Sternstunden der Philosophie - Böhmer, Otto A.
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Bei Pascal war es eine Eingebung wie durch "Feuer", bei Schopenhauer der Anblick von Galeerensklaven, bei Wittgenstein ein Theaterstück, bei Heidegger ein Feldweg. Diese kleine Geschichte der "Erweckungserlebnisse" großer Denker von Platon bis Heidegger ist zugleich eine kurzweilige Einführung in Grundgedanken der abendländischen Philosophie.…mehr

Produktbeschreibung
Bei Pascal war es eine Eingebung wie durch "Feuer", bei Schopenhauer der Anblick von Galeerensklaven, bei Wittgenstein ein Theaterstück, bei Heidegger ein Feldweg. Diese kleine Geschichte der "Erweckungserlebnisse" großer Denker von Platon bis Heidegger ist zugleich eine kurzweilige Einführung in Grundgedanken der abendländischen Philosophie.
  • Produktdetails
  • Beck'sche Reihe Bd.1566
  • Verlag: Beck
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 203
  • Erscheinungstermin: März 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 126mm x 22mm
  • Gewicht: 204g
  • ISBN-13: 9783406510687
  • ISBN-10: 340651068X
  • Artikelnr.: 10864213
Autorenporträt
Otto A. Böhner, 1949 in Rothenburg ob der Tauber geboren, lebt in Wöllstadt (Wetterau). Studium der Philosophie, Politologie, Soziologie und Literaturwissenschaft an den Universitäten Münster und Freiburg. Promotion mit einer Arbeit über J.G. Fichte. 1983 erschien sein erster Roman , weitere folgten. Funkarbeiten u.a. für den SWR, WDR und BR. Essays und Literaturkritiken u.a. für Die Zeit, die Frankfurter Rundschau, Neue Zürcher Zeitung und die Süddeutsche Zeitung. Mehrere renommierte Auszeichnungen, darunter der Erich-Fried-Preis 2001.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt:
Platon, Epikur, Rene Descartes, David Hume, Immanuel Kant, Georg Wilhelm, Friedrich Hegel, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Ernst Bloch, Ludwig Wittgenstein, Martin Heidegger, Theodor W. Adorno, Erich Fromm, Karl R. Popper
Rezensionen
"Hausgemachte Visionen
Anno 386 hatte Augustinus eine Erleuchtung. So jedenfalls kann es im 8. Kapitel seiner "Confessiones", "Bekehrung" genannt, nachgelesen werden. ""Nimm und lies, nimm und lies!"... ich stand auf und konnte es mir nicht anders erklären, als dass ich den göttlichen Befehl empfangen habe, die Schrift aufzuschlagen und die erste Stelle zu lesen, auf die meine Blicke träfen..." Er las und kaum hatte er "den Satz beendet, durchströmte mich das Licht der Gewissheit, und alle Schatten des Zweifels waren verschwunden." In Wahrheit breitet der spätere Kirchenvater hier wohl aber die Summe seiner Gedanken vor dem Leser aus. Solcherart Erleuchtungen, Schlüsselerlebnisse, Sternstunden nennt Otto A. Böhmer, Verfasser dieses Bändchens, "hausgemachte Visionen" oder stilisierte Visionen. Augustinus war nicht der einzige Philosoph, der sich dieser Stilisierung bediente.
Galerie abendländischer Philosophie
Sternstunden der Philosophie
versammelt Beiträge zu ganz unterschiedlichen Protagonisten der abendländischen Geistesgeschichte: Platon, Epikur, Descartes, Kant, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Ernst Bloch, Wittgenstein, Heidegger, Adorno, Fromm und Popper. Sie alle bedienen sich auf unterschiedliche Weise des Vehikels der Erweckung. Sie schafft die Legitimation für das eigene Werk. So "geht die Erzählung, Sokrates habe geträumt, er halte auf seinem Schoße das Junge von einem Schwan...; und tags darauf sei ihm Platon vorgeführt worden; da habe er gesagt, dies sei der Vogel". Bis in die Neuzeit bedienen sich Denker solcher Gleichnisse. Für Erich Fromm war der Anlass, sich "für die merkwürdigen und geheimnisvollen Ursachen menschlicher Reaktionen zu interessieren", ein Kindheitserlebnis. Er konnte nicht begreifen, warum eine von ihm vergötterte junge Frau Selbstmord beging, nachdem ihr Vater gestorben war.
Noch mehr "Sternstunden"
Otto A. Böhmer gelingt es, den Leser in einem plaudernden, anekdotenreichen Ton einzustimmen auf die Ideen und das Werk großer Philosophen. Wer sich auch für "Sternstunden" anderer großer Persönlichkeiten interessiert, sollte sich die weiteren Bände der Reihe genauer ansehen, darunter Sternstunden der Literatur und Sternstunden der Geschichte.
(Mathias Voigt, literaturtest.de)
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 09.12.2002

Was weiß denn die Wissensreihe?

Wir leben in traurigen Zeiten. Nichts ist mehr zu leisten, die Sternstunden sind unwiderruflich vorbei. Das ahnten wir natürlich schon, doch jetzt haben wir es schriftlich: auf den Titelblättern der neuen Taschenbuchreihe "Sternstunden" von C. H. Beck. Was verrät uns etwa Otto A. Böhmer zu den Sternstunden der Literatur (181 S., br., 7,- [Euro])? Daß es nach Kafka keine mehr gab; vor Dante allerdings auch nicht - nie etwas von Homer gehört, der Gute. Oder die Sternstunden der Physik, von Thomas Bührke zusammengestellt (immerhin 260 S., sogar Abb., br., und trotzdem auch nur 7,- [Euro]): Galilei erlebte die erste, Heisenberg die letzte. Wenigstens die Kunst darf auf breiter gestreute Leistungen zurückblicken. Hier reicht der von Susanne Partsch ausgemessene Bogen (230 S., Abb., br. 7,- [Euro]) von Nofretete (zweifelsohne eine bedeutende Künstlerin) bis zu Andy Warhol. Näher an die Gegenwart kommt kein Fach mehr, nicht die - wieder von Otto A. Böhmer bilderlos betreute - Philosophie (204 S., br., 7,- [Euro]), die ihre letzte Sternstunde in Heidegger findet, der sich gewiß sehr amüsiert hätte über die Behauptung, vor Platon müsse man nicht zurückgehen, und auch nicht die Archäologie, derer sich Rainer Vollkommer annimmt (231 S., Abb., br., 7,- [Euro]), der aber nach der Titanic nichts Nennenswertes mehr untergehen sah - und vor Tut-anch-Amun nichts Nennenswertes begraben. Doch halt! Eine Disziplin gibt es, die ganz gegenwärtig ist, die ihre Sternstunden weiterhin erleben darf, die weder Anfang kennt noch Ende. Es ist - Tusch! - die Geschichtsschreibung. Der von Alexander Demandt verfaßte Band (satte 334 S., Karten, br., 7,- [Euro]) kommt ohne jede zeitliche Eingrenzung auf dem Titelbild daher, und da verzeiht man gern, daß im Text dann doch Fukuyama gefolgt wird und alles 1989 zu einem Ende geführt wird - wenn auch mit dem Zusatz: "Sternstunden sind nicht vorhersehbar. Die Zukunft, so sagen wir, steht in den Sternen." Weise Worte eines weisen Mannes! Gesinnungsgenossen findet er beim Fischer-Taschenbuchverlag. Der hat die einzelnen Bände seiner neubegründeten Wissensreihe "Fischer kompakt" denkbar lapidar betitelt (unter anderem mit "Das Genom", "Viren", unvermeidlicherweise mit "Islam"und erstaunlicherweise auch mit "Die klassische Mechanik"), und auf dem Titelblatt statt historisch klar definierter Sternstunden (wie seltsam eigentlich, daß Dante eine Sternstunde gewesen sein soll und nicht seine "Comedia") die jeweiligen Disziplinen, deren zeitlose Errungenschaften aufgezählt. Bei Ernst Peter Fischers "Genom"-Buch (128 S., Abb., br., 8,90 [Euro]) reicht die Liste von der "Doppelhelix" bis zu "Gene und Krankheiten". Das gab es alles schon seit Menschengedenken und wird es wohl auch weiter geben. Und der ebenfalls bei Fischer erschienene Band von Thomas P. Weber über "Darwin" (128 S., Abb., br., 8,90 [Euro]) enthält sogar Ausführungen zur "Wissenschaft vor Darwin". Bemerkenswert: Wo die Autoren des Beck-Verlags (konzeptgezwungen) ihr Fach verengen, da weiten manche Fischer-Schreiber ihre Themen (notgedrungen?) kräftig aus. Macht das der festgelegte Umfang? Denn alle Disziplinen stehen bei Fischer gleichgewichtig da: Mit 128 Seiten hat ganz "Europa" aus der Feder Michael Gehlers genausoviel erlebt wie die "Europäische Geldpolitik", der sich Walter Heering widmet. Ob das der Königsweg ist? Die großen Werte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, deren Proklamation gewiß eine Sternstunde der Geschichte gewesen ist, auch wenn Demandt ihr die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die Deklaration der Menschenrechte von 1948 vorzieht, sie finden sich auf diese Serien verteilt: Bei Beck sind Themen und Autoren frei, bei Fischer gleich, und brüderlich vereint sind beide Reihen im Bemühen, per Schlagwort Käufer anzuziehen.

ANDREAS PLATTHAUS

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