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Mord, Geiselnahmen und wahllose Attentate - von 1973 bis 1985 befand sich Österreich im Fadenkreuz des internationalen Nahostterrors. Dieses Buch arbeitet den Gesamtkomplex der Ereignisse - die Geiselnahmen von Marchegg (1973) und im Wiener OPEC-Hauptquartier (1975), den Mord am Wiener Stadtrat Heinz Nittel und die Anschläge gegen die Wiener Synagoge (1981) sowie am Flughafen Schwechat (1985) - erstmals wissenschaftlich auf. Anhand von umfangreichen Recherchen in österreichischen und bundesdeutschen Archiven sowie Interviews mit Zeitzeugen rekonstruiert der Autor die Ereignisse, die Reaktionen…mehr

Produktbeschreibung
Mord, Geiselnahmen und wahllose Attentate - von 1973 bis 1985 befand sich Österreich im Fadenkreuz des internationalen Nahostterrors. Dieses Buch arbeitet den Gesamtkomplex der Ereignisse - die Geiselnahmen von Marchegg (1973) und im Wiener OPEC-Hauptquartier (1975), den Mord am Wiener Stadtrat Heinz Nittel und die Anschläge gegen die Wiener Synagoge (1981) sowie am Flughafen Schwechat (1985) - erstmals wissenschaftlich auf. Anhand von umfangreichen Recherchen in österreichischen und bundesdeutschen Archiven sowie Interviews mit Zeitzeugen rekonstruiert der Autor die Ereignisse, die Reaktionen von Politik und Behörden, die Motive der terroristischen Gruppen sowie deren Beziehungen zu staatlichen Sponsoren im Nahen Osten. Zentral ist dabei die Bewertung der außergewöhnlichen Strategie von Bundeskanzler Bruno Kreisky zur Prävention bzw. Bekämpfung von Terrorismus. Ein »vergessenes« Kapitel österreichischer Zeitgeschichte wird so erstmals komplett erschlossen und neu zur Diskussion gestellt.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
  • Seitenzahl: 517
  • Erscheinungstermin: 01.01.2010
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783862346721
  • Artikelnr.: 37509820
Autorenporträt
Dr. Thomas Riegler, geboren 1977, ist Zeithistoriker in Wien und auf die Erforschung von Terrorismus spezialisiert.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 23.05.2011

Muammar al-Gaddafi ist
„ein nachdenklicher Mann“
Thomas Riegler zeigt, wie Bruno Kreisky
Österreich vor Terroranschlägen zu bewahren suchte
In diesen Tagen geht eine Romanze zu Ende, die Europa über Jahrzehnte beschäftigt hat: Der wechselweise als „Diktator“ und „Machthaber“ bezeichnete, gern auch als „Schlächter“ oder „Bestie“ entlarvte Muammar al-Gaddafi, der sich 1969 an die Macht geputscht hatte, war als vielversprechender junger Mann über lange Jahre auch ein viel versprechender Geschäftspartner diverser Regierungen. Die frühen Grünen erwarteten sich wahre Wunder von ihm. Dabei ließ er sich nicht lumpen, versorgte Rüstungs- und zivile Unternehmen in England, Frankreich und den USA mit Großaufträgen, sicherte der Bundesrepublik die überlebensnotwendige Erdölversorgung und trat zuletzt generös als Vermittler auf, wenn weit hinten im indonesischen Archipel irgendwelche radikalen Gruppen deutsche Urlauber entführten.
Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit wurde kaum gestört durch die Hobbys, die der „Revolutionsführer“ als seine Form von Kabinettspolitik pflegte: Gaddafi belieferte die Freischärler der IRA mit Waffen und Geld, und er gewährte international gesuchten Terroristen wie Carlos und Abu Nidal großzügige Unterstützung. Heute erklärt ihn die trommelfeuernde Propaganda selbstverständlich zum „Irren“ und wünscht ihm möglichst rasch die tödliche Kugel. Bitte, warum nicht, das böte vielleicht Gelegenheit, sich mit der Politik im außermoralischen Sinn zu beschäftigen, die zumindest Westeuropa in der letzten Phase des Kalten Kriegs eine bemerkenswerte Stabilität beschert hat.
Das war, nur zur Erinnerung, ehe Interventionen mit dem Schlachtruf „Nie wieder Auschwitz!“ legitimiert und Kriege als „humanitäre“ Operationen geführt wurden. Der österreichische Zeitgeschichtler Thomas Riegler hat jetzt zur Erforschung dieser grauen Vorzeit ein bemerkenswertes Kapitel nachgetragen.
Anfang der 70er Jahre, als die Sowjetunion mit gewaltigen Repressalien die Juden vertrieb, war das Transitland Österreich durch den arabischen antiisraelischen Terrorismus besonders gefährdet. Bundeskanzler war damals Bruno Kreisky (SPÖ), selber jüdischer Herkunft, aber zum Entsetzen der ebenfalls sozialistischen Regierung in Israel glühender Antizionist. Statt für Israel setzte Kreisky sich für die Palästinenser ein, weil er nur darin eine Chance zur Lösung des Nahost-Problems sah. Er unterstützte die ersten informellen Friedensgespräche, die sich zwischen Abgesandten von Jassir Arafats PLO und der israelischen Linken entspannen. Die PLO, so erklärte er 1979 vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, habe „ihre frühere politische Zielsetzung modifiziert“ und sei zu einer „realistischeren Einschätzung der politischen Möglichkeiten im Nahen Osten“ gelangt. „Ich bilde mir ein, der einzige Regierungschef in Europa zu sein, der sich da auskennt“, behauptete Kreisky und machte die ehemalige Guerilla-Truppe in Europa salonfähig. Die Araber verehrten ihn als „König der Juden“.
Die Mittellage Österreichs erforderte nach Kreiskys Ansicht diesen besonderen Einsatz. Kreiskys Außenpolitik, schreibt Thomas Riegler, sei darauf ausgerichtet gewesen, „präventiv für die Sicherheit Österreichs Sorge zu tragen, indem man die PLO förderte“. Es war der Beginn einer furchtbaren Dialektik. In der Hoffnung, mit Hilfe gemäßigter Gruppen Schutz vor den Angriffen radikaler zu erlangen, zog er erst recht den Ärger der „Ablehnungsfront“ auf Österreich. „Wir schätzen Kreisky als Gegner Israels, haben aber immer kritisiert, dass er zwischen Israel und den Palästinensern vermitteln wollte“, erklärte ein Sprecher der Terrorgruppe Abu Nidal.
1975 überfiel ein palästinensisches Kommando unter der Führung von Carlos die in Wien tagenden Minister der Opec und erpresste Lösegeld für den Widerstand gegen eine Annäherung der arabischen Länder an Israel. Es gab drei Tote – um weitere Morde zu verhindern, ging Kreisky auf die Forderungen der Terroristen ein und ließ sie ausreisen.
Riegler konnte, als erster, Kreiskys Nachlass auswerten. Er hat auch mit einigen seiner Mitarbeiter gesprochen, die ihm allesamt erklären, was heutigen Menschenrechthabern kaum mehr begreiflich zu machen ist: dass es eine Zeit gab, in der die Verständigung mit Arafat und auch mit Gaddafi die paradoxe Hoffnung für eine halbwegs friedliche Lösung im Nahen Osten zu bieten schien. Diese Politik blieb nicht völlig erfolglos. Immerhin konnte Kreisky einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und den Palästinensern vermitteln.
Der Preis war dafür war hoch: Kreisky traf sich zum ersten Mal 1975 mit Gaddafi und erlebte nicht den „Irren“, der heute das politische Feuilleton beherrscht, sondern einen Mann, „der viel nachdenkt“. Dieser nachdenkliche Mann hatte allerdings im gleichen Jahr Carlos’ Überfall unterstützt, was Kreisky nicht entgangen sein konnte. Dennoch ließ er auf Gaddafi nichts kommen, schon weil er seinen Kritikern nicht Recht geben wollte. 1982 empfing Kreisky Gaddafi in Wien und ließ sich mit dem höchsten libyschen Orden auszeichnen. Noch in seinen nachgelassenen Memoiren, die 1996 erschienen, sechs Jahre nach seinem Tod, beschreibt Kreisky Gaddafi als Revolutionär. „Ich würde ihn“, meint er, „als eine Kombination von Robespierre und Saint-Just bezeichnen.“
Kreiskys Politik verschaffte der österreichischen Industrie wichtige Aufträge, das Land blieb vom Terrorismus weitgehend verschont. Dafür gab es nie eine genauere Untersuchung des Opec-Überfalls. Auch als Carlos endlich gefasst und nach Frankreich verbracht worden war, hat Österreich sich nie um eine Auslieferung bemüht. Andere mochten in Gaddafi einen Hintermann des arabischen Terrorismus sehen – Kreisky hielt zu ihm.
Eine Sicherheitsgarantie lieferte Gaddafi trotzdem nicht. Als Abu Nidals Leute 1985 den Wiener Flughafen überfielen, entschuldigte sich Gaddafi aber immerhin etwas kleinlaut, und Kreisky half seinem Revolutionär mit der seltsamsten Begründung aus der Verantwortung: „So wie man früher gesagt hat, an allem sind die Juden schuld, so ist jetzt an allem Gaddafi schuld.“
Rieglers faktenreiche Untersuchung beschreibt ein wenig erfreuliches Kapitel aus den letzten Jahren des Kalten Krieges und liefert damit den interventionsbegeisterten Schlachtenbummlern von heute ein instruktives Lehrstück über das, was einmal Realpolitik hieß.
Eine unwissenschaftliche Anmerkung sei erlaubt: Die Verlage sparen, wo es geht, und vielleicht geht es wirklich nicht anders. Aber muss es deshalb selbst bei akademischen Verlagen Regel werden, dass ein Autor sein orthographisch und grammatikalisch recht mangelhaftes Manuskript in Satz geben kann, ohne von einem halbwegs sprachkundigen Lektor behelligt worden zu sein?
WILLI WINKLER
THOMAS RIEGLER: Im Fadenkreuz: Österreich und der Nahostterrorismus 1973 bis 1985. Vandenhoeck & Ruprecht (Vienna University Press), Wien 2011. 520 Seiten, 61,90 Euro.
Kreisky verstand sich auf
ein Handwerk, das heutzutage
wenig gilt: Realpolitik.
Der Anschlag auf die Opec
1975 in Wien wurde nie
eingehend untersucht.
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Willi Winkler schätzt Thomas Rieglers Buch über Österreich und den Nahostterrorismus zwischen 1973 und 1985. Im Mittelpunkt der Untersuchung sieht er den einstigen österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) und dessen Zusammenarbeit mit PLO-Chef Jassir Arafat und Libyens Diktator Muammar Gaddafi. Der Autor zeigt seines Erachtens erhellend auf, wie Kreisky den Terror von Österreich fernzuhalten suchte. Entstanden ist für ihn ein "instruktives Lehrstück über das, was einmal Realpolitik hieß". Kritisch äußert sich Winkler über das schlechte Lektorat der Arbeit, die zahlreiche orthografische und grammatikalische Fehlern aufweist.

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