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Der vietnamesische Revolutionär und Politiker Ho Chi Minh (1890-1969) ist im Westen vor allem als Ikone der 68er-Bewegung bekannt. Die einstige Symbolfigur des antikapitalistischen Guerrillakampfes wird heute aber auch mit Terror und Unterdrückung in Verbindung gebracht. Dabei ist das Leben des Meisters der Tarnung, der immer wieder Namen und Identitäten wechselte, rätselhaft geblieben. Martin Großheim beschreibt auf der Grundlage bisher unbekannter Quellen die Laufbahn Ho Chi Minhs von seiner Kindheit im Hause eines konfuzianischen Gelehrten über seine Politisierung in Paris und Moskau und…mehr

Produktbeschreibung
Der vietnamesische Revolutionär und Politiker Ho Chi Minh (1890-1969) ist im Westen vor allem als Ikone der 68er-Bewegung bekannt. Die einstige Symbolfigur des antikapitalistischen Guerrillakampfes wird heute aber auch mit Terror und Unterdrückung in Verbindung gebracht. Dabei ist das Leben des Meisters der Tarnung, der immer wieder Namen und Identitäten wechselte, rätselhaft geblieben. Martin Großheim beschreibt auf der Grundlage bisher unbekannter Quellen die Laufbahn Ho Chi Minhs von seiner Kindheit im Hause eines konfuzianischen Gelehrten über seine Politisierung in Paris und Moskau und den Kampf gegen die Kolonialherrschaft bis zur Präsidentschaft in Nordvietnam. Zur Sprache kommt dabei auch das Privatleben des Asketen, etwa seine weitgehend unbekannte Ehe mit einer Chinesin.
  • Produktdetails
  • Beck'sche Reihe Bd.1997
  • Verlag: Beck
  • Erscheinungstermin: 25. August 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 123mm x 15mm
  • Gewicht: 188g
  • ISBN-13: 9783406622083
  • ISBN-10: 3406622089
  • Artikelnr.: 33192724
Autorenporträt
Martin Großheim, geb. 1963, lehrt als Gastprofessor an der Universität Tokyo und ist Privatdozent für Südostasienkunde an der Universität Passau.
Inhaltsangabe
Vorwort

1 "Nguyen, der bestimmt erfolgreich sein wird"

Kindheit und Jugend in Zentralvietnam (1890-1911) 2 "Nguyen der Patriot"

Von Saigon nach Paris (1911-1923) 3 In der Hauptstadt der Weltrevolution

Lehrjahre in Moskau (1923-1924) 4 Als Komintern-Agent in Kanton

Kader für die vietnamesische Revolution (1924-1927) 5 Von Moskau nach Paris und zurück nach Asien

Die Gründung der Kommunistischen Partei Vietnams (1927-1930) 6 Rebellion und Richtungswechsel in Vietnam

Ausweisung aus Hongkong (1930-1934) 7 Überleben unter Stalin

Kaltgestellt in Moskau (1934-1938) 8 Die Gunst der Stunde

Rückkehr nach Vietnam (1938-1941) 9 "Ho mit starkem Willen und Intelligenz"

Gründung der Viet Minh und Haft in
China (1941-1944) 10 "Wir müssen schnell handeln!" Ho Chi Minh und der Weg in die Unabhängigkeit (1944-1945) 11 "Ich habe euch nicht verkauft!"

Kompromisssuche mit Frankreich (1945-1946) 12 Krieg gegen Frankreich

"Onkel Ho" und Exkaiser Bao Dai
(1946-1949) 13 Im Sog des Kalten Krieges

Der Sieg der Viet Minh und die
Teilung des Landes (1949-1954) 14 Klassenkampf in Nordvietnam

Ho Chi Minh und die Landreform (1954-1956) 15 Die vietnamesische "Hundert-Blumen-Bewegung"

Ho Chi Minh und die Intellektuellen (1956-1957) 16 Zwischen Moskau und Peking

Der Vermittler Ho Chi Minh und sein Rivale Le
Duan (1957-1963) 17 Ein schwankender Präsident

Die Kampagne gegen den "Revisionismus" (1963-1964) 18 "Old Ho", die machtlose Ikone

Im Krieg gegen die USA (1964-1969) 19 Die Inszenierung einer Ikone

Ho Chi Minh heute Epilog Anhang
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 27.12.2011

Entzaubert?
Die Ikone Ho Chi Minh

Er gilt als Meister der Tarnung: Van Ba, Nguyen Ai Quoc oder Ho Quang sind nur drei seiner unzähligen Pseudonyme. Besser bekannt ist er unter dem Namen Ho Chi Minh. Im vietnamesischen Unabhängigkeitskampf spielte er eine Schlüsselrolle, später wurde er zur Ikone der 68er-Bewegung. Unvergessen die "Ho Ho Ho Chin-Minh"-Rufe jener Zeit. Doch wer war Ho Chi Minh? Ein Ausbund des Bösen, wie ihn bis heute die Exil-Vietnamesen betrachten? Oder war er doch die Ikone des vietnamesischen Widerstands gegen den imperialistischen Westen? Martin Großheim will mit seiner Biographie den vietnamesischen Meister der Tarnung demaskieren. Um das zu erreichen, greift er auf bisher unbekannte Quellen zurück, die erst durch den Zusammenbruch der sozialistischen Staaten nach dem Kalten Krieg zugänglich wurden. Im Fokus des Werkes stehen die politischen Begebenheiten, so dass der Leser einen klaren Überblick über die historischen Geschehnisse erhält.

Allerdings handelt Großheim etliche Passagen viel zu kurz ab. Sie wirken dadurch oberflächlich - wie zum Beispiel beim Bericht über einen Ho-Chi-Minh-Brief, in welchem der Revolutionär seine Landsleute zum allgemeinen Aufstand auffordert. Wie Ho Chi Minh das tut, verschweigt Großheim dem Leser. Er lässt Ho Chi Minh nicht zu Wort kommen. War dessen Appell emotional? War er pathetisch? Oder doch eher nüchtern und rational? Man erfährt es nicht. Vielmehr schreitet Großheim in Riesenschritten voran. So lautet der darauf folgende Satz: Ab Mitte August 1945 übernahm die Viet Minh die Macht in Vietnam. Und damit ist auch dieser Teil der Geschichte abgehakt. Ebenfalls negativ fällt der reißerische Klappentext auf, in dem unter anderem angepriesen wird, Großheim untersuche in der vorgelegten Biographie die weitgehend unbekannte Ehe Ho Chi Minhs mit einer Chinesin: Ganze 16 Zeilen widmet der Autor diesem Umstand.

Die Stärken liegen eindeutig im hinteren Teil des Buches, wenn Großheim die Inszenierung Ho Chi Minhs zur Revolutionsikone offenlegt, sei es durch die Verlegung des Todestages, die Änderung des Testaments oder durch die posthume Idealisierung des Revolutionärs als Theoretiker. Insgesamt zeichnet der Autor ein sehr abstraktes Bild von Ho Chi Minh. Das Buch wirkt geradezu lexikalisch und kann schon wegen seiner Kürze dem interessierten Leser höchstens als Einstieg dienen, um einen Überblick über Ho Chi Minhs Lebensstationen zu erhalten. Dessen wahre Persönlichkeit wird jedenfalls nicht enttarnt.

MICHAEL RADUNSKI.

Martin Großheim: Ho Chi Minh - Der geheimnisvolle Revolutionär. C. H. Beck Verlag, München 2011. 190 S., 12,95 [Euro].

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