Das Jahr 1000 (eBook, ePUB) - Hansen, Valerie
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  • Produktdetails
  • Verlag: C.H.Beck
  • Seitenzahl: 393
  • Erscheinungstermin: 17. September 2020
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406755316
  • Artikelnr.: 59980130
Autorenporträt
Inhaltsangabe
Vorbemerkung der Autorin

Prolog
1. Die Welt im Jahr 1000
2. Auf nach Westen, junger Wikinger
3. Die panamerikanischen Highways um das Jahr 1000
4. Europäische Sklaven
5. Der reichste Mann der Welt
6. Die Spaltung Zentralasiens
7. Ungewöhnliche Reisen
8. Der am meisten globalisierte Ort der Welt
Epilog

Danksagung
Zum Weiterlesen und forschen
Anmerkungen
Bildnachweis
Register
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Andreas Kilb findet brav alle Ostereier, die Valerie Hansen für den Leser dort versteckt hat, wo sie Globalisierung entdecken will. Als historischer Roadtrip durch Zeiten und Orte taugt der Band gut, meint Kilb, als Globalgeschichte leider weniger. Dafür sorgen laut Rezensent allerhand Sachfehler und Thesen und Argumente, die Kilb nicht wirklich überzeugen. Für die Erkenntnis, dass alles irgendwie zusammenhängt, antike buddhistische Tempel und Maya-Malereien, Sprachen und Handel, hätte Kilb das Buch nicht benötigt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 24.02.2021

Übungen in historischem Tourismus
Valerie Hansen bringt das Jahr 1000 in Erinnerung

Globalgeschichten haben Konjunktur. Das liegt nicht nur an der Globalisierung des Lebens, sondern auch und mehr noch an der des Fachs. Der Blick ins große Ganze schützt die Geschichtswissenschaft, die immer noch von westlichen Universitäten dominiert wird, teilweise vor dem Vorwurf, nur die eigenen euro- oder anglozentrischen Interessen zu verfolgen. Aber nicht alle Historiker haben die Kraft oder die Geduld wie Jürgen Osterhammel und Christopher Bayly, die dicken Teppiche der Epochenüberblicke zu knüpfen.

Wer nicht den Längsschnitt durch die Zeiten wagen will, dem bietet sich die Wahl eines Stichjahrs für einen erdumspannenden Schnappschuss als kompakte Alternative an. In diesem Sinn haben der Amerikaner John Wills ("1688") und der Italiener Giusto Traina ("428 AD") auf engem erzählerischem Raum Globalgeschichte geschrieben. Dass dabei die einzelnen Themenfäden sehr kurz geschnitten werden mussten, ist kein Einwand gegen ihre Methode: Auch aus Stoppeln kann ein historischer Stoff werden.

Valerie Hansens Buch über "Das Jahr 1000" gehört zu keiner der beiden Globalgeschichtsgattungen. Denn einerseits handelt es, wie der Titel sagt, von einem ganz bestimmten Jahr. Andererseits nimmt es die Autorin, die als Professorin an der Yale University lehrt, mit ihrem historischen Fixpunkt nicht so genau. Mal erzählt sie von einer buddhistischen Tempelanlage, die "um das Jahr 800" errichtet worden sei, mal springt sie ins vierzehnte Jahrhundert, um aus einem Reisebericht von Ibn Battuta zu zitieren oder die Ausbreitung der Pest als "Folge der neuen Verbindungen" im Welthandel zu skizzieren.

Auch in der Geographie der Regionen ist Hansen nicht ganz sattelfest. Wenn sie erklärt, "außer Memphis" hätten alle ägyptischen Hauptstädte "viel weiter südlich als Kairo" gelegen, übersieht sie, dass Alexandria, jahrhundertelang die Kapitale des Landes, nördlich von Kairo, Memphis dagegen tatsächlich im Süden liegt. Die Feststellung, mit der Taufe des Kiewer Großfürsten Wladimir "wandte sich Osteuropa Konstantinopel zu", schlägt Polen, Ungarn, Tschechen und Slowaken, die zur selben Zeit oder kurz darauf das römische Christentum annahmen, dem Westen zu. Auch werden es Norweger, Dänen und Schweden ungern hören, dass ihre Vorfahren "Latein oder Altisländisch" gesprochen haben sollen, während es den Normannen in ihren sizilischen Gräbern egal sein dürfte, ob sie, wie bei Valerie Hansen, "um 900" nach Italien kamen oder in Wahrheit glatte hundert Jahre später.

Solche Unschärfen sind in einer Studie, die auf dreihundertfünfzig Seiten ein Bild der Welt vor tausend Jahren zu malen versucht, vielleicht unvermeidlich. Viel wichtiger ist die Schärfe der These: "Heute wissen die Menschen viel über die Völker der Erde, wohingegen sie um das Jahr 1000 fremden Völkern zum ersten Mal begegneten." An anderer Stelle heißt es, typisch für die Globalisierung sei, dass "die Händler dorthin ziehen, wo ihre Kunden leben". Auch die Ausbreitung der Offenbarungsreligionen war für Hansen "ein Meilenstein der Globalisierung".

Die Denkbewegung dieses Rundumschlags ist, so gesehen, eine Art Hasch-mich-Spiel: Alles Mögliche wird für globalisierungsverdächtig erklärt. Die Maya von Chichén Itzá waren globalisiert, weil eine ihrer Wandmalereien einen blonden Gefangenen zeigt, der ein gestrandeter Wikinger sein könnte (auch wenn Maya-Experten darauf hinweisen, dass das Haarefärben zum Sonnenkult gehörte). Die Könige von Ghana waren es, weil sie Sklaven nach Kairo und Bagdad lieferten. Die Aristokraten der Song-Dynastie in China dienten der Globalisierung, indem sie Edelhölzer aus Südostasien kauften, und die byzantinischen Missionare, indem sie den Kiewer Rus das Christentum predigten.

Auf den ersten Blick kommt man ganz hübsch herum in diesem Buch, das selbst den Anasazi im amerikanischen Westen und den Reichen der Chola und Srivijaya in Südasien einen Besuch abstattet, aber irgendwann merkt man, dass es gedanklich die ganze Zeit über auf der Stelle tritt: Selbst auf dem entlegensten Terrain findet es immer nur die Nüsse, die die Autorin vorher eigens dort vergraben hat.

Lehrreich ist "Das Jahr 1000" vor allem deshalb, weil es zeigt, was aus der Globalgeschichte wird, wenn man das Genre als Vorwand für eine freihändige Übung in historischem Tourismus benutzt. Denn ebenso, wie in heutigen Reiseführern allerlei Wahres, Falsches und Halbwahres aus der Kulturgeschichte steht, findet man auch bei Valerie Hansen außer hanebüchenem Unsinn manches interessante Detail. Nur sollte man sich davor hüten, bei ihr eine Pauschalreise in die Vergangenheit zu buchen. Denn am Ende landet man in einer Disney-Welt, die eine fleißige Dekorateurin mit Angelesenem tapeziert und mit Exzerpten ausgestopft hat. Was vor tausend Jahren wirklich passiert ist, steht auf einem anderen Blatt.

ANDREAS KILB

Valerie Hansen:

"Das Jahr 1000".

Als die Globalisierung

begann.

Aus dem Englischen von Anna Leube und Wolf

Heinrich Leube. C. H. Beck Verlag, München 2020.

393 S., Abb., geb., 28,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Bei manchem hat die Coronaviruspandemie dazu geführt, gleich die ganze Globalisierung zu verteufeln und am liebsten zurückzudrehen, obgleich auch und vor allem Deutschland massiv von ihr profitiert.(...) Dass Globalisierung aber weit mehr Vorteile als Nachteile hat, wird dem umso klarer, der das großartige Werk von Valerie Hansen liest."
SPIEGEL Plus, Martin U. Müller

"Dieses lehrreiche und sehr lesenswerte Buch ist weit mehr als eine Studie über die Anfänge der Globalisierung: Es wächst sich phasenweise aus zu einer im besten Sinn kleinen Weltgeschichte des Mittelalters."
Die Weltwoche, Hans-Werner Niemann

"Mit erzählerischem Talent versehen, führt Hansen ihre Leser zu Kurzbesuchen bei unterschiedlichen Kulturen einmal um den Erdball."
Westfälischer Anzeiger, Jörn Funke

"Ein wichtiger und ungemein spannender Blick zurück, sehr anschaulich geschrieben."
BR24.de, Niels Beintker

"Das Buch denkt Geschichte quer durch die Kontinente."
Luzerner Zeitung, Urs Mattenberger

"Die Parallelen zu heute sind verblüffend."
PM History

"Eine lehrreiche und schwungvoll gezeichnete Zeitreise." Die Furche, Christian Jostmann

"Ein absolutes Lesevergnügen, gespickt mit verblüffend Neuem (...) und verblüffend Bekanntem."
Landeszeitung für Lüneburger Heide

"Faktendichtes, (...) gut lesbares Buch."
Damals, Uwe Walter

"Wer glaubt, dass die Globalisierung etwas Neues ist, muss dieses Buch lesen!"
Ian Morris

"Weltgeschichte in strahlend neuem Licht."
Publishers Weekly

"Eine kühne und unterhaltsame Geschichte."
Arezou Azad, Universität Oxford

"Die Autorin (...) wirft einen faszinierenden und erhellenden Blick auf unsere Welt vor einem Jahrtausend."
Lesart, Lisa Hertel

"Lebendig und anschaulich."
literaturkritik.de, Georg Patzer…mehr