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Sprachkritik ist en vogue in Deutschland. Allen Ortes diagnostizieren schlechtlaunige Philologen ein volksempfängerkompatibles "anglo-amerikanisches Sprach-Bombardement" - dabei spricht doch kaum jemand den Namen des Deutschlehrermaskottchens Sick korrekt englisch aus. Dass man auch in kernseifenem Deutsch rasserein irrsinnig sprechen kann, beweisen die Angehörigen der Sprachschutzstaffeln selbst am besten, sobald sie den Mundauftun und in ihren Medien das Glatteis der freien Rede betreten.Schon lange widmet sich Wiglaf Droste dem Zusammenhang zwischen sprachlicher und inhaltlicher Zerwirrnis.…mehr

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  • Größe: 0.38MB
Produktbeschreibung
Sprachkritik ist en vogue in Deutschland. Allen Ortes diagnostizieren schlechtlaunige Philologen ein volksempfängerkompatibles "anglo-amerikanisches Sprach-Bombardement" - dabei spricht doch kaum jemand den Namen des Deutschlehrermaskottchens Sick korrekt englisch aus. Dass man auch in kernseifenem Deutsch rasserein irrsinnig sprechen kann, beweisen die Angehörigen der Sprachschutzstaffeln selbst am besten, sobald sie den Mundauftun und in ihren Medien das Glatteis der freien Rede betreten.Schon lange widmet sich Wiglaf Droste dem Zusammenhang zwischen sprachlicher und inhaltlicher Zerwirrnis. Droste wäre allerdings nicht Droste, wenn er nicht auch bei diesem Thema seine Liebe zur Sprache walten ließeund sich vor dem Wunder der Worte verneigte, das da nicht zwingend ein blaues sein muss. So kann Sprachkritik eben auch sein; persönlich, etymologisch, auf den wahren Kern zielend und immer einer schönen Sprache dienlich.Was Droste, solo oder im Verein mit Vincent Klink und Nikolaus Heidelbach produziert, nannte die Welt im November 2008 "hochprozentig, abgründig, sehr böse und sehr lustig.
  • Produktdetails
  • Verlag: FUEGO
  • Seitenzahl: 160
  • Erscheinungstermin: 10.12.2010
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783862870059
  • Artikelnr.: 38065530
Autorenporträt
Wiglaf Droste, geb. 1961, lebt in Berlin. Er schreibt u.a. in der 'tageszeitung"', der 'Weltwoche' und in 'junge welt'. Er ist viel unterwegs, am liebsten mit dem Essener Spardosen-Terzett, mit dem er die CD 'Für immer' aufgenommen hat. Gemeinsam mit Vincent Klink gibt Wiglaf Droste die Zeitschrift 'Häuptling Eigener Herd' heraus. Hin und wieder erscheint eine Auswahl seiner Kolumnen als Buch. Für seine Kolumnen in der taz und im Kritischen Tagebuch beim WDR erhielt der Schriftsteller, Lyriker und Satiriker 2003 den Ben-Witter-Preis. 2005 wurde Wiglaf Droste mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis geehrt. In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: 'Mit Blick auf die deutsche Literaturgeschichte sind Vergleiche zu Autoren wie Robert Gernhardt oder Kurt Tucholsky angebracht und begründbar. Droste hat seine Vorgänger jedoch nicht kopiert, sondern einen eigenen, unverwechselbaren Ton gefunden. Seine kompromisslosen, häufig mit zynischem Gestus vorgetragenen Satiren und Glossen sind sprachliche Kabinettstückchen von hohem literarischen Rang.' Von März-Juli 2009 war Droste der 29. Stadtschreiber zu Rheinsberg in Brandenburg. 2013 wurde er mit dem Peter-Hille-Literaturpreis ausgezeichnet.
Rezensionen
Besprechung von 06.08.2010
Kaffee Togo
mit Tucholsky
„Sprache ist eine Waffe. Haltet sie scharf“, steht bei Kurt Tucholsky. Dummerweise wird diese Waffe meist gegen einen gerichtet, und zwar von den Bösen. Zurückschießen wäre da reine Notwehr für jeden, der wie Wiglaf Droste eine „dünne Ohrenhaut“ besitzt. Doch wenn Droste seine Sprache entsichert, fließen eben nicht Blut oder Galle, sondern Weisheit und Witz. „Wer Unfug als solchen erkennt, hat ihn bereits dingfest gemacht und muss sich nicht benehmen, als gäbe es eine Meldepflicht für schlechte Laune“, schreibt der fröhliche Sprachkritikerin seinen gesammelten Glossen „Im Sparadies der Friseure“. Ein schönes Beispiel für sprachzivilen Ungehorsam fern von „Sprachschutzstaffeln“ und „kernseifenem Deutsch“, geben, so Droste, etwa jene, diesich dumm stellen und einen „Kaffee Togo“ bestellen. Damit bremsen sie den angeberischen „Coffee to go“aus. Christopher Schmidt
Wiglaf Droste: Im Sparadies der Friseure. Eine kleine Sprachkritik. Goldmann Verlag, München 2010. 160 S., 7,95 Euro.
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