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Die Kontroverse um die RAF-Ausstellung in Berlin 2005 zeigt, dass die Wunden, die der Terrorismus der 1970er Jahre in unserer Gesellschaft hinterlassen hat, bis heute nicht verheilt sind. Noch ist es zu früh, um schon von einer Historisierung zu sprechen. Die meisten Auseinandersetzungen mit dem Thema sind individueller und biographischer Art. In diesem Band wird der bundesdeutsche Linksterrorismus erstmals aus sozialund kulturhistorischer Perspektive analysiert. Untersucht werden die Subkulturen und Milieus, aus denen der Terrorismus entstanden ist, die staatlichen und institutionellen…mehr

Produktbeschreibung
Die Kontroverse um die RAF-Ausstellung in Berlin 2005 zeigt, dass die Wunden, die der Terrorismus der 1970er Jahre in unserer Gesellschaft hinterlassen hat, bis heute nicht verheilt sind. Noch ist es zu früh, um schon von einer Historisierung zu sprechen. Die meisten Auseinandersetzungen mit dem Thema sind individueller und biographischer Art. In diesem Band wird der bundesdeutsche Linksterrorismus erstmals aus sozialund kulturhistorischer Perspektive analysiert. Untersucht werden die Subkulturen und Milieus, aus denen der Terrorismus entstanden ist, die staatlichen und institutionellen Reaktionen sowie die öffentliche Beschäftigung mit dem Phänomen. Deutlich wird dabei die zentrale Rolle der Medien, wenn es um die gesellschaftliche Bewertung des Terrorismus und seiner Akteure geht.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 408
  • Erscheinungstermin: 12.06.2006
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783593416199
  • Artikelnr.: 37177775
Autorenporträt
Klaus Weinhauer, PD Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter, Jörg Requate, PD Dr. phil., Oberassistent an der Fakultät für Geschichtswissenschaft der Universität Bielefeld. Heinz-Gerhard Haupt ist dort Professor für Allgemeine Geschichte.
Mit Beiträgen von Hanno Balz, Cornelia Brink, Belinda Davis, Donnatella della Porta, Gisela Diewald-Kerkmann, Andreas Musolff, Stephan Scheiper, Detlef Siegfried, Martin Steinseifer, Michael Sturm und Walter Uka
Inhaltsangabe
VorwortEinleitung: Die Herausforderung des "Linksterrorismus"Klaus Weinhauer / Jörg RequatePolitische Gewalt und Terrorismus:Eine vergleichende und soziologische PerspektiveDonatella della Porta Politische Gewalt und Terrorismus:Einige historiographische AnmerkungenHeinz-Gerhard Haupt Subkulturen und EntstehungsmilieusÄsthetik des Andersseins:Subkulturen zwischen Hedonismus und Militanz 1965-1970Detlef Siegfried Tupamaros München:"Bewaffneter Kampf", Subkultur und Polizei 1969-1971Michael Sturm Psychiatrie und Politik:Zum Sozialistischen Patientenkollektiv in HeidelbergCornelia Brink Jenseits von Terror und Rückzug:Die Suche nach politischem Spielraum und Strategienim Westdeutschland der siebziger JahreBelinda Davis Staatsgewalt und Innere SicherheitDer Wandel staatlicher Herrschaftin den 1960er/70er JahrenStephan Scheiper "Verführt" - "abhängig" - "fanatisch":Erklärungsmuster von Strafverfolgungsbehörden und Gerichtenfür den Weg in die Illegalität -Das Beispiel der RAF und der Bewegung 2. Juni (1971-1973)Gisela Diewald-Kerkmann Zwischen "Partisanenkampf" und "Kommissar Computer":Polizei und Linksterrorismus in der Bundesrepublikbis Anfang der 1980er JahreKlaus Weinhauer "Terroristenanwälte" und Rechtsstaat:Zur Auseinandersetzung um die Rolle der Verteidigerin den Terroristenverfahren der 1970er JahreJörg Requate MedienTerrorismus im ö.entlichen Diskurs der BRD:Seine Deutung als Kriegsgeschehen und die FolgenAndreas Musol. Der "Sympathisanten"-Diskurs im Deutschen HerbstHanno Balz Terrorismus als Medienereignis im Herbst 1977:Strategien, Dynamiken, Darstellungen, DeutungenMartin Steinseifer Terrorismus im Film der 70er Jahre:Über die Schwierigkeiten deutscher Filmemacherbeim Umgang mit der realen GegenwartWalter Uka AnhangAutorinnen und AutorenPersonenregister
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 12.04.2007

Der harte Staat
Ein Buch über die RAF, das die Debatte versachlichen kann
Wie wenig Gelassenheit sich eingestellt hat bei der Diskussion über den Terrorismus der 70er Jahre, zeigte schon die Debatte über die geplante und dann abgesagte RAF-Ausstellung in Berlin vor zwei Jahren. Ähnliches wiederholte sich kürzlich in der hitzigen Debatte über die vorzeitige Freilassung von Brigitte Mohnhaupt nach 24-jähriger Haft und die mögliche Begnadigung von Christian Klar. Nur zögerlich kommt eine historisch-sozialwissenschaftlich fundierte Debatte in Gang. Die 15 Beiträge dieses Sammelbands lassen das dominierende, auf Personen fixierte Erklärungsmuster hinter sich und analysieren den Terrorismus im Dreieck von politisch motivierter Gewalt, staatlicher Reaktion und medialem Echo.
Insgesamt bieten die Beiträge eine kulturgeschichtlich intonierte Sozialgeschichte des Terrorismus der 70er Jahre. Bisherige Arbeiten konzentrierten sich meistens auf den deutschen Terrorismus. Wie fruchtbar ein internationaler Vergleich ist, belegt der Aufsatz von Donatella della Porta, die den deutschen mit dem italienischen Terrorismus konfrontiert. Der Hauptunterschied: Der italienische Terrorismus entwickelte sich sehr viel stärker als der deutsche vor dem Hintergrund landesweiter sozialer und wirtschaftlicher Verteilungskämpfe und einem aktiven rechtsradikalen Terrorismus und erst in zweiter Linie als eine Auseinandersetzung mit der Staatsgewalt wie in der Bundesrepublik.
Mehreren Artikeln liegt die These zugrunde, wonach die Auseinandersetzung zwischen Terrorismus und Staatsgewalt in der Bundesrepublik anders verlaufen wäre, wenn die staatliche Reaktion nicht „so übermäßig aggressiv” (Sebastian Scheerer) ausgefallen wäre. Schon nach den ersten Anschlägen stellte der Staat seine Reaktionen im Rahmen extensiv verstandener „innerer Sicherheit” auf „Allzuständigkeit” und „unumschränkte Handlungsfähigkeit” um, was zu „einer gigantischen Expansion des Fahndungsapparats in BKA, Bundesinnenministerium und Bundesamt für Verfassungsschutz” (Stephan Scheiper) führte.
Gisela Diewald-Kerkmann analysiert in ihrem Beitrag – auf der Basis der Ermittlungsakten – die Erklärungsmuster für den Terrorismus, die Strafverfolgungsbehörden und Gerichte in den 70er Jahren erarbeiteten. Die staatlichen Behörden waren vor allem frappiert vom hohen Frauenanteil – rund 60 Prozent – bei den terroristischen Gruppen. Mit dem kräftigen Rückenwind von Seiten der Medien (Bild: „Dieses Mädchen wollte einen Polizisten ermorden!”) kamen Behörden und Gerichte zu erstaunlich simplen Erklärungsmustern. Für sie waren die jungen Frauen von Männern „verführt” oder „abhängig”. Im schlimmsten Fall galten die Terroristinnen gleichsam von Natur aus als „fanatisch”, was sich strafverschärfend auswirkte. Für die vier Wochen, die sie im Untergrund damit zubrachte, Wohnungen, Geld, Pistolen und falsche Ausweise zu besorgen, kassierte Margrit Schiller am 5. Februar 1973 eine Strafe von zwei Jahren und drei Monaten. Ermittlungsbehörden und Gerichte billigten keiner der sechs Frauen, deren Fälle die Autorin anhand der Ermittlungsakten untersuchte, eigene politische Motive und Entscheidungen für ihr Tun zu.
Ebenfalls sehr aufschlussreich ist der Beitrag von Jörg Requate, der sich mit den „Terroristenanwälten” beschäftigt. Die Reform der Strafprozessordnung von 1964 brachte eine spürbare Stärkung der Verteidigerrechte. Als Reaktion auf die terroristischen Anschläge und Morde kam es in den 70er Jahren zu einer „Entliberalisierung von Strafrechts- und Strafprozessrechtsbestimmungen”, die die Anwaltschaft wie die Öffentlichkeit spalteten. Eine Debatte über „linke Anwälte” und die Möglichkeit, diese legal von Verfahren auszuschließen, setzte sofort ein.
Aufgeheizte Stimmung
Requate zeigt, dass sich die „linken Anwälte” zwar selbst als solche betrachteten und auch bezeichneten, dass aber zu keiner Zeit „eine homogene Einheit zwischen Gefangenen und Anwälten” bestand. In den Medien dominierte damals freilich eine so „aufgeheizte Stimmung” (Requate), dass mit dem Paragraphen 138a der Strafprozessordnung die Möglichkeit des Ausschlusses von Verteidigern geschaffen wurde. Dass das höchste Gericht in Karlsruhe die auch unter Juristen höchst umstrittene Gesetzesänderung nicht beanstandete und in seinem Urteil von einer „amtsähnlichen Stellung” der Rechtsanwälte sprach, beruhigte die Stimmung nicht. Die linken Anwälte schlossen sich 1979 zum Republikanischen Anwaltsverein zusammen und verstanden sich fortan als „soziale Gegenmacht” zur staatsnahen Anwaltschaft. Insgesamt ein Buch, das die Debatte erhellt und versachlicht. RUDOLF WALTHER
KLAUS WEINHAUER, JÖRG REQUATE, HEINZ-GERHARD HAUPT (Hg.): Terrorismus in der Bundesrepublik. Medien, Staat und Subkulturen in den 70er Jahren. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2006, 408 Seiten, 29,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rudolf Walther begrüßt diesen Sammelband über den bundesdeutschen Linksterrorismus der 1970er Jahre als Möglichkeit, mehr Sachlichkeit in eine seiner Meinung nach immer noch emotional geführte Debatte zu bringen. Endlich werde nicht eine auf individuelle Personen gestützte Untersuchung vorgelegt, sondern eine Analyse des Terrorismus in Verbindung mit der den staatlichen und medialen Reaktionen darauf versucht, so der Rezensent erfreut. Insbesondere interessant findet er Ansätze, die den Terrorismus mit politisch motivierter Gewalt in anderen europäischen Ländern vergleicht, wie es Donatella della Porta mit dem italienischen Terrorismus unternimmt. Auch hervorhebenswert ist ihm der Beitrag über "linke Anwälte" von Jörg Requate, der zeigt, wie unter der emotionalen Atmosphäre in der Bundesrepublik das Bestreben einsetzte, Anwälte des Linksterrorismus vom Prozess auszuschließen. Alles in allem lobt Walther den Sammelband als erfreulich sachlich und sehr aufschlussreich.

© Perlentaucher Medien GmbH
Der harte Staat
"Die 15 Beiträge dieses Sammelbandes lassen das dominierende, auf Personen fixierte Erklärungsmuster hinter sich und analysieren den Terrorismus im Dreieck von politisch motivierter Gewalt, staatlicher Reaktion und medialem Echo ... Ein Buch, das die Debatte erhellt und versachlicht." (Süddeutsche Zeitung, 12.04.2007)