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Mademoiselle will nicht mehr arbeiten. Mademoiselle hat Schulden. Das Leben wäre so viel einfacher unter einem neuen Namen. Den borgt sie sich aus, sie erschleicht sich eine neue Garderobe und kommt schließlich auf die günstigste Lösung: einen Mann!

  • Geräte: eReader
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Produktbeschreibung
Mademoiselle will nicht mehr arbeiten. Mademoiselle hat Schulden. Das Leben wäre so viel einfacher unter einem neuen Namen. Den borgt sie sich aus, sie erschleicht sich eine neue Garderobe und kommt schließlich auf die günstigste Lösung: einen Mann!

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  • Produktdetails
  • Verlag: Verlag Klaus Wagenbach
  • Seitenzahl: 144
  • Erscheinungstermin: 29.01.2016
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783803141927
  • Artikelnr.: 44488104
Autorenporträt
Julia Deck, geboren 1974 in Paris, studierte Literatur an der Sorbonne, unterrichtete Französisch und absolvierte eine Journalistenschule. Sie lebt und arbeitet als Redakteurin und Schriftstellerin in Paris.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Mit ihrem zweiten Roman hat Julia Deck sich als Meisterin der Verwirrung bewiesen, findet Rezensent Georg Renöckl. Eine junge, mittellose Frau verführt einen Schiffsbau-Ingenieur mit einer gestohlenen Identität. Jedoch nicht nur ihr Geliebter ist sich bald nicht mehr sicher, wer sie wirklich ist, auch sie selbst verfängt sich in den Rollen, die sie spielt und ihren realen Erinnerungen, lesen wir. Für Renöckl wird eine Interpretation der Ereignisse immer schwieriger, bis sie ihm schließlich unmöglich scheint. Angesichts zunehmend "verschwimmender Gewissheiten" und einer mehr als wechselhaften Romanheldin schwankt der Rezensent zwischen Verzweiflung und Bewunderung für den tadellosen Stil sowie die beeindruckende Intuition der Autorin, was menschliche Abgründe angeht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 12.02.2016

Schwerelos durch die Nacht
Die französische Autorin Julia Deck nutzt in „Winterdreieck“ das Erbe des „Nouveau Roman“, um ihrer weiblichen Hauptfigur Spielräume zu eröffnen
Mademoiselle hat keine Lust mehr zu arbeiten. Ihren jüngsten Job als Verkäuferin in einer Ladenkette für Haushaltsgeräte im nordfranzösischen Le Havre beendet sie ebenso spontan wie radikal: mit einem auf höchster Stufe rotierenden Handrührgerät versetzt sie ihren Chef in Angst und Schrecken, weil der ihr den wohlverdienten Sommerurlaub abschlagen will.
  Nun ist das Konto der gescheiten, attraktiven Mademoiselle leer, die Wohnungsräumung steht bevor, die Arbeitsvermittlerin meint: „da ist nichts zu machen.“ Dem Leben nach den Gesetzen der Marktwirtschaft stellt Mademoiselle die Entscheidung für eine bessere, selbstbestimmte Identität entgegen: „Romanschriftstellerin. Eine verführerische Tätigkeit.“ Auch wenn sie bis dato keine einzige Zeile geschrieben hat, kommt die junge Frau mit ihrer Ungeniertheit erstaunlich weit.
  Dieser zunächst reichlich verträumt wirkende Plot ihres Romans „Winterdreieck“ sei ein durchaus ernst gemeintes sozio-politisches Statement, gibt die 1974 in Paris geborene Journalistin und Autorin Julia Deck zu Protokoll. Bereits Decks Erstling, „Vivianne Elisabeth Fauville“, der 2013 als kleine literarische Sensation gefeiert wurde, spielte mit der Frage nach der eigenen Identität in einer unübersichtlichen Lebenswelt. Er erzählte die Geschichte einer jungen Mutter, die in einem Wutanfall ihren Psychiater mit einem Küchenmesser tötet. Oder ist der Mord nur das Hirngespinst ihrer zerfallenden Persönlichkeit?
  Auch dieser zweite Roman Decks enthält jede Menge schiefe Ebenen, falsche Fährten und doppelte Böden. „Winterdreieck“ bezeichnet nicht nur eine Konstellation von drei Sternen am Nordhimmel, sondern auch das Gravitationsfeld, in dem die Handlungselemente dieser Geschichte angesiedelt sind: drei französische Hafenstädte, eine amouröse Dreiecksbeziehung und eine junge Frau, die drei Identitäten auf sich vereint und wie schwerelos durch ihr eigenes Universum gleitet. Wie eine Kamera folgt der Roman der namenlosen „Mademoiselle“ durch die Straßen von Le Havre. Als frischgebackene Schriftstellerin Bérénice Beaurivage – die Figur ist aus einem Film von Eric Rohmer entliehen – lässt sie sich versonnen durch den Tag treiben und sammelt allerhand Informationen zur Geschichte der Stadt, ganz so, wie ein Schriftstellerin es tun würde, um eine Romanwelt zu erschaffen.
  In einer Cocktail-Bar gabelt sie schließlich einen Mann auf, verbringt nach ein paar Drinks die Nacht mit ihm und erleichtert ihn dann um sein Geld. Mit geliehener Identität lebt es sich zwar unkompliziert, aber eben auch unsicher. Je mehr sich die junge Frau in ihrer neuen Rolle als Schriftstellerin einrichtet, je schräger die kleinen kriminellen und erotischen Abenteuer in ihrer neuen Haut werden, um so mehr scheint sie den Kontakt zur Realität zu verlieren. Die Außenwelt wird ihr zunehmend zur Romankulisse, ihre Mitmenschen werden zu Statisten.
  Wie ferngesteuert nimmt Mademoiselle den Zug in die bretonische Hafenstadt Saint-Nazaire, irrt auch hier ziellos zwischen gesichtslosen Nachkriegsbauten umher, und findet endlich etwas Halt in den Armen eines freigiebigen Schiffsinspekteurs. Der junge Mann ist von der vermeintlichen Schriftstellerin allerdings nur so lange fasziniert, bis ihm erste Zweifel kommen: hat seine „Bérénice“ vielleicht einen Knall, leidet sie an Gedächtnisverlust, nutzt sie ihn aus, oder existiert sie womöglich gar nicht? Die ungreifbare Protagonistin trägt nicht nur den Namen einer Figur von Eric Rohmer, sie ist auch aus demselben Stoff gemacht: sie weiß, dass sie nur eine ausgedachte Figur in einem Roman ist.
  Julia Deck spielt ein raffiniertes Spiel um Fiktion und Realität. Sie arrangiert Versatzstücke objektiver Information über die Schauplätze des Romans zu einem Mosaik der radikal subjektiven Wahrnehmung ihrer Heldin. So wie Mademoiselle als Bérénice durch ihr Leben taumelt, irrt auch der Leser durch ein Labyrinth von Handlungselementen, Erzählperspektiven, Vor- und Rückblenden. Wer ist die geheimnisvolle Journalistin Blandine, die Bérénice den Schiffsinspektor abspenstig machen will und ihre erfundene Identität als Schriftstellerin zu enttarnen droht? Ist sie womöglich nur eine weitere Facette von Bérénices fragmentierter Persönlichkeit oder gar eine Erfindung ihrer schriftstellerischen Fantasie? Darüber geben die verschiedenen Erzählinstanzen ganz unterschiedlich Auskunft, bis jeder Halt verloren geht.
  Nicht von ungefähr erscheinen Julia Decks Romane beim französischen Verlagshaus „Les Editions de Minuit“, der Heimat der großen Autoren des „nouveau roman“ aus den 1950er-Jahren, die das Spiel mit den Erzählformen auf die Spitze trieben. Julia Deck übernimmt diese immer spannend, manchmal auch verstörend zu lesende Erzähltechnik und erforscht damit die Spielräume im Leben einer jungen Frau, die sich nichts mehr vorschreiben lassen will. Als am Ende ihre Flucht in die Rolle der Schriftstellerin Bérénice Beaurivage zu scheitern droht, hat sich Mademoiselle längst wieder neu erfunden.
CORNELIUS WÜLLENKEMPER
  
Julia Deck: Winterdreieck. Roman. Aus dem Französischen von Antje Peter. Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2016. 139 S., 17,90 Euro. E-Book 14,99 Euro.
Drei Sterne, drei Hafenstädte,
eine Dreiecksbeziehung
Eine junge Frau, die sich nichts
mehr vorschreiben lassen will
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 03.05.2016

Noch so eine schöne Querulantin
Die leichtfüßige Wiederkehr des Nouveau Roman im Hier und Jetzt: Julia Decks Verstellungskomödie "Winterdreieck"

Mademoiselle einfach nur als Hochstaplerin zu bezeichnen würde zu kurz greifen. Auch dadurch, dass sie ihre Karriere als Beischlafdiebin startet, wäre sie nicht hinreichend gewürdigt. Mademoiselle hat nämlich ein echtes Identitätsproblem, das jedoch nicht in irgendeiner psychischen Disposition begründet liegt, sondern der Tatsache entspringt, dass sie von ihrer prekären Existenz die Nase voll hat.

Wir bewegen uns also, wie schon bei Julia Decks erstem Roman, "Viviane Élizabeth Fauville" (F.A.Z. v. 20. 11. 2013), mitten im Kapitalismus, Stand heute. Das muss deshalb betont werden, weil Julia Deck in beiden Romanen auf höchst kunstvolle Art und Weise die Techniken des noveau roman anwendet und weiterentwickelt, jener Schule des französischen Romans der fünfziger Jahre also, die bei uns eher seufzend als verspielte literarische Mode rezipiert und deren Abebben von einem hörbaren Aufatmen des Buchhandels wie der Kritik begleitet wurde.

Die Romane der 1974 in Paris geborenen Autorin machen jedoch deutlich, wie präzise die ständigen Perspektiv- und Rollenverschiebungen dieser Erzähltechnik gesellschaftliche Wirklichkeit eben nicht eins zu eins "abbilden", sondern bis ins Detail beleuchten können. Man könnte Decks Bücher leicht als gekonnte Paraphrasen auf eine vergangene Episode der Literaturgeschichte abtun, verfügten sie nicht über diesen präzisen bösen Blick auf die gesellschaftlichen - und damit zwischenmenschlichen - Verhältnisse.

Während der erste Roman noch in deutlich höheren sozialen Etagen angesiedelt ist und die feinen Unterschiede vor allem mittels der permanenten Bewegung durch verschiedene Pariser Arrondissements herausgearbeitet werden (das Metro-Netz spielt dabei als Zeichensystem eine herausragende Rolle), bewegt sich Mademoiselle anfangs in der Welt der Zeitarbeitsfirmen und prekären Beschäftigungen, bis sie keine Lust mehr hat und dies auch deutlich demonstriert: Sie attackiert ihren Abteilungsleiter im Kaufhaus mit einem auf höchste Stufe gestellten Küchengerät. Danach "erfindet sie sich neu", wie es heute allenthalben heißt - und das ist ja auch allemal vielversprechender als der gegenteilige Ansatz, der zumeist in der Tautologie "Ich möchte ich selbst sein" gerinnt.

Mademoiselle, deren "wahren Namen" (gibt es den?) wir nie erfahren, nennt sich fortan Bérénice Beaurivage, in Anlehnung an eine Figur aus Eric Rohmers Film "Der Baum, der Bürgermeister und die Mediathek", deren Darstellerin Arielle Dombasle sie nach eigener Ansicht ziemlich ähnelt. Sie erleichtert eine Barbekanntschaft in Le Havre nach erfolgtem Beischlaf um dreihundert Euro und macht sich mit diesem Startkapital auf den Weg aus der prekären Welt. Ein Ortswechsel ist angesagt, es geht weiter nach St.-Nazaire. Dem Meer und den Häfen bleibt der Roman treu, mit Ausnahme eines kurzen Intermezzos in Paris. Als dritte Seite des Dreiecks wird später noch Marseille hinzukommen.

Allein schafft Mademoiselle es allerdings nicht, dazu sind dreihundert Euro dann doch zu wenig. Nachdem sie sich durch den Kauf eines Heftes und eines Stifts zu einer Romanautorin gemacht hat, angelt sie sich in St.-Nazaire einen Schiffsinspektor, eine gutverdienende Autoritätsperson also. Es wäre nicht ganz angemessen zu sagen, dass hier nun eine amour fou beginnt, denn dazu fehlt es auf Mademoiselles Seite an Leidenschaft.

Dennoch möchte sie ihren Inspektor, der ja schließlich für ein angenehmes, nicht mehr prekäres Leben sorgt, keinesfalls verlieren. Also beginnt - wie immer, wenn es um die soziale Rolle eines Individuums geht - eine teilweise atemraubende Verstellungskomödie, die durchzuhalten für Mademoiselle immer schwieriger wird, denn der Inspektor schöpft natürlich mehr und mehr Verdacht, dass da etwas nicht ganz stimmt mit Bérénice Beaurivage. Warum schreibt sie nie mit dem Computer, sondern immer mit der Hand, und warum darf man nie in ihr Heft sehen? Warum hat eine erfolgreiche Romanschriftstellerin zum Beispiel nicht gelernt, feinere Gerichte richtig zu essen, und kennt Tintenfisch nur in Form gummiartiger Ringe, nicht aber als ganzes Tier?

Die feinen Unterschiede fallen dem Inspektor nicht nur bei dieser Gelegenheit auf. Was ist dran an den Verdachtsmomenten, die Blandine Lenoir äußert, eine Journalistin, Bekannte des Inspektors (deren Name ebenfalls dem erwähnten Rohmer-Film entstammt) und natürlich Rivalin von Bérénice? Und wie echt ist, darf man sich am Ende des Romans fragen, diese Journalistin ihrerseits?

Am Schluss schließt sich der Kreis - pardon, das Dreieck. Wir sind zurück in Le Havre. Eine junge Frau, vielleicht ist es Mademoiselle, vielleicht jemand anders, bis dahin die tüchtigste im Betrieb, legt sich mit einem Abteilungsleiter an und ist für ihre Zeitarbeitsfirma ebenso wenig vermittelbar geworden wie für die staatliche Arbeitsvermittlung. Aus der Mediathek hat sie sich diesen Film von Eric Rohmer ausgeliehen, und die Darstellerin der Blandine Lenoir hat "eine erstaunliche Ähnlichkeit mit ihr . . . Ob es sich lohnen würde, ihn anzunehmen. Ja, sie würde gern in jeder Hinsicht die Person werden, die in dem Film von Eric Rohmer von der Schauspielerin Clémentine Amouroux dargestellt wird. Blandine Lenoir. Der Name würde perfekt zu mir passen."

Trotz des mehrfachen Perspektiv- und Subjektwechsels: Dieser Roman ist keine Schwerarbeit und auf jeden Fall lesefreundlicher als etwa Robbe-Grillets "Augenzeuge", an dessen maritime Atmosphäre er gleichwohl hier und da anknüpft. Scheinbar en passant und ganz mühelos, mit geschickter Nutzung des Reservoirs aus dem Reich der Zeichen, legt Julia Deck die Struktur französischer Provinzstädte, die Struktur menschlicher Beziehungen und den Stand des heutigen entwickelten Kapitalismus bloß. Dass ihr Roman aber erfreulicherweise nirgends zum anklagenden Pamphlet missrät, ist der Souveränität ihrer erzählerischen Mittel geschuldet.

JOCHEN SCHIMMANG

Julia Deck: "Winterdreieck". Roman.

Aus dem Französischen von Antje Peter. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2016. 138 S., geb., 17.90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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