Immigranten und Schule - Lanfranchi, Andrea

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Unter Fachleuten gilt es als ausgemacht, dass Arbeitsmigranten und deren Fami­ lien, die aus ltalien stammen, in ihren AufnahmeUindem kein Problem fi. ir die psychosoziale Versorgung darstellen. Sie gelten als integriert. Gleiches wird fUr die Situation der Kinder aus diesen Familien in den Schulen der Aufnahme­ Hinder angenommen, die ungleieh gilnstiger eingeschatzt wird als die von Kin­ dem, deren Familien aus Landem stammen, die kulturell weiter von Mitteleu­ ropa entfemt liegen, als dies bei ltalien der Fall ist. Diese Einschiitzung mag bei oberflachlicher Betrachtung zutreffen. Genaueres…mehr

Produktbeschreibung
Unter Fachleuten gilt es als ausgemacht, dass Arbeitsmigranten und deren Fami­ lien, die aus ltalien stammen, in ihren AufnahmeUindem kein Problem fi. ir die psychosoziale Versorgung darstellen. Sie gelten als integriert. Gleiches wird fUr die Situation der Kinder aus diesen Familien in den Schulen der Aufnahme­ Hinder angenommen, die ungleieh gilnstiger eingeschatzt wird als die von Kin­ dem, deren Familien aus Landem stammen, die kulturell weiter von Mitteleu­ ropa entfemt liegen, als dies bei ltalien der Fall ist. Diese Einschiitzung mag bei oberflachlicher Betrachtung zutreffen. Genaueres Hinsehen zeigt, dass die Probleme sozusagen "im Feingeweblichen" liegen. Schon die pauschale Zuordnung "Arbeitsmigranten aus ltalien" ist unzutreffend, denn die Kluft zwischen Nord und Sild wird in diesem Land immer tiefer. In Silditalien -von dort stammen die Familien, die in der vorliegenden Studie un­ tersucht werden - besteht eine Kultur des "Immobilismus", deren Grundzilge Lepsius (1965) in einer subtilen Arbeit dargelegt hat. Der soziokulturelle Immo­ bilismus. so fiihrt Lepsius aus. ist Resultat einer tiefen Kluft zwischen kul­ turellen Leitbildem und soziotikonomischer Situation. Das kulturelle Leitbild der silditalienischen Gesellschaft ist orientiert am Lebensstil des stiidtischen, wirtschaftlich unabhangigen Intellektuellen. Oem entspricht die soziale Lage der Mehrzahl der in Silditalien lebenden Menschen nieht -es ist die Lage von Land­ arbeitem, kleinen Bauem und Handwerkem.
  • Produktdetails
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • 2.Aufl. 1995
  • Seitenzahl: 308
  • Erscheinungstermin: 30. Januar 1995
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 146mm x 22mm
  • Gewicht: 391g
  • ISBN-13: 9783810014207
  • ISBN-10: 3810014206
  • Artikelnr.: 04913346
Inhaltsangabe
1. Einleitung.
2. Problemexposition: SCHULSCHWÄCHEN BEI KINDERN IMMIGRIERTER FAMILIEN.
2.1 Begriffsbestimmungen.
2.1.1 Schulschwäche
lehrplanschwache Kinder.
2.1.2 Immigrantenkinder.
2.2 Statistische Auslegung.
2.2.1 Ausländer in der Schweiz und in Deutschland.
2.2.2 Anteil ausländischer Schüler in allgemeinen Schulen und in Sonderklassen.
2.3 Erklärungsansätze für Schulschwächen: eine ökosystemische Perspektive für die Sonderpädagogik.
2.4 Migration und Schule
Defizite in einem komplexen Forschungsbereich.
2.4.1 Die Schulentwicklung der Kinder in migrationssoziologischen Untersuchungen.
2.4.2 Forschungsergebnisse über "Lern
und Leistungsstörungen" bei Immigrantenkindern.
2.4.3 Interdisziplinärer Überblick
die Rolle der Sonderpädagogik.
2.4.4 Zukunftsbezogene Forschungsfelder.
3. Exkurs: IMMIGRIERTE ITALIENISCHE FAMILIEN.
3.1 Historische Aspekte und gegenwärtige Situation.
3.2 Die Schlüsselposition der Familie in Italien.
3.3 Kulturanthropologische und gesellschaftspolitische Hintergründe süditalienischer Familien.
3.4 Wandlungsprozesse süditalienischer Familien nach der Emigration.
4. Theorie und Methode: DIE FAMILIENBIOGRAPHISCHE FALLREKONSTRUKTIONSMETHODE ALS SINNVERSTEHENDER UNTERSUCHUNGSANSATZ.
4.1 Sozialwissenschaftliche Entwicklungslinien.
4.2 Prinzipien der Grounded Theory (STRAUSS) und der objektiven bzw. strukturalen Hermeneutik (OEVERMANN).
4.3 Strukturgeneralisierung fallbezogen gewonnener Erkenntnisse.
4.3.1 Der Fall als eigenständige Untersuchungseinheit.
4.3.2 Zur Dialektik von Allgemeinem und Besonderem.
4.4 Datenerhebung und Datenanalyse.
4.4.1 Fragestellung und Auswahl der Fälle.
4.4.2 Familienbiographisches Interview, Genogramm, Transkription, Analyse.
5. Untersuchung: FALLREKONSTRUKTION VON DREI SÜDITALIENISCHEN IMMIGRANTENFAMILIEN.
5.1 Familie SARTI: traditional
vorwärtsgewandt.
5.1.1 Vorbereitung der ersten Kontakte und Erstinterview.
5.1.2 Biographische Rekonstruktion: Sequenzanalyse der "objektiven" Daten.
5.1.3 Erstgespräch mit Familie SARTI: "Und dann, hie und da, bin ich in die Schweiz gekommen".
5.2 Familie SICILIANO: traditional
skierotisiert.
5.2.1 Vorbereitung der ersten Kontakte und Erstinterview.
5.2.2 Biographische Rekonstruktion: Sequenzanalyse der "objektiven" Daten.
5.2.3 Erstgespräch mit Familie SICILIANO: "Wenigstens in meinem Dorf ist es Brauch...".
5.3 Familie PUGLIESI: traditional
rückwärtsgewandt.
5.3.1 Ausgangslage und biographische Rekonstruktion.
5.3.2 Erstgespräch mit Familie PUGLIESI: "Ich bin im Jahr gekommen, in welchem der See gefroren ist".
5.4 Verdichtung der Fallstrukturhypothesen der Familien SARTI, SICILIANO und PUGLIESI.
6. Kontrastierung: FAMILIÄRE WIRKLICHKEITSKONSTRUKTE AM BEISPIEL DER BEREICHE LEBENSPLAN UND SCHULE.
6.1 Familie SARTI und SICILIANO: Lebensplan ihrer Kinder und familiäre Lebensentwürfe.
6.1.1 SARTI: "Hauptsache, Sandra wird glücklich".
6.1.2 SICILIANO: "Loretta soll einen Italiener heiraten; wenn sie dann zurück nach Italien kommt, umso besser".
6.2 Familien Sarti und Siciliano zur schulischen Wirklichkeit.
6.2.1 SARTI: "Wir gehen regelmässig mit den Lehrerinnen sprechen und wir sind zufrieden mit ihnen".
6.2.2 SICILIANO: "Es muss immer in die Richtung dort fallen, es ist vergeblich".
6.3 Erklärung der Förder
und Therapieresistenz aufgrund der erarbeiteten Fallstrukturen.
6.4 Überblick.
7. Ausblick: PLÄDOYER FÜR STRUKTURTRANSFORMATIONEN IN DEN SYSTEMEN FAMILIE UND SCHULE.
7.1 Retrospektive.
7.2 Perspektiven.
7.2.1 Die Entfaltung familiärer Strukturtransformationen.
7.2.2 Brücken als Verbindung von Dualismen.
8. Zusammenfassung.
9. Anhang.
9.1 Erste Seite des ersten Interviews mit Familie SARTI.
9.2 Erste Seite des Beobachtungsprotokolls von Familie SARTI.
9.3 Sonderklassen im Kanton Zürich.
9.4 Schullaufbahn von MARIO SICILIANO.
9.5 Schullaufbahn von LAURA PUGLIESI.
10. Literaturverzeichnis.
Genogramme.
Rezensionen
Besprechung von 08.05.2000
Ohne Worte
Der brasilianische Fotograf Sebastiao Salgado hat für den Verlag Zweitausendeins in Frankfurt ein Buch gemacht, das fast ohne Worte auskommt. ”Migranten” heißt es, und zeigt auf 430 Seiten nichts als Menschen. Menschen vor Stacheldrähten, in Gefängnissen, auf leeren Straßen, in Massenlagern, auf der Flucht, in Zelten. Er habe, schreibt er in seinem kurzen Vorwort, die Geschichte einer „in Bewegung geratenen Menschheit” dokumentieren wollen. Denn: Meistens gäben Menschen nicht aus freien Stücken ihre Wurzeln auf. Sechs Jahre lang hat Salgado in 40 Ländern Flüchtlinge fotografiert. Er fotografierte in Lagern, in Slums, oft auf der letzten Station einer langen Flucht. Die Arbeit, so Salgado, habe ihn verändert: Sein Bild von der Zukunft habe sich verdüstert, die Kluft zwischen Arm und Reich erscheine ihm manchmal unüberwindlich. „Auf das, was mich erwartete, war ich nicht vorbereitet. ” Das Bild oben zeigt Waisenkinder in Angola. Rechts unten: Ein Südvietnamese in einem chinesischen Internierungslager. Links unten: Ein kleiner Junge in einem Vorort-Slum von Mexico-City.
ck
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