Demokratie in der Mediengesellschaft - Imhof, Kurt / Blum, Roger / Bonfadelli, Heinz / Jarren, Otfried (Hgg.)
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Der Geltungsanspruch der Demokratie erfordert es, dass sich die Bürgerinnen und Bürger im Sinne Kants als Autorinnen und Autoren der Gesetze und Institutionen betrachten können, denen sie sich selbst unterwerfen. Dieser regulativen Kernidee der Moderne ist dieses Buch gewidmet. Es konzentriert sich dabei auf drei Differenzierungsdynamiken in der modernen Gesellschaft. Eine tief greifende Veränderung der Gesellschaftsstruktur in ihrer funktionalen Differenzierung in Gestalt der Ausbildung eines Mediensystems mit seinen Selektions-, Interpretations- und Inszenierungslogiken und den damit…mehr

Produktbeschreibung
Der Geltungsanspruch der Demokratie erfordert es, dass sich die Bürgerinnen und Bürger im Sinne Kants als Autorinnen und Autoren der Gesetze und Institutionen betrachten können, denen sie sich selbst unterwerfen. Dieser regulativen Kernidee der Moderne ist dieses Buch gewidmet. Es konzentriert sich dabei auf drei Differenzierungsdynamiken in der modernen Gesellschaft. Eine tief greifende Veränderung der Gesellschaftsstruktur in ihrer funktionalen Differenzierung in Gestalt der Ausbildung eines Mediensystems mit seinen Selektions-, Interpretations- und Inszenierungslogiken und den damit verbundenen neuen Interdependenzen zwischen den Teilsystemen und ihren Organisationen (Medialisierungseffekte). Eine tief greifende Veränderung der Gesellschaftsstruktur in ihrer stratifikatorischen Differenzierung durch die gewachsene Ungleichheit hinsichtlich ökonomischen, sozialen und kulturellen Kapitals verbunden mit einer neuen Abschichtung der Partizipationsmotivation und -chancen der Bürgerinnen und Bürger (etwa Wissensklüfte). Eine tief greifende Veränderung der Gesellschaftsstruktur in ihrer segmentären Differenzierung durch die äußere und innere Tangierung des national- und rechtsstaatlichen Ordnungsprinzips in Gestalt einer Globalisierung der Wirtschaft und einer neuen transnationalen "Kabinettspolitik" (Mehrebenenpolitik) ohne nachwachsende Öffentlichkeit.
  • Produktdetails
  • Mediensymposium Luzern 9
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • 2006
  • Seitenzahl: 388
  • Erscheinungstermin: 14. November 2006
  • Deutsch
  • Abmessung: 240mm x 168mm x 20mm
  • Gewicht: 644g
  • ISBN-13: 9783531152998
  • ISBN-10: 3531152998
  • Artikelnr.: 20915247
Autorenporträt
Prof. Dr. Kurt Imhof leitet den "fög - Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft" am Soziologischen Institut und am IPMZ - Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich. Prof. Dr. Roger Blum ist Direktor des IMW - Institut für Medienwissenschaft der Universität Bern. Prof. Dr. Heinz Bonfadelli ist Leiter der Abteilung 2 am IPMZ - Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich. Prof. Dr. Otfried Jarren ist Direktor des IPMZ - Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich.
Inhaltsangabe
Neue Interdependenzen von Politik und Medien: Medialisierung.- Öffentlichkeit und politische Entscheidungsfindung - Problemlösungsmechanismen im Spannungsfeld öffentlicher Moralisierung, politischer Gesetzgebung und wirtschaftlicher Selbststeuerung.- Medialisierung von Wahlkämpfen und die Folgen für das Wählerverhalten.- Professionelle Kommunikationsdienstleister - ein neuer Akteurstyp in der strategischen politischen Kommunikation?.- PolitischeKommunikationsberater: Chance oder Gefahr für die Demokratie?.- Demokratie und moralische Führerschaft. Die Funktion praktischer Kritik für den Prozess partizipativer Demokratie.- Zur Entzauberung von Medialisierungseffekten: Befunde zur Interdependent von Politik und Medien im intermediären System.- Entgrenzung der Wirtschaft - Entgrenzung der Politik: Entgrenzte Demokratie?.- Transnationale Öffentlichkeiten - analytische Dimensiones normative Standards, sozialkulturelle Produktionsstrukturen.- Die thematische Verschränkung nationaler Öffentlichkeiten in Europa und die Qualität transnationaler politischer Kommunikation.- Deliberation und transnationale Öffentlichkeit. Eine Prozessperspektive demokratischer Öffentlichkeit.- Wandel alternativer Öffentlichkeit. Eine Fallstudie zur tageszeitung (taz).- Publizistisches Angebot auf Lokal- und Regionalzeitungsmärkten und das Pressekartellrecht in der Schweiz und in Deutschland: Eine medienökonomische Analyse.- Wandlungsprozesse politischer Öffentlichkeit - Zur "Entgrenzung" lokaler, nationaler und alternativer Kommunikationsinfrastrukturen.- Klüfte: Partizipationsbefähigung und Motivation.- Die digitale Spaltung der Gesellschaft: Zur politikorientierten Nutzung des Internet und der traditionellen Medien in den sozialen Milieus.- Das Internet als politisches Informationsmedium. Eine aktuelle Bestandsaufnahme.- Partizipation und Deliberation in der Versammlungsdemokratie. Schweizer Landsgemeinden mit Kommunikationsdefiziten?.- Die kritische Masse der Medien: Massenmedien und deliberative Demokratie. Skizze zu einer analytischen Umsetzung.- Mediennutzung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Inklusion oder Exklusion?.- Eine wundervolle Utopie?.- Das Konzept "Digitale Spaltung" -3- ein modernisierungstheoretisch begründeter Ansatz, der an der Wirklichkeit vorbeigeht? Ein Kommentar zu den Beiträgen und eine Kritik des Konzepts.
Rezensionen
"Wer diese Reihe kennt, weiß, dass den Herausgebern viel daran liegt, die jeweiligen Beiträge eines Bandes durch eine fundierte Fragestellung zu orientieren und in Beziehung zu setzen. So auch in diesem Band, in dem darüber aufgeklärt werden soll, welche gesellschaftlichen Veränderungsdynamiken sich mit welchen Folgen auf das Verhältnis von politischem Geltungsbereich und Öffentlichkeit als dem Medium demokratischer Selbststeuerung auswirken. [...] [Jeden Themenblock] rundet eine Zusammenfassung der gewonnenen Einsichten und noch offene Fragen ab, was den Band insgesamt gut strukturiert und geschlossen wirken lässt." Soziologische Revue, 01/2009

"Insgesamt gelingt es der Mehrzahl der Autoren, dezidiert kommunikationswissenschaftliche Befunde an klassische sozialwissenschaftliche Fragestellungen nach den Voraussetzungen und Bedingungen demokratischer Selbststeuerung anzuschließen. Dabei zeigt sich, dass der die wesentlichen Differenzierungsdynamiken moderner Gesellschaften erfassende analytische Bezugsrahmen der 'Mediengesellschaft' - und die in diesem zu verortenden, von und durch Medien ausgelösten Veränderungsdynamiken - ein treffendes und helles Licht auf diese Fragestellungen werfen kann." www.pr-guide.de, 02.06.2008

"Als Einstieg in die Problematik und als Möglichkeit, aktuelle Diskussion kennenzulernen, ist das Buch [...] auch für fortgeschrittene Studierende und Dozenten der Politikwissenschaft interessant." ZPol - Zeitschrift für Politikwissenschaft, 04/2007…mehr