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»Durch das eiserne Gitter vor dem winzigen Fenster schimmerte bleich der Mondhimmel hinein. In der dämmrigen, heißen Zelle schwirren lautlos die Moskitos. Die Wanzen von Tiberias hingegen werden sogar in den Reiseführern erwähnt ... Doch alle Augenblicke sage ich mir: Ich bin in Tiberias! Diese Nacht war eine der glücklichsten in meinem ganzen Leben.« In den farbenprächtigen, poetischen Reisebildern des »Sonnentempel« beschwört Iwan Bunin die Magie der Orte und die Faszination des Unterwegsseins im Orient. Die sowohl sinnlichen als auch präzisen Beschreibungen sind verwoben mit Bildern aus der…mehr

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Produktbeschreibung
»Durch das eiserne Gitter vor dem winzigen Fenster schimmerte bleich der Mondhimmel hinein. In der dämmrigen, heißen Zelle schwirren lautlos die Moskitos. Die Wanzen von Tiberias hingegen werden sogar in den Reiseführern erwähnt ... Doch alle Augenblicke sage ich mir: Ich bin in Tiberias! Diese Nacht war eine der glücklichsten in meinem ganzen Leben.« In den farbenprächtigen, poetischen Reisebildern des »Sonnentempel« beschwört Iwan Bunin die Magie der Orte und die Faszination des Unterwegsseins im Orient. Die sowohl sinnlichen als auch präzisen Beschreibungen sind verwoben mit Bildern aus der mythischen und realen Vergangenheit, aus der Bibel, dem Koran und der Dichtung. Weitere Erzählungen aus den Jahren 1897-1924 zeigen Bunin auf einer Frachtschiffahrt durch den Suez-Kanal, in den Glarner Alpen, in Tempelanlagen auf Ceylon, bei den Opferaltären von Baalbek und in der ukrainischen Steppe. Es war für ihn eine der größten Entbehrungen, daß er, der die ganze Welt gesehen hatte, als Emigrant aufs Reisen verzichten musste.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Dörlemann eBook
  • Seitenzahl: 416
  • Erscheinungstermin: 28.07.2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783908778547
  • Artikelnr.: 41220283
Autorenporträt
Ivan Alekseevic Bunin (* Voronez 1870, † Paris 1953) entstammte einer russischen Adelsfamilie und verbrachte seine Kindheit und Jugend in der russischen Provinz. Er tat sich zunächst als Lyriker und Übersetzer hervor, wandte sich aber zunehmend erzählenden Genres zu. Seine bekannteste Novelle, "Der Herr aus San Francisco", erschien 1915 und zeichnet sich durch eine für Bunin eher untypische bissige Sozialkritik aus. Wenige Jahre nach der kommunistischen Revolution emigrierte Bunin nach Konstantinopel und von dort nach Frankreich, wo er bis zu seinem Lebensende weiter publizierte. 1933 konnte er als erster russischer Schriftsteller den Nobelpreis entgegennehmen. Erst nach Stalins Tod wurde Ivan Bunins Emigrationswerk auch in der Sowjetunion gedruckt.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 14.10.2008

Dritter Klasse, bitte
Der Nicht-Tourist: Iwan Bunins literarische Reisebilder Von Andreas Dorschel
Ceylon, März 1911. Der russische Schriftsteller Iwan Bunin, wieder einmal auf Reisen, versucht eine Fahrkarte von Colombo nach Anuradhapura zu erstehen. „Third class, Anuradhapura! Dritter Klasse, Anuradhapura!” „First class?”, fragt der englische Schalterbeamte, „Erster Klasse?”. „No, third class!”, ruft Bunin. „Yes, first class!”, antwortet der Engländer und wirft ihm eine Fahrkarte erster Klasse hin. Bunin wird wütend: „Hören Sie, das hängt mir zum Halse heraus! Ich will alle Besonderheiten des Landes erfahren, sein ganzes Leben, alle seine Bewohner, bis hin zu dem letzten ,Minderwertigen‘, wie Sie die Farbigen zu nennen belieben, die natürlich nicht erster oder zweiter Klasse fahren können.” Auch der Kassierer schreit nun. Er ist außer sich darüber, dass ein Weißer den Wunsch haben kann, neben einem Dunkelhäutigen zu sitzen. Er warnt vor Insekten, die Bunin unter Ceylonesen befallen könnten.
Doch der Schriftsteller gibt nicht nach. Endlich erhält er das gewünschte Ticket und lässt sich triumphierend im Waggon dritter Klasse nieder. Er wartet auf die fremden Reisegefährten. Doch keine Einheimischen steigen zu. Endlich streckt er den Kopf aus dem Fenster, um der Sache auf den Grund zu kommen: An sein Abteil steht groß mit Kreide geschrieben, es sei reserviert. Die britische Eisenbahngesellschaft hat ihre Sorte Anstand durchgesetzt. Das Ende der Geschichte indes gehört Bunin: An der nächsten Haltestelle steigt er aus seinem Waggon aus, und läuft, „wie ein Dieb”, hinüber in die vierte Klasse, die vollgestopft ist mit, nach der kolonialen Sprache, ,Minderwertigen‘.
Iwan Aleksejewitsch Bunin (1870 - 1953) war ein Reisender aus Passion, der Gegentyp zum Touristen. Der Tourist betrachtet das Ferne wie im Fernseher, als Nahes. Bunin hingegen ließ sich vorbehaltlos auf das Fremde ein. Dieser zum Entdecken von Schönheit hell Begabte verschloss nicht die Augen vor Schmutz und Elend. Seine Reiseberichte aus Russland, der Ukraine, aus dem zentralen und dem westlichen Europa, vor allem aber die aus dem Orient, aus dem Osmanischen Reich, dem Nahen Osten, aus Ägypten und Palästina, gerieten ihm zu Zeitungsartikeln für die Ewigkeit.
Denn Bunin sieht in dem, was etwas ist, auch immer, was es war. Alles, was ihm erscheint, wird stärkste sinnliche Präsenz und doch zugleich ein Schacht in die Vergangenheit. Das eine steht dem anderen nicht im Wege – beide Qualitäten steigern einander. Es weben Mythen um die Stätten, die er bereist; die alten Götter hausen noch in ihnen. Aber sie sind keine bloßen Kulissen eines angeblich tieferen übersinnlichen Seins. Ihr sinnliches Sein macht sie aus und wird bei Bunin Sprache.
Eine Reise markiert auch den tiefsten Einschnitt in Bunins Leben. Am 6. Februar 1920 bestiegen er und seine Frau das Schiff „Dmitry” in Richtung Konstantinopel, um das bolschewistische Russland für immer zu verlassen. Der konsequenteste Anti-Tourist ist der Emigrant. In der Novelle „Das Ende” schreibt er 1921: „Plötzlich erwachte ich ganz, plötzlich ging mir ein Licht auf: ja, das ist es, so ist es! Ich bin auf dem Schwarzen Meer, ich bin auf einem fremden Schiff, ich fahre aus einem bestimmten Grund nach Konstantinopel, mit Russland hat es ein Ende, und alles, mein ganzes bisheriges Leben ist zu Ende, selbst wenn ein Wunder geschieht und wir nicht umkommen, diesem bösen eisigen Abgrund entkommen.” Warum zu Ende? Weil in Wahrheit nur zu reisen vermag, wer auch nach Hause zurückkehren kann.
Bunins Reisebilder aus dem Jahren 1897 bis 1924 wurden, mit wenigen Ausnahmen, nie ins Deutsche übersetzt. Dorothea Trottenberg hat sie nun in einer Weise verdeutscht, die schwer zu übertreffen sein dürfte. Trottenberg fängt ein, was immer eine Übersetzung dieser farbenreichen und nuancierten Texte einfangen kann. Und der Züricher Dörlemann Verlag hat aus all dem ein ausschweifend schönes Buch gemacht.
Iwan Bunin
Der Sonnentempel
Literarische Reisebilder. Aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Dörlemann Verlag, Zürich 2008.
416 Seiten, 24,90 Euro.
Bunins Reiseberichte sind Zeitungsartikel für die Ewigkeit
Als Reisender war Bunin das Gegenteil eines Touristen, der sich das Ferne nah heranholt, ohne darin involviert zu sein. Wo immer Bunin hinkam (wie hier nach Ceylon), suchte er den direkten Kontakt. Bei Zugreisen löste er 3., nicht 1. Klasse. Foto: aus dem besprochenen Band / Russian Archive, Leeds
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 29.01.2009

Russische Provinz als Lebenselixier

Im Nachhinein scheint es wie eine Fügung, was mit Iwan Bunin geschehen ist: Als kleines Kind musste er, als sein Vater den Rest des Vermögens einer einst angesehenen Familie verschleudert hatte, aus der Stadt aufs Land in die tiefste russische Provinz ziehen. Doch das, was wie Verbannung wirkte, wurde für den in ärmlichen Verhältnissen Heranwachsenden zum Lebenselixier einer sich entwickelnden Dichter-Persönlichkeit, die ihre Krönung erfuhr, als Bunin 1933 als erster Russe den Literaturnobelpreis erhielt. Gewürdigt wurden damit vor allem seine hellsichtigen Beobachtungen einer Heimat in der wirren Umsturzepoche zwischen Zarenherrschaft und Revolution, die ihn selbst ins Exil nach Frankreich trieb. Doch dass nicht nur die großen Romane und Erzählungen Bunins einen hohen Rang haben - durchaus auf Augenhöhe mit Tolstoi und Tschechow -, sondern auch die Nebenwerke außerordentliche Bedeutung besitzen, zeigen die hier unter dem Titel "Sonnentempel" zusammengefassten und fast alle erstmals in der kongenialen Übersetzung durch Dorothea Trottenberg auf Deutsch vorliegenden "Literarischen Reisebilder" - Früchte einer Kindheit voller Träume vom Reisen und einer unstillbaren Sehnsucht, der Enge des Elternhauses und der Grabesstille der russischen Weite zu entkommen. Gerade achtzehn Jahre alt, ist Bunin zum ersten Mal unterwegs, und von nun an wird er zu einem leidenschaftlichen Betrachter der Fremde, im engeren Umkreis zunächst, dann in ganz Europa, später auf Ceylon und im Nahen Osten - mit einem hellsichtigen Blick und einer ungewöhnlichen Sensibilität. Bunin selbst nannte diese Momentaufnahmen "Reisepoeme" und charakterisiert damit treffend einen speziellen Typus der Reportage, die das Faktische mit tiefen Empfindungen umkleidet. "Gegen Mitternacht stieg über der dunkellila Fläche des Meeres ein orangefarbener, trüber Halbmond auf. Safrangelbes Licht am Horizont säend, hing er schrägt über der auf uns zulaufenden, wogenden Dünung und brachte warmen, warmen Wind . . .". Wer mit solcher Kraft beschreiben kann, schafft Bilder für die Ewigkeit, und tatsächlich sind diese Erzählungen zwar Zeitzeugnisse, aber zugleich auf faszinierende Weise zeitlos durch die Intensität der Betrachtung und durch die Schönheit der Sprache - beide solche Verführer, dass man dieses Buch nicht eher aus der Hand legen mag, bis es ausgelesen ist.

tg

"Der Sonnentempel - Literarische Reisebilder" von Iwan Bunin. Dörlemann Verlag, Zürich 2008. 416 Seiten, gebunden, 24,90 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Als wahren Reisenden feiert Cord Aschenbrenner Iwan Bunin, der 1933 als erster russischer Schriftsteller den Literaturnobelpreis bekam, wie der Rezensent ins Gedächtnis ruft. Hingerissen ist er nicht nur von der beachtlichen Aufmerksamkeit, mit der der aus verarmtem Adel stammende Bunin vor dem Ersten Weltkrieg die Eindrücke von seinen Reisen in den Nahen Osten bis nach Ceylon festhielt. Besonders bemerkenswert findet Aschenbrenner die vorurteilsfreie Offenheit, mit der sich Bunin allem Fremden näherte - damit unterschied er sich deutlich von seinen Zeitgenossen. Und bezaubert ist er schließlich von der "erlesenen Eleganz", die den Reisebeschreibungen zu eigen ist, die zudem noch in einer "schönen" Übersetzung von Dorothea Trottenberg vorliegen, wie Aschenbrenner begeistert notiert.

© Perlentaucher Medien GmbH