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«Man hat den Romantikern mit Recht Willkür, Subjektivität, Individualismus vorgeworfen; mit dem Kampfe gegen die Regel hatten sie ja bereits begonnen. Trotzdem lag zügellose Hingabe an das persönliche Belieben im Kunstbetrieb durchaus nicht in dem ursprünglichen romantischen Programm; aber Phantasie wurde gefordert, und es liegt in der menschlichen Natur, daß die phantasiebegabten Künstler gewöhnlich das Gesetz scheuen, Muster nicht achten wollen und dem Einfall des Augenblicks alles zuliebe tun. Der Sucht, sich und seine Eigenheit und seine Stimmungen auszudrücken, hielt die Ehrfurcht vor…mehr

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Produktbeschreibung
«Man hat den Romantikern mit Recht Willkür, Subjektivität, Individualismus vorgeworfen; mit dem Kampfe gegen die Regel hatten sie ja bereits begonnen. Trotzdem lag zügellose Hingabe an das persönliche Belieben im Kunstbetrieb durchaus nicht in dem ursprünglichen romantischen Programm; aber Phantasie wurde gefordert, und es liegt in der menschlichen Natur, daß die phantasiebegabten Künstler gewöhnlich das Gesetz scheuen, Muster nicht achten wollen und dem Einfall des Augenblicks alles zuliebe tun. Der Sucht, sich und seine Eigenheit und seine Stimmungen auszudrücken, hielt die Ehrfurcht vor überlieferten Typen zu wenig das Gleichgewicht, und so blieb vieles fragmentarisch, anderes verlief im Streben nach Originalität in Abgeschmacktheit und Verzerrung.»
Ricarda Huch

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  • Produktdetails
  • Verlag: Rowohlt Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 688
  • Erscheinungstermin: 16.02.2018
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783688109081
  • Artikelnr.: 50924283
Autorenporträt
Ricarda Huch, geboren in Braunschweig am 18.7.1864, gestorben in Schönberg im Taunus am 17.11.1947, Studium und Promotion in Zürich. Sie war dort an der Stadtbibliothek tätig, danach Lehrerin an der Höheren Töchterschule in Bremen. 1933 trat sie aus Protest gegen die Gleichschaltung aus der Preußischen Akademie der Künste aus. Sie war Hauptvertreterin der Neuromantik in Lyrik und Prosa, wandte sich in einer späteren Schaffensperiode geschichtlichen Themen zu; ihr Interesse galt vor allem Zeiten des Umbruchs, z. B. dem Dreißigjährigen Krieg. «Die Romantik» (1899, 1902) war ein wichtiger Beitrag zur Wiederentdeckung der romantischen Bewegung und zur Überwindung des Naturalismus.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 24.01.2018

Interdisziplinär zu denken war ihr selbstverständlich
Unwiderstehliche Prosa: Ricarda Huchs epochemachende Darstellung der deutschen Romantik, neu aufgelegt in der "Anderen Bibliothek"

Ricarda Huchs Abhandlung über die Romantik ist eines der erstaunlichsten Bücher der Literaturgeschichte und auch der Literaturwissenschaft. 1899 zum größeren Teil zuerst erschienen, wurde es in eine literarische Mitwelt hineingeschrieben, die nur noch über einen auf das Symbol der blauen Blume reduzierten, trivialen Begriff des Romantischen verfügte. Tatsächlich war außer ein paar Gedichten kaum etwas präsent.

Die großen Leistungen der romantischen Dichter und Gelehrten auf den Gebieten der Volksliteratur, der mittelalterlichen Dichtung, der Sprachwissenschaft, Philologie und Hermeneutik, der Naturphilosophie, der Deutung der Malerei der Renaissance, der Shakespeare-Übersetzung oder der vergleichenden europäischen Literaturgeschichte waren unter einer einseitig auf Goethe und Schiller fixierten Germanistik weitgehend in Vergessenheit geraten.

So konnte die Arbeit einer Dichterin zur Begründung einer inzwischen weltweit florierenden umfassenden Romantikforschung werden, die sich mit Wilhelm Diltheys Schleiermacher-Studien und dem Novalis-Aufsatz in seinem berühmten Sammelband "Das Erlebnis und die Dichtung" (1906) erst langsam entwickelte. Die 1864 geborene Ricarda Huch war freilich nicht nur eine Dichterin. Die früh mit souveränem Selbstbewusstsein ausgestattete Kaufmannstochter hatte als eine der ersten deutschen Frauen in Zürich ein Universitätsstudium begonnen, das sie 1892 mit einer Dissertation über die eidgenössische Geschichte abschloss. So verfügte sie über die Fähigkeiten zur wissenschaftlichen Arbeit, war aber gleichzeitig frei von den Beschränkungen der positivistisch orientierten zeitgenössischen Germanistik.

Die Konzeption ihrer Studie nimmt vieles bereits auf, was sich im Umkreis Wilhelm Diltheys als geistesgeschichtliche Methode entwickelte, mit ihrem Gegenstand ging sie auf die Ursprünge dieser Betrachtungsweise bei Hegel und den Romantikern zurück. Gleichzeitig aber sondiert Ricarda Huch auch die tieferen Beweggründe der eigenen, mit historischem Denken zeitlebens verflochtenen Dichtung. So besticht die Darstellung nach wie vor durch die Wechselwirkung von Gegenstand und Methode. Was viel später unter dem Etikett interdisziplinär als besonders fortschrittlich propagiert wurde, erscheint bei Ricarda Huch selbstverständlich. Ihr Spektrum der Romantik umfasst Philologie, Philosophie, Naturwissenschaft nebst Nachtseiten, Medizin, Psychologie, Mythologie, Symbolforschung und nicht zuletzt Politik und Gesellschaftslehre, womit zugleich Aspekte ihrer Konzeption bezeichnet sind. Nachhaltig gewirkt hat auch die geoliterarische Betrachtung der Ausbreitung der romantischen Bewegung von Jena über Berlin, Dresden, Halle, Heidelberg und München nach Wien und Rom.

Eine Neuerung, die zur Lebhaftigkeit der Darstellung erheblich beiträgt, sind die den Werkdeutungen und Nacherzählungen beigesellten Psychogramme der romantischen Akteure, Wackenroder, Tieck, Novalis, August und Friedrich Schlegel, Brentano, Arnim oder Hoffmann, die von der Überzeugung getragen werden, dass die romantische Dichtung je nicht von der existentiellen Problematik ihrer Urheber abgelöst werden kann. Fast alle Romantiker waren in ihren Augen problematische Existenzen, die in Liebe, Ehe oder gar Familie, wie sie selbst, wenig Glück hatten.

Der Glutkern der Abhandlung besteht in der Verteidigung der romantischen Ästhetik gegen die bürgerlich-klassizistischen Ansprüche der Harmonie und Feierlichkeit der Kunst. Ausgehend von der Programmzeitschrift der Frühromantiker "Das Athenäum" (1798 bis 1800), wird das Fragmentarische und Widersprüchliche der romantischen Kunstkonzeption als adäquater Ausdruck eines Krisenbewusstseins gerechtfertigt. So wird deutlich, dass die moderne Kunst in der Tradition der Romantik steht. Wenn die Dichterin die Romantiker als eine ungestüme jugendliche Bande beschreibt, die furchtlos über eine träge gewordene Väterwelt hereinbricht, so ermuntert sie damit auch die freien Geister ihrer eigenen Zeit. So beschrieb der junge Hugo von Hofmannsthal das Buch als einen "Zauberschlüssel", der ihm mehr "unterirdische Säle" aufgesperrt habe, als er zählen könne.

Über viele Einzelheiten ist die Literaturwissenschaft inzwischen hinausgelangt. Die Ausführungen zum Verfall der romantischen Bewegung erliegen dem im neunzehnten Jahrhundert populären historischen Schema von Aufstieg und Verfall, einige Wertungen kann der heutige Leser nicht nachvollziehen. Insbesondere haben die Bewunderer E.T.A. Hoffmanns oder Eichendorffs Grund, sich zu ärgern oder zu wundern. Was aber bleibt, ist die der Entdeckerfreude entspringende Frische der Darstellung, ihre, wie Tilman Spreckelsen in seinem bündig orientierenden Nachwort schreibt, "elegante, diskret effiziente und in ihrem Duktus unwiderstehliche Prosa". Zumal in der gewohnt prächtigen Edition der "Anderen Bibliothek" ist Ricarda Huchs Buch so unvermindert geeignet, Lust auf Lektüre zu machen und manchen auch heute wieder in Vergessenheit geratenen romantischen Text wieder zur Hand zu nehmen.

FRIEDMAR APEL

Ricarda Huch: "Die Romantik". Ausbreitung, Blütezeit und Verfall.

Die Andere Bibliothek,

Berlin 2017. 732 S. geb.,

42,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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