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In den frühen achtziger Jahren kam der Atomkrieg "vor der Wohnungstür" an. Unter dem Eindruck sich verschärfender internationaler Spannungen warnten die Akteure der in dieser Zeitphase entstehenden Friedensbewegung vor dem Ausbruch eines atomaren Krieges zwischen den Supermächten, der Deutschland und Europa möglicherweise völlig vernichten werde. Dabei bemühten sie sich, den Bürgern gerade auch in ihren alltäglichen Zusammenhängen, nahräumlich und möglichst "konkret" vor Augen zu führen, was ein atomarer Krieg für sie bedeuten könnte: Aktivisten der Friedensbewegung verdeutlichten die…mehr

Produktbeschreibung
In den frühen achtziger Jahren kam der Atomkrieg "vor der Wohnungstür" an. Unter dem Eindruck sich verschärfender internationaler Spannungen warnten die Akteure der in dieser Zeitphase entstehenden Friedensbewegung vor dem Ausbruch eines atomaren Krieges zwischen den Supermächten, der Deutschland und Europa möglicherweise völlig vernichten werde. Dabei bemühten sie sich, den Bürgern gerade auch in ihren alltäglichen Zusammenhängen, nahräumlich und möglichst "konkret" vor Augen zu führen, was ein atomarer Krieg für sie bedeuten könnte: Aktivisten der Friedensbewegung verdeutlichten die möglichen Folgen eines atomaren Krieges am Beispiel des eigenen Wohnortes. Sie adressierten die Ursachen der von ihnen konstatierten Kriegsgefahr als eine auch "vor Ort" stattfindende alltägliche Militarisierung. Und sie begriffen das Eintreten für Abrüstung und Frieden als eine wesentlich lokale Aufgabe.

"Um bis 1983 die Stationierung neuer Atomraketen zu verhindern, muß es uns gelingen, in jeder Stadt, jedem Dorf, in unserer Nachbarschaft ein öffentliches Klima gegen weitere atomare Hochrüstung zu schaffen", formulierte etwa die DFG-VK, eine traditionsreiche links-antimilitaristische Gruppierung, den Anspruch auf eine nahräumlich ausgerichtete politische Mobilisierung. Diese sollte sich nicht allein an Regierungen wenden, sondern ebenfalls niedrigskaliert organisiert werden und in die alltäglichen Zusammenhänge ausgreifen:

"Überlassen wir den täglichen Kampf um die Köpfe und Herzen der Menschen in unserem Land nicht den Raketenbefürwortern, sondern popularisieren wir vor Ort unsere Forderungen, Argumente und Alternativen. Lernen wir es, dorthin zu gehen, wo die Menschen leben, arbeiten und feiern. Suchen wir nicht allein den Erfolg im Großen, sondern lernen wir es, uns zu freuen über das ›Nein‹ unseres Nachbarn, Kollegen, Mitschülers oder Verwandten. Befähigen wir uns, in unseren Aktionen die ›atomare Bedrohung‹ überall zum Thema zu machen: an unserem Arbeitsplatz, in der Schule, der Universität, in den Vereinen, Kirchengemeinden, den politischen Parteien, in unserem Wohngebiet."

Obgleich die Friedensbewegung der achtziger Jahre in ihrer Hauptargumentation gegen den NATO-Doppelbeschluss gerichtet war und insbesondere die mit diesem möglich werdende Stationierung neuer atomarer Waffen in der Bundesrepublik und Europa kritisierte, blieb der Fokus dieser sozialen Bewegung somit nicht auf die Ebene nationalstaatlich oder international entstandener Entscheidungen beschränkt. Handeln "für den Frieden", "gegen den Krieg" wurde vielmehr auch als eine nahräumliche Aufgabe und Kompetenz herausgestellt. Die Akteure der Friedensbewegung griffen so in die institutionalisierte räumliche Ordnung politischer Prozesse und politischer Kompetenzen ein; sie definierten einen konventionell staatlich oder sogar überstaatlich ausgetragenen Politikbereich als "nahräumlich" um und brachen ihn auf eine ungewohnte, niedrige Ebene der räumlichen Skalierung herunter.

Auf diese Weise stellte die friedenspolitische Wendung in den Nahraum nicht allein räumliche Anordnungen, sondern auch konventionelle Zuschreibungen und Grenzbestimmungen von politisch und unpolitisch, verantwortlich und nicht verantwortlich in Frage. Diese Modifikationen in der Bestimmung politischer Kompetenzen und Grenzen werden etwa deutlich, wenn ein Aktionsratgeber der DFG-VK über die Notwendigkeit, neue und auf dem Prinzip der "Basisnähe" beruhende Formen des politischen Handelns zu entwickeln, erklärte:

"Es geht um das Ansprechen und - friedvolle - Miteinanderdiskutieren im eigenen Lebensbereich und nicht nur in den für politische Aktivitäten vorgesehenen Zeitspannen. Es geht auch um das Ansprechen des Verwandten, des Arbeitskollegen und des Sportkameraden. ›Jaja‹, werden jetzt gleich einige sagen, ›das ist 'ne ganz schöne Zumutung. Soll ich mir mit denen vielleicht die Freundschaft verscherzen? Ich muß doch nicht auch noch mein Privatleben politisieren?‹ Niemand sollte etwas gegen Freizeit, Erholung und Entspannung haben. Allerdings: Atombomben machen auch nicht vor der Privatsphäre halt! Was das praktisch bedeutet, sollte auch bedacht werden."

Die vorliegende Studie beschreibt diese friedenspolitische Wendung in den Nahraum. Sie legt dar, wie die Akteure der neuen Friedensbewegung die Auseinandersetzung um die Bewahrung des Friedens im Rahmen einer bewussten politischen Strategie "lokalisierten", aus welchem Kontext heraus sie dies taten, und welche grundsätzlichen Implikationen sich damit verbanden.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in D, A ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 410
  • Erscheinungstermin: 04.10.2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783593412047
  • Artikelnr.: 37175350
Autorenporträt
Susanne Schregel, Dr. phil., promovierte am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften der Technischen Universität Darmstadt.
Inhaltsangabe
Inhalt 1 Einleitung 1.1 Die friedenspolitische Wendung in den Nahraum im Kontext der siebziger Jahre 1.2 Die friedenspolitische Wendung in den Nahraum als Skalenpolitik 1.3 Reskalierungsprozesse und Neujustierungen von Politik- und Machtkonzeptionen 1.4 Staats-, Politik- und Machtkrisen in den siebziger und achtziger Jahren 1.5 Formen der Macht: Ursprungsmächte und relationale Mächte Exkurs zum "Klima"wandel: Relationale Macht als Transformation von Rahmenbedingungen institutionalisiert-politischen Handelns 1.6 Einordnung in Forschungsfelder 1.7 Forschungen zur neuen Friedensbewegung 1.8 Aufbau der Untersuchung und Leitfragen 1.9 Quellen 2 Die Entstehung der "neuen" Friedensbewegung: Konvergenz und Nahraumorientierung (1970-1981) 2.1 Traditionelle "Friedensarbeit" und die Politik der Abgrenzung 2.2 "Die Waffe, die nur Leben zerstört": Die Debatte um die Neutronenwaffe (1977/78) 2.3 Die alternative Linke entdeckt die Rüstung (1977-1979) 2.4 Neujustierungen im Feld der Rüstungskritik: Zwischen Konkurrenz und Begegnung (1977-1979) 2.5 Die Wiederverschärfung des Kalten Krieges (1979/80) 2.6 Veränderte Gefahrenwahrnehmungen und ihre Konsequenzen (1979/81) 2.7 Die Entstehung der "neuen" Friedensbewegung (1980/81) 2.8 Zwischenfazit 3 Militarisierte Landschaften 3.1 Militärkartierungen: Erste Impulse (1978-1981) 3.2 Erkundungen des Militärischen "in der Nachbarschaft" (1981-1985) 3.3 Die Leitfadenliteratur zum Auffinden von Atomwaffen 3.4 Die Verbreitung lokaler, regionaler und überregionaler "Militarisierungsatlanten" Aufbau und Inhalt lokaler und regionaler Militarisierungsatlanten Bundesweite Militarisierungsatlanten 3.5 Gegen einen Geheimnischarakter des Militärischen 3.6 Gezeigte und versteckte Orte in den Städten und Regionen 3.7 Die militarisierte Republik: Jenseits von Zentrum und Peripherie Die "Stationierungsorte" als pars pro toto Das "entgrenzte" Militär: Mobilität und Infrastrukturen 3.8 Von der Militarisierungs- zur Bedrohungsdiagnose 3.9 Zwischenfazit 4 Atomkriegsszenarios 4.1 Die lokalisierten Atomkriegsszenarios der Friedensbewegung Aufbau und Erzählweisen Visualisierungen: Zerstörungsradien und konzentrische Kreise 4.2 Atomkriegsromane: Das Beispiel Schewenborn Räume und Orte: Hoffnungen und Leerstellen Zerstörte Staaten: Bundesrepublik und DDR 4.3 Hattenbach und das "Fulda gap": Atomkriegsszenarios und Medien Wie Hattenbach zum Ground Zero wurde Repräsentative Provinz: Hattenbach in den Massenmedien Gesamtdeutsche Zerstörungen - "Betroffene" in Hattenbach Gefahrendiagnosen der osthessischen Friedensbewegung 4.4 Zwischenfazit 5 Der Bunker und das Nirgendwo des Schutzes 5.1 Die Re-Politisierung des Bunkers 5.2 Von Gräbern und Krematorien: Das praktische Versagen des Bunkers 5.3 Falsche Arche und scheinbares U-Boot: Der Bunker als Instanz der Irreführung und der psychologischen Kriegsvorbereitung 5.4 Platzmangel Die Unterversorgung mit Bunkerplätzen "Bunkerplatzaktionen" 5.5 "Bunker für die Bonzen": Soziale Exklusion Zugang zum öffentlichen Bunker Die soziale Exklusivität des privaten Bunkerbaus Eliten-Bunker 5.6 Visuelle Strategien um den Bunker 5.7 Zwischenfazit 6 Körper-Räume 6.1 Die Konstituierung von Körper-Räumen gegen den Krieg Lineare An-Ordnungen: Menschenketten, Schweigekreise Dystopien: Menschenteppiche und die-ins "Direkte" regelverletzende Aktionen: Blockaden, Besetzungen 6.2 Der einzelne Körper als Instrument des Politischen Betonungen von Körperlichkeit und Verletzbarkeit: Blutaktionen Die Schwächung des eigenen Körpers: Fasten Selbsttötung als Handlungsform "für den Frieden"? 6.3 Zwischenfazit 7 "Kleingärten des Friedens": Atomwaffenfreie Zonen 7.1 Geschichte und Vorgeschichte atomwaffenfreier Zonen Antinukleare Strategien in der Pazifikregion Das V
Rezensionen
"Die ... Dissertationsschrift von Susanne Schregel hat ... in gewisser Weise Pioniercharakter. Ihre Qualität hängt die
Messlatte für die weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Nachrüstungsstreit hoch." (Archiv für Sozialgeschichte, 15.03.2012)

"Gerade Studierenden der jüngsten Zeitgeschichte, die sich fragen, wie sie trotz 30jährigen Archivsperrfristen weiterführende und spannende Ergebnisse vorlegen können, bietet der Band viele Handreichungen und Anregungspotentiale." (Skriptum, 03.05.2012)

"Ein wichtiges Werk ..., an dem zukünftige Forschungen zum Thema und zur erweiterten Politikgeschichte der 1980er-Jahre nicht vorbeikommen werden." (H-Soz-u-Kult, 30.08.2012)

"Schregel's exploration of peace politics as a challenge to
established modes of political debate during the 1980s is keen and insightful. Her attention to rescaling as a constitutive aspect of social movement activism, and to political geography as a field of political contestation offers a fresh and productive approach to the historical study of extraparliamentary protest." (German History, 02.09.2012)

"(...) diese erfreulich konzise Arbeit (lässt sich) auch als eine gewichtige Analyse der Integration neuer Formen von Politik im Gefolge von '1968' und zur Transformation des Politikverständnisses und der politischen Kommunikation in den letzten beiden Jahrzehnten der alten BRD lesen. Schregels Arbeit überzeugt insofern nicht nur als empirische Mikrostudie zur politischen Geschichte und Kulturgeschichte der Friedensbewegung, sondern setzt auch vom theoretischen Zugriff her Maßstäbe." (sehepunkte.de, 15.09.2012)…mehr