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Die Schmetterlinge sterben aus. Nur noch selten sehen wir Bläulinge, Schachbrettfalter oder Schwalbenschwanz. Der Kleine Feuerfalter und der Segelfalter sind bereits weithin verschwunden. Pestizide, Überdüngung und Monokulturen machen den Insekten den Garaus. Mit ihnen verschwinden die Vögel. Der Biologe und Bestsellerautor Josef H. Reichholf analysiert die drohende ökologische Katastrophe. Doch er entführt uns auch in die wundervolle Lebenswelt der Schmetterlinge. Ein flammendes Plädoyer für den Schutz der Schmetterlinge, z. B. durch Biotope in jeder Kommune. Und ein Buch, das uns wie einst…mehr

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Produktbeschreibung
Die Schmetterlinge sterben aus. Nur noch selten sehen wir Bläulinge, Schachbrettfalter oder Schwalbenschwanz. Der Kleine Feuerfalter und der Segelfalter sind bereits weithin verschwunden. Pestizide, Überdüngung und Monokulturen machen den Insekten den Garaus. Mit ihnen verschwinden die Vögel. Der Biologe und Bestsellerautor Josef H. Reichholf analysiert die drohende ökologische Katastrophe. Doch er entführt uns auch in die wundervolle Lebenswelt der Schmetterlinge. Ein flammendes Plädoyer für den Schutz der Schmetterlinge, z. B. durch Biotope in jeder Kommune. Und ein Buch, das uns wie einst Nabokov der Faszination dieser zauberhaften Lebewesen erliegen lässt.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Hanser, Carl GmbH + Co.
  • Seitenzahl: 256
  • Erscheinungstermin: 24.09.2018
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783446261471
  • Artikelnr.: 52858638
Autorenporträt
Prof. Dr. Josef H. Reichholf, 1945 in Niederbayern geboren, Evolutionsbiologe, war bis April 2010 Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München und Professor für Ökologie und Naturschutz an der Technischen Universität München. Er ist Träger der "Treviranus-Medaille", der höchsten Auszeichnung der Deutschen Biologen, und des Grüter-Preises für Wissenschaftsvermittlung. 2007 wurde er zudem mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. 2010 wurde sein Bestseller Rabenschwarze Intelligenz als "Wissenschaftsbuch des Jahres" prämiert. Zuletzt erschienen von ihm Evolution - Eine kurze Geschichte von Mensch und Natur (2016) und der als Wissensbuch des Jahres ausgezeichnete Band Symbiosen sowie Haustiere (2017) in der Reihe Naturkunden.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 12.10.2018

Die Gaukelflieger gehen verloren
Überdüngung, Insektizide, fehlende Magerwiesen: Josef H. Reichholf geht dem Schwund der Schmetterlinge nach

Josef Reichholfs neues Buch wird bei jenen auf Interesse stoßen, denen langsam klar wird, dass Schmetterlinge nicht bloß schön anzuschauen sind, sondern auch und vor allem als veritable Bio-Indikatoren zu verstehen sind, denen es nach und nach an den Kragen geht. Genauer formuliert: Im sukzessiven Verschwinden der Schmetterlinge kündigt sich eine ökologische Katastrophe an. Reichholf, ehemals Abteilungsleiter in der Zoologischen Staatssammlung München, umtriebiger Sachbuchautor und überdies passionierter Lepidopterologe, sucht in seinem Buch Erklärungen für das dramatische, längst global gewordene Insektensterben und den damit einhergehenden, auch in unseren Breiten deutlich wahrnehmbaren Falterschwund zu geben.

Reichholf stützt sich in seiner Ursachenforschung für das Faltersterben sowohl auf eigene als auch auf Beobachtungen und Erhebungen entomologischer Vereine: So ließen sich von ursprünglich 3243 in Bayern bekannten Schmetterlingsarten zuletzt nur noch 2815 nachweisen, was allein für dieses ausgewählte Bundesland ein Defizit von 428 unwiederbringlich verlorenen Arten bedeutet.

In drei rückblickend untersuchten Dekaden, den Jahren 1971 bis 2000, gingen mehr Arten verloren als in den vergangenen 200 Jahren insgesamt. Konnten in NRW im Jahr 1970 noch 171 Arten nachgewiesen werden, so sind es heute nurmehr 70, die dort als zwar nach wie vor vorhanden - gleichwohl aber als stark bedroht gelten. Besonders betroffen sind Insekten der sogenannten offenen Flur, deren Vorkommen heute nur noch bei bedenklichen vier Prozent des Wertes aus den frühen siebziger Jahren liegt. Das sind Zahlen, die auf eine rasante Entwicklung hindeuten.

Reichholf stützt sich in seinen Begründungen für den grassierenden Falterschwund auf die gängigen Argumente: der völlig aus dem Ruder gelaufene Einsatz von Insektiziden und Pestiziden, das Verschwinden sogenannter "Magerwiesen" in einer Landwirtschaft, die auf den großflächigen Anbau von Monokulturen setzt. In Verbindung mit gesteigerten Mähzyklen von bis zu sechsmal im Jahr bedeutet dies in der Folge ein nahezu völlige Ausrottung all jener Futterpflanzen der Raupen, die für eine gesicherte, vielfältige Falterentwicklung unabdingbar sind. Das alles ist nicht eben neu.

Was einen aber dennoch in Teilen für Reichholfs Buch einnimmt, ist der Umstand, dass er seine Diagnosen anhand einzelner Falterbeispiele illustriert, etwa an dem des jährlich in zwei Varianten (einer Früh- und einer Spätsommerform) vorkommenden sogenannten Landkärtchen (Araschnia levana) oder jenen der drei Kohlweißlings-Arten, indem er das fatale Zusammenspiel von Überdüngung, natürlicher Parasitierung und dem blindwütigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in seinen Folgen für diese Arten beschreibt. Zudem demonstriert er in Einzelbetrachtungen wie etwa dem Kapitel über das besondere Verhalten der kleinen und großen Schillerfalter (Apatura ilia und Apatura iris) den besonderen Blick des Wissenschaftlers für Anomalien im Verhalten einer Faltergruppe, die ihrerseits folgenreiche Rückschlüsse auf signifikante Umbrüche innerhalb des ökologischen Gesamtzusammenhangs offenbaren.

Das Buch, das sich doch vor allem an Sammler und Insektenkundler richtet, setzt ein gewisses entomologisches Grundwissen voraus. Doch es lenkt den Blick auf Vorgänge innerhalb des gesamten Ökosystems, die alle angehen, ob nun Falterkenner oder nicht. Die auf dem Buchrücken vollmundig als "grandios" annoncierte "Prosa" sucht man in ihm allerdings vergeblich - ein Stilist ist Reichholf nicht. Und wer über das Festgestellte hinaus Antworten und Erläuterungen zum Thema sucht, der sollte zu dem exzellenten, ebenfalls gerade erschienenen Band "Das große Insektensterben" von Andreas H. Segerer und Eva Rosenkranz greifen.

Reichholf ist für quer zum Wissenschafts-Mainstream liegende und provokante Thesen und Sichtweisen schon öfter kritisiert worden. Aber selbst wenn einige seiner Thesen zu steil ausfielen: Solange es streitbare Autoren wie ihn gibt, bleibt auch das Faltersterben auf der Agenda - und damit im öffentlichen Bewusstsein.

PETER HENNING

Josef H. Reichholf: "Schmetterlinge". Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet.

Hanser Verlag, München 2018. 288 S., geb., 24,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 09.10.2018

Blinder Sommer
Grüne Irrtümer, tückische Gülle: Josef H. Reichholf erklärt,
warum die Schmetterlinge verschwinden und was sich tun ließe, das zu ändern
VON BURKHARD MÜLLER
Vor mehr als einem halben Jahrhundert machte ein Buch Furore, das den Titel trug „Der stumme Frühling“. Die Autorin Rachel Carson sprach darin vom Verschwinden der Vögel, verursacht durch die flächendeckende Verwendung des Giftes DDT. Wollt ihr das wirklich, fragte sie, einen Frühling, in dem kein Vogel mehr singt? Nein, das wollten die Leute nicht; DDT wurde weitgehend verboten, die Vogelbestände erholten sich.
Nun könnte es sein, dass uns ein blinder Sommer bevorsteht – wenn man die Schmetterlinge mit ihren bunten Farben und oft markanten Augenflecken poetischerweise für die Augen der Landschaft erklärt. „Schmetterlinge: Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet“, hat Josef H. Reichholf sein neues Buch betitelt. Reichholf, 73 Jahre alt, hat sich seit seiner Kindheit am niederbayerischen Inn mit wilden Tieren beschäftigt, auch den ganz kleinen, und lange in den Zoologischen Staatssammlungen in München gearbeitet, wo sich die größte Schmetterlingssammlung der Welt befindet.
Obwohl ein angesehener akademischer Wissenschaftler, verkörpert Reichholf doch einen älteren Typus des Biologen; für ihn zählt die persönliche Erfahrung in Wald und Flur mehr als die Ermittlung von Gen-Sequenzen im Labor und die computergestütze Erzeugung von Modellen. „Modelle“, sagt er, „scheinen jedoch umso beliebter zu werden, je weniger die damit befassten Forscher die Natur selbst kennen.“ Als Praktiker, der die Folgen vor Ort sieht, misstraut er den Konzepten der Naturschützer in Ämtern und Politik, die nicht selten das Gegenteil von dem bewirken, was sie wollen – etwa wenn die modernen Kläranlagen derart effizient funktionieren, dass die Gewässer so gut wie keine Nährstoffe und folglich auch keine nennenswerte Fauna mehr enthalten. Das völlig realisierte Ideal des sauberen Gewässers, so merkt er an, ist das tote Gewässer.
Dieser wache erfahrene Blick ist unerlässlich, wenn man herausfinden will, was heute mit den Schmetterlingen passiert. Wenn Reichholf von ihrem gegenwärtigen Niedergang spricht, dann hat das nichts mit Nostalgie für die guten alten Zeiten zu tun. Schon mit fünfzehn Jahren hat er angefangen, Nachtschmetterlinge systematisch in speziell konstruierten Lichtfallen zu fangen, und das Resultat gewissenhaft analysiert. Übrigens legt er Wert darauf, dass er die eingefangenen Insekten hinterher wieder lebend freilässt.
Er verfügt also über verlässliches statistisches Material, das sich über sehr lange Zeiträume erstreckt und damit der Gefahr entgeht, dass seine Zahlen von den Zufallswerten der jeweiligen Sommerwitterung oder plötzlichen Massenvermehrungen oder -einflügen verfälscht würden. Schmetterlings-Populationen variieren sehr stark von Jahr zu Jahr; und doch gibt es keinen Zweifel am Gesamttrend, der steil nach unten weist. Die Anzahl der pro Nacht im Schnitt gefangenen Schmetterlinge ging von rund 250 um 1970 auf unter 50 in den jüngsten Jahren zurück; die Zahl der Tagfalter-Spezies in offenem Gelände hat im selben Zeitraum um 73 Prozent abgenommen. Der Schwund beträgt also grob gerechnet drei Viertel bis vier Fünftel sowohl der Arten als auch der Individuen. Inzwischen gibt es mehr Schmetterlinge in den Städten als auf dem Land; aber auch hier droht Veränderung. „Nachverdichtung“ ist das Stichwort der Stunde; sie soll helfen, die „Zersiedlung“ des Landes zu stoppen. Nachverdichtung, sagt der Autor, vernichtet gerade die interessantesten Biotope der städtischen Landschaft. Und wozu? Um die Integrität der zweieinhalb Millionen Hektar Maisäcker in Deutschland zu erhalten, die ökologisch toter Raum sind! Reichholf ist ein Ketzer, der die grünen Dogmen einer Prüfung unterzieht, der sie nicht immer standhalten.
Bei den Vögeln war, wie man spät genug herausfand, das DDT schuld. Und bei den Schmetterlingen? Heutzutage neigt man dazu, wie Reichholf beklagt, alles dem Klimawandel in die Schuhe zu schieben; das ist in gewisser Hinsicht sehr bequem. Doch wenn die Temperaturen steigen, ist das für Insekten, die ja keine eigenen Körperwärme erzeugen können, meistens ein Segen; es wäre eine Zu- und keine Abnahme zu erwarten. Außerdem wirkt ein verändertes Klima auf Insekten und Pflanzen gleichermaßen ein, und wenn eine gewisse Temperatur oder Tageslänge die Bäume dazu bringt, früher auszutreiben, so gilt Entsprechendes auch für die Insekten, die von und an diesen Bäumen leben. Dann startet eben alles Leben einfach zwei Wochen früher. Am Klimawandel also liegt es nicht. Woran aber dann?
Reichholf hat zwei, möglicherweise drei Ursachen im Visier und einen einzigen Verursacher. Erstens die Flurbereinigung, die massiv seit den Siebzigern griff und die kleinräumige Strukturen wie Raine, Hecken und Kleingewässer zerstörte. Sie allein aber hätte das gegenwärtige Desaster noch nicht hervorgebracht. Zweitens und als Hauptschuldigen macht Reichholf die allgemeine Überdüngung namhaft. Sie führt – und damit hätte der Leser gewiss nicht gerechnet – zu einer Abkühlung in dem für Insekten lebensentscheidenden Bereich, dem Mikroklima dicht überm Boden, weil nämlich die Pflanzen rascher und lückenloser wachsen als je zuvor und Schatten und Feuchtigkeit verbreiten, wo Insekten doch Sonne und Wärme brauchen. Eine erhebliche Menge der ausgebrachten Gülle und des Mineraldüngers steigt in die Luft auf und landet auch in Bereichen, die mit der Landwirtschaft nichts zu tun haben, in Wäldern und Gärten zum Beispiel. Und drittens spielen die Insektengifte eine Rolle, die aber, wie der Autor meint, noch nicht gut erforscht ist und möglicherweise überschätzt wird.
Verursacher ist in jedem der drei Fälle die industrialisierte Landwirtschaft. Ihr erklärt Reichholf den Krieg; und das ist der eigentlich aktuelle Aspekt seines Buchs. Es lohnt sich, seine Argumentation nachzuzeichnen, warum wir sie als den eigentlichen Feind zu betrachten haben. Die IL (wenn man sie einmal so abkürzen will) stiftet weit größeren Schaden als sämtliche sonstige Problemkomplexe, die die Debatte beherrschen – und genießt Immunität von allen Verordnungen. Wie kann man mit solcher Energie auf die Diesel-Emissionen losgehen, wenn das, was regelmäßig auf mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands gekippt und gespritzt wird, so viel verheerendere Folgen hat?
Man sollte ferner Abstand von der Vorstellung nehmen, dass „die Bauern“ besonderen Schutzes und besonderer Schonung bedürften: Was einmal die Bauernschaft war, ist untergegangen, mehr als 90 Prozent der Betriebe haben in den letzten Jahrzehnten aufgeben müssen, geblieben ist eine gewisse Anzahl von Agrar-Unternehmern. Man fördert in der Landwirtschaft nicht mehr „das Land“, sondern nur noch eine Minderheit der Menschen, die dort ansässig sind: eine kleine Lobby mit unverschämten Ansprüchen. Lebensfähig sind diese Betriebe nur aufgrund eines aberwitzigen Subventions-Systems, das sie gerade bei den unsinnigsten und schädlichsten Projekten unterstützt, also zum Beispiel bei der Umstellung auf die Produktion von Biosprit aus Mais und Raps. Heraus kommt eine staatliche Planwirtschaft, schlimmer als im Sozialismus – schlimmer, weil auf ihre Weise durchaus erfolgreich. Es wird nämlich viel zu viel produziert; und während im sonstigen Kapitalismus solche Überkapazitäten rasch durch Konkurrenzdruck ausgemerzt werden, greift hier ein gänzlich unangebrachter Protektionismus, der die Butterberge und Milchseen hegt und pflegt wie ein Naturschutzgebiet. Die Schmetterlinge werden von unseren Steuergeldern ausgerottet. Reichholf ist gelinde im Ton, doch radikal in dem, was er meint. Dass das europäische Agrarsystem sich reformieren ließe, hält er für ausgeschlossen; doch erwartet er zuversichtlich dessen Zusammenbruch: Dann erst gibt es eine neue Chance.
Wenn man Reichholfs Buch am Ende dennoch nicht in erbitterter, sondern in heiterer Stimmung aus der Hand legt, so liegt das an der Art, wie er zu erzählen vermag und den Leser an seiner lebenslangen Verzauberung durch die Schmetterlinge teilhaben lässt. Schmetterlinge sind (obwohl sie selbst davon wenig wissen können) einfach wunderschön; und nicht von ungefähr nennt das Griechische Schmetterling und Seele mit demselben Wort: psyche. Reichholf spricht davon, dass er auch nach sechs Jahrzehnten dieser Beziehung immer noch Schmetterlinge im Bauch fühlt. Das bedeutet bei ihm Anderes und Unbildlicheres als in den gängigen Kontaktanzeigen.
Josef H. Reichholf: Schmetterlinge: Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet. Hanser Verlag, München 2018. 287 Seiten, 24 Euro.
Es ist allzu bequem,
alles dem Klimawandel in die
Schuhe zu schieben
Das europäische Agrarsystem zu
verändern erscheint aussichtslos,
aber es wird zusammenbrechen
Insektenabweisender Kleidersack, 1989.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Peter Henning schätzt Josef H. Reichholf für seine streitbaren Thesen zum Faltersterben. Ein wichtiges Thema, wie Henning feststellt. Reichholfs Buch scheint ihm allerdings entomologisches Grundwissen vorauszusetzen und sich also vor allem an Insektenkundler zu richten. Letztere sowie interessierte Laien finden laut Henning im Buch auf gängige Beobachtungen und Argumente gründende Ursachenforschung zum Faltersterben. Besonders spannend findet Henning die einzelnen Falterbeispiele zum Kohlweißling oder dem Schillerfalter. Wer sich für weiterführende Informationen interessiert, dem empfiehlt Henning den "exzellenten" Band "Das große Insektensterben" von Andreas H. Segerer und Eva Rosenkranz.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Reichholf bietet nicht nur einen - oft unterhaltsamen - Einblick in seine Feldforschung, er möchte zugleich die Begeisterung für die Schmetterlinge wecken, und das gelingt ihm." Andrea Lüthi, NZZ am Sonntag, 9.12.18 "Die Schmetterlinge werden von unseren Steuergeldern ausgerottet. Reichholf ist gelinde im Ton, doch radikal in dem, was er meint ... Wenn man Reichholfs Buch am Ende dennoch nicht in erbitterter, sondern in heiterer Stimmung aus der Hand legt, so liegt das an der Art, wie er zu erzählen vermag und den Leser an seiner lebenslangen Verzauberung durch die Schmetterlinge teilhaben lässt." Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung, 09.10.18 "Sein neues Buch wird bei jenen auf Interesse stoßen, denen langsam klar wird, dass Schmetterlinge nicht bloß schön anzuschauen sind, sondern auch und vor allem als veritable Bio-Indikatoren zu verstehen sind, denen es nach und nach an den Kragen geht ... Das Buch ... lenkt den Blick auf Vorgänge innerhalb des gesamten Ökosystems, die alle angehen, ob nun Falterkenner oder nicht." Peter Henning, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.18 "Und so wird aus einer kurzweiligen Lektüre ein erschreckendes Manifest für ein Umdenken in Stadt und Land." Peter Laufmann, Natur, April 19