Anthropologische Medizin - Christian, Paul
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Die psychosomatische Medizin orientierte sich bisher vorwiegend an Konzepten der Neurosenlehre, insbesondere der Psychoana lyse, unter Ubernahme von traditionellen Krankheitsbildern. Das "psychosomatische Bedingungsgefiige" hat aber eine dreigliedrige Struktur, bestehend aus der psychodynamischen Konjiguration, der auslosenden Konfiiktsituation und der spezijischen Organvulne rabilitiit. Die vollstandige Beschreibung des psychosomatischen Bedingungsgefiiges kann also nicht ohne Einbeziehung der spezifi schen korperlichen Reaktionsbereitschaft geleistet werden. Es be darf dazu einer…mehr

Produktbeschreibung
Die psychosomatische Medizin orientierte sich bisher vorwiegend an Konzepten der Neurosenlehre, insbesondere der Psychoana lyse, unter Ubernahme von traditionellen Krankheitsbildern. Das "psychosomatische Bedingungsgefiige" hat aber eine dreigliedrige Struktur, bestehend aus der psychodynamischen Konjiguration, der auslosenden Konfiiktsituation und der spezijischen Organvulne rabilitiit. Die vollstandige Beschreibung des psychosomatischen Bedingungsgefiiges kann also nicht ohne Einbeziehung der spezifi schen korperlichen Reaktionsbereitschaft geleistet werden. Es be darf dazu einer "erweiterten theoretischen Pathologie" im Sinne von Doerr und Schipperges. Was bisher unter "spezifischer Organvulnerabilitat" zu verste hen ist, entspricht konstitutionellen oder dispositionellen somati schen Faktoren: dem "somatischen Entgegenkommen" (Freud), dem "Faktor X" (Alexander), der "Organsprache" (Grace und Gra ham, Wolff), der "individuellen Reaktionsspezifitat" (Lacey) u. a. Dies miiBte aber praziser beschrieben werden. Angesichts der heute differenzierten Atiopathogenese der meisten Krankheiten und de ren multifaktoriellen Genese ist es notwendig, die psychosomatische Pathogenese genauer zu bestimmen. Globale klinische Diagnosen wie "Asthma", "Ulkus", "Hypertonie " , wie sie noch undifferen ziert dem Spezifitatskonzept von Alexander zugrunde lagen, sind keine nosologischen Entitaten. Unter dem Sammelbegriff "Asthma" sind zum Beispiel heute nur Unterformen wie das "extrinsic" und v Vorwort "mixed asthma" und der sog. "hyperreaktive Bronchialbaum" psy chosomatisch relevant. Dabei steht heute auch nicht mehr das to pische "Organ Lunge" im Vordergrund, sondern ein organzentrier tes Gesamtsystem von Zellverbiinden, Oberfliichenmembranen, neu ronalen Verkntipfung vom ZNS bis zur Zelle und deren Interfe renzen mit immunologischen Einwirkungen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Springer, Berlin
  • Softcover reprint of the original 1st ed. 1989
  • Seitenzahl: 344
  • Erscheinungstermin: 16. Dezember 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 203mm x 133mm x 18mm
  • Gewicht: 386g
  • ISBN-13: 9783642739910
  • ISBN-10: 3642739911
  • Artikelnr.: 36119568
Inhaltsangabe
Einführung: Was ist Theoretische Pathologie? Anliegen und Terminologie.- 1 Psychosomatische Konzepte aus der Sicht der erweiterten theoretischen Pathologie.- 1.1 Kausale Modelle.- 1.1.1 Psychoanalytische Theorien.- 1.1.2 Lebenssituationen und leib-seelische Reaktionsweisen (Wolff).- 1.1.3 Zentralnervensystem und psychosomatische Programme.- 1.1.4 Funktionelles Entwicklungsmodell (Erikson, Schultz-Hencke).- 1.1.5 "Alexithymie"und Neo-Jacksonismus.- 1.2 Neue Paradigmen.- 1.2.1 Integrative Psychosomatik.- 1.2.2 Wege zur anthropologischen Medizin (Krehl, Siebeck).- 1.2.3 Viktor von Weizsäckers Gestaltkreis.- 1.2.4 Thure von Uexkülls Situationskreis.- 1.2.5 Biokybernetische Modelle.- 1.2.6 Affekte und Emotionen.- Literatur.- 2 Schwerpunkte psychosomatischer Krankheitsbilder.- 2.1 Anorexia nervosa - der Körper als Phänomen.- 2.2 Immunologie und Endokrinologie.- 2.2.1 Psychosomatik der Allergie ("extrinsic asthma").- 2.2.2 Zusammenhänge bei Infektionskrankheiten (Herpes simplex, Angina tonsillaris).- 2.2.3 Autoimmunkrankheiten (Colitis ulcerosa, Immunhyperthyreose).- Literatur.- 3 Die Vielschichtigkeit pathogenetischer Vorstellungen.- 3.1 Heterologie der Determinanten bei koronarer Herzkrankheit.- 3.2 Konsequenzen für die Theorie.- 3.3 Persönlichkeit, Konflikt struktur und somatische Bedingungen.- 3.4 Fallstudien und Unspezifitätshypothese.- 3.5 Weitere Korrelationsstudien.- 3.6 Kovariationsprobleme bei "psychovegetativem Syndrom".- Literatur.- 4 Krankheitsbewältigung (Coping).- 4.1 Überblick.- 4.2 Asthma bronchiale ("extrinsic asthma").- 4.3 Koronare Herzkrankheit.- 4.3.1 Erlebnisweisen der akuten Koronarinsuffizienz, Schmerzprobleme bei Angina pectoris und "stummer Infarkt".- 4.3.2 Behandlungs- und Rehabilitationsphase.- 4.4 Colitis ulcerosa.- 4.5 Extrembelastungen und Spätschäden.- 4.6 Abwehrprozesse und ihr "Substrat".- Literatur.- 5 Vegetative (funktionelle) Regulationsstörungen.- 5.1 Klinische Bilder und Pathophysiologie.- 5.2 Die biologische Steuerung und Regelung: Sympathikovasaler Anfall und Herzphobie.- 5.3 Hypotone Formen (Faint - Ohnmacht).- 5.4 Herzrhythmusstörungen.- 5.5 Nervöses Atemsyndrom und Hyperventilationstetanie.- 5.6 Allgemeines psychosomatisches Syndrom.- 5.7 Neurovegetative Regelungen und Rhythmen.- Literatur.- 6 Die Verschränkung von Individual- und Sozialpathologie.- 6.1 Beispiel: Chronische Polyarthritis.- 6.2 Weichteilrheumatismus und Lumbago-Zervikal-Syndrom.- Literatur.- 7 Zur Metatheorie der Psychosomatik.- 7.1 Handlung, Sprache, Leib als führende Bestimmungen und die Überwindung des Leib-Seele-Dualismus.- 7.2 Handlungstheorien: Determinierte und "offene"Modelle.- 7.3 Anwendung der Handlungstheorien zum Verständnis von Konversionssymptomen, Tic, Torticollis und Schreibkrampf.- 7.4 Die Ausführung intendierter Bewegungen in phänomenologischer und neurobiologischer Sicht.- 7.5 Sprache, Sprechen, Gespräch.- 7.5.1 Sprachebenen.- 7.5.2 Sprache (Sprechen) und Gehirn.- 7.5.3 Gedächnis, Erinnern und Assoziieren in psychosomatischer Sicht.- 7.5.4 Wesen und Funktion der Sprache in der Psychotherapie.- 7.6 Die Verschränkung von "Leib"und "Körper".- Literatur.- 8 Konturen einer theoretischen Pathologie der Psychosomatosen.- 8.1 Von der "allgemeinen"zur "theoretischen Pathologie": Der Bezug zur psychosomatischen Medizin.- 8.2 Kybernetische Vorstellungen zur Pathogenese.- 8.2.1 Pathokybernetik der primären (essentiellen) Hypertonie.- 8.2.2 Transformation als Veränderung von Systemen und Regelungen.- 8.2.3 Pro und Kontra kybernetischer bzw. systemtheoretischer Ansätze.- Literatur.- 9 Theorie der psychotherapeutischen Methoden bei psychosomatischen Erkrankungen.- 9.1 Intersubjektivität aus anthropologischer Sicht.- 9.2 Die Arzt-Patient-Beziehung in der medizinischen Anthropologie.- 9.3 Bipersonalität als Modell der Arzt-Patient-Dyade.- 9.4 "Übertragung und Beziehung" versus "bipersonale Gegenseitigkeit" in der analytischen Therapie.- 9.5 Folgerungen für die Therapie, Evaluation und Theo