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Frauen kämpfen heute nach wie vor um ein selbstbestimmtes Leben. Sie wollen einen guten Job, kommen aber nur schwer dahin, wo es interessant wird. Sie wollen Mutter sein und arbeiten stoßen aber wegen der Kinder an Grenzen der Machbarkeit. Sie wollen mit ihrem Partner gleichberechtigt leben, müssen aber feststellen, dass er das bessere Einkommen hat. Und sie müssen sich vorwerfen lassen, selbst schuld zu sein: schuld daran dass sie weniger verdienen, weil sie angeblich schlecht verhandeln. Schuld daran nicht in der Führungsetage zu sitzen, weil sie scheinbar durchsetzungsschwach sind - oder…mehr

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Produktbeschreibung
Frauen kämpfen heute nach wie vor um ein selbstbestimmtes Leben. Sie wollen einen guten Job, kommen aber nur schwer dahin, wo es interessant wird. Sie wollen Mutter sein und arbeiten stoßen aber wegen der Kinder an Grenzen der Machbarkeit. Sie wollen mit ihrem Partner gleichberechtigt leben, müssen aber feststellen, dass er das bessere Einkommen hat. Und sie müssen sich vorwerfen lassen, selbst schuld zu sein: schuld daran dass sie weniger verdienen, weil sie angeblich schlecht verhandeln. Schuld daran nicht in der Führungsetage zu sitzen, weil sie scheinbar durchsetzungsschwach sind - oder einfach zu feige. Wo es die «hässliche Karrierefrau» gibt, ist die «bequeme Mutti» nicht weit: Der Frust, die Enttäuschungen von Frauen machen auch anfällig für Vergleiche untereinander. Es findet sich immer jemand, der sagt, man solle doch ein bisschen anders sein: ehrgeiziger. Kinderreicher. Verheirateter. Häuslicher. Karrierebezogener.
Bettina Wündrichs Buch ist ein Plädoyer für persönliche und ökonomische Unabhängigkeit. Sie plädiert nicht für Karriere statt Kinder. Im Gegenteil. Aber erst wenn uns bewusst wird, wie wichtig Berufstätigkeit für Frauen ist, können wir auch die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere fordern.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Rowohlt Verlag GmbH
  • Erscheinungstermin: 15. Juli 2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783644012516
  • Artikelnr.: 37450146
Autorenporträt
Bettina Wündrich war Chefredakteurin von «Glamour», «Vogue Business», «emotion» und «season», sowie Stellvertreterin bei der «Elle». Heute arbeitet sie freiberuflich als Journalistin und Publizistin.
Die Autorin lebt in München. «Hochglanz» ist ihr erster Roman.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 30.07.2011

In der
Komfortzone
Wie kann das denn sein? Im Jahr 2011 führt eine Französin den mächtigen IWF, in Deutschland aber fehlen weibliche Spitzenkräfte im Topmanagement der Konzerne. Über Frauenquoten wird inzwischen sogar beim Spiegel in Hamburg diskutiert, dem Zentralblatt der Männerrepublik. Zugleich scheint es, als ob der Beruf für junge Frauen nicht mehr die Bedeutung hat wie für ihre Müttergeneration, die damit Unabhängigkeit einforderte. Die Philosophin Elisabeth Badinter und die Journalistin Bascha Mika gehören zu denen, die warnen: Frauen würden sich viel zu blauäugig in einer privaten „Komfortzone“ einrichten – Rückzug auf das Muttersein und Abhängigkeit vom Mann als Versorger inbegriffen.
In dieser gesellschaftlichen Befindlichkeit hat die Journalistin Bettina Wünd-rich eine Bestandsaufnahme zum Thema Frauenkarrieren geschrieben. Wündrich, 51, war Chefredakteurin der Magazine Glamour, Vogue Business (beide Condé Nast) sowie Emotion (damals Gruner + Jahr) und arbeitet heute als freie Autorin und Beraterin für Verlage. Ihr Buch ist das pragmatische Plädoyer, ein paar Tatsachen im Auge zu behalten, die zur Klärung beitragen: Die Kultur in diesem Land stellt Frauen trotz aller schönen Worte immer noch vor die Wahl zwischen Kindern und Karriere. Bei einem Klassentreffen bemerkte Wündrich zudem: Der Ruf der kinderlosen Karrieristin ist miserabel. Dieser angeblich „einsamen Spitze“ steht aber der Bedarf der Wirtschaft an topqualifizierten Frauen gegenüber.
Wündrich hat 15 Jahre lang Frauenzeitschriften geführt, und in dem Genre ist viel von weiblichem Glück die Rede. Jetzt erklärt sie, dass Frauen eben nicht im Rollenstress zwischen Lebensentwürfen hin und her wechseln können, wenn sie weiterkommen wollen. „Es gibt kein Jein zur Karriere als Topführungskraft“, so drückt es im Buch Angelika Dammann aus, die als erste Frau in den Vorstand von SAP einzog. Kürzlich verließ sie SAP nach Kritik an wöchentlichen Heimflügen im Firmenjet.
„Ich habe für meinen Beruf auf Kinder verzichtet. Und das war für mich in Ordnung“, schreibt Wündrich. „Weil man meiner Generation nicht eingeredet hat, es ginge beides, wir müssten uns nur am Riemen reißen.“ Sie rät zu Realismus: Die wenigsten Frauen mit Kindern könnten von ihrem eigenen Geld leben; Mütter, die ein Jahr und länger Teilzeit arbeiten, würden fast nie mehr auf ihre frühere Gehalts- und Qualifikationsstufe gelangen.
Die Befunde sind herb und werden mit aussagekräftigem Material untermauert. Dabei geht es Wündrich nicht darum, Kinderlosigkeit zu propagieren. Sie zeigt, wie Anspruch und Realität auseinanderklaffen. Und man darf ihre Erfahrungen in deutschen Verlagen dahinter vermuten, wenn sie ironisch die Rituale der Männerhierarchien schildert, zu denen sich Frauen im Job verhalten müssen, ob sie wollen oder nicht – denn auch das erklärt Wündrich noch mal deutlich: Die Arbeitswelt ist auf den „alleinstehenden Standardmann“ getaktet. „Ich behaupte nicht, Frauen würden mit einer knallharten Strategie davon abgehalten, die Spitze zu erstürmen“, schreibt sie, aber: „Ohne massiven Druck kommen wir nicht weiter“.
Der Rowohlt-Verlag hat das Bändchen vorsichtshalber in zartes Türkis verpackt, mit dem es glatt in der Abteilung Lebenshilfe/Wellness liegen könnte und niemanden erschreckt. Dabei ist Wündrichs Debattenbeitrag eine durchaus feministische Ermunterung zu Experiment, Ausdauer und Cleverness, um die Verhältnisse zu ändern: sodass mehr Lebensmodelle möglich werden, als es die bisherige Rollenverteilung im Business zulässt.Auch Männer, glaubt Wündrich, wollen das. Ein Wellness-Versprechen ist das freilich noch lange nicht.
Claudia Tieschky
Bettina Wündrich: Einsame Spitze? Warum berufstätige Frauen glücklicher sind. Rowohlt Verlag, Hamburg 2011. 224 Seiten. 16,95 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 09.10.2011

Lesen für die Karriere

Frauen sind spitze, Frauen schaffen es: Das ist die Botschaft eines ganzen Schwungs von Wirtschaftsbüchern.

VON BETTINA WEIGUNY

Die Frau auf dem Weg nach oben - das ist ein wunderbares Thema für ein Buch, ach, für viele Bücher, für ganze Bücherregale gar. Der Eindruck stellt sich unwillkürlich ein, wirft man einen Blick auf die Neuerscheinungen: Dieses Jahr gehört den Frauen.

"Yes, she can" lauten die Titel auf den Büchertischen. "Female Leadership", "Einsame Spitze? Warum berufstätige Frauen glücklicher sind" oder "Erotisches Kapital". Es lässt sich unglaublich viel darüber schreiben, wie Frau Karriere macht: biographisch, historisch, soziologisch, analytisch, praktisch, feministisch oder auch leicht schlüpfrig.

Die Frauenfrage ist auf jeden Fall ein großes Glück für die Autoren. Die Chance, Aufmerksamkeit für sein Werk zu bekommen, war nie so groß wie jetzt, wo vier Ministerien in Berlin um die Frauenquote ringen und die ersten Frauen in die Dax-Vorstände vorgerückt sind. Das Thema "Frauen und Karriere" beschäftigt alle, es polarisiert, setzt Emotionen frei und entfacht alte Grabenkriege neu: Kann sie oder nicht? Soll sie? Und will sie überhaupt Karriere machen? Oder lieber nur ein bisschen arbeiten - neben den Kindern her? Was ist gut für uns? Haben Frauen es schon geschafft - und wenn ja, wie?

Zumindest bei der letzten Frage hilft den Lesern eine bekannte Persönlichkeit auf die Sprünge: Die Bertelsmann-Patriarchin Liz Mohn hat eine erfolgreiche Frau gefunden: sich selbst, und ein Werk über ihr "außergewöhnliches Frauenleben" verfasst. "Schlüsselmomente - Erfahrungen eines engagierten Lebens" heißt es, und wir lernen zumindest eine unbekannte Seite an der mächtigen Witwe kennen: Die der Frauenförderin, die sich für gemischte Führungsteams starkmacht und Mädchen ermutigt, es "einfach mal zu versuchen". So wie sie, die als Telefonistin bei Bertelsmann angefangen hat. Ihrem starken Willen verdankt sie demnach ihren Aufstieg, ihrem Mut, den sie schon als Mädchen beim Eisschollen-Springen bewiesen hat: "Entweder man stürzt hinein, oder man schafft es."

Auch andere Autorinnen haben sich auf die Suche gemacht nach starken Frauen. So hat die Historikerin Christiane Eifert in "Deutsche Unternehmerinnen im 20. Jahrhundert" entdeckt: Es gab schon immer Unternehmerinnen - wie Käthe Kruse, Margarete Steiff oder Aenne Burda. Diese seien keine historischen Ausnahmefiguren. Vielmehr sei im 20. Jahrhundert jeder fünfte Unternehmensinhaber eine Frau gewesen. Ökonomisch wirksam, aber gesellschaftlich unsichtbar sei ihre Rolle gewesen, folgert Eifert. Wie denn auch Historiker sie lange übersehen, ignoriert oder ausgeblendet hätten. Das holt sie nach - und zwingt den Leser dabei über weite Strecken des Buches in die wenig fesselnden Niederungen des deutschen Mittelstandes.

Dieses Problem versucht Kerstin Plehwe zu umschiffen, indem sie nicht nur in Deutschland, sondern weltweit nach weiblichen "role models" sucht. 60 Vorzeigefrauen aus allen Bereichen stellt sie in "Female Leadership" vor. Wow, denkt man bei dem Untertitel ("Die Macht der Frauen. Von den Erfolgreichsten der Welt lernen"), um dann festzustellen: Ein Buch über Steve Jobs und Mark Zuckerberg, Nelson Mandela und Zidane wäre vielleicht doch spannender gewesen als eines über Frauen wie Rita Süssmuth, Birgit Fischer und Cathy O'Dowd, die erste Südafrikanerin auf dem Mount Everest. Das ist das Manko der Frauenbücher: Sie wollen dem Leser um jeden Preis Regionalliga für Weltklasse verkaufen und haben stets nur eine Botschaft: Frauen sind spitze, Frauen schaffen das, wenn sie nur noch ein bisschen Anschubkraft (Quote, Coaching et cetera) bekommen.

Das einzige Buch, das hier aus dem Rahmen fällt, ist Florian Willet mit "Deutschlands Frauen schaffen ihre Männer ab". Provokant zeigt der Wirtschaftsjurist, wie weibliche Strategien den Kampf um Karriere und Macht gewinnen werden. "Das 21. Jahrhundert gehört den Frauen", schreibt Willet. "Männer sind bloß die Copiloten. Mal sehen, wo die Frauen hinsteuern." Verlierer sind, klar, die Jungs. Damit läutet Willet den nächsten Buchtrend ein: Männer auf dem Weg nach unten.

Christiane Eifert: "Deutsche Unternehmerinnen im 20. Jahrhundert", C. H. Beck, 48 Euro

Catherine Hakim: "Erotisches Kapital", Campus, 19,99 Euro

Marianne Heiß: "Yes, she can", Redline, 19,99 Euro

Bettina Wündrich: "Einsame Spitze? Warum berufstätige Frauen glücklicher sind", Rowohlt, 16,95 Euro

Kerstin Plehwe: "Female Leadership", Hanseatic Lighthouse, 19,90 Euro

Liz Mohn, "Schlüsselmomente - Erfahrungen eines engagierten Lebens", Bertelsmann, 19,99 Euro

Florian Willet, "Deutschlands Frauen schaffen ihre Männer ab", Verlag Ludwig, 18,80 Euro

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