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Gibt es einen Zusammenhang zwischen zäher Alltagspraxis und großer Umwälzung? Unter welchen Bedingungen können kleine Veränderungen revolutionäre Ausmaße annehmen und an welche Grenzen stoßen sie? Eva von Redecker plädiert vor dem Panorama ausgewählter Literaturbeispiele dafür, dem Revolutionsbegriff eine neue Gestalt zu geben. Radikaler Wandel wird in diesem Buch sozialtheoretisch erschlossen und als langwieriger Übertragungsprozess verständlich, in dem Gegenstand und Antrieb der Veränderung in eins fallen: in Praxis.…mehr

Produktbeschreibung
Gibt es einen Zusammenhang zwischen zäher Alltagspraxis und großer Umwälzung? Unter welchen Bedingungen können kleine Veränderungen revolutionäre Ausmaße annehmen und an welche Grenzen stoßen sie? Eva von Redecker plädiert vor dem Panorama ausgewählter Literaturbeispiele dafür, dem Revolutionsbegriff eine neue Gestalt zu geben. Radikaler Wandel wird in diesem Buch sozialtheoretisch erschlossen und als langwieriger Übertragungsprozess verständlich, in dem Gegenstand und Antrieb der Veränderung in eins fallen: in Praxis.
  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 295
  • Erscheinungstermin: 16. August 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 141mm x 23mm
  • Gewicht: 374g
  • ISBN-13: 9783593509464
  • ISBN-10: 3593509466
  • Artikelnr.: 52515195
Autorenporträt
Eva von Redecker ist wiss. Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der HU Berlin und stellvertretende Direktorin des Center for Humanities and Social Change.
Inhaltsangabe
Inhalt
Vorwort 9
Einleitung: "...es handelt sich um eine Revolution." 15
I Marias Ménage und die Flüchtigkeit alternativer Praxis 43
I.1 Praktische Normativität 53
Die Priorität des Praktischen 54
Drei praktische Regeltypen 57
Drei Weisen praktischen Wissens 61
Wiederholbarkeit 65
I.2 Die Materialität der Praxis 68
Bewegte Materie 69
Unteilbare Praxis 74
Ambivalenz und Interpretationsoffenheit 78
Wandel durch Überlagerung 83
I.3 Praxiszusammenhänge 86
Teile ohne Ganzes? 87
Verkettungen 89
Verankerungen 93
Ambivalente Ankerpraktiken 97
II Jakobinische Strickerinnen und die Bahnen der Strukturierung 101
II.1 Die Dualität sozialer Strukturen 113
Die Strukturierungstheorie 114
Regeln, Ressourcen, Rekursivität 117
Materialismus durch Praxisübertragung 118
Materialismus durch Praxisverkettung 121
II.2 Anerkennung und performative Strukturierung 128
Nichts als und doch mehr als Praxis 129
Wiederholung, Anerkennbarkeit, Performativität 132
Dreifache Hermeneutik 136
Erosion 141
II.3 Drei Aggregatzustände des Sozialen 144
Versteinerte Strukturen 145
Geronnene Strukturen 147
Flüchtige Zwischenräume 149
Interstitielle Strukturierung 152
III Martas unsichtbare Bezugsgruppe und interstitielle
Strukturumbrüche 155
III.1 Dis-Aggregation: Performative Kritik und das Lachen der Mimesis 167
Performativität rückwärts 169
Performative Kritik im Besonderen: Drag 172
Performative Kritik im Allgemeinen:
Unfügsame Praxis 175
Subversives Lachen 178
III.2 Konstitution: subkollektive Assoziation 180
Sub-Kollektive 181
Macht durch Assoziation 184
Praxis zwischen Welt und Mitwelt 187
Strukturen zwischen Spontaneität und dauernder
Erscheinung 191
III.3 Kontamination: Strukturüberlagerung 195
Subversion oder Perversion? 196
Szenarienüberblendung und synchrone Genealogie 200
Strukturumschlag und Re-Artikulation 203
Metaleptische Verschränkung 205
IV Die Hinrichtung der Marquise
und metaleptische Paradigmenwechsel 209
IV.1 Paradigmenwechsel als sukzessiver Austausch
von Ankerpraktiken 223Paradigmenwechsel nach Kuhn 224
Kippbilder entzerren 227
Paradigmenwechsel nach Masterman 231
Replikation und Rekursivität 235
IV.2 Der revolutionäre Entstehungsprozess
des Revolutionsbegriffs 238
Prozess oder Ereignis? 239
Kulmination an der Bastille 244
Kumulation im Gang durch die Peripherie 249
Zur Vergegenwärtigung von Transformationsprozessen 252
IV.3 Metaleptische Dynamiken 255
Fern-Metonymie 258
Grund-Folge-Vertauschung 261
Mittelmäßiger Witz 263
Konklusion: "Die Mühen der Ebene" und die revolutionäre
Tradition 269
Literatur 279
Rezensionen
"[Von Redeckers] Buch [regt] dazu an, den Alltag, sei es in einem Projekt, einer Initiative, bei der Arbeit oder in Beziehungen, ernst zu nehmen - was aber nicht bedeutet, dass jeder Kampagnen-Click, jeder WG-Ausflug schon revolutionär ist. Sie entwickelt das Denkwerkzeug, solche Unterscheidungen zu treffen, vor allem aber eine Praxis zu kultivieren, die unsere Welt zum Besseren verändert. Und zwar radikal." Sabine Rohlf, Missy-Magazine

"Gestützt auf die Werke von Mary Shelley und Tania Blixen veranschaulicht Redecker, dass die Revolution auch in Krankenzimmern und konspirativen Handarbeitszirkeln vorangetrieben werden kann. Man muss eben nicht immer gleich auf die Barrikaden gehen." Mariann Lieder, Philosophie-Magazin, 20.09.2018