gesehen zu werden - er zieht den Vorhang vors Fenster, verhängt den Spiegel, jagt Hund und Katze fort, deckt das Fischglas ab und den Vogelkäfig, selbst die augenähnlichen Aussägungen der Sessellehne. Schließlich hat er alle Blicke von sich abgezogen außer einem - seinem eigenen.

"Film" war eine Sensation, aber er war nicht ganz so, wie Beckett, der vom Filmen und von Technik überhaupt gar nichts verstand, sich das vorgestellt hatte. Aus acht Minuten, die der Prolog dauern sollte, wurde eine. Der Rest war unbrauchbares Stroboskop-Gezapple. Jetzt sind Teile des vermeintlich unbrauchbaren Materials - wie das so ist: unter einem Spülstein von Barney Rosset, der den Film auch produzierte - wieder aufgetaucht. Der Filmarchivar und Restaurator Ross Lipman hat "Film" restauriert. Und er hat einen Weg gefunden, die ursprünglich geplante Fassung nun wieder ahnen zu lassen, und zwar in einer Dokumentation, einem "kino-essay". Es soll, so berichtet "movingimagearchivenews", die Geschichte von Becketts "Film" erzählen und den Satz des irischen Philosophen George Berkeley in den Mittelpunkt rücken: "To be is to be perceived", eine Erkenntnis, deren Tragweite im Zeitalter des Films, des Digitalen gar, im achtzehnten Jahrhundert nicht vorherzusehen war. "Film" sei Becketts Antwort auf diesen Satz. Und Buster Keaton? Ist er nicht der, der immer mit Beckett verglichen wird?

VERENA LUEKEN

Notfilm von Ross Lipman wird beim Filmfestival in London uraufgeführt. Eine DVD mit Film und Notfilm soll im Frühjahr 2016 herauskommen.

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