Der homosexuelle Mann - Kraushaar, Elmar

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Der Band enthält eine Auswahl von Glossen, die zwischen 1985 und 2003 in der (alten) Siegessäule, in magnus und in der taz erschienen sind. Seit zwei Jahrzehnten kommentiert Elmar Kraushaar das Geschehen rund um den "homosexuellen Mann", berichtet ironisch-belustigt oder zornig-erbost vom Wechselspiel zwischen Schwulen, Medien und Politik. Die Schwulen mit ihren Eigenarten, ihrer Kultur und Subkultur treffen auf ihre Freunde und Feinde. Der Bogen reicht von Volker Beck zu Klaus Wowereit, von Rosa von Praunheim zu Alfred Biolek, von Helmut Kohl zu Ole von Beust, von der…mehr

Produktbeschreibung
Der Band enthält eine Auswahl von Glossen, die zwischen 1985 und 2003 in der (alten) Siegessäule, in magnus und in der taz erschienen sind.
Seit zwei Jahrzehnten kommentiert Elmar Kraushaar das Geschehen rund um den "homosexuellen Mann", berichtet ironisch-belustigt oder zornig-erbost vom Wechselspiel zwischen Schwulen, Medien und Politik.
Die Schwulen mit ihren Eigenarten, ihrer Kultur und Subkultur treffen auf ihre Freunde und Feinde. Der Bogen reicht von Volker Beck zu Klaus Wowereit, von Rosa von Praunheim zu Alfred Biolek, von Helmut Kohl zu Ole von Beust, von der Gustaf-Gründgens-Gedächtnis-Klappe" bis zur "Eingetragenen Lebenspartnerschaft".

Elmar Kraushaar, Jahrgang 1950, Journalist und Autor, lebt in Berlin.
  • Produktdetails
  • Bibliothek rosa Winkel Bd.35
  • Verlag: Männerschwarm
  • Seitenzahl: 200
  • Erscheinungstermin: März 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 195mm x 124mm x 17mm
  • Gewicht: 205g
  • ISBN-13: 9783935596350
  • ISBN-10: 3935596359
  • Artikelnr.: 12539727
Autorenporträt
Elmar Kaushaar, geboren 1950, Autor und Journalist, schreibt u. a. für die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau und gilt als einer der besten Kenner der deutschen und internationalen Schlagerszene. Elmar Kraushaar lebt in Berlin.
Rezensionen
Besprechung von 15.05.2004
Devot und dankbar?
In herrlichem Zorn überfliegt Elmar Kraushaar die schwule Welt
Der Durchschnittsbürger hat sich angewöhnt, seinen Schwulen zu mögen, kann dieser doch gut kochen, legt Wert auf ein gepflegtes Äußeres, plaudert so charmant wie witzig und hört im Bedarfsfall verständnisvoll zu. Schwule kennen die Trends und haben, was doch alle wollen, viel Spaß im Leben. „Der homosexuelle Mann”, begann Elmar Kraushaar seine Kolumne in der tageszeitung am 27. Februar 2001, „ist heiß begehrt. Sputen Sie sich, dass Sie noch einen abkriegen.”
Noch vor zwanzig Jahren hielt der Durchschnittsbürger den Schwulen für einen „Sex-Zombie”, inzwischen will er den „Lifestyle-Guru” in ihm sehen. Kraushaar hat das so nicht gewollt, aber ohne Aktivisten wie ihn wäre dem homosexuellen Mann das freiere Dasein nicht gewährt worden. Der ländlich-behütet aufgewachsene Hesse schloss sich Anfang der siebziger Jahre der „Homosexuellen Aktion West-Berlin” an, war also eine jener „Politschwuchteln”, von denen die biedere Szene und die braven Homo-Politiker heute nichts mehr wissen wollen. In der angenehm schlichten Aufmachung der „Bibliothek Rosa Winkel” sind nun sein besten Kolumnen erschienen, Presseschauen, die er für die Siegessäule, für magnus und die taz geschrieben hat. Mit aggressivem Witz bieten die knappen Kommentare einen guten Einblick in die Dialektik der schwulen Emanzipation, in die Merkwürdigkeiten einer beispiellosen Erfolgsgeschichte.
Männer, die einst wegen des Paragrafen 175 im Gefängnis gesessen haben, können heute zwischen wenigstens zwei deutschen Städten mit schwulem Bürgermeister wählen, sie können – wenn sie es nicht in Altötting tun wollen – dem Gute-Laune-Terror der CSD–Paraden zuschauen, und sie dürfen ihre Partnerschaft registrieren lassen. Der Respekt vor dem zivilisatorischen Fortschritt, doch eigentlich ein guter Grund zum Feiern, verstellt Kraushaar nicht den Blick für Verdruckstes, Kleingeistiges und Unterwürfigkeit. Sein Lieblingsgegner ist der machtbewusste Grünen-Politiker, Volker Beck , „die sattsam bekannte Figur des homosexuellen Opportunisten”, der nichts dagegen hatte, das Bundesverdienstkreuz an der Seite von Günter Dörner zu erhalten, der in der DDR für die „Eliminierung jeglicher Homosexualität” forschte. Eine Glosse über den „guten Homo” Beck und die „klammheimliche Schwulenfeindlichkeit” eines taz–Artikels hat die Chefredaktion der alternativen Zeitung 1997 abgelehnt.
Wenn Kraushaar sich über die Anpassungsfähigkeit der Schwulen empört, die immer nur so weit gehen, wie man sie lässt, möchte man ihm gern entgegen halten, dass unter den 99 Eigenschaften des homosexuellen Mannes, von denen sein Schwulsein eine ist, Heldentum nicht zwangsläufig vertreten sein muss. Seine Attacken auf die Wirklichkeit hinter der mühsam aufgehübschten Fassade überzeugen dennoch. Je geringer der Druck von außen, desto größer scheint die Neigung zur Unduldsamkeit: Fette, Kranke, Alte, Schwache sind unerwünscht. Gern wären viele „völlig normal”, „unschwul” – also weder Tunte noch Lederkerl, weder Klappengänger noch Kulturhusche. Das Gegenmittel lernt der Leser in diesen, durch geistige Unabhängigkeit frisch gebliebenen Kolumnen kennen, eine Tugend, die zur raren Kostbarkeit geworden ist: Stolz.
JENS BISKY
ELMAR KRAUSHAAR: Der homosexuelle Mann . . . – Anmerkungen und Beobachtungen aus zwei Jahrzehnten. Männerschwarmskript Verlag, Hamburg 2004. 207 Seiten, 12 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Jens Bisky ist amüsiert ob der Mischung aus "herrlichem Zorn" und "aggressiven Witz", die Elmar Kraushaars Kolumnen kennzeichnet. Kraushaar, den Bisky freundlich spöttelnd als ehemalige Berliner "Politschwuchtel" bezeichnet, habe einiges dazu beigetragen, das Leben der Homosexuellen in Deutschland freier zu machen, doch könne er diese Entwicklung dankenswerterweise nicht ironiefrei sehen. Weder die Homosexuellen auf ihrem Wege der Emanzipation noch die veränderte Reaktion der Umwelt entkommen seinen bissigen Kommentaren. Bisweilen verlange Kraushaar ein wenig zu viel von den Homosexuellen, aber dennoch seien seine Kolumnen durchaus überzeugend und "durch geistige Unabhängigkeit frisch geblieben".

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