Entstehung und Entwicklung des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik - Dudek, Peter; Jaschke, Hans-Gerd

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Im Mai 1985 jährt sich zum vierzigsten Male die militärische Zerschlagung des nationalsozialistischen Herrschaftssystems durch die Anti-Hitler-Koalition. 1989 blickt die Bundesrepublik auf die gleiche Zeitspanne ihrer demokratisch-rechts staatlichen Existenz zurück. In gewisser Hinsicht trug ihre Geschichte von Anfang an Projektcharakter: Ökonomisch war die Wiederaufbauphase durch die Westinte gration und die Einbindung der Bundesrepublik in den kapitalistischen Weltmarkt gekennzeichnet. Politisch ist das Projekt "Demokratisierung" noch immer Tagesauf gabe geblieben. Die schrittweise Anpassung…mehr

Produktbeschreibung
Im Mai 1985 jährt sich zum vierzigsten Male die militärische Zerschlagung des nationalsozialistischen Herrschaftssystems durch die Anti-Hitler-Koalition. 1989 blickt die Bundesrepublik auf die gleiche Zeitspanne ihrer demokratisch-rechts staatlichen Existenz zurück. In gewisser Hinsicht trug ihre Geschichte von Anfang an Projektcharakter: Ökonomisch war die Wiederaufbauphase durch die Westinte gration und die Einbindung der Bundesrepublik in den kapitalistischen Weltmarkt gekennzeichnet. Politisch ist das Projekt "Demokratisierung" noch immer Tagesauf gabe geblieben. Die schrittweise Anpassung an anglo-amerikanische demokratie theoretische Konzepte unter den anfänglichen Bedingungen alliierter Okkupation, Entnazifizierungspraxis und "re-education"-Bemühungen schufen ein rechtsstaat lieh-parlamentarisch-demokratisches Institutionengefüge und einen funktions fähigen Modus der politischen Konfliktregelung, der weitgehend akzeptiert und stabilisiert ist. Im Rückblick auf das fortwährende "Projekt Demokratie" läßt sich konstatieren, daß die Existenz der demokratischen politischen Ordnung in diesem Zeitraum nie ernstlich in Gefahr war, die Bundesrepublik andererseits von extremen politischen und ökonomischen Belastungsproben verschont blieb. Dennoch fehlt ihr ein wich tiger Faktor demokratischer Stabilität: Tradition. Während die westlichen Vorbilder über jahrhundertelange, in revolutionären Prozessen durchgesetzte bürgerlich-demo kratische Traditionen verfügen, fehlt dieses Moment in der Bundesrepublik. Mit diesem historischen Defizit der Legitimation politischer Herrschaft erklärt sich u. E.
  • Produktdetails
  • Verlag: Vs Verlag Für Sozialwissenschaften
  • 1984.
  • Seitenzahl: 512
  • Erscheinungstermin: 1. Januar 1984
  • Deutsch
  • Abmessung: 230mm x 160mm x 35mm
  • Gewicht: 636g
  • ISBN-13: 9783531116686
  • ISBN-10: 3531116681
  • Artikelnr.: 25046653
Autorenporträt
Dr. phil. Hans-Gerd Jaschke, Jahrgang 1952, war von 1979 bis 1995 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Universität Frankfurt/M. tätig. Seit 1996 ist er Professor für Politikwissenschaft an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Berlin. Er hat bereits zahlreiche Bücher zum Thema Rechtsextremismus veröffentlicht.
Inhaltsangabe
1. Einleitung.- 2. Problemorientierte Hinweise zur Studie.- 2.1. Zur Entstehungsgeschichte der Studie.- 2.2. Probleme der Erforschung politischer Kleingruppen.- 2.3. Zur Funktion von Gesprächen mit rechtsextremen Funktionären.- 2.4. Zum Rechtsextremismus-Begriff.- 2.4.1. Ideologiekritische Dimension.- 2.4.2. Organisationssoziologische Dimension.- 2.4.3. Interaktionstheoretische Dimension.- 3. Konturen des rechtsextremen Lagers nach 1945.- 3a. Die Restauration der rechtsextremen Stammkultur im Kontext der Entnazifizierungspolitik.- 1. Entnazifizierungspolitik der Westalliierten.- 1.1. Die Entnazifizierungspolitik im Überblick.- 1.2. Entnazifizierungspraxis und Öffentlichkeit.- 1.3. Entnazifizierung in den Programmen der rechten Parteien.- 2. Die Konstitution des rechtsextremen Lagers.- 3. Kulturgemeinschaften und Zeitschriften - Beispiele.- 3.1. Das Deutsche Kulturwerk Europäischen Geistes (DKEG).- 3.2. Gesellschaft für freie Publizistik (GfP).- 3.3. Die Zeitschrift "Nation Europa".- 3.4. Das "National-freiheitliche"Netzwerk.- 4. Entnazifizierung und Kriegsverbrecherprozesse in der rechtsextremen Publizistik.- 3b. Zur Entwicklung rechter und rechtsextremer Parteien zwischen Bürgerblock und Neonazismus. Eine Zusammenfassung empirischer Befunde.- 1. Die Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung (WAV).- 2. Die Sozialistische Reichs-Partei (SRP).- 3. Zwischen Bürgerblock und Rechtsextremismus: Kleine Rechtsparteien in der frühen Bundesrepublik (BHE, DP, DG).- 4. Fazit: Lernprozesse des organisierten Rechtsextremismus.- 3c. Entwicklung soldatischer Verbände in der Frühphase der Bundesrepublik.- 1. Zum Paramilitarismus-Begriff.- 2. Zur Frühgeschichte der Soldatenverbände nach 1945.- 3. Soldatenverbände als Suborganisationen rechtsextremer Parteien.- 4. Selbstverständnis und Praxisfelder der Soldatenverbände.- 5. Soldatenverbände und parlamentarische Demokratie.- 6. Politische Parteien und Soldatenverbände.- 7. Soldatenverbände und Bundeswehr.- 8. Der Weg in die politische Isolation - HIAG und Stahlhelm.- 8.1. Die Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Waffen-SS.- 8.2. Der Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten.- 8.2.1. Das Goslarer Treffen 1955.- 8.2.2. Die Stahlhelm-Gruppe Bergzabem 1966.- 9. Resümee.- 3d. Die Entwicklung rechtsextremer Jugendgruppen. Vom "jugendbewegten Lebensstil" zur neonazistischen Militanz.- 1. Politische Orientierungen der Nachkriegsjugend.- 1.1. Sozialisationseffekte der Formationserziehung im Nationalsozialismus.- 1.2. "Skeptische Generation" und ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus.- 2. Die Konstitution rechtsextremer Jugendgruppen.- 3. Die Fünfzigerjahre.- 3.1. Die nationalistischen Jugendverbände des KNJ.- 3.1.1. Der Kameradschaftsring Nationaler Jugendverbände (KNJ).- 3.1.2. Pädagogische Leitbilder nationalistischer Jugendarbeit.- 3.1.3. Die Praxis nationalistischer Jugendarbeit.- 3.1.4. Die nationalistischen Jugendgruppen in der Krise.- 3.2. Soldatische Jugendgruppen.- 3.2.1. Die Domestizierung des DJBK durch den Kyffhäuserbund.- 3.2.2. Der Kampf um die gesellschaftliche Anerkennung.- 3.3. Die völkischen Jugendgruppen.- 4. Die Sechzigerjahre - Kontinuitätsbemühungen und Ausbruchsversuche.- 5. Die Siebzigerjahre.- 5.1. Die nationalrevolutionären Gruppen.- 5.2. Das NS-Netzwerk und die nationalistischen Jugendgruppen.- 4. Folgerung: Rechtsextremismus als Problem politischer Kultur.- 4.1. Zum Begriff "Politische Kultur".- 4.2. Politische Orientierungen.- 4.3. Parteiengeschichtliche Aspekte.- 4.4. Politisch-kulturelle Aspekte - Einige Hypothesen.- 4.5. Falsche Sichtweisen.- 4.6. Rechtsextremismus - Konturen eines Forschungsgegenstandes.- 5. Fallstudien.- 5a. Forschungsdesign.- 5b. Die Deutsche Reichspartei (DRP) - Ein Weg von der Wahlkampfgemeinschaft zur Kaderpartei.- 0. Vorbemerkung.- 1. Die Entstehungsgeschichte der Deutschen Reichspartei.- 1.1. Die Deutsche Aufbau-Partei (DAP).- 1.2. Die Deutsche Konservative Partei (DKP).- 1.3. Die Deutsche Rechtspartei - Konservative