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Der Shootingstar der italienischen Krimiszene legt den zweiten Band um Inspektor Lojacono vor. Im besten Viertel Neapels wird eine Notarsgattin tot aufgefunden. Die Dame sammelte leidenschaftlich Schneekugeln - ausgerechnet eins ihrer Sammlerstücke musste als Tatwaffe herhalten. Nichts deutet auf ein gewaltsames Eindringen hin. War der Mörder ein Bekannter? Inspektor Lojacono wurde gerade mit ein paar anderen Polizisten in ein neues Kommissariat versetzt: Pizzofalcone. Sie müssen die alte Besetzung ablösen, die in ein skandalöses Drogendelikt verwickelt war. Mit diesem schlechten Ruf schlagen…mehr

Produktbeschreibung
Der Shootingstar der italienischen Krimiszene legt den zweiten Band um Inspektor Lojacono vor.
Im besten Viertel Neapels wird eine Notarsgattin tot aufgefunden. Die Dame sammelte leidenschaftlich Schneekugeln - ausgerechnet eins ihrer Sammlerstücke musste als Tatwaffe herhalten. Nichts deutet auf ein gewaltsames Eindringen hin. War der Mörder ein Bekannter?
Inspektor Lojacono wurde gerade mit ein paar anderen Polizisten in ein neues Kommissariat versetzt: Pizzofalcone. Sie müssen die alte Besetzung ablösen, die in ein skandalöses Drogendelikt verwickelt war. Mit diesem schlechten Ruf schlagen sich die neuen Beamten nun herum und werden spaßeshalber nur "die Gauner von Pizzofalcone" genannt. Doch während der Regen durch Neapels Straßen peitscht, will bei Inspektor Lojacono so gar keine heitere Stimmung aufkommen ...
  • Produktdetails
  • rororo Taschenbücher Bd.26839
  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 400
  • Erscheinungstermin: September 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 126mm x 27mm
  • Gewicht: 351g
  • ISBN-13: 9783499268397
  • ISBN-10: 3499268396
  • Artikelnr.: 44102185
Autorenporträt
Giovanni, Maurizio de
Maurizio de Giovanni wurde 1958 in Neapel geboren, wo er auch heute noch lebt. Er studierte Literatur und hat lange Zeit als Banker gerarbeitet. «Das Krokodil», der erste Fall in der Serie um Inspektor Lojacono, wurde 2012 mit dem wichtigsten Preis für italienische Kriminalromane, dem Premio Scerbanenco, ausgezeichnet. "Frost in Neapel" ist der vierte Fall um Lojacono und seine Kollegen von Pizzofalcone. Maurizio de Giovanni ist einer der erfolgreichsten lebenden Krimiautoren Italiens. Seine Bücher erscheinen in zahlreichen Ländern, unter anderem in Frankreich, England und in den USA.
Rezensionen
Eine bemerkenswerte Neuentdeckung.
Besprechung von 31.08.2015
Kurven und Rundungen
Krimis in Kürze: Thornburg, De Giovanni, O'Connell

Die Methode, das literarische Gewicht eines Romans durch Prüfung des ersten Satzes abzuschätzen, mag ab und an zu falschen Urteilen führen - unterhaltsam ist sie immer. Nehmen wir diesen: "Es war nicht das erste und wahrscheinlich nicht das letzte Mal, dass sich Richard Bone mit einem Remington Ladyshaver rasierte." Bingo. Schon ist man mitten drin in Newton Thornburgs (1929 bis 2011) wiederentdeckten und nun erstmals von Susanna Mende vollständig ins Deutsche übersetzten Roman aus dem Jahr 1976, "Cutter und Bone" (Polar Verlag, 367 S., 14,90 [Euro]). Der Titel verweist auf zwei ungleiche Männerfreunde aus dem kalifornischen Santa Barbara, einer Stadt, die mit zwei großen Namen des Genres verbunden ist, mit Ross Thomas und Sue Grafton. Letztere siedelte ihre Ermittlerin Kinsey Millhone im fiktiven Santa Teresa an, um sich vor dem realen Santa Barbara von Ross Thomas zu verneigen.

Alex Cutter ist ein Vietnam-Veteran, der mit einem Auge, einem Arm und einem Bein zu wenig als Zyniker aus dem Dschungelkrieg wiederkehrte. Richard Bone hat Familie und eine bürgerliche Existenz als Marketingchef aufgegeben und verdingt sich als Gigolo. Er wird Zeuge einer nächtlichen Leichenentsorgung, ein übel zugerichtetes Mädchen landet im Müll, und das stellt die beiden Freunde vor die Alternative, den Fall der Polizei zu melden oder doch lieber den mutmaßlichen Mörder zu erpressen. Der ist nämlich reich, und gegen Geld haben Cutter und Bone keine Einwände, auch wenn sie wissen: Es ist nicht das Wichtigste im Leben.

Klar, wofür sie sich entscheiden, auch klar, dass man sich nicht mehr "in der guten alten Zeit der Rassendiskriminierung" befindet, sondern in den von Drogen, Alkohol, Pillen und Sex dominierten siebziger Jahren, dem Jahrzehnt des endgültigen Abschieds vom amerikanischen Traum. Danach kam Reagan. Thornburg zieht diese unkonventionelle Geschichte in staubtrockener Lakonie und niederschmetternder Konsequenz durch.

Sechs Breitengrade weiter nördlich auf der anderen Seite der Welt: Neapel, auf der Krimilandkarte nicht überrepräsentiert, gleichwohl dort eine Wiege des organisierten Verbrechens steht. Groß war hierzulande die Begeisterung der Kritiker für Maurizio de Giovanni und seinen im vergangenen Jahr hier erschienenen Roman "Das Krokodil", mit dem sich der Autor vom historischen Krimi ins zeitgenössische Neapel verlagert hatte. Mit "Die Gauner von Pizzofalcone" (Kindler Verlag, 396 S., br., 16,99 [Euro]) soll diese Erfolgsgeschichte wiederholt werden. Im Zentrum steht erneut der aus Sizilien nach Neapel strafversetzte Ispettore Lojacono, der zwischen einer hinreißenden Staatsanwältin und einer hinreißenden Wirtin erotisch eingeklemmt ist. Er wird einem Kommissariat zugeordnet, in das man Restposten des Polizeiapparats steckt, um es demnächst zu schließen.

Ein schneller Fahndungserfolg könnte helfen, der Fall ist so kompliziert wieder nicht: eine klassische Beziehungstat. Die sehr honorige Gattin eines nicht ganz so honorigen Notars wird mit einer Schneekugel erschlagen. Der tatverdächtige Gatte entpuppt sich rasch als Weiberheld, der eine schwangere Geliebte an der Backe hat. Jede Figur ist mit einer eigenen Binnenhandlung alimentiert, die der Autor auswälzt wie einen Pizzateig. Das Personal ist bunt wie eine neapolitanische Weihnachtskrippe, darunter eine wegen ihrer Schönheit kasernierte Schöne, ein autistischer Knabe, eine trinkfreudige Baronessa, ein mordender Mönch. Dazu ein Schuss Klassengesellschaft und Hinterhof-Lokalkolorit, um über das durchgehende Fehlen von Spannung hinwegzutäuschen. Und wenn Frau, dann kennt de Giovanni nur "wohlgeformte Rundungen", ein "tiefes Dekolletee" und "ausladende Kurven". Es ist eine Pizza mit allem, die de Giovanni hier in den Ofen schiebt - und die bestellt normalerweise keiner.

Gleicher Breitengrad, aber wieder zurück über den Atlantik: Im Central Park in New York tun sich surreale Dinge. Die Betreuerin einer Kinderschar erleidet beim Ansturm einer Rattenhorde einen Schlaganfall und wird von den Nagern vertilgt; ein verwahrlostes, doch feengleiches Mädchen mit blauen Augen und roten Haaren namens Coco ist Zeugin des Vorfalls. Sie redet untypisch für ihr Alter, hat Blut auf den Kleidern, das von drei Sterbenden tropft, die in Kokons auf einem Baum hängen. Gleichzeitig erledigt eine kolumbianische Putzfrau einen Kinderschänder, von dem die Polizei erst herausfinden muss, dass es sich tatsächlich um einen entlaufenen Kinderschänder handelt.

Diese und noch viel mehr Fälle kann nur eine lösen - Kathy Mallory von der Special Crimes Unit, der ein Gutachten zwar psychische Gesundheit attestiert, die die Kollegen wegen ihres komplett unverträglichen Sozialverhaltens aber lieber an den Schreibtisch gefesselt sähen. Carol O'Connells Heldin löst nach längerer Pause mit "Kreidemädchen" (btb Verlag, 542 S., br., 9,99 [Euro]) ihren zehnten Fall seit 1994, das ist eine gute Nachricht für all jene Leser, die Sinn für Übersinnliches und abweichende Verhaltensformen haben.

HANNES HINTERMEIER

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