Betörend, berauschend, tödlich - Giftpflanzen in unserer Umgebung (eBook, PDF) - Schade, Fritz; Jockusch, Harald
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Produktbeschreibung
  • Produktdetails
  • Verlag: Springer Berlin Heidelberg
  • Erscheinungstermin: 27. März 2018
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783662560488
  • Artikelnr.: 52662789
Autorenporträt
Inhaltsangabe

- Einführung
- Christrose
- Efeu
- Winterling
- Zwiebeln
- Krokus
- Seidelbast, blühend
- Seidelbast, fruchtend
- Märzbecher
- Scilla
- Anemone
- Schöllkraut
- Tränendes Herz
- Maiglöckchen, blühend
- Maiglöckchen, fruchtend
- Aronstab, Italienischer
- Blauregen
- Akelei
- Salomonssiegel, blühend
- Salomonssiegel, fruchtend
- Geißblatt, blühend
- Geißblatt, fruchtend
- Goldregen, blühend
- Goldregen, fruchtend
- Immergrün, Großes
- Herbstzeitlose
- Besenginster
- Robinie, Blüte
- Robinie, Frucht
- Rhododendron
- Nachtschatten, Bittersüßer
- Rittersporn
- Kirschlorbeer
- Lupine
- Schneebeere
- Wolfsmilch
- Zaunrübe
- Eisenhut
- Kornrade
- Bilsenkraut, Schwarzes
- Fingerhut, Roter
- Hundspetersilie
- Kartoffel
- Prunkwinde
- Oleander
- Stechapfel
- Tollkirsche
- Tabak, Virginischer
- Engelstrompete
- Wunderbaum
- Eibe
- Buchsbaum
- Lebensbaum
- Sadebaum
- Pfaffenhütchen
- Stechpalme
- Mistel
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Jörg Albrecht fühlt sich nach der Lektüre dieses Buches nicht mehr ganz so wohl im heimischen Garten. Dass nur wenige Milligramm des blauen Eisenhut ausreichen, um den Tod durch Herzstillstand herbeizuführen, wusste der Kritiker noch. Dass aber auch diverse Formen der Butterblume, die Hundspetersilie, die Christrose oder die Anemone durchaus gefährlich sind, lernt Albrecht erst vom Biologen Harald Jockusch. Nicht zuletzt dank Fritz Schades Zeichnungen kann der Rezensent diesen Ratgeber, der etwa fünfzig toxische Pflanzen auflistet, empfehlen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 03.05.2016

Nimm dich in Acht vor Eisenhut
Nachbarn um die Hecke bringen: Ein Bestimmbuch warnt vor heimischen Giftpflanzen

Junge Eltern sind nicht zu beneiden, liest man immer wieder. Da hat es endlich geklappt mit dem Partner und dem Job und dem Kinderkriegen und dann ist die Wohnung zu klein, vierter Stock ohne Fahrstuhl, unten der Kampf um die Parkplätze und überhaupt: Die Familie muss ins Grüne. Oder was man so nennt. Reiheneckhaus mit hundert Quadratmetern Garten.

Da kommt dann eine Thujahecke hin. Und das ist der erste Fehler. Der Name Thuja sagt es schon, dass dieses Gewächs Thujone enthält, starke Nervengifte, die Verwirrtheit, epileptische Krämpfe, Halluzinationen und Wahnvorstellungen hervorrufen können, wie sie zu Zeiten eines Toulouse-Lautrec unter Absinthtrinkern gang und gäbe waren. Besonders giftig sind die Zweigspitzen und die Zapfen, weshalb man gut beraten ist, beim Heckenschneiden Handschuhe zu tragen. Scheinzypressen, ähnlich beliebt in Deutschlands Vorstadtsiedlungen, sind in dieser Hinsicht übrigens nicht besser.

Wir lernen das und manches andere aus dem Buch "Giftpflanzen in unserer Umgebung", verfasst von dem Biologen Harald Jockusch und dem Naturfreund Fritz Schade, der die Zeichnungen beigesteuert hat. Keine gute Idee wäre es demnach, den hübschen blauen Eisenhut anzupflanzen, dessen Blüten einem Landsknechthelm ähneln.

Er enthält in allen seinen Teilen Aconitin, ein Alkaloid, welches die Ionenkanäle von Muskel- und Nervenzellen blockiert und in seiner Wirkung dem Tetrodotoxin des Kugelfischs ähnelt, indem es das Opfer bei vollem Bewusstsein lähmt, bis der Tod durch Herzstillstand eintritt. Das Gift wird bei intensivem Kontakt mit der Pflanze auch über die Haut aufgenommen, wenige Milligramm reichen, um den Gartenfreund samt Nachwuchs ins Jenseits zu befördern.

Wer botanisch nicht ganz sattelfest ist, kann den Eisenhut mit dem Rittersporn verwechseln. Dessen Wirkung (Magenreizung, Durchfall) ist zwar nicht ganz so teuflisch, aber wer mit seinen Blüten das Zitronensorbet dekoriert, sollte doch besser keine Gäste einladen. Auch manche Wildkräuter sind nicht so gesund, wie allgemein geglaubt wird. Die Hundspetersilie zum Beispiel, die sich schnell mal ins Kräuterbeet einschleicht und vom Unkundigen vielleicht für Kerbel gehalten wird, verursacht Brennen im Mund, bleiche Haut, kalten Schweiß, einen beschleunigten Puls und Pupillenerweiterung. Die Hundspetersilie gehört zu den Doldengewächsen, einer Pflanzenfamilie, in der sich neben Möhren, Dill, Liebstöckel und Kümmel auch der Gefleckte Schierling findet. Einen Becher seines Saftes soll Sokrates freudig gefasst geleert haben - man sollte es ihm nicht nachtun.

So geht das weiter und weiter. Das Buch zählt mehr als vier Dutzend Pflanzen auf, die mehr oder weniger toxisch sind. Wer um Leib und Wohlergehen seiner Lieben fürchtet, sollte zunächst alle Hahnenfußgewächse verbannen. Dazu zählen Schmuckstücke wie die Christrose, der Winterling, die Anemone und die Akelei, aber auch diverse "Butterblumen", die sich bei näherer Betrachtung als lästig kriechende Unkräuter erweisen. Kinder sind ganz verzückt, wenn sie im Frühjahr ein Tränendes Herz entdecken, aber auch davor wird gewarnt, denn es ist mit dem Mohn verwandt und teilt sich mit ihm einige Inhaltsstoffe.

Apropos Mohn: Er keimt zwar willig und ist schön anzuschauen, doch für den Anbau von Echtem Mohn braucht man streng genommen eine Genehmigung der Bundesopiumstelle. Wächst der eigene Nachwuchs heran, sollte man ein Auge darauf haben, ob er ein spezielles Interesse an Gewächsen wie dem Bittersüßen Nachtschatten, dem Schwarzen Bilsenkraut, dem Stechapfel, der Tollkirsche oder der Engelstrompete entwickelt.

Allen wird eine halluzinogene Wirkung zugeschrieben, doch die Dosierung ist heikel. Wer nach ein paar Jahren Streit im Reihenhaus allerdings seinen Nachbarn um die Ecke bringen will, ist bestens mit einem Rizinus-Strauch bedient, denn dessen Samen enthalten eines der stärksten Pflanzengifte überhaupt. Seine besondere Tücke besteht darin, dass es erst nach Stunden oder Tagen seine Wirkung in Form eines tödlichen Nieren- beziehungsweise Leberversagens zeigt und kein Gegenmittel bekannt ist.

Insgesamt ist die Lektüre dieses kleinen Ratgebers nichts für ängstliche Gemüter. Die junge Familie könnte versucht sein, auf der Stelle in die Stadt zurückzukehren, wo bloß Taubenschiss und Feinstaub lauern. Natur braucht eben stärkere Nerven.

JÖRG ALBRECHT.

Fritz Schade und Harald Jockusch: "Betörend, berauschend, tödlich." Giftpflanzen in unserer Umgebung.

Springer Verlag, Heidelberg 2015. 207 S., Abb., geb., 29,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"... Insbesondere wird auch immer wieder auf Verwechslungsmöglichkeiten und auf Gefahren für Kinder hingewiesen. In plaudernder Weise wird dazu manches and Tatsachen und Anekdoten aus Gegenwart und Vergangenheit eingefügt. ... Vergnügliche Texte und schöne Bilder ergeben ... ein sicher für breitere Leserkreise sehr unterhaltsames Buch." (in: Tuexenia, Heft 36, 2016)

"... gut verständlich und unterhaltsam mit vielen historischen und botanischen Anekdoten und zugleich sehr informativ, denn es vermittelt ein Grundwissen über die Pflanzenfamilien und ihre Gifte mit deutlichen Warnungen. Die Pflanzenporträts sind in einem charmanten, altmodischen Ton gehalten ... Mit den wunderschönen, zarten Illustrationen von Fritz Schade lassen sich die Pflanzen gut identifizieren. Eine perfekte Kombination! ..." (Petra Wiemann, in: Elementares Lesen, elementareslesen.de, 6. Januar 2016)