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Statistik ("Staatenkunde"), Wahrscheinlichkeitsrechnung und die Philosophie der Wahrscheinlichkeit sind auch als "siamesische Drillinge" bekannt. Das Buch analysiert den Werdegang der Statistik und zeigt Verbindungen zwischen der internalistischen Geschichte der Formalismen und Werkzeuge sowie der externalistisch orientierten Geschichte der Institutionen auf. Der Spannungsbogen erstreckt sich vom Vorabend der Französischen Revolution bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs, wobei Frankreich, Deutschland, England und die USA ausführlich behandelt werden. Was haben Richter und Astronomen…mehr

Produktbeschreibung
Statistik ("Staatenkunde"), Wahrscheinlichkeitsrechnung und die Philosophie der Wahrscheinlichkeit sind auch als "siamesische Drillinge" bekannt. Das Buch analysiert den Werdegang der Statistik und zeigt Verbindungen zwischen der internalistischen Geschichte der Formalismen und Werkzeuge sowie der externalistisch orientierten Geschichte der Institutionen auf. Der Spannungsbogen erstreckt sich vom Vorabend der Französischen Revolution bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs, wobei Frankreich, Deutschland, England und die USA ausführlich behandelt werden. Was haben Richter und Astronomen gemeinsam? Wer waren die "politischen Arithmetiker"? Was ist ein "Durchschnittsmensch"? Wie ändert sich im Laufe der Zeit das, was man "Realismus" nennt? Kann man vom Teil auf das Ganze schließen? Und wenn ja, warum? Welche Rolle spielt der Franziskanerorden? Wir begegnen Adolphe Quetelet, Karl Pearson, Egon Pearson, Francis Galton, Emile Durkheim und vielen anderen. Glücksspiele, Zufall, Bayesscher Ansatz, das St. Petersburger Paradoxon, der Choleravibrio, Erblichkeit, das Galtonsche Brett, Taxonomie, Wahlprognosen, Arbeitslosigkeit und Ungleichheit, die Entstehung der Arten, die Ordnung der Dinge und die Dinge des Lebens - das sind die Themen des Buches.
  • Produktdetails
  • Verlag: Springer, Berlin
  • Artikelnr. des Verlages: 10932742
  • Erscheinungstermin: 2. März 2005
  • Deutsch
  • Abmessung: 239mm x 156mm x 32mm
  • Gewicht: 681g
  • ISBN-13: 9783540206552
  • ISBN-10: 3540206558
  • Artikelnr.: 13424424
Autorenporträt
Alain Desrosières, Institut National de la Statistique et des Etudes Economiques, Paris
Inhaltsangabe
Einleitung: Soziale Tatbestände als Dinge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 Eine anthropologische Sicht auf die Wissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . 4 Beschreibung und Entscheidung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Wie man dauerhafte Dinge macht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Zwei Arten der historischen Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 1 Präfekten und Vermessungsingenieure . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Deutsche Statistik: Identifizierung der Staaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Englische politische Arithmetik: Entstehung der Expertise. . . . . . . . . 26 Französische Statistik des Ancien Régime: Intendanten und Gelehrte 30 Revolution und Erstes Kaiserreich: Die "Adunation' Frankreichs . . . 36 Peuchet und Duvillard: schreiben oder rechnen? . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 Wie man Diversität durchdenkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 2 Richter und Astronomen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Aleatorische Verträge und faire Abmachungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52 Konstruktiver Skeptizismus und Überzeugungsgrad . . . . . . . . . . . . . . . 58 Der Bayessche Ansatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 Der "goldene Mittelweg': Mittelwerte und kleinste Quadrate . . . . . . 70 Messungsanpassungen als Grundlage für Übereinkünfte . . . . . . . . . . . 75 3 Mittelwerte und Aggregatrealismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 Nominalismus, Realismus und statistische Magie . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Das Ganze und seine Trugbilder . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Quetelet und der "Durchschnittsmensch' . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 Konstante Ursache und freier Wille. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 Zwei kontroverse Fälle aus der medizinischen Statistik . . . . . . . . . . . . 93 Eine Urne oder mehrere Urnen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99 Der angefochtene Realismus: Cournot und Lexis . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 Durchschnittstyp und Kollektivtyp bei Durkheim . . . . . . . . . . . . . . . . 108 Der Realismus der Aggregate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114 4 Korrelation und Ursachenrealismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117 Karl Pearson: Kausalität, Kontingenz und Korrelation . . . . . . . . . . . . 120 Francis Galton: Vererbung und Statistik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127 Schwer zu widerlegende Berechnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138 Fünf Engländer und der neue Kontinent . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144 Kontroversen über den Realismus der Modelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152 Yule und der Realismus der administrativen Kategorien . . . . . . . . . . . 156 Epilog zur Psychometrie: Spearman und die allgemeine Intelligenz . 162 5 Statistik und Staat: Frankreich und Großbritannien . . . . . . . 165 Französische Statistik - eine diskrete Legitimität . . . . . . . . . . . . . . . . . 169 Entwurf und Scheitern eines Einflußnetzwerks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175 Statistik und Wirtschaftstheorie - eine späte Verbindung . . . . . . . . . . 182 Britische Statistik und öffentliche Gesundheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Martin Hartmann empfiehlt Alain Desrosieres' "Geschichte der statistischen Denkweise" als ein für das Verständnis von Politik und gesellschaftlichen Diskursen enorm relevantes Buch - man denke nur an die konstituive Rolle, die Statistiken beispielsweise für die Debatte um "Überalterung" spielen. Ohne schlagkräftige Zahlen kein Thema. Doch die Ermächtigung der Zahlen, das Vertrauen in ihre Aussagekraft und der gezielte Einsatz von statistischen Werten haben eine wissenschaftliche und eine politische Geschichte, die ins 18. Jahrhundert zurückreicht und vom Autor aufbereitet werden und vor allem eine Erkenntnis ins Zentrum rücken: den Zusammenhang zwischen politischen Interessen und der Herstellung von Objektivität. Und so beschreibt die Statistik "eine Welt, die sie selbst konstruiert, und verändert damit die Welt, die wir kennen".

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Aus den Rezensionen der englischen Auflage:

"Das Buch ist eine philosophische und soziologische Reflexion über die Geschichte der Statistik. Statistik liefert nicht nur eine Beschreibung der Welt, sondern trägt gleichzeitig zu deren Neugestaltung bei. [...] Die Kluft zwischen dem Erfundenen und dem Entdeckten, zwischen dem Realen und dem Konstruierten hat unter Historikern, Philosophen, Soziologen und Naturwissenschaftlern zu einer zunehmend fruchtlosen Debatte über das Wesen der Wissenschaft geführt. [...] Das große Verdienst des Buches besteht darin, daß es einen Weg aus der Sackgasse zeigt, indem es statistische Entitäten als gleichzeitig real und konstruiert, als entdeckt und erfunden darstellt. Die kreativsten Metaphysiker sind heutzutage möglicherweise nicht in den Kreisen der Philosophen, Poeten oder Physiker zu finden, sondern unter den Verwaltungsstatistikern."

Lorraine Daston, London Review of Books

Aus den Rezensionen:

"Statistische Methoden haben enormen Einfluß auf die gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge. Das Buch beschreibt diese, und bietet ... unersetzliches Hintergrund-wissen [sic] für alle, die mit Statistik befaßt ... sind. ... Der Spannungsbogen erstreckt sich vom Vorabend der Französischen Revolution bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs, wobei Frankreich, Deutschland, England und die USA ausführlich behandelt werden ..."

(in: Praxisjournal Buch, 2007, Issue Mai, S. 12)