Merck (eBook, ePUB) - Scholtyseck, Joachim; Burhop, Carsten; Kißener, Michael; Schäfer, Hermann
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  • Produktdetails
  • Verlag: C.H.Beck
  • Seitenzahl: 719
  • Erscheinungstermin: 18.09.2018
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406700385
  • Artikelnr.: 53564433
Autorenporträt
Inhaltsangabe
Inhalt

Einleitung

Quellen

Das Merck-Archiv

Weitere Archive

Literatur

I. URSPRÜNGE UND AUSGANGSLAGEN EINES CHEMISCH-PHARMAZEUTISCHEN UNTERNEHMENS

1. Anfänge

2. 1758-1805: Pharmazie und Geldverleih: Die Säulen des Merck-Geschäfts im Zeitalter der Aufklärung

3. 1805-1827: Der Aufbruch in die Moderne: Emanuel Merck und die "Sattelzeit" der Merckschen Apotheke

II. IM BANN DER INDUSTRIALISIERUNG (1827-1914)

1. 1827-1850er-Jahre: Von der Apotheke zur Fabrik

2. 1850er- bis 1880 / 90er-Jahre: Sozietät, langsamer Ausbau, erste Probleme

3. 1880 / 90er-Jahre bis 1914: Konflikte, Modernisierung, Paternalismus, Expansion

III. IM ZEITALTER DER WELTKRIEGE (1914-1948)

1. 1914-1923: Das Familienunternehmen in der Krise

2. 1924-1935: Wirtschaftliche Konsolidierung

3. 1933-1948: Forschungsstagnation und Rüstungsgeschäfte

IV. VOM WIRTSCHAFTSWUNDER ZUM GLOBAL PLAYER (1948-2018)

1. Wiederaufbau im Wirtschaftswunder

2. Die Ära Langmann

3. Eine Unternehmensgeschichte der Gegenwart

Schlussbetrachtung

Nachwort und Dank

ANHANG

Anmerkungen

Stammbäume

Abkürzungsverzeichnis

Archivverzeichnis

Literaturverzeichnis

Bildnachweis

Personenverzeichnis

Firmenverzeichnis
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 15.10.2018

Was für eine Quellenlage!
350 Jahre Merck in einem Buch - ein Schatz

350 Jahre Merck. Es ist ein unglaubliches Jubiläum, im Wortsinn. Kein deutscher Konzern, der im Dax notiert ist, blickt auf eine längere Tradition zurück. Für das Chemie- und Pharmaunternehmen aus Darmstadt war es Anlass, zum ersten Mal seit seiner Gründung seine Unternehmensgeschichte vollständig wissenschaftlich aufbereiten zu lassen. Angesichts der zu analysierenden Zeitspanne ist es kein Wunder, dass ein ganzes Autorenteam mit der Arbeit befasst war. Die Autoren Carsten Burhop, Michael Kißener, Hermann Schäfer und Joachim Scholtyseck haben, basierend auf dem Archivmaterial von Merck, einen vollkommen unabhängigen Überblick über die Geschichte erstellt.

Die Frage, wie die entscheidenden Faktoren für die Kontinuität über dreieinhalb Jahrhunderte erfolgreich bis in das 21. Jahrhundert so stabil gehalten werden konnten, dass Merck sich auch in der Gegenwart zu mehr als zwei Drittel in Familienbesitz und in einer wirtschaftlich komfortablen Lage befindet, ist das Leitmotiv der Untersuchung. Entstanden ist eine Langzeitstudie vor dem Hintergrund der wechselvollen deutschen Geschichte. Dabei zeigt sich: Wenn ein Unternehmen über alle politischen Umbrüche hinweg jahrhundertelang überlebt, prosperiert, der permanenten Bestandsbedrohung trotzt und so dem Schicksal gleichsam ein Schnippchen schlägt, spielen nicht nur Können und Beharrlichkeit eine Rolle.

Tatsächlich war der Weg von Merck von den handelnden Personen bestimmt, von deren Geschick und Talent, von Schicksalsschlägen ebenso wie von Standortfaktoren, von Konkurrenzen und Kooperationen, aber auch dem immer notwendigen Quentchen Glück. Doch Glück über 350 Jahre hinweg? Die Frage nach der Resilienz begleitet die Geschichte von Merck über die gesamte Zeitspanne hinweg. Hinzu kommt, dass das Unternehmen aus allen Krisen bisher stets gestärkt hervorgegangen ist. Handelte die Familie bewusst anders als andere Unternehmer, die beispielsweise seit dem 19. Jahrhundert ihre Firmen in Aktiengesellschaften umwandelten? Es zeigt sich: Der Anspruch, stets bescheiden aufzutreten, vielleicht auch abgeleitet aus protestantischer Ethik, spielte und spielt im Selbstverständnis der Familie eine wichtige Rolle.

Das heutige Unternehmen wiederum hat natürlich nichts mehr mit der Apotheke des Jahres 1668 gemeinsam. Ohne ausreichendes Kapital und Reserven für Krisenzeiten kann kein Unternehmen auf den in der Regel unsicheren und risikobehafteten Märkten überleben. So hat Merck stärker als bislang bekannt, schon in den Anfangsjahren nicht nur eine erfolgreiche Heiratspolitik verfolgt, sondern neben der Apotheke auch Geld- und Bankgeschäfte betrieben. Auch im 19. Jahrhundert pflegte Emanuel Merck neben der Heiratspolitik nicht nur die kluge, systematische Ausbildung seiner Söhne und Nachfolger. Mit seinem ausgeprägten Forscherinstinkt und seinen kaufmännischen Fähigkeiten war er in der Lage, die Chancen der sich industrialisierenden Welt zu nutzen.

In dem Maß, wie das Unternehmen zu einem Industriebetrieb wurde, spielte auch die Politik eine immer größere Rolle. Reicht es angesichts dieser Einflüsse tatsächlich aus, die Erzählung von der "Reinheit der Merck-Produkte" herauszustellen, um den langen Atem des Unternehmens zu erklären? Die Historiker glauben das nicht: Die Berufung auf die Qualität der Arzneien, der vielen Traditionsprodukte, Medikamente und Chemikalien sei zwar berechtigt, aber sie könne nicht alles erklären. Joseph Schumpeters Modell dynamischer und schöpferischer Unternehmer hingegen, die zwar keine neuen Technologien schaffen, das Vorhandene aber weiterentwickeln und innovativ anwenden, erscheine für Merck durchaus anwendbar.

Bleibt die Frage: Warum konnte das Unternehmen trotz einer partiellen Rückständigkeit so erfolgreich sein? Eine Teilantwort liegt in den schon früh erkennbaren Bemühungen zur Internationalisierung: Schon die Auslandsreisen Johann Anton Mercks in den Jahren 1756 bis 1805 waren keine reinen "Kavaliersreisen", sondern dienten der Ausbildung und dem Knüpfen von Forschungskontakten. Hierzu zählte der schon im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts erkennbare Aufbau eines Netzwerks von in- und ausländischen Handelsvertretern. Im 19. Jahrhundert wurde Merck ein zunehmend global handelndes Familienunternehmen.

War die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien und die Kapitalerhöhung an der Börse, in deren Folge die Familie noch 75 Prozent der Anteile hielt, eine Voraussetzung, um sehr viel später die Chancen von Europäisierung und Globalisierung ergreifen und Merck zu einem globalen Unternehmen umzubauen? Warum zogen sich die Familienmitglieder allmählich aus der operativen Geschäftsleitung zurück? Ist Merck seit der Jahrtausendwende mit dem nun vierten familienfremden Geschäftsleitungsvorsitzenden noch ein klassisches Familienunternehmen? Hat sich die Familie in die Rolle eines passiven Großaktionärs zurückgezogen, oder spielt sie mit ihren inzwischen 155 Gesellschaftern über den Familien- und Gesellschafterrat noch eine entscheidende Rolle? Das wird untersucht, aber auch, wie die informelle Entscheidungsfindung unter den Teilhabern und die formelle Steuerung der Besitzwahrung ablaufen, die dazu dient, die Fortexistenz von Merck als selbständigem Familienunternehmen zu sichern.

Es ist ein Buch für Familienunternehmer geworden, aber auch für historisch Interessierte, und für Menschen, die beinahe so etwas wie einen Wirtschaftsroman aus dem wahren Leben lesen wollen. Und es ist für Menschen spannend zu lesen, die einen Blick in eine phantastische Quellenlage werfen wollen. Denn die Bedingungen für die Erforschung der Geschichte der heute global agierenden Merck-Gruppe waren nach dem Bekunden der Historiker im Vergleich zu anderen Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie günstig. Diese Aussage gelte im Prinzip für die gesamte Zeitspanne seit 1668. Was für ein Schatz.

CARSTEN KNOP

Carsten Burhop, Michael Kißener, Hermann Schäfer, Joachim Scholtyseck: Merck: Von der Apotheke zum Weltkonzern. C. H. Beck, München 2018, 719 Seiten, 39,95 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Carsten Knop kann nur staunen über so viel Kontinuität. Was die Firmenbiografie zum 350-jährigen Unternehmensjubiläum des Pharmariesen Merck von Carsten Burhop, Michael Kißener, Hermann Schäfer und Joachim Scholtyseck an Betriebsgeheimnissen (protestantische Ethik, geschickte Heiratspolitik, Standortfaktoren, Kooperationen, kaufmännisches Talent) aus den Archiven ans Licht bringt, erklärt für Knop den Erfolg des Familienunternehmens nur zum Teil. Glück und Politik gehören auch dazu, ist er sich sicher. Die Langzeitstudie vor dem Hintergrund deutscher Geschichte empfiehlt er Familienunternehmern, historisch Interessierten und Fans von Wirtschaftsromanen aus dem wahren Leben.

© Perlentaucher Medien GmbH
"(...) Für historisch Interessierte, und für Menschen, die beinahe so etwas wie einen Wirtschaftsroman aus dem wahren Leben lesen wollen. (...) Für Menschen spannend zu lesen, die einen Blick in eine phantastische Quellenlage werfen wollen (...) Was für ein Schatz."
Frankfurter Allgemeine Tageszeitung, Carsten Knop

"Die quellengesättigte, aber niemals überdetaillierte Darstellung schöpft die Überlieferungstiefen des Merck-Archivs aus und vermittelt einen anschaulichen Einblick in den Wandel der pharmazeutischen Industrie."
Historische Zeitschrift, Christopher Kopper