Freud und die Antike

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Auf seinen Reisen studierte Sigmund Freud aufmerksam antike Stätten und Sammlungen, und in seiner Bibliothek stand eine große Zahl altertumswissenschaftlicher Literatur. Seine Sammlertätigkeit, durch die seine Wohnung zu einem privaten Museum für antike Kleinkunst wurde, ging weit über die kanonische Geltung der Antike im 19. Jahrhundert hinaus. Für Freuds Erklärung von monotheistischen Religionen ist seine Beschäftigung mit jüdischen und ägyptischen Altertümern fundamental, und der griechische Mythos und die antike Philosophie beeinflussten die theoretischen Konzepte der Psychoanalyse…mehr

Produktbeschreibung
Auf seinen Reisen studierte Sigmund Freud aufmerksam antike Stätten und Sammlungen, und in seiner Bibliothek stand eine große Zahl altertumswissenschaftlicher Literatur. Seine Sammlertätigkeit, durch die seine Wohnung zu einem privaten Museum für antike Kleinkunst wurde, ging weit über die kanonische Geltung der Antike im 19. Jahrhundert hinaus.
Für Freuds Erklärung von monotheistischen Religionen ist seine Beschäftigung mit jüdischen und ägyptischen Altertümern fundamental, und der griechische Mythos und die antike Philosophie beeinflussten die theoretischen Konzepte der Psychoanalyse nachhaltig.
In den 18 Beiträgen dieses Bandes wird die These verfolgt, dass die Psychoanalyse die letzte Neugründung einer Wissenschaft in der Moderne ist, die ihre Gründungsakte konstitutiv der Antike entnimmt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Wallstein
  • Seitenzahl: 474
  • Erscheinungstermin: Januar 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 230mm x 154mm x 43mm
  • Gewicht: 780g
  • ISBN-13: 9783835307865
  • ISBN-10: 383530786X
  • Artikelnr.: 29729304
Autorenporträt
Die Herausgeber Claudia Benthien ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Hartmut Böhme ist Professor für Kulturtheorie und Mentalitätsgeschichte am Kulturwissenschaftlichen Seminar der HU Berlin. Inge Stephan ist Professorin am Institut für deutsche Literatur an der HU Berlin.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt:
Thomas Anz: Psychoanalytische Transformationen antiker Emotionstheorien
Johannes Endres: Freud und die Komödie der Antike
Gail Finney: Familientrauma im zeitgenössischen Film
Julia Freytag: Elektra und Ödipus im 20. Jahrhundert
Thomas Macho: Freuds Mischwesen: Von der thebanischen Sphinx bis zum Wolfsmann
Inge Stephan: Die Antike im psychoanalytischen Alltag
Paola Traverso: Antike Traumtheorien in der Traumdeutung
Carina Weiß: Antike Gemmen aus der Sammlung Sigmund Freuds
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Dieser Band über das Verhältnis von Freuds Psychoanalyse zur Archäologie und Antike bescherte Stefana Sabin einen besonderen Erkenntnisgewinn. Herausgegeben von den Literatur- und Kulturwissenschaftlern Claudia Benthien, Inge Stephan und Hartmut Böhme  versammele der Band methodisch und stilistisch unterschiedliche Beiträge einer Berliner Tagung aus dem Jahr 2009, die nicht nur aufzeigen, wie stark die Psychoanalyse durch Freuds Beschäftigung mit der Antike beeinflusst ist, sondern auch, wie sehr das moderne Verständnis der Antike durch die Psychoanalyse geprägt wurde. Ein erleuchtender und "ergiebiger" Einblick in die noch heute aktuelle "Arbeit am Mythos", urteilt die Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH