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Der Traum von einer gerechteren Welt - in seinem Namen wird Gutes getan, aber auch getötet und Gewalt ausgeübt. Dies bekommt Katerina zu spüren, als sie in die Hände von Terroristen fällt. Ihr Vater Kostas Charitos dreht fast durch. Er, der Kommissar, muß jetzt stillhalten, Geduld haben, Nerven beweisen.

Produktbeschreibung
Der Traum von einer gerechteren Welt - in seinem Namen wird Gutes getan, aber auch getötet und Gewalt ausgeübt. Dies bekommt Katerina zu spüren, als sie in die Hände von Terroristen fällt. Ihr Vater Kostas Charitos dreht fast durch. Er, der Kommissar, muß jetzt stillhalten, Geduld haben, Nerven beweisen.
Autorenporträt
Petros Markaris, geboren 1937 in Istanbul, ist Verfasser von Theaterstücken und Schöpfer einer beliebten griechischen Fernsehserie, er war Co-Autor von Theo Angelopoulos (Regisseur von Der Bienenzüchter , Der Blick des Odysseus etc.) und hat deutsche Dramatiker wie Brecht und Goethe ins Griechische übertragen zuletzt Faust I und II in Versform. Mit dem Schreiben von Kriminalromanen begann er erst Mitte der neunziger Jahre. Heute ist er die griechische Stimme in der zeitgenössischen Literatur, seine Romane erscheinen in 13 Sprachen und sind international preisgekrönt (zuletzt mit dem Pepe-Carvalho-Preis für Kriminalliteratur). Petros Markaris lebt in Athen.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 12.11.2007

Komik und Tabu
Petros Markaris im Literaturhaus Frankfurt

Die gefüllten Tomaten seiner Mutter sind unvergessen. Längst hat sie Petros Markaris seinem Helden vermacht. Wie die Wörterbücher, die er am liebsten liest, wie seine sarkastischen Kommentare über Athen und die Athener, die seine Tochter mit seinen Kriminalromanen nun noch einmal über sich ergehen lassen muss. Eines hätte man gern noch erfahren: ob er auch einen klapprigen Mirafiori durch die verstopften Straßen der griechischen Hauptstadt steuert wie sein schrulliger Kommissar Kostas Charitos. Ansonsten war sein Auftritt vor großem Publikum im Frankfurter Literaturhaus perfekt, die Moderation der Literaturwissenschaftlerin und Autorin Hanne Kulessa souverän: ein vergnüglicher Leseabend, zu dem die Europäische Zentralbank im Rahmen ihrer diesjährigen Kulturtage mit griechischen Künstlern geladen hatte.

Selten haben die Zuhörer im ausverkauften Großen Saal so viel und so spontan gelacht. Schon in der Einführung hatten sie Grund dazu, als der Gast in fließendem Deutsch eine Krimi-Theorie über Goethes "Faust" zu entwickeln begann. Hanne Kulessa schnitt ihm charmant das Wort ab, damit das Publikum in den Genuss des "Großaktionärs" (Diogenes) kommen konnte. So heißt Markaris' jüngster Krimi, der in zwei Handlungssträngen von einem Terroranschlag auf eine griechische Fähre vor Kreta erzählt und von einem Serienkiller, der sich auf Werbestars spezialisiert hat. Der Autor las drei Kapitel und nach viel Applaus noch ein viertes aus der deutschen Übersetzung von Michaela Prinzinger. Er hätte für seine anwesenden Landsleute ruhig auch eine Passage aus dem griechischen Original vortragen können.

Nicht das Verbrechen steht im Mittelpunkt seiner Romane. Markaris interessiert sich eher für die Korruption in der Politik und das Lügengeflecht namens Gesellschaft. Beinahe hätte man es an diesem Abend überhört, so beiläufig war die Rede von den griechischen Freiwilligen, die an der Seite ihrer orthodoxen serbischen Glaubensbrüder in Srebrenica gewütet hatten. Es waren nur hundert, dennoch schweigen die Griechen seit der Entdeckung der Massengräber über diese Beihilfe zum bosnischen Völkermord. Markaris hat das Tabu mit seinem neuen Roman gebrochen, ließ aber den Konfliktstoff bei seiner amüsanten Lesung nur so zart anklingen, dass niemand aus dem fragefreudigen Publikum nachhakte. Mit Humor, Witz und Ironie lässt sich ein Kulturland einfach besser repräsentieren.

Wie kommt es, dass ein griechischer Schriftsteller sein Publikum so fehlerlos auf Deutsch unterhält? Markaris, 1937 als Sohn eines armenischen Kaufmanns und einer in der Türkei aufgewachsenen Griechin in Istanbul geboren, hat ebendort das Österreichische Gymnasium besucht. Kein Wunder, dass er sich bei einer so polyglotten Herkunft und Sozialisierung vor allem als Europäer fühlt. 1965 zog er nach Athen, wo er noch heute als freier Autor lebt. Vorher allerdings hatte er in Wien und Stuttgart wohlweislich Ökonomie studiert. Er hat Drehbücher verfasst und eine Fernsehserie geschrieben, wurde aber erst 1995 mit seinem ersten Charitos-Krimi richtig populär. Seitdem verlangt sein Kommissar immer wieder neue Fälle von ihm. Den nächsten wird Charitos wohl im kommenden Februar gelöst haben: in Istanbul.

CLAUDIA SCHÜLKE

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