La Place de L'Etoile - Modiano, Patrick
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Ein junger Mann, Raphael Schlemilovitch, in Paris zur Zeit des Nationalsozialismus. In seiner fingierten Autobiografie ziehen kaleidoskopartig die Lebensentwürfe der Juden im besetzten Frankreich vorüber: Mal ist er "Kollaborationsjude" und Liebhaber von Eva Braun, mal "Feld-und-Flur-Jude" in der tiefsten Provinz, bald emigriert er mit falschen Papieren und wird der Judenverfolgung dennoch nicht entgehen. Bis er bei Doktor Freud auf der Couch liegt, der dem halluzinierenden Held eine "jüdische Neurose" attestiert. Modianos brillantes Erstlingswerk ist einer der aufregendsten Romane über das…mehr

Produktbeschreibung
Ein junger Mann, Raphael Schlemilovitch, in Paris zur Zeit des Nationalsozialismus. In seiner fingierten Autobiografie ziehen kaleidoskopartig die Lebensentwürfe der Juden im besetzten Frankreich vorüber: Mal ist er "Kollaborationsjude" und Liebhaber von Eva Braun, mal "Feld-und-Flur-Jude" in der tiefsten Provinz, bald emigriert er mit falschen Papieren und wird der Judenverfolgung dennoch nicht entgehen. Bis er bei Doktor Freud auf der Couch liegt, der dem halluzinierenden Held eine "jüdische Neurose" attestiert. Modianos brillantes Erstlingswerk ist einer der aufregendsten Romane über das von Deutschen besetzte Paris und ein stilistisches Meisterstück zugleich.
  • Produktdetails
  • Verlag: Gallimard
  • Seitenzahl: 210
  • Erscheinungstermin: November 1975
  • Französisch
  • Abmessung: 177mm x 110mm x 22mm
  • Gewicht: 132g
  • ISBN-13: 9782070366989
  • ISBN-10: 2070366987
  • Artikelnr.: 25163976
Autorenporträt
Der französische Schriftsteller Patrick Modiano ist der Literaturnobelpreisträger des Jahres 2014. Modiano, am 30.Juli 1945 in Paris geboren, ist der Sohn eines italienisch-jüdischen Kaufmanns und einer belgischen Schauspielerin. Im Jahr 1957 starb sein Bruder Rudy im Alter von neun Jahren an Leukämie, was zur Trennung der Eltern führte. Beinahe seine gesamte Kindheit verbrachte er deshalb bei seinen Großeltern, bis er für seine schulische Ausbildung in ein Internat zog und 1962 sein Abitur erhielt.

Bereits sein Debütroman "La Place de l´Etoile" (1968, dt. "Im düsteren Licht der Erinnerung" 2004) verhalf ihm in seiner Heimat zu großer Bekanntheit. Da in seinen über dreißig Werken vor allem die Themen Erinnerung und Vergessen von zentraler Bedeutung sind, bezeichnet man ihn dort auch als "Autor gegen das Vergessen". Außerhalb Frankreichs blieb Patrick Modiano der große Durchbruch trotz zahlreicher Auszeichnung, einer über die Jahre stetig wachsenden Leserschaft und der Übersetzung seiner Werke in verschiedene Sprachen bis heute verwehrt.

Nur wenige Tage vor der Verleihung des Nobelpreises erschien sein Roman "Pour que tu ne te perdes pas dans le quartier" (2014). In Deutschland wird derweil die Veröffentlichung des Vorgängerwerks "L'Herbe des nuits" (2012, dt. "Gräser der Nacht" 2014), das im November erscheinen soll, mit Spannung erwartet.
Mit seiner Frau Dominique Zehrfuss, die er 1970 heiratete, hat Patrick Modiano zwei gemeinsame Töchter: Zina und Marie. Das Ehepaar lebt heute in Paris.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 22.06.2010

Modianos Debüt

Wer 1968, im Erscheinungsjahr von Patrick Modianos "Place de l'Étoile", noch nicht geboren war und seinen nun erstmals übersetzten Debütroman aufschlägt, dem wird er aus den Händen fallen: Bisher kannte er von Modiano Romane wie "Dora Bruder" oder "Ein Stammbaum", in denen der Autor mit lakonischer Sprache die Vergangenheit rekonstruiert. Der Erstling des damals Zweiundzwanzigjährigen ist das Gegenteil: ein sprachlicher Rausch, eine pfeffrige Provokation voller Tabubrüche. Erzählt wird die Geschichte - wenn der Begriff hier trifft - von Raphaël Schlemilovitch, Sohn aus gutem Hause, der an mehreren Zeiten und Orten zugleich ist, eine Ahasver-Gestalt, die Europa und einen Teil des Nahen Ostens durchquert; Hauptstrang ist der Auftrag eines zwielichtigen Vicomte, ehrbare Französinnen als "exzellente Huren" zu verscherbeln. Zentral ist die Frage nach jüdischer Identität beziehungsweise nach ihrem Negativ. Modiano erforscht die Abgründe Frankreichs, antisemitische Klischees, verkörpert durch Intellektuelle, Provinznotabeln und - ironisch gebrochen - durch den Helden. Auch die ungeschönte Darstellung des besetzten Paris war 1968 skandalträchtig. Die literarischen Einflüsse schlüsselt Elisabeth Edl im Nachwort auf. In der Verwurstung des Antisemiten Céline verbinden sich die Hauptmotive: Doktor Bardamu, der Held von "Reise ans Ende der Nacht", taucht als Figur auf. Anders als Célines Erstling kommt "Place de l'Étoile" über das Delirium jedoch kaum hinaus. So witzig manche Passage ist: Es ist ein Gehversuch, dem Modiano-Verehrer teuer, weil zentrale Stichworte des Werks erstmals fallen; die anderen Leser seien eher gewarnt. (Patrick Modiano:"Place de l'Étoile". Roman. Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Elisabeth Edl. Hanser Verlag, München 2010. 192 S., geb., 17,90 [Euro].) nibe

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