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Ein bewegendes Familienepos und die Geschichte einer großen Liebe Die unsichtbare Brücke erzählt die ergreifende Geschichte der ungarisch-jüdischen Familie Lévi vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Paris und Budapest sind die Schauplätze dieses mitreißenden, lang erwarteten ersten Romans von Julie Orringer, in dessen Zentrum eine außergewöhnliche, immer wieder gefährdete Liebe steht.Budapest 1937. Voller Hoffnung besteigt der junge Andras Lévi den Zug nach Paris, um dort Architektur zu studieren und entdeckt eine Stadt der Theater und der Kunst, der Studentenpartys und politischen…mehr

Produktbeschreibung
Ein bewegendes Familienepos und die Geschichte einer großen Liebe
Die unsichtbare Brücke erzählt die ergreifende Geschichte der ungarisch-jüdischen Familie Lévi vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs. Paris und Budapest sind die Schauplätze dieses mitreißenden, lang erwarteten ersten Romans von Julie Orringer, in dessen Zentrum eine außergewöhnliche, immer wieder gefährdete Liebe steht.Budapest 1937. Voller Hoffnung besteigt der junge Andras Lévi den Zug nach Paris, um dort Architektur zu studieren und entdeckt eine Stadt der Theater und der Kunst, der Studentenpartys und politischen Revolten. Als er die neun Jahre ältere Claire Morgenstern kennenlernt, beginnt eine leidenschaftliche Amour fou, die überschattet wird von einem dunklen Geheimnis aus der Vergangenheit der Ballettlehrerin. Es ist der Beginn einer großen, immer wieder Prüfungen unterworfenen Liebe. Auch Tibor und Mátyás, Andras Brüder, versuchen in dieser bedrohten Zeit ihr Glück zu finden. Als der Krieg die Brüder Lévi in Budapest zusammenführt, ist das keine Heimkehr, sondern der Beginn einer Odyssee mit ungewissem Ende: Ein Kampf ums Überleben beginnt gegen Hunger, Verfolgung und einen Schatten aus Claires früherem Leben, der trotz aller Bemühungen unüberwindbar zu sein scheint.In großartigen Bildern lässt Julie Orringer eine untergegangene Welt wiederauferstehen, schildert die prächtige Architektur und glanzvolle Bühnenkultur der beiden Metropolen vor Kriegsbeginn und führt uns mitten hinein in den Horror des Zweiten Weltkriegs, der trotz aller Brutalität die Bande zwischen Claire und Andras und seiner Familie nicht zerreißen kann.
  • Produktdetails
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Seitenzahl: 832
  • Erscheinungstermin: Februar 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 150mm x 61mm
  • Gewicht: 1044g
  • ISBN-13: 9783462043006
  • ISBN-10: 3462043005
  • Artikelnr.: 32495455
Autorenporträt
Julie Orringer, 1973 in Miami, Florida, geboren, debütierte 2003 mit dem Erzählungsband 'Unter Wasser atmen' (2005), der in 10 Sprachen übersetzt, mit mehreren Preisen ausgezeichnet und von der Kritik gefeiert wurde. Ihr Roman 'Die unsichtbare Brücke' stand auf der Bestsellerliste der New York Times und wurde international begeistert aufgenommen.
Rezensionen
Besprechung von 25.03.2011
Die Operette passt nicht zum Genozid
Ein Nachfolger von "Doktor Schiwago"? Julie Orringer riskiert viel in ihrem Holocaust-Liebesroman "Die unsichtbare Brücke"

Budapest, 1937. Der zweiundzwanzigjährige Andras Lévi, wie viele Juden in Ungarn durch einen seit 1920 existierenden antisemitischen Numerus clausus vom Zugang zur Universität ausgeschlossen, macht sich auf den Weg nach Paris, wo er dank eines Stipendiums Architektur studieren möchte. Eine ältere, ihm unbekannte Dame bittet ihn, dort einen Brief zu übergeben. Noch im Zug trifft er einen Landsmann, der ihm später Freund und Widersacher zugleich sein wird. Die Zeichen in Europa stehen auf Sturm. Andras, der sich kaum für Politik interessiert, ahnt davon noch wenig.

Bereits kurz nach Studienbeginn muss er erfahren, dass die ungarische Regierung die Konten der jüdischen Stipendiaten im Ausland eingefroren hat. Dank seiner Zugbekanntschaft kommt er an einem Pariser Theater als Laufbursche unter, nach dem Bankrott des Theaters kann er in einer renommierten bühnenbildnerischen Werkstatt arbeiten.

Sein Studium ist zunächst nicht gefährdet. Seine Lehrer, darunter Le Corbusier, loben ihn. Der geheimnisvolle Brief aus Budapest führt ihn zunächst ins Haus und später auch in die Arme der Tanzlehrerin Claire, in die er sich, obwohl die Dame um neun Jahre älter und Mutter einer heranwachsenden Tochter ist, hoffnungslos verliebt.

Was er lange nicht weiß: Seine Angebetete, wie er eine ungarische Jüdin, floh nach einem düsteren Verbrechen, in das sie als Teenager in Ungarn verwickelt wurde, nach Paris, wo sie seitdem mit ihrer Tochter unter falschem Namen lebt. Schon bald wird sie deshalb ihre eigene Familie finanziell ruinieren und auch Andras in Gefahr bringen. Als seinStudentenvisum abläuft, ist Andras gezwungen, die Heimreise anzutreten. Gegen besseres Wissen wird ihn Claire/Klara, die er bald heiratet, begleiten. Ein Zurück nach Paris soll es von da an nicht mehr geben. Immer mehr werden Andras, sein älterer Bruder Tibor, der in Italien Medizin studiert, und der jüngste Bruder Mátyás, ein angehender Fred Astaire, in die Todesmaschinerien der Diktaturen des zwanzigsten Jahrhunderts hineingerissen, die nur wenige Mitglieder der Familie und des Freundeskreises der Lévis überleben werden.

Zunächst werden die jungen Männer in die berüchtigten Munkaszolgalat-Einheiten eingezogen, Strafbataillone der ungarischen Armee, die von 1938 an ausschließlich für Juden reserviert waren und aus denen viele nicht zurückkehrten. Die Rekruten wurden zur Minenräumung an vorderster Ostfront eingesetzt oder zur Strafarbeit unter härtesten Bedingungen in den Karpaten. Darüber hat man in der europäischen Literatur wenig gelesen, und hier hat Julie Orringer sorgfältig recherchiert. Der Ton und die Behandlung der Soldaten changiert je nach Persönlichkeit und politischer Anschauung des Kommandeurs zwischen Grausamkeit und einem Mindestmaß an Solidarität.

Im Frühjahr 1944, als die Rote Armee längst gen Westen vorrückte, begannen die Deportationen ungarischer Juden in die Todeslager. Im Juli stoppte Diktator Horthy, dem internationalen und nationalen Druck nachgebend und den Frontverlauf durchaus vor Augen, diese wieder und verschonte damit zunächst einen großen Teil der Budapester Juden. Als im Herbst die faschistische Pfeilkreuzlerpartei die Macht übernahm, wurden in den letzten Kriegsmonaten auch die Budapester Juden deportiert, von denen sich einige wenige - wie im Roman - im Chaos der Bombardements, die auf die Donaumetropole niedergingen, retten konnten. Die Liebesgeschichte zwischen Andras und Klara schleppt sich als reichlich aufgeblasene Exposition allzu lange dahin. Zwar tauchen immer wieder neue Figuren, motivische Facetten und dramaturgische Stolpersteine auf, so dass die Spannung gehalten wird. Zuweilen aber ist das zu schmonzettenhaft für das, was das Buch am Ende sein möchte: ein Roman über den Antisemitismus und die Ermordung der ungarischen Juden. Es scheint, als scheue die junge Autorin davor zurück, ihre Helden in die Arbeits- und Todeslager der Nazis und die Höllen der Kriegsschlachten und des stalinistischen Gulags von Kolyma zu begleiten, was vielleicht auch daran liegen mag, dass die Nicht-Überlebende, das Nicht-Opfer im Roman die Lebensgeschichten ihrer eigenen Großeltern verarbeitet.

Mit dem Erzählungsband "Unter Wasser atmen" legte die 1973 in Miami geborene und heute in Brooklyn lebende Autorin 2005 ein fulminantes Debüt vor. Darin ging es um kleine Gemeinheiten und große Schicksalsschläge auf dem Weg ins Erwachsenwerden. Ihr episch weit ausholendes Romandebüt, das von der amerikanischen Kritik mit Pasternaks "Doktor Schiwago" verglichen wurde, zeugt von großem Talent.

Was erschüttert, sind nicht die buchstäblich auf den letzten Seiten in einem seltsam neutralen Ton berichteten Greuel, die die schicksallosen Lévis erleiden, sondern die Beschreibung des sich perfide steigernden Antisemitismus, bei dem mancher Leser bittere Bezüge zur aktuellen Lage in Ungarn herstellen mag.

Die Krux dieses Buches bleibt die sich nicht auflösende Spannung zwischen den Genres: einer romantischen Liebesgeschichte mit Happy End in operettenhaft anmutender Szenerie und einem in den Epilog verbannten Roman über die größten Verbrechen des vergangenen Jahrhunderts.

SABINE BERKING

Julie Orringer: "Die unsichtbare Brücke". Roman.

Aus dem Amerikanischen von Andrea Fischer. Verlag Kiepenheuer und Witsch, Köln 2011. 800 S., geb, 24,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Ein Geniestreich." Michael Chabon "Bewegend. Betörend. Mitreißend wie 'Doktor Schiwago'" The New York Times "Eins der besten Bücher des Jahres." Junot Díaz "Umwerfend. Wie Tolstoi und Stendhal schildert Orringer die Umbrüche in der europäischen Geschichte, episch und persönlich zugleich." Entertainment Weekly "Einfach atemberaubend." Los Angeles Times "Ein Fest für die Sinne." San Francisco Chronicle

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensentin Sabine Berking gesteht der Autorin Julie Orringer durchaus Erzähltalent zu, ihr fulminantes Debüt "Unter Wasser atmen" hat sie durchaus noch in Erinnerung. Doch der Holocaust-Roman "Die unsichtbare Brücke", ist alles andere als ein neuer "Doktor Schiwago", stellt die Rezensentin klar, sondern kaum mehr als eine Schmonzette. Orringer erzählt darin vom Schicksal des Budapester Juden Andras Levi, der 1937 nach Paris geht und dort seine große Liebe Claire findet. Mit ihr kehrt er zurück in das faschistische Ungarn und wird nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in eines der berüchtigten Strafbataillone eingezogen. Er überlebt, auch die Deportationen der ungarischen Juden nach Auschwitz in den letzten Kriegsmonaten. Den sich "perfide steigernden Antisemitismus" sieht die Rezensentin in diesem epischen Panorama noch sehr erschütternd beschrieben, der Autorin in der Schilderung des Krieges, der Straf- und Konzentrationslager allerdings die Mittel versagen. Vor den Roman über die großen Verbrechen des Jahrhunderts schiebe sich eine "Liebesgeschichte mit Happy End in operettenhaft anmutender Szenerie".

© Perlentaucher Medien GmbH
"Wie scheinbar leicht sie Handlung, Personen und Zeitgeschichte in diesem Mammutwerk zusammenhält - allein dafür kann es nur Applaus geben." Deutschlandradio 20110524
»Ein fesselnder Roman, der in wunderbaren plastischen Bildern in Szene gesetzt wird [...]. Unbedingt lesen!«