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Ma ist eine berührende Geschichte von Mutter und Tochter, die, hin und hergerissen zwischen Tradition und Modernität, zwischen Afrika und Europa, nach dem Eigenen suchen. Im Zentrum des Romans steht die Mutter, Massiré Dansira, die im Alter von 15 Jahren aus Mali nach Frankreich eingewandert ist und - nach dem Tod ihres Ehemanns - als Alleinerziehende mit den Widrigkeiten des Lebens und vor allem gegen die von Männern beherrschte Welt ihrer Stammesherkunft zu kämpfen hat. Sie bietet alles auf, was sie einmal in Mali gelernt hat, um aus ihren Kindern anständige und aufrechte Menschen zu machen:…mehr

Produktbeschreibung
Ma ist eine berührende Geschichte von Mutter und Tochter, die, hin und hergerissen zwischen Tradition und Modernität, zwischen Afrika und Europa, nach dem Eigenen suchen. Im Zentrum des Romans steht die Mutter, Massiré Dansira, die im Alter von 15 Jahren aus Mali nach Frankreich eingewandert ist und - nach dem Tod ihres Ehemanns - als Alleinerziehende mit den Widrigkeiten des Lebens und vor allem gegen die von Männern beherrschte Welt ihrer Stammesherkunft zu kämpfen hat. Sie bietet alles auf, was sie einmal in Mali gelernt hat, um aus ihren Kindern anständige und aufrechte Menschen zu machen: auf Bambara danbé: Würde, Charakterstärke, Respekt vor Traditionen, Kampfgeist.
Der Roman schöpft viel an Ironie, Humor und auch Lebensweisheit daraus, dass die Tochter und Ich-Erzählerin im ständigen Kampf mit ihrer Mutter lebt. Sie wächst in Paris als modernes Mädchen auf und lebt im Widerspruch zwischen den traditionellen Werten und Anforderungen der familiären Herkunft und denen der französischen Gesellschaft. Als Jugendliche hält die Ich-Erzählerin die Maximen aus Afrika für völlig fehl am Platze. Aus ihr wird eine erfolgreiche Boxerin.Der Roman vermittelt uns einen Einblick in das Schicksal von Migrantinnen aus Afrika, die sich in Europa durchschlagen, mit welchen alltäglichen Vorurteilen und rassistischen Überheblichkeiten sie konfrontiert sind und wie sie sich gleichzeitig gegen die starren Traditionen der eigenen Herkunft zur Wehr setzen. Die jüngere Generation setzt sich offen mit ihnen auseinander, dadurch wird konkret, was Stereotype und Diskriminierung in Europa bedeuten.
Ma ist die Geschichte einer mutigen Frau, die Liebeserklärung an eine Mutter, die in einer fremden Kultur ihr Leben meistern muss.
  • Produktdetails
  • Verlag: Wunderhorn
  • Seitenzahl: 186
  • Erscheinungstermin: September 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 142mm x 20mm
  • Gewicht: 337g
  • ISBN-13: 9783884235720
  • ISBN-10: 3884235729
  • Artikelnr.: 48112033
Autorenporträt
Cissoko, Aya
Aya Cissoko wurde 1978 in Frankreich geboren. Ihre Eltern kamen Anfang der 1970er Jahre aus Afrika (Mali) nach Frankreich. 1986 kommen ihr Vater und ihre Schwester bei einem Brandanschlag in Paris ums Leben. Sie entdeckt das Boxen für sich als Rückzugsort und wird 2006 Amateur-Boxweltmeisterin. Ein Bruch der Wirbelsäule beendet 2010 abrupt ihre Boxkarriere. 2011 veröffentlicht sie (zusammen mit Marie Desplechin) ihr erstes Buch, ihre Autobiografie danbé, die unter dem Titel Wohin ich gehe verfilmt wird. Sie studiert Politikwissenschaften am Institut d'études politiques in Paris. 2016 erschien ihr zweites Buch n'ba. Cissoko lebt in Paris.

Thill, Beate
Beate Thill, geboren 1952 in Baden-Baden, studierte Anglistik und Geographie. Seit 1983 arbeitet sie als literarische Übersetzerin der Sprachen Englisch und Französisch, mit dem Schwerpunkt Literatur aus »dem Süden«, v.a. aus Afrika und der Karibik. Daneben arbeitet sie als Dolmetscherin, verfasst Texte zur Übersetzungstheorie und für den Rundfunk. Sie ist Übersetzerin des kongolesischen Lyrikers Tchicaya U Tam si, des karibischen Autors Édouard Glissant, des Tunesiers Abdelwahab Meddeb und der Algerierin Assja Djebar. 2014 erhielt sie den Internationalen Literaturpreis vom Haus der Kulturen der Welt in Berlin für ihre Übersetzung des Romans Das Rätsel der Rückkehr von Dany Laferrière.
Rezensionen
Besprechung von 27.11.2017
Im Ring
Aya Cissoko berichtet über
ihre malische Jugend in Paris
Wenn die malischstämmige Französin Aya Cissoko über ihr Leben schreibt, gleicht das oft einem Kampfbericht. Tatsächlich hat sich die mehrmalige Amateur-Boxweltmeistern Cissoko mit schier unglaublicher Willenskraft freigeboxt. Ihren Vater und ihre Schwester verlor sie 1986 im Alter von sieben Jahren, als vermutlich Rechtsradikale ein Arbeiterwohnheim am Pariser Stadtrand in Brand steckten. Davon erzählte sie in ihrer mit der Jugendbuchautorin Marie Desplechin verfassten Autobiografie „Danbé“ (2011). Mit „Ma“ ist nun Cissokos Erinnerung an ihre Mutter erschienen, die sie und ihren älteren Bruder aufgezogen hat, bedrängt von muslimischen Traditionalisten einerseits und der gesellschaftlichen Benachteiligung als „unsichtbare Einwanderin“ andererseits.
Cissokos „Roman“ lässt sich als ein Lagebericht über die Situation der vergessenen Menschen in den Pariser Vorstädten lesen. Während ihr Stiefvater als professionelles Geister-Medium die Wohnung mit allerlei zwielichtigen Gästen, mit Hennen, Gänsen und Puten bevölkert, fliegt Cissoko wegen „inakzeptablen Benehmens“ von der Schule und ersetzt beim Boxen den „einen starken Schmerz durch einen anderen, den ich zu beherrschen gelernt habe“. Ihre Siege im Ring bedeuten ihr nichts – außer der Bestätigung, dass nichts sie umhauen kann.
Nach einer Verletzung muss Cissoko die Boxhandschuhe ablegen,besteht dafür die Aufnahmeprüfung an der Akademie für Politische Wissenschaften und bekommt ein Kind. Dieser hochaktuelle Entwicklungsroman handelt von Konflikten zwischen Mutter und Tochter, zwischen den Geschlechtern, Generationen und Kulturen. Trotz der mitunter spröden Aneinanderreihung von Anekdoten berührt das Buch durch die pure Wucht der Geschichte, die es erzählt.
CORNELIUS WÜLLENKEMPER
Aya Cissoko: Ma. Roman. Aus dem Französischen von Beate Thill. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2017. 187 S., 24,80 Euro. E-Book 16,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Im Ring

Aya Cissoko berichtet über
ihre malische Jugend in Paris

Wenn die malischstämmige Französin Aya Cissoko über ihr Leben schreibt, gleicht das oft einem Kampfbericht. Tatsächlich hat sich die mehrmalige Amateur-Boxweltmeistern Cissoko mit schier unglaublicher Willenskraft freigeboxt. Ihren Vater und ihre Schwester verlor sie 1986 im Alter von sieben Jahren, als vermutlich Rechtsradikale ein Arbeiterwohnheim am Pariser Stadtrand in Brand steckten. Davon erzählte sie in ihrer mit der Jugendbuchautorin Marie Desplechin verfassten Autobiografie „Danbé“ (2011). Mit „Ma“ ist nun Cissokos Erinnerung an ihre Mutter erschienen, die sie und ihren älteren Bruder aufgezogen hat, bedrängt von muslimischen Traditionalisten einerseits und der gesellschaftlichen Benachteiligung als „unsichtbare Einwanderin“ andererseits.

Cissokos „Roman“ lässt sich als ein Lagebericht über die Situation der vergessenen Menschen in den Pariser Vorstädten lesen. Während ihr Stiefvater als professionelles Geister-Medium die Wohnung mit allerlei zwielichtigen Gästen, mit Hennen, Gänsen und Puten bevölkert, fliegt Cissoko wegen „inakzeptablen Benehmens“ von der Schule und ersetzt beim Boxen den „einen starken Schmerz durch einen anderen, den ich zu beherrschen gelernt habe“. Ihre Siege im Ring bedeuten ihr nichts – außer der Bestätigung, dass nichts sie umhauen kann.

Nach einer Verletzung muss Cissoko die Boxhandschuhe ablegen,besteht dafür die Aufnahmeprüfung an der Akademie für Politische Wissenschaften und bekommt ein Kind. Dieser hochaktuelle Entwicklungsroman handelt von Konflikten zwischen Mutter und Tochter, zwischen den Geschlechtern, Generationen und Kulturen. Trotz der mitunter spröden Aneinanderreihung von Anekdoten berührt das Buch durch die pure Wucht der Geschichte, die es erzählt.

CORNELIUS WÜLLENKEMPER

Aya Cissoko: Ma. Roman. Aus dem Französischen von Beate Thill. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2017. 187 S., 24,80 Euro. E-Book 16,99 Euro.

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