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Die Wiederentdeckung einer großen Autorin - Irène Némirovskys wohl schönstes Buch nach »Suite française«.
Mit ihrem Roman »Suite française« begann die sensationelle Wiederentdeckung von Irène Némirovsky. Weltweit werden die Romane des Stars der Pariser Literaturszene in den 30er Jahren nun der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Der Knaus Verlag verlegt bereits ihr drittes Buch.Als sich Ada und Harry das erste Mal begegnen, fürchtet sich der behütete Sohn einer reichen jüdischen Familie in der Ukraine vor der armen Kusine. Doch Ada weiß vom ersten Augenblick an, dass sie ihn nie…mehr

Produktbeschreibung
Die Wiederentdeckung einer großen Autorin - Irène Némirovskys wohl schönstes Buch nach »Suite française«.

Mit ihrem Roman »Suite française« begann die sensationelle Wiederentdeckung von Irène Némirovsky. Weltweit werden die Romane des Stars der Pariser Literaturszene in den 30er Jahren nun der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Der Knaus Verlag verlegt bereits ihr drittes Buch.Als sich Ada und Harry das erste Mal begegnen, fürchtet sich der behütete Sohn einer reichen jüdischen Familie in der Ukraine vor der armen Kusine. Doch Ada weiß vom ersten Augenblick an, dass sie ihn nie vergessen wird. Jahre vergehen. Die junge Ada ist Malerin geworden und mit ihrer Tante Rhaissa, der schönen Kusine Lilla und dem umtriebigen Vetter Ben in Paris gelandet. Mühsam sucht jeder seinen Platz in der Fremde. Eines Tages erfährt Ada, dass auch Harry in der französischen Metropole lebt und in das Großbürgertum eingeheiratet hat. Sie erkennt, dass er nicht glücklich ist, dass aber in seinem Leben noch immer kein Platz für sie ist. Erst als Harry in einer Buchhandlung zwei Gemälde von Ada entdeckt, sind die Erinnerungen wieder da. Ein heißes Begehren für diese wilde, innerlich bedingungslose Frau flammt auf. Beide spüren, dass sie füreinander bestimmt sind. Harry wird Adas Geliebter und will sich von seiner Frau trennen. Doch Bens waghalsige Geschäfte bringen ihn in höchste Gefahr. Und Ada muss eine furchtbare Entscheidung treffen.

  • Produktdetails
  • Verlag: Knaus
  • Originaltitel: Les chiens et les loups
  • Seitenzahl: 256
  • Erscheinungstermin: 20. August 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 224mm x 146mm x 28mm
  • Gewicht: 456g
  • ISBN-13: 9783813502831
  • ISBN-10: 381350283X
  • Artikelnr.: 22815855
Autorenporträt
Irène Némirovsky wurde 1903 als Tochter eines reichen russischen Bankiers in Kiew geboren und kam während der Oktoberrevolution nach Paris. Dort studierte sie französische Literatur an der Sorbonne. Irène heiratete den weißrussischen Bankier Michel Epstein, bekam zwei Töchter und veröffentlichte ihren Roman "David Golder", der sie schlagartig zum Star der Pariser Literaturszene machte. Viele weitere Veröffentlichungen folgten. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach und die Deutschen auf Paris zumarschierten, floh sie mit ihrem Mann und den Töchtern in die Provinz. Während der deutschen Besetzung erhielt sie als Jüdin Veröffentlichungsverbot. In dieser Zeit arbeitete sie an einem großen Roman über die Okkupation. Am 13. Juli 1942 wurde Irène Némirovsky verhaftet und starb wenige Wochen später in Auschwitz. 2005 entzifferte Némirovskys Tochter Denise Epstein das Manuskript, das als "Suite française" veröffentlicht und zur literarischen Sensation wurde.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 30.05.2008

Auf der Suche nach dem Wir
Irène Némirovsky erzählt in ihrem Roman „Die Hunde und die Wölfe” von den Illusionen jüdischer Emigranten in Paris
Dem unerbittlichen Strom der Ereignisse zwischen der Oktoberrevolution und dem Zweiten Weltkrieg das Schicksal einzelner Menschen zu entreißen – kein geringeres Ziel hatte die seit einigen Jahren wiederentdeckte französische Schriftstellerin Irène Némirovsky, die vor 65 Jahren in Auschwitz ermordet wurde. Der Flutwelle, die nicht nur Kaiserreiche und Dynastien, sondern die ganze Welt von gestern unter sich begrub und verschlang, stemmte sie in ihren Romanen die Erinnerung an Menschen entgegen, die wie sie selbst vor der bedrohlichen Mischung aus altem Antisemitismus und revolutionärer Menschenhatz in Russland geflohen und in einem fernen Land gestrandet waren.
Wie in den noch nicht übersetzten Romanen „Le vin de solitude” und „Les mouches d’automne” zeichnet sie auch in ihrem jetzt in deutscher Übersetzung vorliegenden Buch „Die Hunde und die Wölfe” das Leben getriebener Menschen, die sich ängstlich fragen, wohin sie sich in Sicherheit bringen sollen. Bettelarme Juden aus dem ukrainischen Ghetto oder solche, die den Aufstieg in die Welt gesättigter Großbürger des Zarenreiches geschafft hatten, durften von der neuen Ideologie der Gleichheit nichts Gutes erwarten. All ihre Romanhelden lässt die 1903 in Kiew geborene und mit 14 Jahren aus Russland geflohene Autorin das gleiche Ziel anstreben: Paris.
Wie für so viele Exilanten jener Zwischenkriegsjahre wurde auch den Romanhelden Némirovskys das gleißende Licht des Wohlstands und der Liberalität in der Stadt an der Seine zum Trost für den Verlust der Heimat, bis es sich ihnen als Irrlicht erweisen sollte – nicht zuletzt der Autorin selbst, die im Sommer 1942 von der französischen Miliz in ihrem Versteck aufgespürt wurde und deren Spur sich in Auschwitz verliert. Vor drei Jahren ist der in den letzten Lebensmonaten Irène Némirovskys hastig und nichtsdestoweniger brillant geschriebene Roman „Suite française” über die im Sommer 1940 zusammenbrechende französische Republik erschienen, und seitdem entdeckt das französische Publikum das Werk dieser Autorin.
Ghetto und Pogrome
Auch in dem 1940 in Frankreich erschienenen Roman „Die Hunde und die Wölfe” ist Paris für die Hauptperson Ada und ihre jüdische Familie zuerst das gelobte Land, dann aber die Stadt der verlorenen Illusionen. Während Ada und ihr Cousin Ben als Kinder die Armseligkeit des Ghettos und die Grausamkeit der Pogrome in den schäbigen Vierteln einer russischen Stadt erleben, bleibt ihr entfernter Verwandter Harry im Schutz der Oberstadt und seines mit Glück und Geld gesegneten Zweiges der Familie Sinner von allen Unbilden des russischen Antisemitismus verschont. Erst die Revolution zwingt auch die reichen Sinners ins französische Exil, wo sie jedoch dank ihrer internationalen Geschäftskontakte wieder das glücklichere Los gezogen haben. Aber egal ob arm oder reich: Ada, Ben und Harry berauschen sich an der liberalen französischen Welt, bevor sich diese als Falle erweist: Es bleibt der unüberbrückbare Gegensatz zwischen der behüteten französischen Gesellschaft und den unbehausten Juden. Die nur scheinbar assimilierten und durch die westliche Kultur gezähmten Juden erscheinen der Erzählerin wie Hunde, die das Erbe ihrer wie Wölfe umherstreifenden Vorfahren sich und anderen nur mühsam verbergen können.
In der Stärke des Romans, nämlich der fulminanten und unerbittlichen Sprache und in dem geradezu naturalistischen Beharren auf dem illusionären Charakter jüdischer Assimilation liegt indes gleichzeitig eine bedrückende Gefahr: Denn die Jüdin Irène Némirovsky bot denen eine Flanke, die nicht nur hämisch die Rede vom jüdischen Selbsthass führten, sondern die prinzipielle Trennungslinie zwischen Juden und Nicht-Juden propagierten. Die verzweifelte Beschreibung des jüdischen Exilanten-Lebens konnten Antisemiten wie Pierre Drieu La Rochelle und Robert Brasillach für ihre rassistische Propaganda nutzen. Zu offenkundig schien das jüdische Wir des Romans, welches von den Franzosen nur in der dritten Person spricht, die antisemitische Abgrenzung zu rechtfertigen. „Vielleicht hatte er”, heißt es an einer Stelle von Adas Mann Ben, dessen gierige Spekulationen Harrys Unternehmen in den Ruin zu stürzen drohen, „vielleicht hatte er wie alle Juden das dunkle und ein wenig erschreckende Gefühl, an einer längeren Vergangenheit als die meisten anderen Menschen zu tragen. Dort, wo ein anderer lernen musste, da konnte Ben – zumindest glaubte er es – sich erinnern.”
Damit der Wohlstand Harrys, vor allem aber die Reputation seiner französischen Geschäftspartner gerettet wird, weisen die französischen Behörden alle aus, welche die dunkle Seite der jüdischen Immigranten verkörpern: Im Roman dürfen die gezähmten Hunde bleiben, während die als bedrohlich angesehenen Wölfe gehen müssen! Unheimlich liest sich jenes vorletzte Kapitel, in dem die Ausweisungsmaschinerie angeworfen wird, durch welche Ada aus dem von ihr einst geliebten Frankreich katapultiert wird – unheimlich, weil diese Fiktion das reale Schicksal der von den Vichy-Statuten betroffenen Autorin geradezu hellseherisch vorwegnimmt. Allerdings findet Ada fern von Paris „in einer kleinen Stadt in Osteuropa” das Glück, zum ersten Mal in ihrem Leben „wir” sagen zu können, ohne sich von den anderen abgrenzen zu müssen.CLEMENS KLÜNEMANN
IRÈNE NÉMIROVSKY: Die Hunde und die Wölfe. Roman. Aus dem Französischen übersetzt von Eva Moldenhauer. Albrecht Knaus Verlag, München 2007. 256 Seiten, 18 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Arno Widmann hat Irene Nemirovskys 1940 in Paris publizierten Roman "Die Hunde und die Wölfe" mit tiefer Beklommenheit und gleichzeitig mit großer Faszination und Begeisterung gelesen. Die russischstämmige französische Autorin beschreibt darin ohne jede Larmoyanz und in "ironischer Distanz" die russische Emigrantenszene in Paris und schildert aus der Perspektive eines mittellosen jüdischen Mädchens die reiche jüdische Finanzwelt, erklärt der Rezensent. Es schnürt ihm fast die Kehle zu, wenn er im Text die Ahnungen der Autorin, die wachsende Bedrohung und Worte wie "Konzentrationslager" liest und legt das Buch erst einmal weg, weil er den Gedanken kaum ertragen kann, dass die Autorin das ganze Verhängnis, auch ihre eigene Ermordung 1942 in Auschwitz, vorhergesehen habe. Doch spätestens hier wird ihm klar, dass es eines der größten Talente Nemirovskys ist, ihre Leser nicht nur tief in ihre Geschichte hineinzuziehen, sondern sie gleichzeitig zu mehr Empfindsamkeit und Klugheit zu bringen.

© Perlentaucher Medien GmbH
"(...) eine der wohl großartigsten Wiederentdeckungen der vergangenen Jahre (...)." Brigitte
"Irène Némirovsky schreibt distanziert und trotzdem mitreißend. Ein wunderbares Herbstbuch." Der Tagesspiegel