Kultur, Bildung und Wissenschaft im 20. Jahrhundert (eBook, PDF) - Kroll, Frank-Lothar
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Frank-Lothar Kroll stellt in seinem Lehrbuch vor allem die Motive und Intentionen der Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsentwicklung vom späten Kaiserreich bis zum vereinigten Deutschland in den Mittelpunkt. Er geht dabei von einem weit gesteckten Kulturbegriff aus, der sich den klassischen Manifestationen der Hochkultur in Literatur, Bildender Kunst und Musik ebenso zuwendet wie den vom Aufkommen neuartiger Mechanismen der Massenkommunikation getragenen Erscheinungsformen der Alltags-, Populär- und Medienkultur. Sein Erkenntnisinteresse gilt vor allem den lebensweltlichen Verflechtungen von…mehr

Produktbeschreibung
Frank-Lothar Kroll stellt in seinem Lehrbuch vor allem die Motive und Intentionen der Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsentwicklung vom späten Kaiserreich bis zum vereinigten Deutschland in den Mittelpunkt. Er geht dabei von einem weit gesteckten Kulturbegriff aus, der sich den klassischen Manifestationen der Hochkultur in Literatur, Bildender Kunst und Musik ebenso zuwendet wie den vom Aufkommen neuartiger Mechanismen der Massenkommunikation getragenen Erscheinungsformen der Alltags-, Populär- und Medienkultur. Sein Erkenntnisinteresse gilt vor allem den lebensweltlichen Verflechtungen von Kultur, Bildung und Wissenschaft. Enzyklopädischer Überblick und Forschungsdiskussion werden durch eine aus der umfangreichen Literatur sorgfältig zusammengestellte Bibliografie vervollständigt.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Gruyter, Walter de GmbH
  • Erscheinungstermin: 01.10.2010
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783486701722
  • Artikelnr.: 44415003
Autorenporträt
Frank-Lothar Kroll, 1959 in Aachen geboren, studierte in Bonn und Köln Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie und Religionswissenschaften, Inhaber der Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Technischen Universität Chemnitz. Kroll amtierte ab 1992 als Präsident der Werner Bergengruen-Gesellschaft e. V., erhielt 1996 den Louis Ferdinand Preis des Preußeninstituts und ist seit 1996 Ordentliches Mitglied der Preußischen Historischen Kommission sowie seit 2006 deren amtierender Vorsitzender.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 19.11.2003

Mattigkeit der Gebildeten
Frank-Lothar Krolls Bildungsgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts
Die Enzyklopädie deutscher Geschichte fordert in ihrer nützlichen Dreiteilung von den Autoren Höchstleistungen an darstellerischer Konzentration. Im vorliegenden Band sollen zuerst die großen kulturellen Entwicklungslinien, die Explosion des wissenschaftlichen Wissens und die politische Fixierung auf wechselnde Bildungsziele des besonders kurzen 20. Jahrhunderts zusammengeführt werden. Sodann müssen die aktuellen Forschungskontroversen vom Durchbruch der künstlerischen Moderne um 1910 bis zur Universitätsreform und wissenschaftlichen Wiedervereinigung von 1990 beurteilt werden. Zum Schluss ermöglicht eine verlässliche Arbeitsbibliographie dem Leser das Selbststudium.
Frank-Lothar Kroll hat seinen Zettelkasten gut sortiert. Der Aufweis der Kampfplätze, auf denen um Weimarer Intellektuellendiskurse, polykratische Kulturpolitik im Dritten Reich, den abendländischen Traditionalismus nach 1945, den Paradigmenwechsel von 1968 oder die verzweigte Medienkultur gestritten wurde, ist ihm mit Geschick gelungen.
Um so mehr überrascht es, dass von den Akzenten dieses Forschungskapitels der kulturgeschichtliche Abriss des ersten Teils wenig profitiert. Freimütig bekennt Kroll im Vorwort, die Naturwissenschaften seien seine Sache nicht. Dadurch kommen weder die scharfen Rivalitäten noch die spezifischen Verknüpfungen zwischen kulturzentrierten und biologischen Weltbildern zum Ausdruck, die den Anfang und das Ende dieses wissenschaftsgläubigen Jahrhunderts so markant miteinander verbunden haben. Aber auch von der dramatischen Enteignung der selbstzufriedenen Geschichtswissenschaft durch die Nationalökonomie und die zur Selbständigkeit drängenden Soziologie spürt man wenig. Die Weimarer Republik wird in der klassischen Rechts-Links-Polarisierung gedeutet, obwohl sich der Bürgerkrieg der Kulturwerte mit dem dreipoligen Modell von liberalem Kapitalismus, marxistischem Sozialismus und nationalistischer Rechten inzwischen besser erklären lässt.
Blass bleibt die These vom begrenzten Pluralismus unter der totalitären Kulturpolitik der Nazis. Es gibt ein Plädoyer für die Aufwertung der Inneren Emigration gegenüber der Exilliteratur. Nicht zur Sprache kommt das anhaltende Wechselspiel zwischen Gleichschaltung und Selbstgleichschaltung, zwischen politischem Druck und ökonomischen Interessen, wie es kürzlich am Beispiel des Bertelsmann-Verlages gezeigt worden ist. Der Aufstieg eines Unternehmens wie Bertelsmann zum Symbol der bundesrepublikanischen Lesewelt findet im gesamten Buch nicht statt.
Krolls Interesse gilt der Prägekraft von Wissenschaft und Bildung für die jeweilige „Staatskultur”. Das gilt auch für den abschließenden Vergleich der Bundesrepublik mit der DDR. Für die DDR trifft er recht gut den lustlosen Ton, in dem sozialistischer Humanismus und Antifaschismus mehr sozial disziplinierend verordnet, als geistig gelebt wurden. Für die BRD überzeugt ihn der Soziologe Friedrich H. Tenbruck, der mit seinen Schülern in der „Kritischen Theorie” der sechziger Jahre die Leitphilosophie der westdeutschen Gesellschaft ausgemacht hatte. Die Erfolgsgeschichte der „Frankfurter Schule” stelle die verspätete intellektuelle Gründungsgeschichte der Bundesrepublik dar, und das nicht zu ihrem Vorteil. Ob hier tatsächlich eine Staatskultur geformt worden ist, wird der Leser schwer nachvollziehen können, denn der sorgfältig arrangierte Index der behandelten Personen und referierten Autoren zur Bildungsgeschichte des 20. Jahrhunderts kommt ohne den Namen von Jürgen Habermas aus.
Haben wir ein Jahrhundert des beschleunigten Wandels oder des rasenden Stillstands erlebt? Trotz wachsender Kontroversen um Anfang und Ende des menschlichen Lebens, um neue Wissensbilder und die Macht der elektronischen Medien, sieht der Autor das Jahrhundert intellektuell müde enden. Ein „weitgehend in Selbstzufriedenheit verharrendes Land” hätten die Bildungseliten in die neue Berliner Republik überführt. Hier erklingt einmal mehr die Melodie von der „Mattigkeit der Gebildeten”, wie sie schon die Kulturkritik um 1900 begleitet hat. Aber es muss nicht das letzte Wort zu einer kulturgeschichtlichen Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts sein.
GANGOLF HÜBINGER
FRANK-LOTHAR KROLL: Kultur, Bildung und Wissenschaft im 20. Jahrhundert. Enzyklopädie Deutscher Geschichte, Bd. 65. Oldenbourg Verlag, München 2003. 170 Seiten, 19,80 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Licht und Schatten hat Gangolf Hübinger in Krolls Abhandlung gefunden. Der Autor habe sich der den Bänden der Enzyklopädie Deutscher Geschichte auferlegten Dreiteilung - große Entwicklungslinien, Konflikte im Einzelnen, Bibliografie - und den daraus erwachsenden Anforderungen an "darstellerische Konzentration" gewachsen gezeigt. Überdies sei ihm die Darstellung der bildungspolitisch relevanten Kämpfe von Weimar bis Berlin gut gelungen. Darüber hinaus jedoch hat Hübinger vor allem Mängel und Unzulänglichkeiten ausgemacht: Die intellektuellen wie wissenschaftlichen Grundlagen der Auseinandersetzungen im ersten Drittel des Jahrhunderts bleiben unscharf, die politische Kräfteverteilung der Weimarer Republik wird in der überholten "Rechts-Links-Polarisierung" beschrieben, "die These vom begrenzten Pluralismus unter der totalitären Kulturpolitik der Nazis" kratzt an der Oberfläche; und die Darstellung der "Prägekraft von Wissenschaft und Bildung" für die "Staatskulturen" der beiden deutschen Staaten nach 1945 gelingt nur für die DDR überzeugend. Und ob man das Ende des 20. Jahrhunderts, eine Zeit "wachsender Kontroversen um Anfang und Ende des menschlichen Lebens, um neue Wissensbilder und die Macht der elektronischen Medien" wirklich als intellektuell träge kennzeichnen sollte?

© Perlentaucher Medien GmbH